Hammer Runde Natur - Erlebnis - Wanderung
Gar nicht weit von der deutsch/belgischen Grenze bei Aachen liegt eine eher unbeachtete Region. Charakteristisch ist es eine offene, auch in trockenen Sommern meist grüne Landschaft mit wenig Waldflächen, weitläufigen Wiesen und Obstgärten in einer reizvollen Hügellandschaft mit kleinen Bächen. In dieser Region starten wir in dem kleinen Dorf Hauset am Parkplatz an der Kirche unsere Wanderung.
St. Rochus
Hauseter Wald
Von dort geht es gegenüber auf der „Botzefeld“ Strasse bis rechts ein Erinnerungskreuz steht. Hier wandern wir links ca 320m bis zum Eingang des Waldkindergartens im Hauseter Wald. Durch ein mit Ästen gebautes Tor erreichen wir schon bald eine Waldlichtung mit einem Häuschen, einem Waldsofa und einem Klettergerüst, alles aus Naturmaterialien gebaut.
Uns führt der Pfad weiter durch den Wald bis zu einem festen Weg, den wir rechts folgen. Vorbei an dem kleinen, „Hexenhuus“ endet der Weg an der „Buschhausstrasse“. Hier geht es einige Meter nach links und dort rechts im Wald weiter und erreichen die „Göhl“. Sie fließt durch ein landschaftlich reizvolles Tal, in dem wir nun rechts auf einem der beliebtesten Hauseter Wanderwege, der „Göhlpromenade“, entlang des Bachlaufs wandern und die Natur genießen.
Göhl
Göhlpromenade
An der Strasse „Gostert“ Endet diese, aber es folgt ein ebenso herrlicher Waldweg mit einem Aussichtspunkt von wo der Blick zurück nach Hauset geht. Mit der Strasse „Schnellenwind“ erreichen wir „Hauseter Strasse“. Diese wird gequert und der Weiterweg durch einen alten Buchenwald entlang der „Sieben Weiher“ des Angelvereins „Lustige Forelle“.
Aussicht nach Hauset
"Sieben Weiher"
Auf dem „Kirchbusch Weg“ geht es Richtung „Walhorn-Tunnel“, der Eisenbahnstrecke Aachen Lüttich. Unterwegs geht es noch durch das kleine Tälchen des „Vieljahrebachs“, wo hinter einer Bank Maiglöckchen zu finden sind. Der Weg überbrückt dann am Ostportal den „Walhorn Tunnel“. An einem Wegekreuz verlassen wir den Wald und schauen auf eine weite Wald- und Wiesenlandschaft, aus der der imposante Stahlkoloss der „Prester Brücke“ ragt. Sie ist Teil der Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Aachen und Brüssel. Diese wird auch schon bald überquert. Dort darf man nicht den weiteren Pfad verpassen, der direkt am Ende der Brücke links hinunter führt. Jetzt zeigt die Landschaft eine neue Variante. Die Wanderung führt uns jetzt über, von Zäunen und Hecken, umgebenden Wiesen, die immer wieder mit Drehtürchen betreten werden.
"Prester Brücke"
"Schloss Thor"
Am Ende einer Wiese sehen wir das „St Johannes der Täufer Kapellchen“. Vor uns liegt dann das „Schloss Thor“. Der Keilstein der rundbogigen Toreinfahrt zeigt die Jahreszahl 1733. Johann Heyendal baute 1700 anstelle des alten Brauhaus das heutige Herrenhaus des Schlosses. Im Schlossteich fand man Grundmauern einer aus dem 11.Jh. stammenden Wasserburg. Hier am „St Johannes der Täufer Kapellchen“ lädt mit Blick zum Schloss eine Bank zu einer Rast ein.
Ein Wegweiser zeigt uns nun den Weg zum „Katharinen Stift“. Es liegt nördlich von Schloss Thor am Rande eines alten Pilgerwegs auf einer Flur mit dem Namen „Himmelreich“. Dazu passt die von dem Unternehmer-Ehepaar Rehm errichtete Anlage zu einer ambulanten Krankenpflege in den umliegenden Ortschaften. 1910 wurde die dazugehörige Kapelle eingeweiht.
"Katharinen Stift"
"Lindengraben"
Rechts am Gebäude vorbei verlassen wir die Anlage und wandern durch Wiesen zum „Groetbach“. Der Hinweis „Stollen“ zeigt den weiteren Weg durch ein naturbelassenes Wäldchen. Auf der „Hochstraße“ biegen links ein und verlassen sie nach ca 100m wieder rechts und tauchen in den „Lindengraben“ ein, der zum „Luisenstollen“ führt. Es ist ein malerischer Naturpfad, der entlang des Baches auf schmalen in der Böschung verlaufenden Pfad ein intensives Naturerlebnis bietet. Am Ende liegt rechts der „Luisenstollen“. Von hier wurde ein Stollen zum 633m entfernten Schacht getrieben, so konnten die gewonnenen Erze schneller gefördert werden. Im Luisenstollen des Bergwerks „Fossey“ wurde von 1878 bis 1923 Galmeierz gewonnen. Das Erz wurde auf einem von Pferden gezogenen Schienenwagen entlang der Göhl nach Kelmis zur Wäsche gebracht. Nach 45 Jahren wurde das Bergwerk 1923 wegen zu großer Wassermengen und Laufsand stillgelegt.
"Luisenstollen"
Hammer - Brücke
An der Straße gehen wir Richtung Campingplatz vor dessen Grundstück wir rechts durch das Drehkreuz zur in Sicht kommenden „Hammerbrücke“ wandern. Sie verdankt ihren Namen der Flurbezeichnung Hammer und war im 18.Jh. eine der größten Brückenbauten Europas. Der Viadukt über das Göhltal wurde in den Jahren 1841-1843 im Verlauf der Strecke Aachen – Lüttich gebaut. Er bestand aus einer doppelten Bogenreihe mit 17 oberen und 13 unteren Bögen. Mit 40 Metern Höhe und 220 Metern Länge war es der größte der Viadukte im Verlauf der Strecke Köln - Herbesthal und bis zum Bau der Müngstener Brücke bei Remscheid (1897) der höchste Eisenbahnviadukt im Deutschen Reich. Beim Einmarsch der Deutschen nach Belgien am 10. Mai 1940 wurde der Viadukt von zurückweichenden Belgischen Truppen gesprengt (4.10.1940), dann aber von der Besatzungsmacht schnell wieder befahrbar gemacht. Gut 4 Jahre später (am 12. September 1944) wurde der Viadukt erneut gesprengt, diesmal von den zurückweichenden Deutschen Truppen. Später durch eine neue Brücke ersetzt. Eine moderne, für Hochgeschwindigkeitszüge befahrene Brücke wurde 1999 in Betrieb genommen.
Weg hinunter zur Göhl
Rastplatz an der Kupfermühle
Wir wandern hinter dem Zaun links bis zu einem Eisentörchen und dort rechts den Hang unter dem Viadukt in die Höhe. Oben erreichen wir an einem Kreuz den „Prester“ Weg. Den Weg gehen wir hinunter mit Blick durch das Tal des „Vieljahrebach“ zur Stahlkonstruktion der „Prester Brücke“. Unten an einem Parkplatz wenden wir uns links der Göhlbrücke zu. Die Göhl wird überquert und auf dem breiten Waldweg geht es ca 300m bis zu einem rechts bergan führenden Pfad. Am Aussichtspunkt „Beschissenberg“ endet der Wald und bietet eine Aussicht nach Hauset und den umgebenden Fluren. Durch Wiesen wandern wir zur „Kupfermühle“ und erreichen dort wieder die Göhl. Die Kupfermühle war wahrscheinlich seit dem 16.Jh.Bestandteil der Kupfer-und Messingindustrie der Region. Um 1770 wurde sie jedoch nicht mehr als solche genutzt. Sie arbeitete, wie die meisten Mühlen in dieser Gegend, für die Textilindustrie. Nach der Überquerung geht es auf der „Feldchesgasse“ bis zum nächsten Linksabbieger, der uns zum „Hauseter Weiher“ bringt. Dieser wurde einst als Wasservorrat für die Versorgung einer Spinnerei angelegt und hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem wertvollen Biotop entwickelt, wo auch Reiher sich gerne aufhalten.
Damit endet eine wundervolle Wanderung durch eine malerische Wald- und Wiesenlandschaft, in der die Natur mit ihren mannigfachen Variationen die Hauptrolle gespielt hat.
Information: Wanderkarte Eupener Land und Göhltal
Streckenlänge: ca. 12km,
Schwierigkeit: leichtes Auf- und Ab 85m
Einkehrmöglichkeit: Hauset Bäckerei Kockartz, Kirchstraße; Café Nussstöck, Stöck 47
GPX - Track: (Link speichern)
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Wanderlandschaft
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