Zum Kreuz im Venn

 So nannte die Eifeldichterin Clara Viebig ihren 1908 erschienen Roman und schuf ein unvergängliches Kulturdenkmal für die Eifel. Das 1890 auf der Richelsley errichtete Kreuz war das Kreuz der bitteren Armut, das die Menschen in diesem Land ein Leben lang zu tragen hatten. Es ist ein Mahnmal für den Frieden, ein Zeichen des Glaubens, ein Wahrzeichen für dieses Land am Rande des Venns.



Nach dem ersten Weltkrieg hat die Region durch die modernen Einflüsse der Technik und des Verkehrswesens einen weitgehenden Wandel erfahren. So dass die z.B. von Clara Viebig noch geschilderte gewaltige, raue und erdrückende Landschaft, heute als Schönheiten ganz besonderer Art zu sehen sind und gerade deshalb die Touristen anzieht und den Wanderern Freude bereiten.

Südlich von Monschau finden wir an der B399 Richtung Höfen vor der Rurbrücke rechts die Zufahrt zum Parkplatz „Dreistegen“. Hier starten wir ruraufwärts durch ein bewaldetes, felsenreiches Kerbtal unsere Rundwanderung. Schon am Parkplatz wird deutlich mit welchen Kräften die Rur diese Felsen freigelegt hat. Die am Rande des Parkplatzes aufragende Felswand ist durch Meeresablagerungen vor 400 Millionen Jahren entstanden. In der nachfolgenden Zeit des Karbons wurden sie zusammengepresst und zu einem Gebirge emporgehoben. Bei der Faltung bildeten sich Risse und Klüfte, in die später chemische Lösungen aufstiegen und kristallisierten. Sie sind im Fels als weiße Adern (Quarz) deutlich zu erkennen  

         Felsformation Dreistegen                    ehem. Flussschwimmbad                  Rursteg an der Fischerhütte

Da, wo die erste Fußgängerbrücke die Rur überspannt, existierte bis Sommer 2007 noch ein Wehr. Schon in der ersten Hälfte des 19. Jhs entstand hier unterhalb der „Ehrensteinley“ eine Mühle, um Maschinen zur Wollproduktion anzutreiben. 1863 brannte sie ab. Geplant war nun eine neue Mühle zur Holzverarbeitung. Aber bevor die Umbauarbeiten fertig gestellt wurden, riss ein Hochwasser die Stauanlage fort. Die endgültige Wehranlage wurde erst etliche Jahre später fertig gestellt. Ab 1927 wurde die aufgestaute Rur als städtische Flussbadeanstalt genutzt. Es muss einige Überwindung gekostet haben, in das kalte Wasser einzutauchen, das selbst im Sommer kaum wärmer als 16 Grad wurde. In den 70ziger Jahren wurde sie durch eine neue Schwimmhalle in Monschau abgelöst.
Da das Wehr für Fische und andere Gewässerbewohner ein unüberwindliches Hindernis darstellte wurde es durch das „Live Naturprojekt“ „Lebendige Bäche in der Eifel“ beseitigt. Heute befindet sich noch ein Jugendzeltplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Von rechts stößt der „Jahrhundertweg“ zu uns, den der Monschauer Eifelverein zum hundertjährigen Bestehen angelegt hat.
Der asphaltierte Weg ist nun zu Ende und es geht weiter auf einem schönen naturbelassenen Pfad mit Wurzeln und Felsen, teils über angelegte Treppen. Vor einer Schutzhütte überspannt eine schmale Holzbrücke die Rur. 1911 wurde dem Besitzer einer Jagdhütte bzw. Fischerhütte erlaubt, diese zu erweitern und ein Gartenrestaurant zu bauen. Aber der großzügig angelegte Gebäudekomplex wurde nicht so recht angenommen und verlor durch den Ersten Weltkrieg jegliche Attraktivität. Anfang der 1920ziger wurde es auf Abbruch verkauft. Die Wanderschutzhütte hat den Namen „Fischerhütte“ übernommen.

                     "Fischerhütte"                                                  stille Rur                                   Gebirgsbach Rur

Rauschend, einmal sanft ein anderes Mal wild, überströmt das Wasser der Rur viele Steine und Felsen. Reguliert werden diese Wassermassen auf der Höhe vom Hohen Venn. Rechts wächst in einem steilen Berghang ein richtiger Schluchtwald, wo die Bäume zwischen vielen Felsen, teils mit Moos bewachsen, Halt suchen. So führt dieser Abschnitt auch berechtigt den Namen „Gebirgsbach Rur“ und ist wohl die landschaftlich schönste Teilstrecke im oberen Rurverlauf.
Zwei kleine Seitenbäche der Rur werden mit kleinen Holzstegen überquert. So auch der Ermesbach kurz bevor wir auf die Zufahrt zum Kloster Reichenstein gelangen. Ein kleiner Abstecher nach links bringt uns durch ein burgähnliches Tor in den Innenhof.

                 Wanderweg                                         "Schlüsselbach"                                        "Rechensteiner Viadukt"

Wohl schon im 10. Jahrhundert stand hier auf einer Felsnase von Rur und Ermesbach umflossen eine Burg, nach ihrem Gründer Richwinstein genannt. Um 1130 gab Herzog Walram von Limburg Richwinstein auf, als er die neue Burg Monschau in Besitz nahm. Er überließ den Platz dem Kloster Steinfeld, das um diese Zeit die Regeln der Prämonstratenser angenommen hatte. Die Mönche aus Steinfeld errichteten zunächst ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen, wie es in der Frühzeit des Prämonstratenser Ordens üblich war. Die geistliche Aufsicht über Kloster Reichenstein übte der Abt von Steinfeld aus. Heute liegt das ehemalige Kloster versteckt im Rurtal. Im Mittelalter führte die wichtige Straße Trier – Aachen in unmittelbarer Nähe auf den Höhen des Hohen Venns vorbei. Mancher müde Wanderer und mancher erschöpfte Pilger auf dem Weg zu den Heiligtümern von Aachen oder zum Grab des hl. Matthias in Trier werden in Reichenstein gastliche Herberge gefunden haben.
Der vielfache Verfall des klösterlichen Lebens im 15. Jahrhundert. ergriff auch Reichenstein. Deshalb wurde das Nonnenkloster 1484 aufgelöst. Drei Jahre später hielten Mönche des Klosters Steinfeld ihren Einzug. Lange Zeit halfen sie in der Seelsorge der Umgebung ohne an einer bestimmten Pfarre angestellt zu sein. Erst seit dem 17. Jh. finden wir sie als Pfarrer in Konzen, Monschau, Kalterherberg, Höfen, Roetgen und Eicherscheid. Der Bau der Kirchen in den vier letztgenannten Orten ist zum großen Teil ihr Werk. 1543 wurde Reichenstein von Truppen Karls V. geplündert und zerstört. Der junge Wilhelm von Kleve, Jülich und Berg hatte es gewagt seine Anwaltschaft auf die Erbfolge im Herzogtum Geldern mit Waffengewalt gegen Kaiser Karl V. zu verteidigen. So rückte der Kaiser im August 1543 selbst mit der Hauptarmee im Jülicher Land ein. Erst hundert Jahre später konnten Kirche und Haupthaus wieder aufgebaut werden. Großen Anteil daran hatte der Prior Stephan Horrichem, der von 1639 - 1686 dem Kloster vorstand. Wegen seiner vielseitigen Hilfe für Bauern der Umgebung von Reichenstein, während und nach dem Dreißigjährigen Krieg, heißt er noch heute "Apostel des Venns". Durch französisches Regierungsdekret vom 9. Juni 1802 wurde das Kloster aufgelöst und damit dem Wirken der "weißen Mönche" im Venn ein Ende gesetzt. Nach der Aufhebung des Klosters wurden die Liegenschaften von der französischen Regierung verkauft. Der Monschauer Tuchfabrikant Bernhard Boecking erwarb das Kloster mit allen Ländereien. In den Klostergebäuden errichtete er eine Tuchfabrik und eine große Schäferei ein.Nachdem das Gut 1836 an Jakob Ahren übergegangen war, wurden die Gebäude zu landwirtschaftlichen Zwecken und zum Betrieb einer Branntweinbrennerei benutzt; die ehemalige Klosterkirche diente als Scheune. 1971 erwarb die Familie Handschumacher aus Düsseldorf Gut Reichenstein. Zurzeit (200) wird die Anlage zu einer neuen Klostergründung umgebaut.

              Reichenstein Innenhof                       Reichensteiner Kapelle                           Kapelle innen

Die Zufahrt stößt auf die Straße Kalterherberg-Mützenich. Rechts überspannt ein Viadukt der alten Venntrasse das Tal. Vorbei sind die Zeiten als hier noch lebhafter Verkehr herrschte, sowohl zur deutschen Zeit bis 1920, als auch in den 20er und 30er Jahren unter belgischer Hoheit. Wirtschaftlich spielte die Vennbahn eine wichtige Rolle. So brachten Züge das luxemburgische Erz zur Verhüttung nach Aachen Rothe Erde und transportierten auf dem Rückweg Kohle aus dem Wurmrevier nach Luxemburg. Als Rothe Erde 1925 seine Tore schloss begann auch der langsame Abstieg der Vennbahn. Sie wurde dann im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und konnte sich nach dem Krieg nicht mehr richtig erholen. In den 90er Jahren wurde sie für touristische Fahrten wiederbelebt, aber nach wenigen Jahren aus Kostengründen wieder eingestellt wurden. Heute radelt man hier auf einer der schönsten Radwege Europas.

          Reichensteiner Weiher                             Vennbahnviadukt                                      "Kreuz im Venn"

An der Straße wenden wir uns nach links, wo wir hinter der nächsten Rechtskurve über einen Holzlagerplatz einen Weg finden, der bergan führt. Mit der Überquerung der ehemaligen Vennbahntrasse haben wir auch stillschweigend die Grenze nach Belgien überquert. Zu erkennen ist die Landesgrenze an der nachfolgenden Schranke, wo einige Meter weiter rechts der Landesgrenzstein 675 den Grenzverlauf markiert. Auf der Oberfläche ist der Verlauf der Grenze eingemeißelt und an den Seiten ist das jeweilige Land mit den Anfangsbuchstaben D und B gekennzeichnet. Der Weg ist hier mit 43 markiert. Am nächsten Weg gehen wir rechts und halten uns auch an der folgenden Wegegabelung wieder rechts und erreichen somit nach ca. 200m einen Platz mit einem mächtigen, bis über die Baumwipfeln reichender Felsblock, in dem in einer Nische eine fast menschengroße Marienstatue aufgestellt ist.

                  Mariengrotte                                    Blick über das Hohe Venn                               "Richelsley"

Hoch oben durch das Blätterdach der Bäume erkennen wir ein mächtiges, in den Himmel aufragendes Kreuz. Die in einem Halbkreis um die Mariengrotte aufgestellten Bänke laden geradezu vorbildlich zu einer Pause ein. Zur Besteigung des Felsens mit dem 6m hohen Kreuz gehen wir im Uhrzeigersinn um ihn herum und steigen über ca. 35 Treppenstufen und einer bis zum Kreuz steil ansteigenden Rampe hinauf. Enttäuscht ist vielleicht manch einer, der eine spektakuläre Aussicht mit vielen Highlights erwartet hat. Der Blick schweift weit über eine endlos erscheinende Hochebene, aus der nach Norden vereinzelt weiß leuchtende Häuser sich zeigen. Kaum etwas deutet hier darauf hin, dass Flüsse und Bäche sich in dieser Hochfläche tiefe Täler gegraben haben.

Wir verlassen nun jenes "Kreuz im Venn", das zum Titel eines Buches der Schriftstellerin Clara Viebig wurde. Nach dem Treppenabgang wandern wir weiter geradeaus, vorbei an dem mächtigen Felsen der Richelsley, der für die Menschen im Mittelalter etwas Mystisches darstellte. Am Ende der Ley stoßen wir auf einen für die heutige Zeit unscheinbaren Weg, den wir links weitergehen (43). Noch im 18. Jh. führte hier an der Richelsley eine große Handels- und Pilgerstraße vorbei. Sie führte vom Niederrhein über Aachen die Vennabdachung hinauf zum Reinartzhof, vorbei am Steling zur Richelsley. Von hier führte sie über Prüm und Trier weiter nach Süden. Im Venngebiet wurde sie auch Kupferstraße genannt, weil auf ihr die Kupfer- und Messingwaren aus dem Aachen-Stolberger Raum befördert wurden. Aber auch Kriegsvölker Karls V. und später des Sonnenkönigs zogen hier brandschatzend und mordend nach Norden.

             ehem. Kupferstraße                             Blick zum Eifeldom                        Fachwerkhaus mit Schutzhecke

Wir kreuzen einen Forstweg (50m links steht eine Schutzhütte) und gehen an einem Wildzaun entlang bis unser Weg nach links abbiegt. Von einer ehemaligen, viel bevölkerten Straße ist keine Rede mehr. Es ist nur noch eine Schneise, die uns über morastigen Boden zwischen einem Fichtenwald weiterleitet. Wir stoßen auf einen festen Forstweg, den wir nach rechts bis zur nächsten Wegekreuzung gehen. Hier biegen wir links ein und wandern bergab, schnurstracks auf den Weiler Ruitzhof zu. Der Eifeldom von Kalterherberg beherrscht links weithin das Landschaftsbild.
Seitdem wir den Wald verlassen haben sind wir wieder auf deutschem Boden, aber ringsum von belgischem Hoheitsgebiet umringt. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die ganze Trasse der Vennbahn in belgischen Besitz über, so dass heute Ruitzhof zwar zu Kalterherberg gehört, aber auf allen Seiten von der belgischen Staatsgrenze umsäumt wird.
Wir wandern die Straße hinab. Rechts und links liegen, meist in Fachwerk errichtet, Häuser hinter großen, meterhohen Buchenhecken versteckt. Schutz bieten diese vor den kalten Nordwestwinden. So geben sie den Dörfern im Monschauer Land ein eigenartiges Aussehen, zumal sie oft in liebevoller Arbeit mit kunstvoll geschnittenen Toren und Fensteröffnungen gestaltet sind.
Am Ende der Dorfstraße, wo die Fahrstraße nach links schwenkt, halten wir uns rechts. Der asphaltierte Weg geht nach ca. 200m in einen Feld- und Wiesenweg über. Vor uns liegt auf der anderen Talseite „Küchelscheid“. Am Ende der Wiesen biegen wir links in den am Waldrand entlang langsam bergab verlaufenden Weg ein. Der Schwarzbach rechts unten im Tal bildet hier bis zur Rur die Grenze. Kurz vor der Brücke treffen wir wieder auf die Fahrstraße von Ruitzhof. Auf ihr geht es jetzt rechts und hinter der Schwarzbachbrücke, wieder auf belgischem Gebiet, links weiter. Rechts kann man einen Abstecher zu Marthas „Taverne“ machen und seinen Durst mit einem guten belgischen „Leffe-Bier“ löschen.

  ehem. Bahnhof Kalterherberg                   heute Drausine-Station                         Eifeldom Kalterherberg

Über Rur und alte Vennbahntrasse gehen wir die Bahnhofstraße nach Kalterhergerg hinauf. In der nächsten Rechtskurve steigen wir links den Treppenweg (13) hinauf und wandern oben auf der Bahnhofstraße links 300m weiter. Dort biegen wir rechts in das „Breitenberg“ Sträßchen ein. Vor den letzten beiden Häusern wandern wir links den Wiesenweg bergan (13), der oben auf die Malmedeyer Straße stößt. Hier wenden wir uns nach links und stehen bald vor dem Eifeldom. Die Kalterherberger leben näher am Himmel als andere. Die Turmspitzen ihres Domes scheinen ihn zu durchstoßen. Hier regierte von 1869 bis 1914 ein Priester, Pfarrer Arnoldy. Er setzte sich und dem Dorf ein Denkmal, den „Eifeler Dom“. Die Türme sollten eigentlich noch höher werden, aber das fehlende Geld machte dem Himmelssturm ein Ende.
An dieser Stelle muss einmal kurz die Geschichte der Kalterherberger erwähnt werden, über dessen Herkunft schon viel herumgerätselt worden ist. Viele Menschengruppen haben die Eifel in den vergangenen Jahrhunderten besiedelt. So hat man in den 30er Jahren festgestellt, dass der Mensch in den Dörfern auf der Eifelhochfläche ein ausgesprochenes Mischprodukt zwischen nordischer, ostischer und westischer Rasse darstellt, bei dem keine Rasse stark genug ist, ihren besonderen Charakter zum Ausdruck zu bringen. Der einzige Typ, der sich von den anderen heraushebt ist der Kalterherberger. Man hat zurückgedrängte keltische Restgruppen vermutet oder  auch an zurückgebliebene Soldaten der mittelalterlichen Kriege gedacht. Sicher ist dabei, dass dieser Menschenschlag sich deutlich von jeder der sonst hier wohnenden Gruppen unterscheidet. Inwieweit diese angeblichen Resultate einer ernsthaften Forschung standhalten ist nicht bewiesen und wird heute gerne als Ironie betrachtet.
Weiter geht es auf der Monschauer Straße. Gegenüber vom Hotel „Hirsch“ biegen wir in den „Gatterweg“ ein und wandern immer geradeaus bis hinunter an den Römerbach. Hinter dem Bach geht es mit einem Linksbogen wieder bergan. Der Weg ist noch asphaltiert. An der nächsten Wegekreuzung wandern wir links auf dem Schotterweg weiter. Am Ende der Wiesen macht unser Weg einen Rechtsbogen, hinter dem wandern wir links auf dem Feldweg, begleitet von einer Heckenbaumreihe, weiter. Wir folgen nun dem Bergrücken bis zu seinem Ende, auch wenn der Weg immer verwachsener wird, und biegen dort in den rechts abgehenden Waldpfad ein. Steil und in vielen Kehren windet dieser sich hinunter ins Tal des Perlenbaches. Auf einer 2007 neu errichteten Brücke queren wir den Bach. Auf einem Forstweg wandern wir hier links bachabwärts. Der Perlenbach hat seinen Namen, weil er früher einmal mit Tausenden von Perlmuscheln besetzt war.
Der Weiterweg bringt uns zur Perlenbachtalsperre. Sie ist eine von 13 Talsperren rund um das Hohe Venn. Aufgrund der hohen Niederschläge von 1400mm, den günstigen geologischen Untergrundbedingungen und der relativen Nähe zum Aachener Ballungsraum entstanden diese zur Rückhaltung von Hochwässern, gleichzeitig aber auch der Gewinnung von Trinkwasser und Nutzung der Wasserenergie.

                                                 Perlenbachtalsperre                                                                        Perlenau

Entlang des Seeufers, wo wir auch auf den „Eifelsteig“ treffen, erreichen wir nach ca. 1.5 Kilometer die Staumauer und kurz dahinter die alte ehemalige Straße Monschau – Höfen. Wir folgen nun dem Logo des Eifelsteigs mit dem Wegweiser „Perlenau“.
1880 stand dort eine Sägemühle, die 1930 in einen Hotelbetrieb umgebaut wurde und mit einigen Unterbrechungen auch heute noch besteht und zu einer Einkehr einlädt. An der Brücke zum Hotel führt der Eifelsteig rechts bergauf. Wir bleiben auf dem Uferweg und wandern weiter geradeaus. Der Weg wird immer schmaler und der Talhang steiler und felsiger. Auch wir gewinnen wieder langsam an Höhe. Bevor es aber ganz nach oben geht, nehmen wir den links steil zum Perlenbach hinunterführenden Pfad, wo mit einem Holzsteg zum letzten Mal der Perlenbach überquert wird.

                    Felsenpfad                                                "Perlenbach"                                     Rur bei Dreistegen

Ende des 19.Jhs staut hier ein Wehr das Wasser, das durch einen Kanal zu einer Walkerei nach Dreistegen lief und dort ein Wasserrad antrieb. 1863 gründete Alexander Scheibler dort eine Kunstwollfabrik, die später über eine Dampfmaschine und eine Wasserturbine mit Energie versorgt wurde. Dreistegen hatte seit 1886 die erste private elektrische Beleuchtung Monschaus. Bachabwärts wandern wir bis zur Straße. Jetzt ist es  nicht mehr weit bis zu unserem Ausgangspunkt, wo Rur und Perlenbach sich vereinigen und gemeinsam noch viele Kilometer durch eine reizvolle Landschaft fliesen. Die Wässer der beiden Bäche haben mit ihrem weichen und kalkarmen Wasser einst eine bedeutende Tuchindustrie hervorgebracht. Die letzten Zeugnisse sind die alten Gemäuer, die hier am Perlenbach und Rur auf ihren totalen Verfall warten.

Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land-Rurseengebiet“ des Eifelvereins
Streckenlänge:  ca. 16 km, meist naturbelassene Wege und Pfade nur in Kalterherberg Asphalt
Schwierigkeit: steilerer Anstieg nach Kalterherberg und Abstieg ins Perlenbachtal, gesamte Auf- und Abstiege 260m
Einkehrmöglichkeit:  Küchelscheid, Kalterherberg und Perlenau

Das Kreuz auf der "Richelsley"

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Karte


Tourenübersicht Monschauer Land

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