Wegberger Mühlenwanderung
Schrofmühle
Wegberg ist besonders wegen seiner idyllischen Natur und seiner historischen Wassermühlen bekannt und trägt zu Recht den Beinamen „Mühlenstadt“. Mehrere Wassermühlen sind erhalten und teilweise restauriert.
Die Mühlen erinnern an stolze Zeiten des einst blühenden Mühlenhandwerks und an die über Jahrhunderte wichtige Leinöl- und Getreideverarbeitung. Heute sind sie charakteristisch für die Stadt. An der Schwalm, am Mühlenbach und Beeckbach gibt es ein dichtes Netz an Wassermühlen. Insgesamt 19 Mühlen dienten einst als Öl- und Mahlmühlen. 14 Mühlenhäuser sind an Bachläufen und Weihern zu sehen, bei neun ist das Mühlenrad noch vorhanden und geben der Region ihren ganz besonderen Charakter.
Holtmühle
Café-Terrasse Holtmühle
Start und Ziel ist die alte „Holtmühle“ aus dem Jahre 1397. Wo einst Öl gewonnen und Korn gemahlen wurde ist heute ein Café am See, das eine optimale Rastmöglichkeit bietet. Am Ufer des idyllischen Mühlenweihers findet man immer einen schönen Platz, der zum Verweilen einlädt.
Da sie über einen der größten Stauweiher im Raum Wegberg verfügte, hatte sie gute Vorraussetzungen, bis zuletzt ihr großes mittelschlächtiges Wasserrad mit sechs Metern Durchmesser benutzen zu können, das noch bis 1954 gelaufen ist. Dann wurde die „Holtmühle“ endgültig zur Ausflugsgaststätte. Erfahrungen in der Gastronomie waren schon vorhanden. Schon zwischen 1870 und 1894 hatte die „Holtmühle“ Weiher an der Holtmühle
eine Sommerwirtschaft betrieben, mit Kaffee und freier Kahnpartie auf dem Weiher. Hier werden wir am Ende unserer Wanderung einkehren.
Wir wandern zunächst ca 200m am Weiher entlang und finden dann rechts von dem Asphaltweg unterhalb der Böschung einen Waldpfad, auf dem wir hinunter steigen und weiterwandern. Der Pfad führt in einem ziemlich zugewachsen und stellenweise kaum erkennbaren Pfad in einem Linksbogen aus dem Wald.
Weiher an der Holtmühle
Dort treffen wir auf einen Wirtschaftsweg und folgen diesem rechts. Am Waldrand entlang erreichen wir die Ortsstraße „Im Busch“ und wandern dort rechts weiter. Vorbei führt die Straße an der „St Laurentius Kapelle“. Am Ende der Straße biegen rechts zur Buschmühle ab.
Weiher der Buschmühle
Mühlrad der Buschmühle
Auf der rechten Straßenseite liegt der große Mühlenweiher. 1715 wird die Mühle schon erwähnt. Sie war nach dem Zweiten Weltkrieg noch die einzige letzte Mühle in Wegberg, in der noch Öl geschlagen wurde. Ab 1946 wurde mit elektrischer Kraft gearbeitet, bis sie 1953 stillgelegt wurde. Die Mahleinrichtung aus Getreide- und Ölmahlwerk ist komplett erhalten und seit der Restaurierung funktionstüchtig. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde der Weiher zum Kahnfahren und zum Fischfang genutzt.
Vorbei an der Mühle biegen links in den dort abgehenden Weg ein, der uns im Ortsteil „Balkhoven“ bis zur L3 führt, wo wir links einen Abstecher zur Schrofmühle machen. Erstmals 1558 erwähnt, ist sie mit Öl- und Getreidemühle die einzige funktionstüchtige Wassermühle im Rheinland. In der ehemaligen Müllerwohnung befindet sich auch ein Mühlenmuseum in dem die Mühlengeschichte der „Mühlenstadt Wegberg“ anschaulich dargestellt wird.
Schrofmühle
Angelpark an der Molzmühle
Nach Besichtung der Anlage gehen wieder zurück und biegen links mit dem Hinweis zum Angelpark „An der Molzmühle“ ein. An der Wegeecke steht noch ein St Rochus Bildstock von 1859. Der Weg führt dann rechts zu einigen Angelteiche in herrlich grüner Umgebung. Wir durchqueren den Angelpark und erreichen über eine Holzbrücke die „Molzmühle“.
Die Molzmühle, heute ein schönes altes Gebäude, ist eine frühere Wassermühle mit unterschlächtigem Wasserrad. Vorgelagert ist ein Mühlenweiher, der vom Mühlenbach gespeist wird. Er mündet nach ca 13km unmittelbar hinter der Mühle in die Schwalm. Die Mühle hat ihren Namen von dem in einem Pachtbrief von 1627 eingetragenen Eigentümer Arnold Molz. Schon die Bauern, die auf ihr Mahlgut warteten, wurden hier bewirtet. Da die Schwalm in Verbindung mit dem Mühlenbach reichlich Wasser führte, konnten zwei Mahlgänge und eine Ölpresse betrieben werden. Der Mahlbetrieb wurde 1930 eingestellt, die Mühle wird seitdem als Gastwirtschaft geführt.
Molzmühle
Mühlrad Molzmühle
2013 konnte ein neues Mühlrad mit einem Durchmesser von 4,82m in Betrieb genommen werden. Die Zeit scheint hier ein weinig langsamer zu vergehen.
Der Wasserblick gewährt Einblick in die dschungelartigen Auenwälder des Mühlenbachs und der Schwalm, wo nicht nur der Biber sich hier wohl fühlt.
Trittsteine über den Altarm der Schwalm
Schwalmbruch
Wir überqueren auf Höhe des Mühlrades den Mühlenbach und biegen vor der Schwalmbrücke nach links ab. Durch eine herrliche Auenlandschaft geht es über Trittsteinen entlang eines Altarms der Schwalm bis zu den nächsten Trittsteinen und wir erreichen den „Feltenberg“, wo sich eine eiszeitliche Jagdstation befand. Eine Tafel gibt Auskunft über die Funde und das damalige Leben in der Jagdstation. Hinter den Trittsteinen biegen wir rechts ab und wandern oberhalb des alten Schwalmbruchs und durchstreifen hier einen wahren Traumwald. An einem Hohlweg haben Buchen bizarre Wurzeln gebildet. Über den „Feltenbergweg“ treffen wir auf den „Grenzlandring“
Am "Feltenberg"
Grenzlandring
Nach dem 2.Weltkrieg wurde der 9km lange Rundkurs um Wegberg für internationale Autorennen genutzt. Ein Unfall beendete 1952 den Rennbetrieb. Wir queren hier die Strasse, um den nach 100m links abgehenden Pfad nicht zu verpassen. Dort geht es hinunter an die Schwalm und entlang dieser bis zu einer Straße, wo wir einige Meter rechts weiter geradeaus wandern. Es geht weiter entlang der Schwalm Richtung „Knutschtunnel“ oder „Liebestunnel“, wie er im Volksmund genannt wird. Dieser ist Tunnel und Fußgängerbrücke gleichzeitig und unterquert die Eisenbahnverbindung Wegberg Dalheim an dieser Stelle. Es ist eine historische Eisenbahnverbindung, die als „Eiserner Rhein“, eine über Mönchengladbach und Roemond führende Eisenbahnstrecke zwischen den Häfen von Duisburg und Antwerpen bezeichnet. Sie war bis zur Einstellung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs auf dem Teilstück zwischen Dalheim und Roermond im Jahr 1992 die kürzeste Bahnverbindung vom Ruhrgebiet zu den belgischen Seehäfen.
"Liebestunnel"
Burg Wegberg
Wir bleiben auf dem Weg entlang der Schwalm bis rechts Parkplätze der Burg Wegberg zu sehen sind. Dort gehen wir gegenüber der Kita über den Parkplatz zum Burg Restaurant.
Von der einstigen Wasserburg sind aber nur noch wenige Reste vorhanden. Sie wurde von Johann von Berck errichtet und erstmals 1m 14. Jh. erwähnt. Das Herrenhaus stammt vom Ende des 19. Jh. und wird heute als Hotel genutzt. Der Burgturm und ein Torbau erinnern an die früheren Zeiten.
Stadtpark
Rentnerbank der "Alltagsmenschen"
Wir gehen um das Gebäude herum und durch das Tor zu einer Straße und wenden uns dort links dem Stadtpark zu. Ein wunderschöner Ruhepol mitten in der Stadt. Gleich neben dem Park liegt die Wegberger Mühle. Dort befindet sich ein Info-Punkt für Touristen. Als besondere Highlights gelten sechs der berühmten „Alltagsmenschen“, überlebensgroße Betonskulpturen der Künstlerinnen Christel und Laura Lechner. Sie haben hier ein dauerhaftes Zuhause gefunden und sind ein beliebtes Fotomotiv.
Wir verlassen den Park mit einem letzten Wasserblick und wandern zur Pfarrkirche St. Peter und Paul. Gegenüber dem Restaurant „Grillpfanne“ geht ein Durchgang zu einer Sackstraße, die wir nach links verlassen und auf die „Kreuzherrenstrasse“ treffen. Hier gehen wir rechts über den „Beeckbach“ bis zur nächsten Kreuzung und biegen dort links ab und an der nächsten ebenfalls links. Vor dem Beeckbach wandern wir dann auf einem schönen Weg am Bach entlang bis wir am Ende auf den Weiher der Ophovener Mühle treffen.
Mühlenweiher
Ophovener Mühle
Links queren wir den Bach und wandern rechts mit Blick zum Weiher auch immer am Bach entlang weiter, überqueren diesen unterwegs noch einmal. Die Strasse „In Genchhausen“ wir überquert und nach ca 1km von der Mühle biegen wir links ab und folgen dort der Strasse „Am Grüngürtel“. Nach Querung des „Kiefernwegs“ folgen im weiteren Verlauf die Querung des "Tannenwegs". Der anschließende Pfad trifft auf die "Beecker Grenzland Tour", die uns durch das schöne sehr abwechslungsreiche Gebiet des Beecker Waldes zum Grenzlandring führt. Von hier geht es schließlich wieder zur Holtmühle, die jetzt zu Kaffe und Kuchen einlädt.
Diese Mühlenwanderung führte uns durch das idyllische Tal der Schwalm auf schmalen Pfaden durch dichte Auenwälder, vorbei an ruhigen Bachläufen, Mühlenweihern und historischen Wassermühlen.
Information: Wanderkarte
Streckenlänge: Rundwanderweg, 11,5 km
Schwierigkeit: leicht
Einkehrmöglichkeit: Holtmühle
GPX-Track:
Burg Wegberg
Viel Vergnügen!
Bitte besuchen Sie diese Seite bald wieder. Vielen Dank für ihr Interesse!

.jpg/picture-200?_=1a12085156d)


















