Etappe 5 / Variante a

Unsere Eifelsteig Etappe 5 Variante a starten wir im Kurort Schleiden-Gemünd entweder als Rundwanderung oder Streckenwanderung bis Kall und Rückfahrt mit dem Bus. Einen kostenlosen Parkplatz finden wir parallel zur B 266 am „Eifel-Ardennen-Platz“ (332m).

          Weg zur "Kuckucksley"                       Blick von der "Kuckucksley"                                  Olef, Dorfplatz

Anschließend geht es auf einem serpentinenartigen Felsenpfad in ein kleines Bachtal, wo wir nach 200m auf den „Dr. Gerhardus-Weg“ (3,1km, 362m) stoßen und diesen breiten Forstweg rechts Richtung Olef weitergehen. Hier gibt es teilweise freie Sichten ins Oleftal. In der vor uns liegenden Waldschneise taucht die Kirche von Olef auf. Der Weg mündet in die Schneifelstraße (3,4km, 345m). Wer sich nun 1,2km ersparen möchte, kann schon hier in den Ort zur Kirche wandern. Diejenigen, die lieber den Spruch auf dem 800m weiter am Wegesrand stehenden Kreuz erleben möchten, „Herr, lass uns Ruhe Erholung in deiner friedlichen Natur finden“, wandern weiter das Paffental hinauf und auf der anderen Talseite wieder zurück zur Strasse (B265). Auf dem Radweg geht es rechts bis zum ersten Haus (Nr. 45) von Olef. Dort werden die Strasse und anschließend der Fluss überquert. Beide Wandergruppen erreichen die Kirche mit dem wunderschönen historischen Dorfplatz (5,4km, 351m).
Die Ursprünge Olefs lassen sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen und die Pfarrei gilt als eine der ältesten in der Eifel. In der spätgotischen Kirche St. Johann Baptist befinden sich ein Taufbecken aus Namurer Blaustein und ein origineller doppelstöckiger Altar.
Einen ganz besonderen Charme versprüht der Dorfplatz, der nach einem Großbrand im Jahre 1697 entstand. Mit seinen vorwiegend in Schwarz-Weiß gehaltenen Fachwerkgebäuden und dem Baumbestand in der Platzmitte um das Dorfkreuz aus der Zeit um 1700, bildet er ein malerisches Bild. Ein Highlight erleben Wanderer und Besucher sonn- und feiertags zwischen Pfingsten und Allerheiligen, wenn über dem Dorfplatz ein historischer Schienenbus fährt und dabei ein Lotse vorangeht. Sie ist eine von zwei Eisenbahnstrecken in NRW, die unter Denkmalschutz steht.
Wir folgen den Gleisen ein Stück bis die Wegweiser uns nach dem letzten Fachwerkhaus links zum nächsten Abzweig auf dem „Büchel“ (5,6km, 360m) weiterleiten. Der Eifelsteig-Wegweiser zeigt hier nach rechts. Ein zusätzliches Schild führt 300m mit Aussicht geradeaus zum „Knoppen“.

               Olef mit Bahngleis                                    Olef vom "Knoppen"                            "Pingenwanderpfad"

Warum dieser viel versprechende Aussichtpunkt nicht im Wegeverlauf des Eifelsteigs eingebunden wurde, liegt sicherlich an den Kriterien eines Premium-Wanderweges, der befestigte Wege meiden soll. Uns stört das nicht und die zu erwartende Aussicht hat Priorität. Steil führt uns das Sträßchen bergan und am Ende erreichen wir den Wald, wo rechts die Anstrengung mit einem phantastischen Panorama belohnt wird (5,9km, 405m). Leider sind auf der sonnigen Aussichtsterrasse, außer in der Schutzhütte, keine Bänke zum Rastmachen vorhanden. Dies sähe sicherlich anders aus, wenn der „Knoppen“ im Trassenverlauf des Eifelsteigs läge.
Nach der Rast geht es zurück zum Eifelsteig, wo wir Richtung „Golbach 5,4km“ das stille und sanfte Selbachtal 1,1km hinaufwandern. Wiesen und Wald begleiten uns. Der Schilderpfahl „Selbachtal“ (7,3km, 405m) weist links weiter nach „Golbach 4,3km“. Durch einen lichtdurchfluteten Wald geht es jetzt steiler bergan. Bevor wir bei Km 8,6 die Höhe erreichen, bringen uns die letzten 300m mit einer Links- Rechtskurve richtig ins Schwitzen. Oben auf der Höhe steht zum Ausruhen eine sonnige Bank leider ohne Aussicht, aber genießen kann man hier eine ungewöhnliche, fast unheimlich wirkende Stille. Der nächste Wegweiser „Wichelsberg“ (8,7km, 516m) folgt nach 50m. Wer die Tour als Rundwanderung unternehmen möchte, erreicht von hier über Wackerberg und Kreuzberg nach 4,0km wieder Gemünd. Wir wandern weiter auf einer breiten Forststraße Richtung „Golbach 2,8km“, wo wir nach 250m auf den „Pingenwanderpfad“ treffen, der mit einem schmalen Fußpfad von Kall herauf kommt. Gemeinsam folgen Pingenpfad (symbolisierte Grube mit Haspelbaum) und Eifelsteig ca. 700m der Forststraße.
Der Pingenpfad bietet mit 21 Schautafeln mit Grafiken und informativen Texten dem interessierten Wanderer Einblicke in den mittelalterlichen bis neuzeitlichen Eisenbergbau des Kaller Reviers. Bei Kilometer 9.6, „Kindsharth, 525m“ (Schautafel 8) verlassen wir den Eifelsteig, der weiter über die Forststraße verläuft, und folgen dem Pingenpfad, der später wieder auf den Eifelsteig stößt. Ein Schild am Wegesrand warnt mit der Aufschrift: „Bergsenkungsgebiet, Einsturzgefahr“. Verlassen werden wir diesen zunächst über einen landschaftlich schönen Wiesenweg führenden Wanderweg nicht. Er knickt nach 600m rechts in den Wald ab. Vom Waldweg aus macht der Lehrpfad zwei kleine Schlenker ins Gelände mit besonders auffälligen ehemaligen Bergbauzeugnissen, die man sich ansehen sollte (Schautafeln 10 und 11).

         Blick vom "Pingenpfad"                    "Eifelsteig" und   "Pingenpfad"                   Wanderweg vor  Golbach       

  Der Waldboden ist übersät von einem wahren Trichterfeld. Es sind verlassene Erzgruben, sog. „Pingen“, in denen Bergleute Eisenerze, Bleierze oder andere Mineralien der Erde in gefahrvoller Arbeit aus der Tiefe ans Tageslicht holten. Es kann angenommen werden, dass bereits in römischer Zeit, vielleicht auch schon im ersten vorchristlichen Jahrtausend der manganreiche Brauneisenstein gewonnen wurde. Im Kaller Gemeindegebiet trifft man ca.2000 dieser Pingen an. Der unkundige Wanderer wird diese Pingen als Bombentrichter ansehen, denn so stellen sie sich dar. Aber jeder dieser Trichter kennzeichnet den Standort eines ehemaligen Bergwerkschachtes. Die ringförmigen Halden um die Schächte bildeten sich durch das Ablagern des ”tauben Gesteins” (nicht erzhaltig und wertlos). Die große Anzahl dieser Halden und Pingen auf kleinstem Raum entstand durch die Kleinheit der damals vergebenen ”Mutungen” (vom Bergmeister ausgegebene Schürfrechte). Alle Gruben und Schächte sind verschüttet und nicht mehr zugänglich. Sie bilden jedoch auch heute noch eine Gefahr für Mensch und Tier, deshalb auch das Warnschild, da hin und wieder der Erddruck auf die verbliebenen Hohlräume unter Tage so groß wird, dass es zu Einstürzen kommt. Die Bewohner Kalls und der umliegenden Dörfer wissen zu berichten, dass Weidevieh und Haustiere in plötzlich sich öffnenden Erdlöchern verschwanden.
Wir stoßen wieder auf den Eifelsteig „Kindshardt“ (11,2km, 517m) und folgen nun beiden Wanderwegen bis zur Schautafel 13, wo wir rechts auf einem Waldpfad über einen kleinen Bach in ein weiteres Grubenfeld gelangen. Auch hier geht’s vorbei an Erdgruben und Erdhügeln aus längst vergangenen Zeiten des Bergbaus. Die Narben einer ausgebeuteten und zerwühlten Landschaft hat die Natur mittlerweile notdürftig wieder zugedeckt.Hinter Schautafel 16 verlassen wir das Grubenfeld mit einem alten Buchenwald und die Landschaft öffnet sich. Vor uns liegt das weit ausladende Tal des Golbaches mit dem gleichnamigen Ort. Weiter talabwärts mündet dieser in den Kallbach. An einem befestigten Wirtschaftsweg „Golbach Nord“ 12,3km, 454m) leiten uns die Wegzeichen nach links und nach 100m rechts auf einem Feldweg und dem „Höhenweg“ bergab zur L105. Diese wandern wir 50m nach links bis zur „Kapellenstraße“, auf der rechts beide Wanderwege weiterführen.

       Fachwerkhaus in Golbach                         Pingenpfad nach Kall                                    Kall, Ziel erreicht

An der „Golbacher Oase“, einem Kiosk, kann man an sonnigen Tagen draußen sitzen und rasten. Bei Regen bietet sich innen die Möglichkeit, an Stehtischen Kaffee zu trinken. Nach Überquerung des Golbaches biegen wir hinter einem Wartehäuschen links ab nach Kall 2,4km (12,8km, 422m). Nach einem Spielplatz wandern wir auf der Kapellenstraße weiter und überqueren jetzt den Kallbach. Anschließend trennen sich die beiden Wanderwege, „Golbach Kapellenstraße“ (13,0km, 408m). Der Eifelsteig führt rechts 6km nach Steinfeld und links leitet uns der Pingenpfad nach Kall. 400m steigt der Weg leicht bergan, dann wandern wir rechts auf einem Waldpfad bis auf eine Höhe von 470m. Danach geht es nur noch bergab. An der Schautafel 19 geht es links weiter bis wir nach einem kurzen Treppenabstieg eine Straße erreichen, die zur letzten Schautafel 21 führt. Hier befand sich bis 1978 das Stollenmundloch des Haak-Stollens, der eine Länge von 1538m erreichte, und leider dem Neubau des Schulzentrums zum Opfer fiel. Das Logo des Pingenpfades führt uns jetzt über den Kallbach zur Kirche, wo wir rechts über die Urft zur Bahnhofstraße und zum Bahnhof gelangen. Von hier fahren stündlich Busse nach Gemünd.
Der Gemeindename „Call“ (bis 1929) deutet auf keltischen Ursprung hin. Urkundlich wird Kall erstmalig 1238 erwähnt. Blei- und später Eisenerzgewinnung ist hier immer betrieben worden. Seit dem 16. Jahrhundert brachten ein großes Bleibergwerk und zwei Eisenbergwerke sowie ein Hammerwerk einen gewissen Aufschwung. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Köln-Trier (1860- 1870) wurde das Wirtschaftsgebiet von Kall, verkehrsmäßig aufgeschlossen. Damit begann für die Gemeinde Kall eine neue Entwicklungsphase und ließ den Ort mehr und mehr zu einem ansehnlichen und für die Eifel nicht unbedeutenden Industrieort werden. Diese Entwicklung wurde durch den 2. Weltkrieg unterbrochen.
Vom Bahnhof erreicht man mit einer Unterführung den P+R (15,8km), falls man dort geparkt und zuerst mit dem Bus nach Gemünd gefahren ist.

GPX-Track

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Karte


Eifelsteig - Varianten


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