Rhododendron- und Kamelienblüte im Landschaftsgarten Kammerbusch 

Jedes Jahr zieht es Tausende Wanderer in die Eifel zur Narzissen- und Ginsterblüte. Sie sind aber nicht die einzigen, die nach einem farblosen Winter ganze Landschaftsbereiche in ein leuchtendes Gelb versetzen.

An vielen Stellen blüht und grünt es im Frühsommer, so auch die noch als Geheimtipp geltende Rhododendrenblüte im Wehebachtal. Dort zwischen Langerwehe und Schevenhütte befindet sich in einer reizvollen Naturlandschaft der Landschaftsgarten „Kammerbusch“. 

Rhododendrenblüte

Dieser wird bereits im Jahre 1456, als ein damals zur herzoglichen Hofkammer zu Jülich gehörendes Buschrevier, erwähnt. Es war der Nadelfabrikant Carl Schleicher, der dieses Buschareal in den 50er Jahren des 19. Jh´s nach dem Vorbild eines Englischen Landschaftsgarten umgestalten ließ. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwilderte die Anlage, was den Reiz bei einem Besuch heute aber nicht schmälert. Bei einer Wanderung in dieser Landschaft zwischen „Wehe- und Omerbach“ ist der Kammerbusch ein nicht zu übersehendes Highlight.

    ehem. Klosterkirche Wenau                 Bärlauchduft liegt in der Luft                      "Orchelweiher"

Startpunkt ist der Parkplatz an K49 an der ehemaligen Klosterkirche von Wenau. Zunächst lassen wir das ehemalige Klostergelände rechts liegen und wandern auf dem Gehweg (Markierung 41) die Straße hinunter zur L12. Unterwegs liegt ein Geruch von Knoblauch in der Luft. Grund ist der mit Bärlauch, der zurzeit (Anfang Mai) mit seiner weißen Blütenpracht den linken Hang bedeckt. 

In der Wiese liegt links das Wasserwerk mit dem Brunnen der Gemeinde Langerwehe. Nach Überquerung des Wehebaches gehen wir links 200m auf dem Radweg bis auf der anderen Seite zur „Laufenburg 1,7km“ hingewiesen wird. Hier befindet sich rechts ein Parkplatz. Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten die Wanderung auf der breiten Zufahrt zur Burg oder auf einem unscheinbaren wilden Waldpfad fortzusetzen. Wir entscheiden uns für den abenteuerlichen Waldpfad, der vom Parkplatz in den Wald führt. Waldarbeiter haben hier einen kaum erkennbaren Weg hinterlassen, der einiges an Orientierung erfordert. Nach einem lichten Waldstück geht es auf einem schneisenähnlichen Weg geradeaus bis zu einem Forstweg. Diesen folgen wir links, überqueren den Bach und wandern dort auf dem breiten Forstweg, der mit 41 gekennzeichnet ist. Hier treffen wir auch wieder die Wanderer, die den breiten Zufahrtsweg und unterwegs den rechts abgehenden Forstweg benutzt haben. Mit einem Linksbogen steigen wir gemeinsam an der nächsten Wegekreuzung leicht bergan. Bequem geht es ca 500m bis zu ehttps://strato-editor.com/.cm4all/widgetres.php/com.cm4all.wdn.PhotoGallery/images/thumbnail-gallery.png inem Holzlagerplatz, wo links durch das Geäst der „Orchelweiher“ schimmert. Diese Naturidylle umwandern wir links auf einem schmalen Pfad und erreichen die Zufahrt zur „Laufenburg“ und folgen dieser. An einem Schutzpilz steigt der Weg (Wald Wasser Wildnisweg) links bergan bis der Wald den Blick auf die Burg freigibt. Schon vor dem Burgtor laden Tische zu einer Rast ein. Die „Laufenburg“ wird urkundlich zum ersten Mal im 12. Jh. erwähnt. Als früheste Besitzer gelten Lehnsherren des Herzogtums Limburgs. Sie nannten sich „von Lowenburg“. In den folgenden Jahrhunderten wechselten adelige Besitzer, bis die Burg 1678/79, in den Kriegen Ludwig XIV, zur Ruine wurde. Im 19. Jh. ging die Burg in bürgerlichen Besitz über. Der Zweite Weltkrieg machte alle bis dahin getroffenen Aufbauarbeiten zunichte. Die Außenmauern wurden schwer getroffen und das Innengebäude brannte aus. Nach dem Krieg wurde die Burg notdürftig instand gesetzt. Bis 1982 die eigentliche Sanierung begann.

                  "Laufenburg"                                                      Innenhof                                         "Sührbach"

Durch die 1994 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage verfügt die Burg erstmals in ihrer Geschichte über Elektrizität. Kühlung, Beleuchtung und Kochen erfolgten durch den Einsatz von Flüssiggas. Die Heizung wurde mit Heizöl betrieben. Mit dem Burgtor im Rücken setzen wir links auf dem bergab führenden Pfad (Wald Wasser Wildnisweg) unsere Wanderung fort. Links sehen wir noch einen kleinen Weiher. Unten wird ein Siefen überbrückt hinter dem es nach einem kleinen Treppenaufgang auf einem Forstweg links bequem weitergeht. Der rechte Berghang war früher einmal mit Rebstöcken bepflanzt, wie viele Südhänge in der Nordeifel. Daher trägt der Berg auch den Namen „Wingertsberg“. Hier begleiten wir den „Sührbach“, der zunächst links und später rechts sich naturnah talwärts schlängelt. Autolärm kündigt die Nähe der Straße an. Wir erreichen den ehemaligen Kalkofen, wo bishttps://strato-editor.com/.cm4all/widgetres.php/com.cm4all.wdn.PhotoGallery/images/thumbnail-gallery.png  Mitte der 60er Jahre des letzten Jh´s. hier noch Kalk abgebaut und gebrannt wurde. Heute dient das Gelände als Holzlagerplatz. Mit dem Wanderzeichen (Wald Wasser Wildnisweg) biegen wir um ein Gebäude und anschließend links in den Hang ein, der parallel zur Straße verläuft und leider von Autolärm begleitet wird. Nach ca 100m bergauf verlassen wir den breiten Weg und folgen mit dem Wanderzeichen dem links abgehenden Waldpfad bis zur L12 mit den dort verlassenen Gebäuden des Gut Schönthal. Wir queren die Straße und folgen auf der anderen Seite der Straße „Schönthal“, mit der wir den Wehebach sowie den Mühlengraben überqueren.

     Blick zum Gut Schönthal                               "Hargartempel"                                     Kamelienblüte

Wir wandern auf ein orangenes Gebäude zu, das auf den Grundmauern der einstigen Schleicher Villa gebaut wurde. Erläuterungen zur Villa Schleicher sind auf einer Info-Tafel zu lesen. Entsprechend der damaligen Gewohnheit des Großbürgertums erbaute sich Carl Schleicher nicht nur eine Villa in Werksnähe, sondern ließ 1858 oberhalb davon ein Park anlegen, der mit zahlreichen Gebäuden und Denkmälern, z.B. einer Grotte, Türmen, einer Kapelle und einem Tempel ausgestattet war. Nach dem Niedergang der Nadelfabrikation 1932 ging langsam auch der Glanz der Gartenanlage verloren. Der Zweite Weltkrieg brachte die fast völlige Zerstörung von Fabrik und Park. Vorbei an dem Grundstück mit drei Häusern steigen wir auf einem Waldweg hinauf in den „Kammerbusch“. Dieses Buschrevier wird schon 1456 erwähnt, das damals zur herzoglichen Hofkammer zu Jülich gehörte. Da, wo sich links der Blick in das Wehebachtal öffnet, wandern wir rechts auf dem Waldpfad leicht bergan bis zu einem quer laufenden Pfad, auf dem es rechts weitergeht. Nach einem Linksbogen stehen wir vor dem „Hargartempel“. Rechts führt uns der Weg leicht bergab. Vorbei an einem kleinen Weiher (Entenweiher) finden wir links die „Anna Kapelle“.

                  "Anna Kapelle"                                           "Karlsburg"                                  Blütenpracht am Wegesrand

Der mit einer Schranke gesperrte Weg führt uns dann zur „Karlsburg“. Sie war eine romantische Ritterburg nach dem Vorbild des Adels und der zentrale Punkt des Parks. In unmittelbarer Nähe befand sich auch der Rittersaal. Beide Gebäude waren reich mit Gemälden, wertvollen Stickereien und Möbeln ausgestattet. Nach der Zerstörung im Krieg wurden sie Reste in den 70er Jahren des letzten Jh´s. abgerissen. Heute sind die Grundmauern in Teilen aufgemauert, um die Konturen wieder sichtbar zu machen. Die Familie Fournè, Eigentümerin seit 2001, ist dabei die Sehenswürdigkeiten zu restaurieren und den ursprünglichen Charakter des Landschaftsgartens wieder aufleben zu lassen. Weiter geht es links an der Karlsburg vorbei bis zum nächsten rechts abbiegenden Weg. Vor uns breitet sich eine freie Fläche mit einem kleinen Biotop aus. Links ist der Rand dicht mit Rhododendrensträuchern bewachsen.

               "Triumphbogen"                                herrlicher Blumenpfad                           "Aktmodell"

Die freie Fläche wird halb umrundet. Links geht es auf einem Waldweg weiter. Es folgt ein Hohlweg mit einem anschließenden Damm, der hier ein kleines Tälchen überbrückt. In dieses Tälchen gehen wir am Ende der Aufschüttung rechts auf einem Trampelpfad hinunter und durch den „Triumphbogen“ zwischen bunt blühenden Rhododendren bis zu einer Grotte. In dieser sitzt ein in Stein gehauenes loreleyähnliches Mädchen. Zurück halten wir uns links auf dem ansteigenden Pfad wieder zum Hauptweg, der schnurgeradeaus führt. Es geht vorbei an einem Kreuz, das 1994 aufgestellt wurde zur Erinnerung an die schweren Kämpfe im November und Dezember 1944 im Kammerbusch. Ein weißes Gebäude, „Haus Kammerbusch“ liegt dann rechts am Weg mit einer großen Parkanlage, in der der „Waldemar Turm“, benannt nach dem Sohn Richard Schleichers, steht. Mitte des 18. Jh´s. konnte man von hier auf die Berge von Eschweiler, Nothberg und Stolberg schauen. Nach Norden blickte man weit in die Jülicher Ebene. Heute nimmt die Parkanlage jede Sicht. Der unbefestigte Weg mündet in ein Teersträßchen. Hier liegt das „Gut Kammerbusch“ an dem wir uns rechts halten, um dann wiederum rechts abzuzweigen. Im weiteren Verlauf erlebt man einen schönen Weitblick in die Dürener Niederung. Gegenüber eines Parkplatzes wandern wir auf dem Pfad links hinauf zur „Hülsenberg Kapelle“. Sie liegt auf einer Höhe von 203m und war im Novemver 1944 hart umkämpft. Die alte Kapelle aus dem 18. Jh. wurde bei den Kämpfen zerstört und 1950 wieder aufgebaut.

                  Seerosenteich                                       "Kaiserallee"                                               "Luluturm"

Von der Kapelle geht es rechts hinunter zu dem Sträßchen. Hier reicht der Blick weit in die Eschweiler Indemulde. Links wieder zurück zum „Gut Kammerbusch“ biegen wir dort links und gleich wieder rechts in den geradeaus führenden Waldweg, der „Kaiserallee“, ein. Nach ca 300m liegt am Wegesrand ein kleines Biotop, der „Seerosenteich“ aber ohne die beliebten Wasserblumen, und lädt zu einer kleinen Pause ein. Weiter geht es, begleitet rechts und links von Rhododendronsträuchern, auf der „Kaiserallee“ vorbei an den Standbildern der ehemaligen Kaiser, Wilhelm II, Friedrich und Wilhelm I. Unterwegs liegt links am Weg noch der „Luluturm“.

               "Kaiser Wilhelm I."                                   "Moltke Hügel"                                           Panorama

Am Ende der „Kaiserallee“ wird noch an weiteren Persönlichkeiten der deutschen Geschichte erinnert, rechts an Graf Otto von Bismarck und gegenüber auf einem Erdhügel an Graf Helmut von Moltke. Nach dem Bismarckdenkmal und kurz bevor wir den Ort erreichen wenden wir uns dem rechts bergab führenden Weg zu, der an einem geteerten Sträßchen endet. Auf diesem wandern wir 500m rechts mit schönem Panoramablick über die ehemalige Eschweiler und Aachener Bergbauregion. Rechts die Halde „Nierchen“. Sie wurde aus Material des ehemaligen Braunkohle Tagebau Inden 70m hoch aufgeschüttet. Heute befindet sich auf der Höhe ein Windpark mit 9 Windrädern. Links am Horizont sind Relikte des ehemaligen Steinkohlebergbaus, die Bergehalden von Alsdorf und ganz links die markante Kuppe des Kohlbergs zu sehen.

            "Burg Holzheim"                                       "Maria Hilf Platz"                                     "Wenauer Höfchen"

Da, wo der weitere Weg auch für Fußgänger gesperrt ist, wandern wir links leicht bergab und erreichen rechts die Halde „Nierchen“. An deren Fuß geht es links hinunter bis zu einem Entwässerungsgraben, der aber nicht überquert wird. Vorher biegen wir links ab und wandern an diesem links auf einem kaum erkennbaren Grasweg entlang. Dieser endet schließlich an der K23, die wir rechts verlassen und dort nach 75m links in den Wirtschaftsweg einbiegen. Der Weg führt uns bis zur Burg „Holzheim“. Die Burg wurde erstmals 1333 erwähnt. Durch Kauf, Erbschaft und Heirat kommt es immer wieder zu einem Wechsel der Adelsfamilien. 1893 erwirbt der Schönthaler Nadelfabrikant Richard Schleicher die Burg. Er hat vermutlich auch die Eisenankerschrift „Burg Holzheim A.D. 1122“ über dem Tor angebracht. Seit 2001 betreiben die neuen Besitzer hier Landwirtschaft und einen Reiterhof. Nun wandern wir auf dem asphaltierten Wirtschaftsweg auf Heistern zu und biegen dort an dem ersten rechts abbiegenden Weg ab. Von hier haben wir noch einmal einen schönen Blick auf die Burg Holzheim. An mehreren Schuppen halten wir uns halbrechts auf dem Grasweg bis zum Ende. Dort steigen wir links bergan und gelangen oben an einen beschaulichen Platz. Unter rundum stehenden Lindenbäumen erinnert ein schlichtes Holzkreuz an die Stelle, wo die im Krieg zerstörte „Maria-Hilf-Kapelle“ stand.

            Blick ü. Wehebachtal                              Blick zur Laufenburg                                 Wanderweg

Auf der anderen Straßenseite führt unsere Wanderung zum „Wenauer Höfchen“. Es war ein „Zehnthof“ des ehemaligen Klosters Wenau. Nach dem Keilstein über dem Torbogen stammt die Anlage aus dem Jahre 1743. Heute befinden sich durch umfangreiche An- und Umbauten Wohnungen im Innenhof und auf dem ehemaligen Hofgrund. Rechts wandern wir an dem Hof vorbei und auf einem Graspfad leicht bergab mit herrlichem Blick über das Wehebachtal, wo die beiden Türme der Laufenburg aus dem bewaldeten Grün herausragen. Mit dem idyllischen Pfad erreichen wir am Ende wieder die L12 und damit unseren Parkplatz. Das hier vor uns liegende Areal des ehemaligen Klosters, das 1122 gegründet wurde, erlebte bis zu seiner Auflösung 1802 eine wechselvolle Geschichte mit Kriegen, Plünderungen und Zerstörungen. Die Wirtschaftsgebäude wurden verkauft und die Klosterkirche zur neuen Pfarrkirche der Dörfer Heistern und Hamich.

Information: Wanderkarte Nr. 2 „Rureifel“ des Eifelvereins; im Mai/Juni, wenn die Rhododendren und Kamelien blühen ist die schönste Zeit. Die Wanderung führt zum großen Teil durch Wald. Leider hat  die "Kaiseralle" zurzeit 2021 ihren Reiz verloren. Aufräumarbeiten durch Sturmschäden waren die Folgen.

Streckenlänge: 13,5km Rundwanderung

Schwierigkeit: mittel, Aufstiege 215m Abstiege 215m

Einkehrmöglichkeit: in der Laufenburg

"Orchelweiher"

GPX-Track:

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