Berg und Tal Wanderung

Die Zülpicher Börde ist eine vom Menschen seit Jahrhunderten gestaltete Kulturlandschaft. Das Landschaftsbild ist stark geprägt durch großflächige Agrarnutzung. Sicher fehlt eine spektakuläre Kulisse, aber immer wieder fasziniert der meist unverstellte Blick auf den Horizont.

Nur wenige Dörfer sind eingestreut in die wellige, offene Landschaft. Eines von diesen Börde-Dörfer ist Berg, ein Ortsteil von Mechernich und nicht zu verwechseln mit Nideggen-Berg. Wunderschöne Fernblicke, malerische Orte und unberührte Natur erwarten auf dieser herrlichen Eifelschleife.
Wir starten unsere Tour am Parkplatz des Friedhofs und statten zunächst der Kirche, St Peter aus dem Jahre 1866, einen Besuch ab. Sie ersetzt ein älteres Gebäude mit einer einfachen neugotische Ausstattung und dem Hochaltar mit zwei Nebenaltären

St. Peter

Hochaltar

Nach dem Besuch geht es hinunter zur „Gemünder Straße“ und dort links zu einer Wasserburg aus dem 12. Jh. Sie diente als Flucht- und Schutzburg. Erst im 14.Jh. wurde das Adelsgeschlecht „von Berg“ hier ansässig. Die heutige Anlage besteht aus einem freistehenden Burghaus mit Turm, welches im 15. Jh. errichtet wurde und der nordöstlich vorgelagerten ehemaligen Vorburg. Sie ist nicht mehr von Wasser umgeben. Sie befindet sich heute im Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.

Burg

Weg zum Mausbach

Gegenüber der Burg wandern wir auf einem Wirtschaftsweg mit Wanderzeichen „Berg und Tal“, das uns im weiteren Verlauf überwiegend den Weg anzeigt. Der Name spielt auf die abwechslungsreiche Berg- und Tal-Topographie an, die über typische Eifelhöhen und Täler, zwischen 214m und 300m führt.
Zunächst wandern wir hinunter zum Bächlein des „Mausbachs“ bevor es 50m leicht bergan geht.
Die Eifelschleife „Berg und Tal heißt so, weil durch eine hügelige Landschaft führt, die charakterisiert ist durch das Naturschutzgebiet „Bürvenicher Berg“ und „Tötschberg“ sowie das „Berg- und Mausbachtal“.
Auf der Höhe geht es rechts und gleich wieder links bis zu einem Buschstreifen hinter dem in einem tiefen Graben in dem Wasser des Bürvenicher Bachs sich sammelt. An diesem wandern wir entlang bis zum nächsten links abbiegenden Weg. Auch hier geht es an einem grün bewachsenen tiefen Graben an einem zweiten Quellarm des Bürvenicher Bachs entlang bis wir freies Ackerland erreichen. Wir wenden uns nach rechts und nach wenigen Metern wieder rechts. Es ist der „Hohle Grabenweg“, der uns nun über einen Kilometer leicht bergab führt mit einem phantastischen Blick über den Ort Berg zur Zülpicher Börde. Rechts auf dem Herrenberg entdecken wir ein Kreuz, das aber nicht zugänglich ist. Am Ende erreichen wir den Ortsrand von Bürvenich, wo an der Ecke der Waldstraße auf dem Gehweg ein Kreuz aus dem 18. Jh. steht.

Kreuz auf dem Herrenberg

Felsenkeller

Wir lassen den Ort hier aber links liegen und gehen rechts auf der „Stephanusstraße“, die uns in eine kleine Schlucht des Bürvenicher Bachs führt. Gleichzeitig wandern wir hier auf dem „Geologischen Wanderweg Bürvenich“. In umgedrehter Reihenfolge folgen wir nun den 9 Info-Tafeln, die die erdgeschichtliche Vergangenheit und Zusammenhänge dieser Region und des kleinen Tälchen anschaulich erläutern. Jetzt erfahren wir auch warum die Bäche sich so tief eingegraben haben.
Durch Erdkräfte hob sich vor 45-60 Millionen Jahren das Rheinische Schiefergebirge allmählich empor, gleichzeitig brach die Niederrheinische Bucht ein, dadurch stieg das Gefälle der Bäche und Flüsse, die sich nun tiefer ins in die Erde eingruben.
Hinter der Tafel 9 entdecken wir noch den Felsenkeller, direkt unterhalb des „Haus Lebenshilfe“ Es handelt sich dabei um den ehemaligen Eiskeller einer Brauerei. 1858 ließ der Brauereibesitzer Nagelschmidt zur Kühlung des Bieres unter seiner Villa eine bis zu 15m hohe und 100m lange Höhle in den Fels sprengen. Nach dem Ende der Brauerei wurde er in der Vergangenheit unter anderem sogar für die Championzucht gebraucht. Im zweiten Weltkrieg bot der Keller den Einheimischen Schutz vor Bombenabgriffen.
Wir folgen nun dem Geologischen Wanderweg, der uns Informationen zum umliegenden Gelände liefert. Am Standort der ersten Tafel liegt auf 300m Höhe der Eifelblick Bürvenich, höchsten Punkt der Stadt Zülpich. Immer wieder faszinierend ist der meist unverstellte Blick auf den Horizont.

Eifelblick Bürvenich

Bei guter Sicht gewährt er uns einen hervorragenden Blick vom erhöhten Eifelnordrand in die Niederrheinische Bucht, bis zum Siebengebirge, Michelsberg und Stockert. Einfach mal den Blick schweifen lassen und genießen, das ist das Motto der Bördeblicke. Leider lässt die Sicht heute keinen optimalen Blick weit über die Zülpicher Börde zu.
Im Rahmen der Landesgartenschau 2014 in Zülpich wurde aufgrund einer Privatinitiative ein „Rundweg Hubertuskapelle Floisdorf“ realisiert. Er verbindet die beiden Schutzgebiete „Bürvenicher Berg“ und Floisdorfer „Tötschberg“. Hier markieren gelbe Holzpfosten und Findlinge den Weg vom Bürvenicher Berg weiter zur Kapelle.


Küchenschellen oder Kuhglocken


Auf einem herrlichen Pfad wandern wir über Kalkmagerrasen und bewundern nach dem herrlichen Panorama die Blumenpracht, die besonders im März wegen des Reichtums an Küchenschellen berühmt ist. Ein Grund für die Pflanzenpracht ist der Untergrund. Vor rund 360 Mio. Jahren waren hier Korallenriffe. Ihr Kalk liefert die Nährstoffe für Blumen, Kräuter und Gräser. Die trockenen, leicht erwärmbaren Kalkbänke machen den Bürvenicher Berg im Frühjahr zu einem Refugium für Küchenschellen und später im Jahr für seltene Orchideenarten und Wiesenblumen.

Gipfelkreuz "Bürvenicher Berg"

Blick nach Berg

Von Gipfelkreuz erhalten wir eine eindrucksvolle Sicht auf unseren Startort Berg mit Burg und Kirche. 

Pfad auf dem "Bürvenicher Berg"

Querung des "Bergbachs"

Nach diesen Traumblicken geht es vom „Bürvenicher Berg“ durch Wiesen und Felder abwärts, immer auf Graswegen. Es geht hinunter ins Tal des „Bergbachs“ und der „K10“, der wir ein kurzes Stück nach rechts folgen und dort links in den Pfad zum Bergbach einbiegen. Nach Überquerung des „Bergbachs“ beginnt ein steiler Aufstieg zum „Tötschberg“. Jetzt können wir auch beurteilen warum diese Route „Berg und Tal“ sich nennt.
Unterwegs ist das nächste Ziel, die „Hubertus-Kapelle“, schon von weitem zu sehen. Die weite Sicht in die Niederrheinische Bucht bleibt auch in dieser Passage erhalten und bald zieht die kleine Hubertus-Kapelle oberhalb von Floisdorf die Blicke auf sich. Die Kapelle entstand in den Jahren 2003 bis 2005 in einer Gemeinschaftsaktion engagierter Floisdorfer Bürger.

Hubertus Kapelle

Sternenblick: Mechernich "Mondnacht"

Zur Kapelle machen wir einen Abstecher, wo wir auch einen „Sternenplatz der Eifellandschaft“ finden. So hat die Eifel nicht nur am Tag sondern auch bei Nacht etwas anziehend Mystisches und etwas höchst Seltenes zu bieten. Es ist richtig dunkel und frei von Lichtquellen am Boden, an dem man den Sternenhimmel auch ohne Fernrohre erleben kann.
Auch dieser Börde-Blick öffnet zweifelsohne weitreichende Aussichten in die niederrheinische Bucht. Was genau in der Ferne liegt, welche Dörfer, Kirchen und Industriebauten das Landschaftsbild mitgestalten, erklärt eine Info-Tafel.

Börde-Blick nach Floisdorf

Berg, Ende der Wanderung in Sicht

Wir verlassen nun die weitere Wegmarkierung „Berg und Tal“, die über Fahrwege hinunter nach Floisdorf führt und wandern zurück bis zum Waldrand mit Bank und dort links hinunter. Damit kürzen wir die Eifelschleife ab und wandern unserem Startpunkt Berg zu. Am Ende des Waldes geht es rechts auf dem Grasweg, der im weiteren Verlauf links hinunter zur K10 führt. Auf dieser einige Meter links wandern wir dort leicht ansteigend durch die freie Feldlage mit Blick zum Ort „Berg“ bis zum nächsten rechts abgehenden Feldweg. Am Ende folgen wir links dem Weg oberhalb des „Bergbachs“ bis wir diesen rechts überqueren können.

schmuclvoll restaurierte

Fachwerkhäuser

Über den Zufahrtsweg erreichen wir an einem Wegkreuz die Dorfstraße von „Berg“ und wandern dort vorbei an schmuckvoll restaurierte Fachwerkhäuser wieder zur Kirche.

Information: Wanderkarte Nr. 5 „MECHERNICH, NETTERSHEIM“ des Eifelvereins 

Streckenlänge: Streckenwanderung. 11 km, Eifelschleife „Berg und Tal“ in abgeänderter Wegeführung, befestigte, unbefestigte und naturbelassene Wege und Pfade,

Schwierigkeit:  Auf- und Abstiege 220m, der Name „Berg und Tal“ sagt alles

Einkehrmöglichkeit:  in Floisdorf Café Habrich

GPX-Track:   (Link speichern unter)

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