Die Rureifel

 Geprägt wird der Norden der Eifel von dem Fluss "Rur" und somit als Rureifel bezeichnet. Auf kleinsten Raum bietet diese Urlaubsregion ein vielfältiges Angebot unterschiedlichster Landschaften mit malerischen Ortschaften. Hier liegt unter anderem die zweitgrößte Talsperre Deutschlabds sowie der Nationalpark Eifel mit der Anlage der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang.

Durch die Vielfalt dieser Region wird im Folgenden die Landschaft in mehrere Gebiete und Themen aufgeteilt.

 

 

Touren:  Rurseetour l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kalltal Route l Kalltalrunde l zum Anfang

 

 

 

 Der Rursteig

 Wanderwege durchziehen mittlerweile en masse unsere deutschen Mittelgebirgslandschaften, wovon auch die Eifel betroffen ist. Die meisten Wege haben Namen und werden katalogisiert. Dabei stehen Premiumwanderwege an oberster Stelle. Zu diesen gehört der Eifelsteig, der Rheinsteig und mittlerweile gibt es auch einen Ahrsteig und noch viele andere. Steig bezeichnete ursprünglich einen engen Weg über Anhöhen und Berge. Diese Eigenschaften finden wir besonders im Verlaufe von Flusstälern. Dazu ist ohne weiteres auch das Rurtal zu zählen, prägt es doch die Landschaft der Nordeifel.

 

                     

       Rursteigursprung            Rursteig 1                       Rursteig 2                  Rursteig 3                     Rursteig 4                  Rursteig 5

         Hohes Venn bis          Monschau bis                   Einruhr bis               Heimbach bis                 Abenden bis            Obermaubach bis

             Monschau                  Einruhr                           Heimbach                   Abenden                    Obermaubach               Kreuzau

 


Quellgebiet der Rur

 

Die Rur beginnt im Wallonischen Venn bei Botrange, der mit 692m höchsten Erhebung Belgiens, ihren Lauf nach Osten und Norden. Während auf dem Vennplateau der gemächlich dahinfließende Moorbach das Urgestein unter den lehmigen und tonigen Schichten kaum annagen konnte, grub er sich bei Kalterherberg beginnend, immer tiefer in die Eifelrumpfläche ein. Die schluchtartigen Talengen oberhalb von Monschau und das trogartig erweiterte Terrassental unterhalb der Stadt sind entstanden, als der eingeebnete Rumpf des Rheinischen Schiefergebirges sich wieder zu heben begann, zu einer Zeit, als auch der Rhein sein heutiges Strombett zwischen Bingen und Bonn gegraben hat. Heute hat der Fluss viel von seiner Wildheit eingebüßt. Die obere und mittlere Rur mit ihren Zuflüssen wurde durch Talsperren gebändigt. Bis zu ihrem Eintritt in die Düren-Jülicher Niederung spiegelt sie viele Schönheiten der Eifel auf kleinsten Raum wieder.

 

Diese Eigenschaften haben mich dazu inspiriert den Fluss von Monschau bis Kreuzau zu erwandern und den Weg „Rursteig“ zu benennen, den er wegen seinem Wegeverlauf und Charakteristik vollends verdient. Begleitet von der Rur, erlebt man bei jeder Tour ein anderes Landschaftsbild. Da ist das schluchtartige Rurtal um Monschau mit seiner einzigartigen Heckenlandschaft auf der Höhe, es folgt die Nordeifeler Seenplatte mit einer der größten deutschen Talsperren, anschließend durchstreift man eine sanfte Hügellandschaft mit Wälder, Wiesen und Felder. Das Highlight bringt dann die Wanderung entlang und über die steil aufragenden Buntsandsteinfelsen um Nideggen. Dazu werden unterwegs hübsche fachwerkgeschmückte Orte, die für sich alleine schon einen Besuch wert sind, durchquert. Schließlich verabschiedet sich die Rur von der Eifel und und fließt in die Niederrheinische Tiefebene der Maas entgegen. 

Die Gesamtstrecke von fast 90 Kilometern kann in fünf Tagen zurückgelegt werden. Sie ist wegen der Tourenlängen zwischen 17 und 20 Kilometern und den immer wiederkehrenden Aufstiegen als anspruchsvoll einzustufen und wird besonders sportlichen Wanderern gefallen. Aber auch für Tageswanderer bieten sich die einzelnen Touren an, wobei Abkürzungen möglich sind.

Da der „Rursteig“ eine individuelle Streckenführung meinerseits ist, besteht keine durchgehende Markierung. Meist werden Streckenabschnitte anderer markierter Wanderwege genutzt.

 

 

Zum Ursprung des Rursteigs

Da das Quellgebiet der Rur nahe "Botrange", der höchsten Erhebung Belgiens mit 692m, liegt und von dort Monschau mit einer Tageswanderung zu erreichen ist, wäre es durchaus angebracht den Rursteig auch dort beginnen zu lassen. Das Problem bei dieser Etappe besteht nur darin, zum Startpunkt zu gelangen. Es gibt von Monschau keine öffentlichen Verkehrsmittel, die uns zum Ausgangpunkt der Wanderung nach „Botrange“ bringen können. Es müssen mindestens zwei Pkw´s zur Verfügung stehen oder man muss sich ein Taxi leisten.

Allen Wanderbegeisterten möchte ich diese ersten abwechslungsreichen 20 Rurkilometern bis Monschau mit ihren vielen unterschiedlichen Landschaftsbildern aber nicht vorenthalten und die Lust wecken, sie doch einmal zu erwandern.

Wenn wir dann auf irgendeiner Weise „Botrange“ erreicht haben, wandern wir auf dem gegenüberliegenden Weg zu einer Aussichtplattform, von wo der Blick über das Quellgebiet der Rur schweift. Für alle Wasserläufe des Hohen Venns gilt bezüglich ihres Ursprungs eins: sie haben keine bestimmte, sprudelnde Quelle, wie etwa die Ahr im berühmten Keller eines Hauses in Blankenheim. Die meisten Vennbäche entspringen nicht an einer bestimmten Stelle, sie sickern im Quellgebiet aus dem Boden, rinnen in Form von zunächst vielen kleinen Adern, die sich vereinen, bis schließlich der Punkt erreicht ist, von wo an das Gewässer einen Namen hat.

Die Sicht hier oben auf der Höhe, auch wenn der Wetterbericht einen sonnigen Tag verspricht, ist trotzdem oft vernebelt. Diese Situation haben wir vielfach im Herbst. Und so war es auch an diesem Tour-Tag. Ohne die erwartete Aussicht wandern wir rechts mit dem + (grünes Kreuz) am Vennrand entlang und schauen links in eine im Nebel unendlich verschwindende Landschaft, die sich zum Wechsel der Jahreszeit ihr typisch rostfarbenes Kleid angelegt hat. 

 

       

typisches Vennwetter

 

Es glucks und plätschert ringsum.

 

erste Rurbegegnung

 

 An der Waldecke wandern wir (+) weiter links am Venn vorbei. Nach ergiebigen Regenfällen ist dieser Weg sehr matschig und der Boden schmatzt förmlich unter den Schuhen. Wer sich auf der Suche nach den Quellen der Rur macht, muss sich enttäuschen lassen. In den unzugänglichen Sümpfen des Wallonischen Venns zur Linken sammelt sie ihr Wasser und so hört man es auch ringsum plätschern, wenn es sich zu kleinen Rinnsalen vereinigt. Bis zu 1400mm Niederschlag fallen jährlich im Hohen Venn. In Gemünd ist es weit weniger als die Hälfte. Ursache der hohen Niederschläge sind Steigungsregen. Der Mittelgebirgszug der Eifel und Ardennen ist die erste bedeutende Barriere, die sich den vorherrschenden West- bzw. Südwestwinden entgegenstellt. Hier werden die feuchten Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen, was mit Abkühlung verbunden ist und zu einem Abregnen der Wassermengen führt.

Dann entdecken wir auch schon ein erstes zum Bach angeschwollenes Gewässer, das rechts im Wald abfließt. Unser Weg verläuft weiter leicht fallend am Vennrand entlang. Bevor wir die Talsohle erreichen, wo sich das meiste Wasser zum Rurbach sammelt, finden wir rechts einen Wegabzweig mit dem „Lothringer Kreuz“. Hier gehen wir nun auf dem Waldweg mit dem (gelbes Kreuz) unmerklich weiter abwärts und erreichen ein weiteres Mal einen Rurarm. Am Ende des Waldes liegt links ein Recyclinghof hinter dem wir links abbiegen (4,6km, 285m). Das (+) begleitet uns auch hier auf einem angenehmen Grasweg mit Sicht zu der bewaldeten Kuppe des „Rurbuschs“. 

 

       

Brücke  Bosfagne

 

Die Rur entwickelt sich.

 

Kreuz der Gefangenen

 

 Am Wegesrand schildert nach ca. 200m eine Informationstafel das Kriegsgeschehen vom Herbst 1944, als amerikanische Truppen deutschen Boden betraten. Der Weg endet an einem Teersträßchen, das wir links, vorbei an einem Parkplatz, nun mit dem blauen aufrechten Rechteck (i) folgen. Nach der Querung der ersten steinerne Brücke über die Rur, die „Brücke von Bosfagne“, biegen wir rechts in den unbefestigten Weg mit dem (i) ein. Nach ca. 100m finden wir einen kleinen Rastplatz (5,4km, 565m) mit Informationen zu dem hier Anfang März 1943 errichteten russischen Gefangenenlager. Gegenüber führt ein Pfad ca. 40m zu einem Kreuz, das zum Gedenken an die russischen Gefangenen im letzten Weltkrieg 1963 errichtet wurde. Das Kreuz wurde 1992 durch ein neues ersetzt, das dem Stil der russisch-orthodoxen Kirche entspricht.

Vom Rastplatz folgen wir nach 40m an der Wegegabelung dem rechten Pfad (i) zunächst noch ein Stück am Rand des „Troupa-Venns“ entlang, bevor es dann auf einem Waldweg rechts und links mit jungen Fichten weiter geht. Nach dem Wald queren wir teilweise über kurze Holzstege das „Nesselo Venn“ mit dem Scheidbach und wandern anschließend auf einem Waldpfad mit Blickkontakt zum Venn weiter. An einem Asphaltweg (7,0km, 560m) folgen wir dann dem (i) links. Der Weg steigt nun moderat an und wir verlassen damit auch zunächst das Tal der Rur, die wir wegen mangelnder Wanderwege nicht weiter begleiten können. Es war nur der Vennbahn vorbehalten, entlang des Flusses von Kalterherberg hinauf nach Sourbrodt zu dampfen. Heute sind es die Radfahrer, die in den Genuss kommen auf der ehemaligen Bahntrasse steigungsarm talaufwärts zu radeln.

 

       

Nesselo-Venn

 

Querung Scheidbach

 

Blick Berger-Venn zum Schwarzbachsee

 

 Nach einem Kilometer bergauf, mittlerweile ohne Asphalt, haben wir die 620m Anhöhe des Rurbuschs erreicht. Es bietet sich hier ein lohnender Rückblick über die Talmulde der Rur Richtung Sourbrodt an. Bevor links der Wald beginnt, grüßt in der Ferne noch einmal der Turm von Botrange. Es geht nun mit einem aufgelockerten Fichtenwald zur Linken und einem schönen Mischwald rechts, der besonders im Herbst seine Schönheit zeigt, ins Tal des Schwarzbaches. Wir stoßen erneut auf einen Asphaltweg (8,9km, 600m) und halten uns weiter rechts an das bekannte Wegzeichen (i). Wald wechselt sich jetzt mit Freiflächen ab. Nach 600m folgen wir links dem unbefestigten Weg. So gelangen wir hinunter zum Schwarzbach, der sein Wasser nach einigen Kilometern an der deutsch-belgischen Grenze in die Rur gießt. Auf der anderen Bachseite führt der Weg auch uns talwärts.

Nach ca einem Kilometer blinzelt rechts über die freie Fläche des „Bergervenns“ ein kleiner Stausee herüber. 

Über die freie Fläche des „Bergervenns“ blinerüber. Hier hat man den Schwarzbach vor Jahren, als Löschwasserreservoir, aufgestaut. Der kleine Stausee dient häufig hier rastenden Zugvögeln wie Wildgänsen und Kranichen als Raststation.

 

   

   

Schwarzbachstausee

 

Wanderweg

 

Schwarzbachtal Richtung Eifeldom

 

 Das Wegzeichen (i) verlässt uns hier Richtung Schwarzsee. Unsere Wanderung geht weiter geradeaus zum „Pannensterz“ Sträßchen, das wir queren und auf dem Grasweg jetzt ohne Markierung mit Blick auf den „Eifeldom“ von Kalterherberg bis zu einem Schotterweg wandern. Rechts geht es 50m zu zwei Holzstegen (12,9km, 515m), mit denen wir den "Kluserbach" überqueren und damit die deutsch-belgische Grenze überschreiten. Anschließend verlassen wir das Tal und steigen links mit dem Waldweg (+) den „Geisberg“ hinauf bis die Wiesen beginnen und wir auf dem Wiesenweg weiter bergan streben. Rechts schweift der Blick über das Rurtal hinüber nach Kalterherberg.

Oben stoßen wir auf die Dorfstraße des Weilers „Ruitzhof“. Hier in der Nähe des „Geisberges“ stand früher ein Hof des Klosters Reichenstein, zu dem wir noch kommen werden.

Der Hof ist wohl um 1500 errichtet worden und blieb beim Kloster bis zu dessen Auflösung 1802. Mit der Auflösung des Klosters war auch das Schicksal dieses Hofes besiegelt. Er konnte sich unter den für die Landwirtschaft ungünstigen Verhältnissen am Venn als selbstständiger Betrieb nicht halten. Mit dem Bau der neuen Straße von Aachen nach Trier in der napoleonischen und nachfolgenden preußischen Zeit verlor die alte Kupferstraße, die hier vorbei führte, ihre Bedeutung. Ruitzhof, abgeschnitten von der Welt, versank in einen Dornröschenschlaf, aus dem es auch die 1885 eröffnete Vennbahn nicht mehr erwecken konnte.

Heute wird Ruitzhof auf allen Seiten, da die Vennbahntrasse belgisches Hoheitsgebiet ist, von der belgischen Staatsgrenze umsäumt. Grenzland ist Ruitzhof stets gewesen. Die Bachläufe im Süden und Südwesten, Schwarzbach und Kluserbach (Klosterbach), bildeten im Mittelalter die Grenze zwischen den Herzogtümern Jülich und Luxemburg.

Vorbei geht es an wunderschönen Fachwerkhäusern, die meist hinter hohen Buchenhecken versteckt liegen. Hier oben am Rande des Venns hatte sich mit dem tief herabgezogenen Strohdach jahrhundertelang eine eigenständige Hausform gebildet. Auf der Wetterseite war das Vennhaus zudem durch eine mächtige Buchenhecke geschützt, die das Dach überragte.

 

       

Vennhaus mit Buchenhecke

 

Blick übers Rurtal mit Reichenstein

 

Kreuz im Venn

 Am Ende dieser kleinen, idyllischen Siedlung zeigt ein Holzwegweiser zwar unser nächstes Ziel, das „Kreuz im Venn“, an (13,6km, 555m), wir folgen aber rechts entlang der Wiesen dem aussichtsreichern Wegzeichen „43“ (Kulturweg). Schon nach wenigen Metern kündigt ein Schild rechts einen „Eifelblick“ an. Diesen Abstecher (200m) sparen wir uns aber, da auch von hier eine phantastische Aussicht auf Kalterherberg zu erleben ist und ein Stück weiter entlang der Wiese geht der Blick Richtung Mützenich und zum Steling, der höchsten Erhebung im Monschauer Land. Unten im Tal heben sich die weißen Gebäude des Klosters Reichenstein von den dunkel bewaldeten Talhängen ab. Am Ende der Wiesen biegt der Pfad links ab auf dem wir nach ca 100m die alte „Kupferstraße“ erreichen, auf der drei Jahrhunderte lang Aachener und Stolberger Messingerzeugnisse nach Frankreich transportiert wurden.

Wir folgen dieser rechts auf einem heute vorhandenen Wiesen- und Waldweg. An einer großen Wegekreuzung folgen wir nun dem Hinweisschild „Kreuz im Venn 300m“. Unerwartet erhebt sich dann eine monumentale Felsbildung vor uns in die Höhe. Isoliert steht die „Richelsley“ auf einer ansonsten fast ebenen Bergkuppe und ist rundum von Nadelwald umgeben. Die graue Felsmasse erstreckt sich als eine nur wenige Meter breite und bis zu 12m hohe Mauer über eine Länge von etwa 100m. Sie ist allseits von riesigen abgestürzten Felsblöcken umgeben, was auf eine ehemals sehr viel größere Felsmasse schließen lässt. Der Felsen wird gekrönt von dem „Kreuz im Venn“. Gut sechs Meter hoch ist das Kreuz, das zu einem Wahrzeichen für das Land zwischen Kalterherberg und Mützenich und zu einem beliebten Wanderziel geworden ist. 

Pfarrer Arnoldy aus Kalterherberg ließ 1890 das Kreuz errichten, als Erinnerung an den „Vennapostel“ Stephan Horrichem, der während des 30jährigen Krieges unermüdlich unterwegs war, um den bedrängten Menschen in ihrer Not beizustehen. 31 Stufen führen hinauf zum Gipfelkreuz, von der man aber keine spektakuläre Aussicht findet. Der Blick schweift weit über eine endlos erscheinende Hochebene. 

Das Kreuz auf der Richelsley ist jenes "Kreuz im Venn", das Clara Viebig zum Titel ihres 1908 erschienen Buches wählte. Sie schildert in diesem Roman die herbe Landschaft der Nordeifel und das Schicksal der Menschen im damaligen "Armenhaus" Deutschlands; sie schildert die Gegensätze zwischen der aufgeklärten städtischen Oberschicht und der armen, aber tiefgläubigen Landbevölkerung am Hohen Venn sowie von Strafgefangenen in einer Baracke im Moor, deren Leben und Sterben überhöht wird vom Symbol des Kreuzes. Am Ende der Erzählung heißt es:"...hinter ihnen ragt das Kreuz auf der Ley, das einzig Ragende auf der weiten Fläche. Das alles Überragende." Mit diesem Roman "Das Kreuz im Venn" schuf Clara Viebig ein unvergängliches Kulturdenkmal für die Eifel.

 

       

Mariengrotte an der Richelsley

 

Reichensteiner Weiher

 

Kapelle Reichenstein

 

 Nach dem Abstieg umgehen wir den Felsen und treffen auf der anderen Seite auf die Grotte mit einer Marienstatue. Die Kalterherberger hatten 1894 die Muttergottesgrotte aus Anlass zum silbernen Priesterjubiläum von Pfarrer Arnoldy errichtet.

Die Tatsache, dass wir auf dem Weg zum Kreuz im Venn formal die Grenze überschreiten, brauchte auch früher, als es noch Grenzkontrollen gab, niemanden zu beunruhigen. Gab es doch ein stillschweigendes Übereinkommen, dass die Kalterherberger und ihr Gäste unbehelligt zu ihrem Kreuz im Venn ziehen durften, ohne dass hierfür eigens ein Zollamt errichtet wurde. Billige belgische Zigaretten und Schokolade gab es nur im benachbarten belgischen Bahnhofrestaurant, aber da stand manchmal ein deutscher Zöllner vor der Tür.

 Vom Rastplatz an der Grotte gehen wir weiter mit der „43“ bergab. Am Ende des Weges treffen wir auf einen Querweg und biegen dort links ab. Nach 200m passieren wir eine Schranke. Nur wenig weiter überqueren wir die ehemalige Vennbahn und jetzige „RAVeL-Route“ und erreichen die Straße von Kalterherberg nach Mützenich, der wir nach links folgen. Vor uns liegt „Kloster Reichenstein“, das im Sprachgebrauch auch als "Gut Reichenstein" bezeichnet wird, mit dem Weiher, den wir im Uhrzeigersinn umgehen. Links überspannt das aus Bruchsteinen errichtete Viadukt der ehemaligen Vennbahn mit ihren vier Bögen die Straße.

Vorbei sind die Zeiten als hier noch lebhafter Verkehr herrschte, sowohl zur deutschen Zeit bis 1920, als auch in den 20er und 30er Jahren unter belgischer Hoheit. Trotz der erheblichen Bergauf- und Bergabfahrt verkehrten bis Anfang der 20er Jahre täglich fast 80 Güterzüge und bis zu 30 Personenzüge auf der Strecke Aachen – St. Vith. Wirtschaftlich spielte die Vennbahn eine wichtige Rolle. So brachten Züge das luxemburgische Erz zur Verhüttung nach Aachen Rothe Erde und transportierten auf dem Rückweg Kohle aus dem Wurmrevier nach Luxemburg. Als Rothe Erde 1925 seine Tore schloss begann auch der langsame Abstieg der Vennbahn. Sie wurde dann im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und konnte sich nach dem Krieg nicht mehr richtig erholen. In den 90er Jahren wurde sie für touristische Fahrten wiederbelebt, die aber dann aus Kostengründen wieder eingestellt wurden. Seit 2013 rollen Fahrräder auf der 125 km langen Trasse.

80 Meter von der Straße zweigt unser Wanderweg (43) links ab hinunter an den Ermesbach. Besucher des Klosters gehen geradeaus. 

 

Wohl schon im 10. Jahrhundert stand hier auf einer Felsnase, von Rur und Ermesbach umflossen eine Burg, nach ihrem Gründer Richwinstein genannt. Um 1130 gab Herzog Walram von Limburg Richwinstein auf, als er die neue Burg Monschau in Besitz nahm. Er überließ den Platz dem Kloster Steinfeld, das um diese Zeit die Regeln der Prämonstratenser angenommen hatte. Die Mönche aus Steinfeld errichteten zunächst ein Doppelkloster für Mönche und Nonnen, wie es in der Frühzeit des Prämonstratenser Ordens üblich war. Die geistliche Aufsicht über Kloster Reichenstein übte der Abt von Steinfeld aus. Im Mittelalter führte die wichtige Straße Trier – Aachen in unmittelbarer Nähe auf den Höhen des Hohen Venns vorbei. Mancher müde Wanderer und mancher erschöpfte Pilger auf dem Weg zu den Heiligtümern von Aachen oder zum Grab des hl. Matthias in Trier werden in Reichenstein gastliche Herberge gefunden haben.

 

       

Viadukt Reichenstein

 

Steg über den Ermesbach

 

Gebirgsbach Rur

 

 Der vielfache Verfall des klösterlichen Lebens im 15. Jahrhundert. ergriff auch Reichenstein. Deshalb wurde das Nonnenkloster 1484 aufgelöst. Drei Jahre später hielten Mönche des Klosters Steinfeld ihren Einzug und blieb bis 1802 in Steinfelder Zuständigkeit. 

Nach teilweiser Zerstörung durch kaiserliche Truppen im geldernschen Erbfolgekrieg 1543 werden bis zum Ende des 17. Jahrhunderts Teile der Klosteranlage wieder aufgebaut. Ankerzahlen am Prioratsgebäude und an der Kirche nennen die Jahre 1687 und 1693.

1802 ereilt Reichenstein das gleiche Schicksal wie die anderen kirchlichen Besitztümer. Durch die französische Regierung aufgehoben, sind die Chorherren mit Einziehung der Kirchengüter zum Verlassen der Anlage gezwungen. Die Liegenschaften des Klosters wurden von der französischen Regierung verkauft. Der Monschauer Tuchfabrikant Bernhard Boecking erwarb das Kloster mit allen Ländereien. In den Klostergebäuden errichtete er eine Tuchfabrik und eine große Schäferei ein.

Nachdem das Gut 1836 an Jakob Ahren übergegangen war, wurden die Gebäude zu landwirtschaftlichen Zwecken und zum Betrieb einer Branntweinbrennerei benutzt (Reichensteiner Elz); die ehemalige Klosterkirche diente als Scheune. 1971 erwarb die Familie Handschumacher aus Düsseldorf Gut Reichenstein.

Die Letztgenannten führten Reichenstein größtenteils einer privaten Wohnnutzung zu, die alte und zuletzt als Scheune genutzte Klosterkirche wurde dank ihrer Initiative wieder zu einem Gotteshaus. Mit dem Jahr 2008 ist nun wieder eine Klostergemeinschaft Eigentümer von Reichenstein und plant die Reaktivierung als Kloster.

 

Unten erreichen wir den Ermesbach, den wir über eine kleine Holzbrücke überqueren. In Sichtweite fließt dieser Bach in die Rur, der wir vorbei an einer Brücke auf dem Jahrhundertweg (100) abwärts folgen. Der Weg wird zu einer abenteuerlichen Herausforderung, wenn man versucht den schlammigen Pfad mit mehr oder weniger schmutzigen Schuhen zu überwinden. Mountainbiker haben den ohnehin nassen Pfad endgültig in ein morastiges Hindernis umgewandelt.

 

       

Wanderpfad

 

wilde Rur

 

herbstlicher Wald

 

Rauschend strömt zur Rechten das Wasser der Rur über die vielen Steine und Felsen im Bachbett, links finden wir mit einem steilen Berghang einen richtigen Schluchtwald vor, wo die Bäume zwischen vielen Felsen, teils mit Moos bewachsen, Halt suchen. So führt dieser Abschnitt auch berechtigt den Namen „Gebirgsbach Rur“ und ist wohl die landschaftlich schönste Teilstrecke im oberen Rurverlauf. Wo meistens nur kleine Rinnsale der Rur zufließen, braust von links das Wasser nach vielen Regenfällen der letzten Wochen über die Felsen hinab. Ein Holzsteg führt uns sicher hinüber. Wir erreichen eine Schutzhütte, auch Fischerhütte genannt, an deren Stelle früher einmal ein kleines Ausflugslokal stand.

Hier hatte der Aachener Mathias Kaasch 1911 aus seiner Jagd- und Fischerhütte ein Ausflugslokal gemacht, das zu einem beliebten Ziel der Monschauer und für die Jungend wurde, da sonntags hier auch getanzt wurde. Das Vergnügen endete als der Eigentümer 1920 das Lokal verkaufte. Zwei Jahre später wurde es abgerissen. Nichts ist mehr geblieben bis auf die Brücke über die Rur.

 

400m weiter verlassen wir das Rurtal und steigen links mit der „100“ den Hang teils mitTreppenstufen steil bergan. Es ist der steilste Anstieg der Wanderung und der Pfad wird dem Charakter des Rursteigs wieder gerecht. Oben thront hoch über dem schluchtartigen Kerbtal der Rur ein Kreuz auf der Ehrensteinley (19,6km, 500m). Errichtet wurde das Kreuz im Mai 2012 mit einer privaten Spende. Eine grandiose Aussicht ins Rurtal erlebt der Wanderer von dem natürlichen Felsplateau mit Schutzhütte und Bank. 

 

       

Schlüsselbach

 

Gipfelkreuz Ehrensteinley

 

Felsenkeller-Brauerei

 

 Weiter geht es nun bergab mit der „100“ bis zur Bundesstraße, die mit Vorsicht überquert wird, da der Wegweiser „Zur Stadt“ uns auf der anderen Straßenseite nach Monschau zur alten Monschauer "Felsenkeller-Brauerei" führt. 18 Jahre nachdem in Monschau das letzte Bier in der altehrwürdigen, 1847 gegründeten Felsenkeller-Brauerei hergestellt wurde, feierte im Sommer 2012 die Braukunst im Felsenkeller-Stammhaus einen Neustart.

Mit einer verdienten Rast beenden wir hier eine abwechslungsreiche Wanderung auf der wir die Rur von ihrem Ursprung bis zu einem beachtlich herangewachsenen Fluss begleitet haben.

  

Monschau, Marktplatz

 

Information: Belgische Wanderkarte „Hohes Venn“ und Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land“ des Eifelvereins, Markierung auf belgischer Seite  blaues und gelbes Kreuz sowie blaues aufrechtes Rechteck, auf deutscher Seite Kulturweg „43“ und Jahrhundertweg „100“;

  

Strecke: 20,2 km Streckenwanderung, meist unbefestigte Wege und Pfade,

 

Schwierigkeit: schon wegen der Länge eine anspruchsvolle Tour, obwohl wenig Steigungen, kurzer Anstieg nach Ruitzhof und steiler Anstieg zur Ehrensteinley, Aufstiege: 180m, Abstiege 450m, keine Abkürzungsmöglichkeit.

 

Einkehrmöglichkeit: unterwegs keine, in Botrange und Monschau

 

GPX-Track: Rursteig Ursprung.gpx  (Link speichern unter)

 

 

 

  

 

 

Touren:  Rursteigursprung l Rursteig 1 l Rursteig 2 l Rursteig 3 l Rursteig 4 l Rursteig 5 l Rurseetour  l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kalltal Route l Kalltalrunde l  zum Anfang

 


Rursteig 1

 

 

Diese Rursteig-Etappe ist das Gegenstück zur parallel verlaufenden Eifelsteig-Etappe, die von Monschau nach Einruhr aber meist rechts der Rur verläuft. Auf dem Rursteig wandern wir bei diesem Abschnitt nur auf der linken Talseite.

 

Monschau

 

Monschau, die ehemalige Tuchmacherstadt von Weltgeltung, verfügt seit Beginn des 17.Jh. weitestgehend über ein konserviertes Stadtbild. Die Stadt ist eine Schatztruhe, die gefüllt ist mit historischen Bauwerken, urigen Straßen und Gassen und beeindruckenden Aussichtspunkten.

 www.youtube.com/watch?v=uKHcnZ5hb5M

 

Vom Parkhaus „Schmiede“, wo bei einer Rückfahrt mit dem Bus, dort auch Endstation ist, gehen wir die „Laufenstraße“ hinunter. Im Zentrum zieht besonders ein rotes Gebäude die Aufmerksamkeit auf sich und wird deshalb auch „Rotes Haus“ genannt. Das wohl beliebteste Fotomotiv dieses historischen Städtchens finden wir einige Meter weiter links von der Rurbrücke. Die blumengeschmückte Fußgängerbrücke mit der evangelischen Kirche und dem anschließenden „Roten Haus“ sowie die ehemaligen Tuchfabriken rechts und links der Rur. zeigen ein malerisches Rur-Ensemble. Darüber liegt auf der Höhe die „Haller-Ruine“, die unser nächstes Ziel ist.

 

       

Rotes Haus und Haller-Ruine

 

Stehlings

 

Monschau mit Burg

 

 Dazu gehen wir wieder zurück zum „Roten Haus“ und wandern an diesem vorbei auf der Straße oder besser der Gasse „Stehlings“ weiter. Aber schon nach wenigen Metern bei Hausnr.10 verlassen wir diese an ein Freilichtmuseum erinnernde Stadt und steigen links die Treppen hinauf in die Monschauer „Bergwelt“. Der Treppenaufgang endet dann unterhalb der „Haller-Ruine“ am Aussichtspunkt „de halve mond“. Malerische Ausblicke auf eine blaugraue Dachlandschaft, aus der die Türme der Kirchen herausragen, bieten sich hier und von der etwas höher liegenden Haller-Ruine.

Der Haller ist vermutlich die erste Monschauer Burganlage und stammt aus dem 12. Jh. Auf dem „Panoramaweg“, der seinen Namen wirklich verdient, wandern wir quer durch den „Rahmenberg“ weiter. Der nach Süden exponierte Rahmenberg erhielt seinen Namen von den Tuchrahmen, die hier auf schmalen und langen Terrassen standen. Die Terrassen wurden und werden durch Trockenmauern aus Grauwacken-Bruchsteinen gesichert. An manchen Stellen sind fünf Mauern hintereinander aufgeschichtet. Die nassen Tuche wurden zum Trocknen auf hölzerne Rahmen gespannt. Die Anlagen wurden vermutlich schon in der ersten Hälfte des 18. Jh. angelegt.

Der mit „25“ bezeichnete Wanderpfad führt hoch über der Stadt auf einer Bruchsteinmauer entlang und fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Bänke laden zwischendurch schnell zu einer Genießerpause ein. Wo sich der Pfad gabelt halten wir uns ohne Markierung halblinks und folgen an der nächsten Wegekreuzung mit Bank dem Wegweiser „Menzerath“. Der Weg führt uns nun bergab zur „Eschbachstraße“, an der wir links 200m entlang eines rauschenden Bachs hoch gehen. 

 

       

Wanderpfad nach Menzerath

 

Eifel-Blick "Grünenthal"

 

Belgenbacher Mühle

 

 Dann zeigt der Wegweiser uns rechts über den Bach Richtung „Menzerath“. Der Pfad führt zunächst durch Wald bergauf und dann entlang einer Wiese bis zu einem Forstweg, den wir rechts mit einem anschließenden Linksbogen weitergehen bis der Weg mit einem Rechtsbogen bergab führt. Wer nun den folgenden abenteuerlichen und verwilderten Pfad meiden möchte bleibt auf dem Forstweg bis man auf den Weg „42“.stößt und diesem Höhenweg folgt. Die Abenteurer folgen links dem Wiesenweg ohne Markierung, der sich im weiteren Verlauf als ein verwilderter Pfad entpuppt. Abenteuerlich bahnen wir uns den Weg, wo die urwüchsige Natur uns durch Windbruch zum Improvisieren zwingt. Schließlich gelangen wir auf einen der örtlichen Wanderwege, der mit „42“ und „32„ gekennzeichnet ist. Diesen folgen wir links ein kurzes Stück bergan und wandern hinter einer Wiese rechts den Pfad weiter. Vorbei an dem Wiesenzaun, wo wir es auch hier mit einem sehr verwachsenen Pfad zu tun haben, der aber im weiteren Verlauf in einem Fichten- und Laubmischwald angenehmer wird. 

 Am Ende stoßen wir auf den von rechts ansteigenden Weg „42“. Talaufwärts kommen auch diejenigen, die den unspektakulären Weg gewählt haben. Zusammen wandern wir links bergan vorbei an dem Gedenkkreuz für Hubert Lennartz, der hier 1933 bei Baumfällarbeiten tödlich verunglückte. Wir kommen an eine kleine Bachüberquerung, die von den alten Einheimischen „Lejsbeschsloch“ genannt wird. Vor der K21 finden wir ein weiteres Wegekreuz, das an drei Frauen und einen Mann erinnert, die während der heftigen Kämpfe des 2. Weltkrieges hier durch explodierende Granaten getötet wurden. Auf der anderen Straßenseite setzen wir unsere Wanderung mit den Wegzeichen „42“ u. „62“ zum „Eifel-Blick“ fort. Entlang des Waldrandes geht es anschließend über einen Bergrücken bergab zu einem freien Platz, wo geradeaus an erhöhter Stelle eine Schutzhütte steht. Rechts davon erklimmen wir den Eifel-Blick „Grünenthal“, der bei den Einheimischen „de Knoepp“ genannt wird, hoch über dem Rurtal (5,9km, 510m). Es lohnt sich eine kurze Rast einzulegen und das Panorama zu genießen. Die großartige Aussicht reicht von rechts mit dem Ort Rohren über Widdau bis auf das ausgedehnte Waldgebiet des Nationalparks Eifel am Horizont.

Mit dem Eifel-Blick im Rücken wandern wir rechts auf dem Forstweg mit Wegzeichen „62“ und begleitet von Bachrauschen stetig bergab bis die Gebäude der Belgenbacher Mühle auftauchen. Auf dem Weg sind im Schieferfels noch historische Karrenspuren auszumachen. Zahllose Fuhrwerke mit eisenbeschlagenen Rädern haben hier seit dem Mittelalter auf dem Weg zur Mühle ihre Spuren hinterlassen. Die Mühle wurde zwischen 1550 und 1560 als Beimühle zur bereits 1306 erwähnten, ca 1km weiter talaufwärts gelegenen ersten Mühle im Belgenbachtal errichtet, von der nichts mehr zu sehen ist. Bis 1920 konnten die Bauern aus der Umgebung hier ihr Korn mahlen lassen. Danach dienten die Gebäude der Katholischen Kirche als Jugendheim. 1934 wurde die kleine Erlöserkapelle am Bach errichtet. Heute ist das zu einem Wohnhaus umgebaute Mühlengebäude im Privatbesitz (7,4km, 450m).

Über den Forstweg nach Eicherscheid führt uns der Wanderweg steil bergauf. Am ersten Haus wenden wir uns direkt rechts dem Asphaltweg mit der Bezeichnung A1 zu. Hier oben von der 535m hohen freien Eifelhöhe geht ein weiter Blick über das Rurtal nach Süden bis zu den Höhen von Wahlerscheid und weiter nach links zu der Dreiborner Höhe. Leicht bergab tauchen wir nun in eine einzigartige Kulturlandschaft ein. Die für das Monschauer Land typische und weit über die Region hinaus bekannte Heckenlandschaft lässt sich nirgendwo so intensiv erleben wie in den weitläufigen Fluren um Eicherscheid. Die Wiesen und Felder sind mit einem Netz von Flurhecken durchsetzt. Die langen, geschlossenen Heckenzeilen wurden einst als Grenzmarkierung der Parzellen, als „lebende Weidezäune“ und als Schutz gegen die starken Winde angelegt. Die Flurhecken bestehen größtenteils aus Rotbuchen. Häufig werden sie von so genannten „Durchwachsern“ überragt. Sie dienten früher zur Versorgung der Haushalte mit Brennholz zum Kochen und Heizen.

 

       

Drosselbachtal

 

Heckenlandschaft

 

weite Aussicht über das Rurtal

 

 Einen Rastplatz mit einem daneben stehenden Kreuz gibt uns Gelegenheit eine Pause einzulegen (8,7km, 520m). Viele Kreuze um Eicherscheid hat ein emsiger Bürger in der letzten Zeit erneuert und restauriert sowie Flurnamensschilder, die wir immer wieder unterwegs entdecken; Wegweiser und Sitzgruppen werden ständig ausgebessert. Durch diese bezaubernde Heckenlandschaft, die auch erneut schöne Weitblicke über das Rurtal eröffnet erreichen wir eine Wegekreuzung mit einem weiteren Kreuz und Tisch und Bänke am Wegesrand. Es ist die „Heckenlandroute“ auf die wir hier treffen (10,1km, 541m). Die Wegeplaner haben wohl den Namen für diesen Ort am grünen Tisch vergeben, denn sie bezeichnen ihn „Fingert“, ein Straßenname, der von Eicherscheid hierher führt. Schöner wäre es wohl gewesen, man hätte den Flurnamen „Weimert“, der auf der mit viel Liebe angefertigten Holztafel zu lesen ist, übernommen. Lassen wir nun aber die pingelige Kritik und lassen beide Bezeichnungen gelten. Das Logo der „Heckenlandroute“ wird uns auf jeden Fall den Weg Richtung Dedenborn bis an die Rur weisen. Die Route führt uns ein Stück durch den Ort und anschließend wiederum mit herrlichem Fernblick zur Dreiborner Höhe. An einer Wegegabelung endet schließlich der ungeliebte Asphalt, wir verlassen die Höhe und wandern bergab in die Waldflur „Hasserott“, (12,3km, 487m) mit einem weiteren Wegekreuz. In weiten Serpentinen schlängelt sich der Weg hinunter zum Brommersbach, dessen Rauschen hinauf schallt. Die Flora rechts und links des Weges versetzt die Botaniker in helle Freude. Dabei fällt die Waldengelwurz  besonders auf, weil bei ihr verschiedene Wachstumsstadien zu beobachten sind.

 

       

 

 

Aufblühphasen der Waldengelwurz

 

 

 Nach Überquerung des Baches ist auch schon bald sein Ende gekommen, denn nach 250m ergießt er sich in die Rur. Vor der Rurbrücke wenden wir uns nach links und begleiten die Rur entlang der Talwiesen bis zur nächsten Flussquerung, wo uns die „Heckenlandroute“ rechts über den Fußsteg verlässt (15,1km, 314m). (s. Wanderung „Dedenborner Schweiz“)

 

Die Rur drängt sich an unseren Berghang heran und damit steigen wir mit dem Weg (30) bergan bis er links in das Tiefenbachtal einbiegt. Wir bleiben aber im Tal der Rur und folgen hinter der Linkskurve dem Pfad rechts über den Bach (15,5km, 335m). Jetzt ist wieder Kondition gefragt, denn wir folgen dem Hinweis „Weihrauchsberg“, der uns mächtig ins Schwitzen bringt. Nach 200m bergauf zeigt der Wanderweg 30 links hinauf, wo die Steigung noch extremer wird. Vorbei an einem Hochstand mit einer baumlosen Fläche erreichen wir endlich einen Querweg, wo der Anstieg endet (16,4km, 440m). 

 

Dedenborn mit dem windungsreichen Tal der Rur

 

Jetzt geht es rechts auf einem schönen sonnigen Höhenweg bequem weiter mit gelegentlichen Sichten ins Rurtal und nach Dedenborn. An einer Schutzhütte mit schöner Aussicht wandern wir ohne Halt vorbei, da uns bald nach einem kurzen Aufstieg eine traumhafte Aussicht erwarten wird, die eine Rast lohnt. Zunächst geht es auf dem sonnigen Weg noch vorbei an einem kleinen Weinberg bis zu einem Forstweg mit den Wegzeichen „Kall-Rur-Panorama-Route“ und „Schlemmerroute“. Mit diesen Logos wandern wir links weiter, aber schon nach 50m zeigt ein Holzschild rechts zur „Schönen Aussicht", die nach einem erneuten, aber für heute letzten Anstieg, mit einigen Kehren uns zu einem wahrhaft einmaligen Ort bringt. Wir besteigen einen richtigen Gipfel, für die Eifel eine Besonderheit (18,5km, 440m). Fest verankert steht ein Kreuz auf der Felsspitze und weckt einwenig Gipfelglück in uns. Die Aussicht ist das, was sie verspricht, schön. Wie gemalt liegen die kleinen Eifelorte Dedenborn und Einruhr drunten im Tal der Rur überragt von der Dreiborner Höhe. 

 

   

   

 

Admiral

 

Gipfel "Schöne Aussicht"

 

Einruhr von "Schöne Aussicht"

 

 Es wird schwer sich von diesem herrlichen Panoramablick loszureißen, aber unser Ziel Einruhr liegt unten im Tal schon in Sichtweite. So geht es direkt unterhalb des Gipfels rechts auf dem Steig steil mit einigen Kehren hinunter zur B266, das Logo des „Kall-Rur-Panoramaweg“ begleitet uns. Hinter der Leitplanke gelangen wir sicher zu einem Rastplatz, wo wir rechts durch den Wald den Hüttenberg nach Pleushütte hinabsteigen. Nach Überquerung der Seebrücke haben wir nach 20 Kilometern unser Tagesziel erreicht.

 

Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land“ des Eifelvereins, Markierung tlw. örtl. Wanderweg „25“, „Heckenlandroute“, „Kall-Rur Panorama Route“ und tlw. ohne Markierung, zurück von Einruhr mit Bus Linie SB63 bis Simmerath von dort mit Linie 82 nach Monschau  http://www.fahrplanauskunft.de/bin/query.exe/d

 

Strecke: 20,0 km Streckenwanderung, unbefestigte Wege und tlw. verwilderte Pfade, die mit dem örtl. Wanderweg 42 umgangen werden können http://heimatverein-imgenbroich.de/index.php?option=com_content&task=view&id=109&Itemid=53  ; um Eicherscheid asphaltierte Wirtschaftswege.

 

Schwierigkeit: schon wegen der Länge eine anspruchsvolle Tour, keine Abkürzungsmöglichkeit. Aufstiege: 450m, Abstiege: 580m

 

Einkehrmöglichkeit: in Monschau und Einruhr

 

GPX-Track:  Rursteig 1,gpx, Weg 42.gpx (Links speichern unter)

 


Rursteig 4 auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

Touren:  Rursteigursprung l Rursteig 1 l Rursteig 2 l Rursteig 3 l Rursteig 4 l Rursteig 5 l Rurseetour   l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kalltal Route l Kalltalrunde l  zum Anfang

Rursteig 2

Entlang der Stauseen nach Heimbach

 

Rund um das Hohe Venn werden ca. 360 Millionen Kubikmeter Wasser von einem guten Dutzend Talsperren festgehalten. Der größte Teil staut sich in deutschen Talsperren: über die Hälfte des gesamten Stauraumes in einer einzigen, in der einst größten Talsperre Deutschlands (vor der Wiedervereinigung). Dass eine solche Menge von Talsperren das Bild einer Landschaft völlig verändert, braucht man nicht besonders zu betonen. So wird die Rur mit einer fast 8qkm großen Fläche auf einer Länge von 16km aufgestaut. Damit kann man diesen Stausee getrost als Eifelmeer bezeichnen. Entlang diesem wassergefüllten Tal wird die 2. Rursteig-Etappe verlaufen.

 

Rursee

 

Wir starten unsere heutige Etappe am Großparkplatz in Einruhr (284m) und gehen zunächst über die Seebrücke, von wo man einen schönen Blick auf das Wasser und das Seeufer von Einruhr genießt. Hinter der Brücke wandern wir rechts auf dem Pfad mit dem Logo der „Wasserlandroute“ Richtung Rurberg. Es ist ein schöner bequemer Weg entlang des Obersees mit Blick auf und über den See. Von Urlaubern wird er sehr gerne als Spazierweg nach Rurberg genutzt, um anschließend von dort wieder mit dem Schiff zurückzufahren.

 

Unterwegs steigt der Weg nur einmal kurz zur „Roesberg Hütte“ an (312m). Sonnige Abschnitte wechseln sich angenehm mit schattigen ab. Links ragen dann einige Felsen empor und der Weg wird zu einem Bergpfad, der mit zwei kleinen Serpentinen ansteigt. Das Logo der Wasserlandroute schickt uns dann links vom Hauptweg (3,8km, 320m) auf einem Waldpfad den Hang hinauf. Diejenigen, die sich diese Mühe ersparen wollen, bleiben auf dem Hauptweg. Nach der „Wiedervereinigung“ geht es rechts den Fußweg hinunter zu einem Parkplatz mit den beiden Staudämmen „Eiserbachdamm“ und „Staudamm Paulushof“ (4,4km, 283m). Hier wenden wir uns rechts dem Staudamm zu, der Rur und Urft zum Obersee aufstaut. Bei hohem Wasserstand stürzt das Wasser am Überlauf schäumend hinunter in den Rursee. Hier musste der seit dem 13.Jh. bestehende Paulushof dem Staudamm weichen, der nach dem Hof benannt wurde. Das Pumpwerk kann jährlich 15Mill Wasser aus dem Obersee über einen Höhenunterschied von 180m der 10km westlich liegenden Kalltalsperre zukommen lassen und von dort aus durch einen weiteren Stollen an die Dreilägerbachtalsperre zur Trinkwasserversorgung abgegeben werden.

 

       

Einruhr

 

Obersee

 

Rurberg von Staumauer Paulushof

 

Vom Staudamm geht der Blick links hinüber nach Rurberg. Der alte Ortskern liegt auf der Kuppe einer Halbinsel des Rursees. Rund um die Kirche gruppieren sich die Häuser des Ortes, der sich mit den Jahren auf beiden Seiten des Bergrückens bis hinunter an den See ausgedehnt hat.

Am Ende des Dammes beginnt für uns Rursteig-Wanderer die eigentliche Herausforderung. Hinter einem Schilderpfahl führt der Bergpfad „Hirschley 2,7km“ mit etlichen Serpentinen steil bergan, gleichzeitig betreten wir den Nationalpark Eifel. Wer die gemütlichere Variante wählt, kann links nach 9km meist in Seenähe „Schwammenauel“ erreichen, wogegen die Bergwanderer zwar eine 1,5km kürzere, dafür aber die anstrengendere Tour absolvieren, aber den schönsten Blick auf den Rursee genießen können.

Meter um Meter und eine Kehre nach der anderen steigen wir in die Höhe. Ratsam ist es, den Pfad mit seinen ausholenden Serpentinen auch auszugehen und nicht, wie schon viele vor uns, kreuz und quer zu versuchen, abzukürzen. So gelangen wir dennoch schnaufend dann auch zu einer Felskante (360m), aber leider ohne die zu erwartende Aussicht, die das Blätterwerk der Bäume verhindert. Jetzt führt der Pfad zunächst leicht bergab, wobei es ein Stück weiter doch noch eine kleine Aussicht hinunter zum See und auf Rurberg sich ergibt.

An einer Bank zweigt rechts der „Ahr-Venn-Weg“ zum Obersee ab. Unser Ziel „Hirschley“ führt weiter geradeaus und wie kann es anders sein, wieder ansteigend. Es zieht sich, sagt der Rheinländer, es scheint kein Ende zu nehmen. Ein Hinweisschild kommt in Sichtweite und verheißt, dort die Höhe erreicht zu haben, aber da haben wir uns geirrt. Es steigt weiter bergan. Endlich an einem Forstweg ist die Höhe erreicht. (6,0km, 466m). Auf diesem wandern wir nun entspannt aber kaum spürbar weiter hinauf zum Honigberg, wo am Sendemast mit 495m der höchste Punkt unserer heutigen Wanderung erreicht ist. Es wird jetzt zum Rursee nur noch bergab gehen. Wir wandern über den Bergrücken des Kermeters zunächst am Rastplatz „Paulushof“ vorbei. Hier kommt links vom Rursee die „Bachtälerhöhenroute“ hinauf. Diese wird bis zum Parkplatz „Büdenbach“ unser Wegweiser sein. 

 

       

Rurberg vom Honigberg

 

unerwünschter Wald

 

Natur Natur sein lassen

 

Über den Kermeter führte einst die Römerstraße Reims - Köln. Später war das 13km lange Waldgebirge fränkisches Königsgut und Jagdrevier Karls des Großen. Später gehörte es jeweils zeitweilig dem Erzbischof von Köln, den Herzögen von Jülich, dem Pfalzgrafen von Zweibrücken sowie Bayern, Frankreich und Preußen. Zu Zeiten Napoleons war der Bergrücken nahezu kahl geholzt.

Heute ist der Kermeter das Herzstück des Nationalparks Eifel mit seinen zum Teil 180 Jahre alten Buchen, die mit den Eichen die häufigsten Baumarten sind.

Die Idee aller Nationalparke ist es, der Natur auf einem Großteil der Fläche ihren freien Lauf zu gewähren nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“. Die Natur bestimmt jetzt, wo es lang geht. Da aber der Nationalpark in weiten Teilen durch menschliche Nutzung geprägt ist, muss der Mensch in manchen Teilen noch eine zeitlang lenkend eingreifen.

So wird der aus Nordamerika stammende Nadelbaum der Douglasie entfernt. Ohne den Eingriff des Menschen würde sich diese Nadelbaumart stark ausbreiten und dabei heimische Baumarten aus ihren natürlichen Lebensraum verdrängen. So finden auch wir am Rande unseres Weges das Ergebnis eines solchen bizarr wirkenden Eingriffs.

Der Wildreichtum des Kermeters zog zu allen Zeiten die Jäger magnetisch an. Damals jagte man die hier noch vorkommenden Bären, Wölfe und Luchse. Diese sind aber wegen der Bedrohung von Mensch und Tier längst ausgerottet. Der letzte Wolf wurde im Kermeter Ende des 19. Jh. erlegt. Luchse sind mittlerweile wieder in der Eifel beobachtet worden. Über das Für und Wider einer aktiven Wiederansiedlung wird noch diskutiert. Heute kann sich das Rotwild wie auch das übrige Wild ungestört entwickeln. Neben dem Rotwild kommen in nennenswerten Umfang noch Rehwild, Schwarzwild und das aus Korsika eingeführte Muffelwild vor. Dieses soll aber nach Meinung der Nationalparkverwaltung ausgerottet bzw. wie es beschönigend heißt, die Wildschaf-Population aufgelöst werden, da es kein heimisches Wildtier ist.

Dies alles zeigt doch, dass im Endeffekt der Mensch, hier ist es die Nationalparkverwaltung, die Natur in seinem Sinne gestalten möchte.

 

Panoramablick von der Hirschley

 

Leichten Schrittes erreichen wir dann den 50m links vom Weg liegenden Aussichtspunkt der „Hirschley“. Hier stehen wir mehr als zweihundert Meter über der Wasseroberfläche des Rursees und mit einem einzigartigen, umfassenden Rundblick auf den Rursee wohl an einem der schönsten Orte der Nordeifel. In vielen Zickzackwindungen legt sich der Rursee um die mächtige Erhebung des Kermeters, der als ein hoher gewölbter, inselartiger Gebirgsrücken aus der Eifelhochfläche heraustritt. Vor uns liegt eine Landschaft, die vor Millionen von Jahren durch das Wasser der Rur modelliert und geformt wurde. Heute benutzt der Mensch das Wasser für seine Zwecke und änderte die Landschaft auf seine Weise. Er schuf damit aber gleichzeitig eine beliebte Erholungslandschaft für viele Menschen. Als nützliche Alternative dient ihm das Wasser zur Energiegewinnung und Trinkwasserversorgung.

 

       

Rastplatz Hirschley

 

Sinnesliegen am Wegesrand

 

Wanderweg im Kermeter

 

Zurück auf dem Hauptweg wandern wir weiter leicht abwärts bis links uns das Logo der „Bachtälerhöhenroute“ geradeaus „Büdenbach 3,8km“ weist. Vorbei geht es an einer Waldwiese. Kurz hinter dieser zeigt das Logo nach links (8,5km, 440m). Dieser abfallende Waldpfad endet auf einem Talweg des „Hohenbachs“ (Büdenbach 2,7km). Ein idyllisches Tal, das wir hinunter wandern und so auf den Seeuferweg stoßen (10,3km, 295m). Auch hier sind auf dem linken Berghang Douglasien dem Motto "Natur Natur sein lassen" zum Opfer gefallen, wie eine Info-Tafel erläutert.

Wir gehen nun rechts weiter. Links vom Weg liegt die bewaldete Halbinsel „Tonsberg“. Hier konnte der Ursprung von vorgefundenen Mauerresten einer zunächst angenommenen römischen Befestigung nicht nachgewiesen werden. Die Funktion der Baulichkeiten, die möglicherweise erst aus dem Mittelalter stammen, ist unklar.

Auf dem Weiterweg schimmert links immer wieder der Rursee durch das Blätterwerk. Der Wanderweg endet am Parkplatz „Büdenbach“ (12,0km, 300m). Bis zur Anlegestelle der Rurseeschifffahrt ist es über den Staudamm noch 1 Kilometer, eigentlich zu kurz für eine Tagestour und ich möchte bis zum Beginn der nächsten „Rursteig-Etappe“, die in Heimbach beginnt, auch keine Lücke lassen. So besteht dort eine, wie bei jeder Streckenwanderung, die Schwierigkeit der Rückfahrt zum Ausgangspunkt. Eine direkte Verbindung zurück ist nicht möglich, da es um beide Stauseen keine unmittelbaren Strassen gibt. In Heimbach gibt es einmal die Möglichkeit mit der Linie 231 nach Gemünd zu fahren, dort umzusteigen in die Linie SB63 nach Einruhr. Oder man möchte doch an Bord gehen und die Wanderstrecke nochmals von der Wasserseite aus erleben. Diese ist aber die zeitaufwendigere Variante. Man fährt dann von Heimbach mit der kleinen Rursee-Bahn nach Schwammenauel und geht dort an Bord eines der Rursee-Schiffe „Aachen“ oder „Stella Maris“, steigt in Rurberg um auf eines der Elektroboote auf dem Obersee und erreicht so den Ausgangspunkt Einruhr. Bei einer solchen Rückkehr sollte man die Zeitplanung beachten.

Wer früh aufgebrochen ist und zeitlich Reserven hat, geht mit mir noch die 8km bis Heimbach mit einer Einkehr unterwegs in der Abtei Mariawald. 

       

Staumauer Schwammenauel

 

Blick unterwegs nach Hasenfeld

 

Herbstbachtal

 

 Am Beginn des Parkplatzes „Büdenbach“ nehmen wir noch den kurzen Fußweg Richtung Staumauer und überqueren an der Einfahrt zum Ferienpark „Resort Eifeler Tor“ die Straße. Hier gehen wir hinter der Leitplanke 150m an der Straße entlang bis uns links ein Wegweiser den Weg zur „Abtei Maria Wald 6,5km“ zeigt (s. Tour „ Zum Kloster der schweigenden Mönchen“ , von 2004). 1,5 km verläuft der Weg nun bequem und ohne irgendeine Anstrengung auf der Höhe durch Laubwald, aber leider mit wenigen Aussichten. Hier kann man seinen Gedanken einmal freien Lauf lassen, was in der Gruppe schnell zu einem Schwätzchen verführt. Ab einer Info-Tafel folgen wir nicht dem Wegweiser rechts nach „Maria Wald“, sondern gehen weiter geradeaus „Heimbach 3,9km“. Hier wandern wir jetzt für einige Zeit (2,5km) auf der „Buntsandsteinroute“ und dem „Wildnis-Trail“. Der Weg führt mit dem Tal des Steinbaches hinein in den Kermeter und auf der anderen Talseite wieder hinaus. Wir stoßen auf den Herbstbach, wo uns die bekannten Wanderwege Richtung Heimbach verlassen (15,2km, 280m). Wir folgen hier dem Bach aufwärts nach „Maria Wald 2,0km“ (15,2km, 280m). Die Markierung „49, Klosterrunde“ ist jetzt bis Heimbach unser Führer. Neben einem plätschernden Bach geht es durch schattiges und freies Gelände bergan. Farbenfrohe, von Blüte zu Blüte flatternde Schmetterlinge gehören hier noch zum Bild einer sommerlichen Talwiese. Es ist ein idyllisches Tal, das zu jeder Jahreszeit eine Vielfalt an Blumen hervorbringt und Insekten anlockt. 

 

       

Mauerfuchs Weibchen

 

Abtei Mariawald

 

Kreuzweg im Ruppental

 

Wir queren einen Forstweg, wo eine Bank zu einer kleinen Verschnaufpause einlädt. Dann macht der Pfad nach der Bachüberquerung einen Linksschwenk und wir verlassen weiter bergan steigend das idyllische Tal. Oben geht es noch wenige Meter nach rechts und wir stehen dann vor dem Tor des Ehrenfriedhofs von Heimbach. Wir betreten die Ruhestätte, wo Kreuze aus Grauwacke 414 Soldatengräber markieren. Neben gefallenen Deutschen sind es auch Russen und Polen, die in der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg gekämpft und hier ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Aus dem schattigen Baumbereich des Friedhofes fällt der erste Blick auf die weißen Klostergebäude der Abtei „Maria Wald“. Mit einem Blick nach links zum Rursee und den Eifelhöhen um Schmidt und Steckenborn verlassen wir den Friedhof und erreichen bald das Kloster (17,0km, 417m). Es ist seit über 500 Jahren ein eindrucksvoller Ort der Ruhe und des Gebets. Leibliche Stärkung gibt es mit der vorrangig angebotenen Erbsensuppe.

 

An der Gaststätte vorbei führt der Kreuzweg uns weiter mit „49“ anschließend hinunter in das Ruppental. Bei der achten Station wird die L249 überquert. Steil bergab geht es weiter und an der ersten Kreuzwegstation queren wir nochmals die Straße. Der Pfad führt mit dem plätschernden kleinen Bach bergab und folgen an einem Wegedreieck rechts dem Wegweiser „Heimbach 0,9km“. Kurz vor Heimbach stoßen wir auf die Landesstraße und bewegen uns nun direkt auf die Burg „Hengebach“ zu. Vor der Burg gehen wir links den Treppenabgang hinunter zu einem Spielplatz und gelangen entlang der Rur zum Bahnhof (20km, 207m). www.fahrplanauskunft.de/bin/query.exe/d

Von hier besteht nun die Möglichkeit zur geplanten Rückfahrt. (z.B. 2014: 15.15Uhr mit der Rurseebahn nach Schwammenauel, von dort 16.00Uhr mit der Rurseeschifffahrt zum Umsteigeort Rurberg, 17.30Uhr nach Einruhr) oder mit dem Bus über Gemünd in ca. einer guten Stunde nach Einruhr.  ( http://www.rurseeschifffahrt.de/index.php?rursee-bahn ) 

 

Burg Hengebach

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ des Eifelvereins, Markierung bis Rurberg „Wasserlandroute“, ab Rastplatz „Paulushof  bis Parkplatz „Büdenbach“ “Bachtälerhöhenroute“, „Klosterrunde 49“, zurück mit Bus oder in Kombination Rurseebahn und Rurseeschiffahrt

http://www.rhein-eifel.tv/eifel/heimbach.html

 

Strecke: 20,0 km Streckenwanderung, fast nur unbefestigte Wege und Pfade, von Rurberg überwiegend Waldstrecken.

  

Schwierigkeit: schon wegen der Länge eine anspruchsvolle Tour mit zwei steilen Anstiege, Aufstiege 560m, Abstiege 635m. Bei einer Tagestour besteht die Möglichkeit abzukürzen und von Schwammenauel mit dem Schiff zurückzufahren (13km).

 

Einkehrmöglichkeit: in Einruhr, Kloster „Mariawald“ und Heimbach

 

GPX-Track:  Rursteig 2.gpx (Link speichern unter)

 

 

Eine Alternativroute vom Parkplatz „Büdenbach“ kann ich noch anbieten, die weniger anstrengend und meist am Heimbacher Staubecken vorbei nach 6,5km Heimbach erreicht.

 

Sie gehen entlang der Straße über die Staumauer. Um dem steigenden Wasserbedarf der Zukunft Rechnung zu tragen, wurde 1955-59 durch umfangreiche Baumaßnahmen der vorhandenen Staumauer diese auf 72 m über der Flusssohle erhöht und auf fast 500m verlängert. Den Namen für die Talsperre und den Hauptabsperrdamm hat man von dem alten Gehöft "Schwammenauel" aus dem 15./16. Jh. übernommen. Es befand sich auf der rechten Rurseite, etwas unterhalb des Staudammes. Heute sind an dieser Stelle nur noch einige Mauerreste, die mit Buschwerk zugewachsen sind, anzutreffen. 

 

   

   

Blick von der Staumauer rurabwärts

 

Blick ruraufwärts zur Staumauer

 

Landal Resort Eifel Tor

 

 Von der Staumauer ergeben sich imposante Blicke einmal auf den See zur Linken und rechts in das Rurtal mit dem Heimbacher Staubecken. Dort entlang wird sie der weitere Weg nach Heimbach führen. Zunächst folgt man noch der Straße bis hinter dem Großparkplatz. Dort geht es auf dem Weg mit dem Zeichen „19, Eifeler Steilküste“ geradeaus bis zu einem quer laufenden Weg, dem man ohne Markierung rechts weiter geht. Von dieser Zufahrt zum Elektrowerk wird nach 300m in den links abgehenden Pfad eingebogen. Dieser verschlungene Pfad führt hinunter bis zu einer Grillhütte am Staubecken. Über den Zufahrtsweg zum Grillplatz erreicht man einen Wendeplatz und man wandert dort geradeaus mit der Weg-Nr. 1. Auf schmalen Pfad steigt man noch einmal ein kurzes Stück zu einer felsigen Geländekante hoch, von wo der Blick über das Staubecken zum „Landal Resort Eifeler Tor“ geht. Mit diesem Ferienpark, der an einer Promenade mit Restaurants, Geschäfte, Supermarkt und einem Freischwimmbad alles zu bieten hat was ein Urlauber sich wünscht, ist ein neuer Ortsteil von Heimbach entstanden. Ein touristischer Aufschwung wird für die Region erwartet. Überwiegend sind es Touristen aus den Niederlanden, die in diesem Ferienpark, der fast vor ihrer Haustüre liegt, ihre Ferien verbringen.

 

       

entlang Heimbacher Staubecken

 

Wanderweg am Staubecken

 

Burg Heimbach

 

Ohne Markierung geht es über Baumwurzeln bergab bis zu einer Zaunecke, wo der Pfad rechts einige Meter steil abfällt. An der Hangkante geht es vorsichtig auf dem schmalen Saumpfad bis zur Brücke über die Rur mit dem gegenüberliegenden Kraftwerk. Das 1904 gebaute Jugendstil-Wasserwerk am Heimbacher Stausee war zu dieser Zeit das größte Speicherkraftwerk der Welt und erzeugt heute noch Strom für knapp 8000 Haushalte. 

Links geht es an einem Campingplatz vorbei die "Kleestraße" hinauf und hinter dem Gasthaus biegt man rechts ab. Links wandert man nun auf einem schönen Pfad teilweise über Felsen und über das Wasser reichende Holzstege am Staubecken entlang. Vorbei an einem Bootsverleih und dem Haus des Gastes gelangt man zu einer Bruchsteinbrücke, wo die Rur überquert wird. Rurabwärts erreicht man anschließend den Bahnhof. 

 

GPX-Track Alternativ-Route:  Rursteig 2a.gpx (Link speichern unter)

 

Tipp: Wegen der umständlichen Rückfahrt von Heimbach, sollte man mit dem Schiff von Schwammenauel zurückfahren. Um den Rursteig aber lückenlos zu erwandern, kann man dann an einem anderen Tag die Strecke zusammen mit der Alternativroute in einer Rundwanderung unternehmen. s. auch Wanderung zu den schweigenden Mönchen

 

 

 


Rursteig 3 auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

Touren:  Rursteigursprung l Rursteig 1l Rursteig 2 l Rursteig 3 l Rursteig 4 l Rursteig 5 l Rurseetour  l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kalltal Route l Kalltalrunde l  zum Anfang

 

 

Rursteig 3

 Auf einsamen Wegen von Heimbach nach Abenden

Start der 3. Rursteig-Etappe ist am Bahnhof und Nationalpark Tor in Heimbach (207m). Auch hier bietet die Rurtalbahn am Ende der Tour wieder die Möglichkeit zur Rückfahrt. Am Bahnhof sind zwar einige kostenlose Parkplätze vorhanden, aber schnell belegt. Deshalb kann derjenige, der nicht auf dem Großparkplatz (kostenpflichtig) parken möchte, am Schwimmbad bzw. Sportplatz seinen PKW kostenlos abstellen. Frühaufsteher können auch in Abenden parken und mit dem Zug um 9.27Uhr (2014) nach Heimbach fahren, dann kann die Tour entspannter verlaufen und den Fahrplan zu einer Rückfahrt außer Acht lassen. 

 

   

   

Bergpfad über der Rur

 

Heimbach

 

Heimbach: Rathaus u. Burg

 

 Vom Kreisverkehrsplatz am Bahnhof überqueren wir die Rur und wandern dann links auf einem schönen "Bergpfad" an der links unter uns rauschenden Rur entlang. Rechts begrenzen steil schräg gestellte Gesteinsschichten den Pfad. Am Ende stoßen wir auf einen Asphaltweg, der aber gemieden wird, wenn wir links den an der Rur vorbeiführenden Fußweg benutzen. Ein beliebtes Fotomotiv taucht dann mit der alten Bruchsteinbrücke und der 33m darüber auf einem Fels thronenden Burg Hengebach auf. Sie zählt zu den ältesten Bauwerken dieser Art in der Eifel. Ziegelfunde deuten darauf hin, dass auf dem 100m langen und 25m breiten Ausläufer des Altenberges schon eine römische Wehranlage zum Schutz der Rurfurth gestanden hat. Der isolierte Felsgrad war leicht gegen Angreifer zu verteidigen. So war die schon im 11Jh. errichtete Befestigungsanlage bis zur Erfindung des Schießpulvers uneinnehmbar. Im Laufe der Jahrhunderte durchlebte das historische Gemäuer eine wechselvolle Geschichte. Verschiedene Herrschaften lebten und regierten einst auf der Festung. Der Löwe des Jülicher Grafengeschlechts ziert noch immer das Stadtwappen.

Über die Bruchsteinbrücke betreten wir dann das kleine Städtchen (205m). Hinter einem kleinen Brunnen steht ein altes Bruchsteinhaus aus dem 17.Jh, die “Alte Mühle“. Heute beherbergt sie ein Restaurant mit einem großen Mühlrad im Innern. Hier wandern wir nun links einen Treppenaufgang mit nicht enden wollenden Stufen bis zur ersten Querstraße hinauf. Weiter geht es mit einem Pfad (Heimbacher Burgenweg u. 68 Hausen) bergan bis zu einem Gatter. Hier endet der steile Anstieg. Aber immer noch leicht ansteigend wandern wir links auf dem Waldweg weiter. Belohnt wird dann nach 400m die Anstrengung mit einer herrlichen Aussicht (1,5km, 285m), die gleichzeitig zu einer kurzen Rast verleitet. 80m über der Rur geht der Blick über Hasenfeld bis zu den Höhen von Steckenborn. Links windet sich die Rur mit einer großen Schleife um den gegenüberliegenden Meuchelberg. Weiter geht es vorbei an einer Schutzhütte auf einem schönen schattigen Grasweg, der weitere Höhenmeter bequem schafft. Kein Lärm stört die Ruhe. Nur Vogelgezwitscher unterbricht die Stille. An einem Wegestern (Hausener Busch 3,0km, 366m) stoßen wir auf den „Josef-Schramm-Weg“ und die „Buntsandsteinroute“, die von Heimbach über den Eichelberg führen. Wir folgen zunächst auch halblinks diesen Wegzeichen vorbei an einer Schutzhütte und wandern an der Wegekreuzung mit einem Marienbild (3,4km, 380m) weiter geradeaus. Hinter einer Hochspannungsleitung erreichen wir eine Schneise, die durch die hier verlaufende Gasleitung frei gehalten wird. 

 

       

Hasenfeld bis Schwammenauel

 

Hausen mit Buntsandsteinfelsen

 

Dorfplatz in Hausen

 

Hier verlassen wir den Forstweg und kürzen den Waldweg damit ab, um zum höchsten Punkt der Wanderung am Sonnenberg aufzusteigen (385m). Mit einem freien Blick ins Rurtal geht es anschließend wieder hinunter zu dem Forstweg mit den bekannten Wegzeichen, denen wir jetzt links folgen. Nach einem weiten Rechtsbogen erreichen wir erneut die freie Trasse und kürzen auch hier noch einmal ab, indem wir links hinunter wandern. Auf dem Wanderweg geht es dann leichten Schrittes weiter an Wiesen vorbei, die schließlich den Blick Richtung Blens und zu den Buntsandsteinfelsen freigeben. Die lange Wand der "Breidelsley" fällt besonders auf. Wir kommen an eine kleine, einer Bushaltestelle ähnelnden Schutzhütte mit einem daneben stehenden Marien-Bildstock (Hausener Busch Nord 4,9km, 365m). Durch freies Wiesengelände geht es Richtung Hausen. Am Waldrand verlässt uns das Wegzeichen „68“ nach rechts. Geradeaus durch den Wald stoßen wir mit der „Buntsandsteinroute“ auf eine Anliegerstraße, die wir bis Haus Nr 2 folgen. Hier biegen wir ohne Markierung rechts in den Grasweg ein, der nach wenigen Metern links oberhalb der Wohnbebauung weiterführt. Von einer Bank hat man eine schöne Sicht über Hausen zur "Breidelsley "und ihren Nachbarfelsen sowie ins Rurtal. Am Baum findet sich noch ein altes Wegzeichen des "Josef-Schramm-Weg“, der jetzt aber weiter auf der Anliegerstraße unterhalb geführt wird. Sicher aus privatrechtlichen Gründen, da unser Weg als Pfad hinter Grundstücken, dann ein kurzes Stück bergauf und anschließend durch Zaunlücken weitergeht und auf einem Forstweg endet. Hier geht es 20m links und anschließend rechts hinunter bis zu einem Wiesenzaun. Links wandern wir weiter bis in der nächsten Linkskurve rechts ein Fußpfad mit den Wegzeichen „Josef-Schramm-Weg und Buntsansteinroute“ zur „St. Nikolaus Straße“ hinunter führt mit Blick zur Hausener Kirche und den Buntsandsteinfelsen. Auf der Straße geht es vorbei an schmucken Fachwerkhäusern bergab zum „Pfarrer Rombouts Platz“ (6,5km, 215m). Kirche und Burg und in der Mitte ein kleiner Brunnen schmücken das Ambiente des attraktiven Dorfplatzes.

 

       

Burghotel in Hausen

 

Grillplatz "Höllepötz"

 

Krefelder Hüttenfelsen

 

Die ältesten Teile der heutigen zweigeteilten Burg Hausen stammen aus dem späten 16. Jahrhundert. Das von den Bergen und dem Mühlenbach ins Tal fließende Wasser wurde zur Errichtung eines Wassergrabens genutzt, der die nördliche und östliche Burgflanke sicherte. Von der ursprünglichen Bausubstanz des 16. Jahrhunderts sind nur einige wenige Teile der Burg erhalten. Der Bau basiert heute im Wesentlichen auf das befestigte Torgebäude des Ostflügels, dem Hauptgebäude an der Westseite, sowie den Stallgebäuden an der Südseite. Für das 16. Jh. ist in Hausen eine dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle nachgewiesen. Der jetzige Kirchenbau wurde im Jahre 1834 erbaut.

Zu einer leckeren Kaffeepause betreten wir durch das Südtor den westlichen Teil der Burg und probieren  im "Kaffeestübchen die Spezialität des Hauses, den weit bekannten Windbeutel. www.hausener-kaffeestuebchen.de/

Gestärkt wandern wir anschließend die „Hausener Straße“ hinunter vorbei an dem Burghotel und einem wunderschönem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1895 bis zum „Raiffeisenplatz“, der mit Bänken und einem Springbrunnen angelegt ist. Von hier geht es rechts 100m auf dem Seitenstreifen der L249 entlang. Dort suchen wir die zwischen Büschen versteckt liegende unscheinbare Treppe, die uns auf einem kurzen abenteuerlichen Pfad hinauf zu einem Waldweg bringt. Oben geht es rechts bequem weiter bis zu einem Bolzplatz, wo wir auf die von Dorfmitte kommende Straße „Am Müllenberg“ stoßen, von wo wir auch die Strecke hätten abkürzen können. Auf der Straße marschieren wir dorfauswärts, die vom Grillplatz „Höllepötz“ als Wirtschaftsweg weiterführt. Links liegt hinter der Wiese die „Krefelder Eifelhütte“, wo im Wald der freistehende Hüttenfelsen gerne bei Jugendlichen als Lernobjekt genutzt wird. Es wird jetzt schnell ruhig und einsam, nachdem wir das Rurtal verlassen haben und nun das Vlattener Tal am Waldrand entlang mit freier Sicht zu den gegenüberliegenden Wiesenhängen bergan wandern. Von einem kleinen Rastplatz mit Kreuz genießen wir bei einer Pause diese Ruhe und Idylle (7,9km, 250m). 

 

Neben dem Brunnen befindet sich eine Brunnenstube, die schon zusammen mit der aus dem Jahre 1248 urkundlich erwähnten Burganlage existiert und als Quellfassung der Trinkwasserversorgung der Burg diente. Gleichzeitig speiste sie auch den Dorfbrunnen. Mehr Informationen sind dort der Tafel zu entnehmen.

       

Durch diese hohle Gasse

 

zur Engel´s Treppe

 

Voreifeler Hügellandschaft

 Anschließend gehen wir auf dem Weg ohne Markierung, der hinter dem Platz oberhalb verläuft, weiter. Der Weg entlang eines Wiesenzaunes wird immer schmaler. Links liegt noch ein einzelnes Haus im Hang. Der Pfad wird immer mehr zu einer hohlen Gasse und vermittelt dicht bewachsen von alten Bäumen eine geheimnisvolle Stimmung. Geheimnisvoll ist auch die ehemalige Nutzung dieses Hohlweges, da er als Viehweg oder für Transportzwecke zweifelhaft erscheint; denn am oberen Ende gibt es keinen vernünftigen Einstieg, an dem ein Träger oder ein Tier ohne Gefahr hätte gehen können. Und hier setzten bereits die ersten Ideen und Theorien ein, wenn man bedenkt, dass möglicherweise einst Cäsars Kohorten hier entlang marschierten und von Kelten, die aus dem Hohlweg und umliegenden Gebüschen heranstürmten, niedergemacht wurden. Mehr dazu später.

Erst die im März 2014 angelegte „Engel`s Treppe“ am Ende führt uns wieder aus dem Dunkel ins Licht (8,3km, 290m). Links geht es an roten Felsen vorbei immer noch ansteigend und im weiteren Verlauf hinauf zum „Fichelberg“ mit herrlichen Aussichten über das Vlattener Tal und einer sanften Hügellandschaft der Voreifel mit Wiesen und Büschen.

Der Weg ist gesäumt von zahlreichen Blumen und verschiedenartigen Kräutern, eine wahre Freude für den Botaniker. Das Leinkraut steht am Wegesrand und blüht als wäre es eine kleine Orchidee und da wo Blumen blühen, sind auch Schmetterlinge zu finden.

 

       

Vogel-Wicke mit Kohlweißling

 

Leinkraut

 

Kleiner Fuchs

 

In der Wiese zum „Fichelberg“ fallen terrassenartige Geländestufen auf, die immer noch auf eine plausible Erklärung ihrer Entstehung warten. Warum legten Menschen dort aufwendige Terrassen auf Nord- und Westhänge an? Dagegen sind die sonnenreichen Südhänge terrassenlos, was einen Weinanbau ausschließen dürfte.

Oben an der Kreisstraße endet zunächst einmal der Genuss der freien Sicht (9,3km, 347m). Auf der Kreisstraße geht es jetzt links weiter. Verlassen aber nach 400m diese ungeliebte Wanderstrecke und biegen rechts in den Waldweg weiter ohne Markierung ein. Hier im ehemaligen Badewald, von dem nur noch Restbestände existieren, wurde in römischer und frühmittelalterlicher Zeit nach Eisenerz geschürft. In der Karte sind die mutmaßlich eingestürzten Bergwerksmulden als „Pingen“ eingezeichnet. Köhler und Bergleute waren über Jahrhunderte nahezu die einzigen Bewohner dieser unwirtlichen Waldgegend. Sie haben sicher mit dazu beigetragen, dass die Erzählungen über Geistererscheinungen und Begegnungen mit unheimlichen Wesen nicht verstummten.

 

Unser Waldweg verläuft leicht bergab und wir biegen nach 400m links in einen weiteren ein. Eine unheimliche Stille herrscht auch heute noch, aber von den ehemaligen Spuren der Bergbautätigkeit ist von Laien beim Vorübergehen nichts mehr zu erkennen, wobei die Natur die Narben meist wieder zugedeckt hat. 

 

       

echtes Johanniskraut

 

Fichelberg

 

Kornblume mit Gast

Nach Verlassen des Waldes wandern wir auf dem Grasweg noch 100m geradeaus und wenden uns dort links bergan der Waldrandecke und der Kreisstraße wieder zu (11.0km, 320m). Links, von wo das Gebell eines Hundes zu hören ist, liegt das Forsthaus Bade, das den Schriftzug „Aduatuca“ trägt. Das war im Herbst 54 v. Chr. der Name eines römischen Lagers im Gebiet der keltischen Eburonen, das hier oben im Badewald von Heimatforschern vermutet wird. Der Name steht vor allem für die empfindlichsten Niederlage Cäsars während seiner Eroberungszüge gegen die keltischen Gallier.

Über die Kreisstraße geht es geradeaus 300m am Waldrand entlang. Rechts am Horizont zwischen Windrad und Waldrand ist die Burg Nideggen zu erkennen. Hinter einem Hochstand biegen wir an einer Bank rechts in den nächsten Grasweg ein, wo uns am Wegrand die selten gewordenen Kornblumen hinunter ins Rosstal begleiten. Nach einem Rechtsbogen erreichen wir einen Wirtschaftsweg, den wir links ins Tal hinab wandern. Wald, Wiesen und Felder wechseln sich zu einer harmonischen Tallandschaft ab. Jetzt ist das Wegzeichen „77“ unser Führer. Ein tief eingeschnittener Graben begleitet uns links und nach einem Seitenwechsel auch rechts.

Wer auf diesen einsamen Wegen einmal alleine unterwegs ist, kann man vielleicht Glück haben, dass ein Reh über den Weg läuft und es sogar anschließend noch beobachten kann. Die Tiere sind im allgemeinen sehr scheu und mit ihrem rotbraunen Fell besonders gut getarnt und daher kaum zu sehen. Doch im Frühjahr kann man sie oft auf Feldern und Wiesen entdecken, denn nach der kalten Jahreszeit ziehen die Tiere zum Fressen aus dem Wald.

Rechterhand ragt dann über dem Talgrund zwischen den Bäumen ein roter Felsturm in den Himmel, die „Raffelsley“. Wir nähern uns inzwischen dem Rurtal, wobei die Talhänge steiler werden. Der Weg endet an einem Forstweg, wo wir links schon Häuser von Abenden sehen. Folgen aber zunächst der „77“ nach rechts und kommen mit einem Linksbogen an einem Wegedreieck (13,3km, 225m). Die „77“ leitet diejenigen links nach Abenden, die den kürzten Weg suchen. Die anderen, die noch eine aussichtsreiche Herausforderung nicht ablehnen, wandern rechts das Isimutstal aufwärts (67). Auch hier finden wir durch den Wechsel von Wald und Wiesen ein idyllisches Tal. Nach ca. einem Kilometer macht der Weg eine 300° Wende und steigt auf der anderen Talseite im Hang steil an. Hinter einem Hochspannungsmast folgen wir links dem Waldgrasweg (67). Der weitere Pfad führt zunächst auf einem Kamm bis dieser ins Tal abfällt. 

 

       

Wanderglück

 

Raffelsley

 

farbenprächtiger Wald

 Treppen führen hinunter in einen Geländeeinschnitt, den wir aber gleich wieder auf der anderen Seite kurz hochsteigen um zu einem herrlichen Aussichtspunkt mit einem weiten Blick über Abenden und das Rurtal zu gelangen. „Hundsley“ wird diese kleine längliche Bergkuppe genannt, die nach Südwesten über eine Felskante steil abfällt. Hier soll der Sage nach eine Burg gestanden haben; andere sagen, es seien Festungswerke gewesen, welche die dort vorbei führende Straße beschirmen sollten.

Bis zum Geländeeinschnitt müssen wir anschließend wieder zurück und steigen dort links den Pfad hinunter bis zu einer Grundstückszufahrt. Bei Hausnummer 6 zweigt links der Pfad mit „67“ ab und so gelangen wir über einen Treppenabgang zunächst unter die Brücke der Umgehungsstraße und weiter hinunter zur „Mühlbachstraße“, auf der wir dann zur Rurbrücke und zum Bahnhof gelangen (16,2km, 185m). 

 

       

Blick von der Hundsley

 

Mühlbachstraße in Abenden

 

Blick über die Rur

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ und Nr. 50 "Nationalpark-Karte" des Eifelvereins, Markierung bis Hausen meist „68“ und Josef-Schramm-Weg und Buntsandsteinroute, von Hausen meist ohne Markierung, ab Rosstal „77“, Isimutstal und Hundsley „67“

Abkürzungen möglich: Km 6,5 in Hausen, bei Km 13,3 der „77“ nach Abenden 1km folgen , jeweils mit der Rurtalbahn zurück.

 

Strecke: 16,2 km Streckenwanderung, zurück mit der Rurtalbahn, fast nur unbefestigte Wege und Pfade außer (400m Kreisstraße 48), die ersten 4km Wald. Die übrige Strecke abwechslungsreich mit Wald, Wiesen, Felder und wunderschöne Aussichten über eine sanfte Hügellandschaft.

 

Schwierigkeit: anspruchsvolle Tour mit drei steilen Anstiege, Aufstiege 460m, Abstiege 480m;

 

Einkehrmöglichkeit: in Heimbach, Hausen, Abenden, unterwegs mehrere schöne Rastplätze

 

GPX - Track: Rursteig 3 .gpx (Link speichern unter)

 


Rursteig 2 auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

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 Rursteig 4

Ein phantastischer Bergpfad zwischen Abenden und Obermaubach

 

Unterwegs werden wir heute zwischen Heimbach und Obermaubach sein, wo die Rur auf einer 20km langen Flussstrecke sich durch ein reizvolles Tal windet. Hochaufragende Felstürme, schroff abfallende Felswände und bizarre Felsgestalten prägen hier das Bild dieser Landschaft. Auf schmalen, verschlungenen Pfaden, die einem Steig vollkommen entsprechen, werden wir das alles mit herrlichen Ausblicken hautnah erleben.

 

 

 

Ausgangspunkt ist der Bahnhof in Abenden, wo auch Parkplätze vorhanden sind (185m). Zunächst wandern wir nach Überquerung der Rurbrücke links entlang der Rur, wo Bänke unter blühenden Kastanienbäumen eine idyllische Stimmung entfalten. Auf der „Palanderstraße“, die von alten Fachwerkhäusern eingerahmt ist, finden wir mit der alten Schmiede das älteste Haus des Dorfes. Es stammt aus dem Jahre 1696. Der heute bereits in der vierten Generation geführte Betrieb entstand um 1870. Am Ende der Straße biegen wir links in die Straße „Im Hag“ ein und treffen dort auf den Eifelvereinsweg „4“ (Josef-Schramm-Weg) und die „Buntsandsteinroute“. Nach 170m auf dem unbefestigten Fußweg neben der Straße und begleitet vom Rauschen eines Baches, weisen uns die Wegweiser links zu einem Pfad (0,5km, 208m), der uns jetzt mit Serpentinen in die Höhe zu den ersten Aussichten bringt. Ein Geländer sichert den alpinen Pfad talseitig ab. Schon nach 0,9km erhalten wir an einer Bank 60m über dem Tal einen wunderschönen Panoramablick rurab- und ruraufwärts und auf das inmitten grüner Wiesen liegende Abenden. Dieser Lage hat der Ort auch seinen Namen zu verdanken, der von dem Begriff „Aubenden“ abgeleitet wird. Eine "Au" ist eine "Wiese am Fluss". Dass auf den Wiesen am Fluss, wegen der ständigen Feuchtigkeit besonders saftiges Gras wächst, ist bekannt. Schon zur Zeit der Kelten waren Flusswiesen ausschließlich der Viehhaltung vorbehalten. Auen durften wegen der Überschwemmungsgefahr daher schon vor mehr als 2000 Jahren weder beackert noch bebaut werden.

 

       

Schmiede, ältestes Haus

 

Palanderstr. eingerahmt von Fachwerk

 

erster Anstieg

 

Der Pfad steigt mit gelegentlichen Verschnaufpassagen mit einem großen Bogen zum „Kuhlenbusch“ weiter an, bevor er mit 320m (1,8km) seine höchste Stelle erreicht. Bänke laden ein, den Ausblick in Ruhe zu genießen. Teils zwischen Bäumen versteckt ragen mächtige Felsen aus dem Boden. Der Pfad ist jetzt angenehm mit wenig Höhenunterschied. Er verläuft oberhalb zahlreicher imposanter Felsen. Zwischen zwei Felstürmen geht es dann abwärts und der Pfad führt vorbei an den steil aufragenden, oft bedrohlich wirkenden, überhängenden  Felswänden, die teilweise richtige Unterstände bilden.

Die Felsen bestehen aus kieselbesetzten Buntsandstein-Konglomerat aus der Triaszeit, wobei der Sandstein überwiegend eine rotbraune Farbe hat. Manchmal, aber nur selten, sind auch gelbe oder gar weiße Bänder dazwischen, daher der Name Buntsandstein.

Als vor 220 Millionen Jahren der Sandstein entstanden ist, war das Klima sehr trocken. Deutschland war eine Wüste. Nun ist es auch in der Wüste tief im Boden immer ein wenig feucht. Die Feuchtigkeit löst Mineralien im Boden und dringt durch die feinen Risse und Poren nach oben, mit ihr auch die gelösten Mineralien. In den oberen Schichten verdunsten sie, setzen sich ab und haben dem Sandstein die rote Farbe gegeben. Bei der Verkittung haben kieselsäurehaltige Lösungen mitgeholfen.

 So unterschiedlich die Kieselsteine in ihrer Farbe sind, sind sie ebenso in Art und Größe, von Erbsen- bis Kopfgröße und von weiß über rot bis schwarz.

 

       

Abenden

 

Bergpfad zum Kuhlenbusch

 

geheimnisvoller Pfad


 Dann lassen wir die Felsen hinter uns. Der anschließende alte, mit wenig Höhenunterschied verlaufende weitere Pfad ist gesperrt (Privatgelände) und unpassierbar. So müssen wir die Umleitung (37) bergab nehmen. Am Ende stoßen wir auf die bekannten Eifelwege (Josef-Schramm-Weg, Buntsandsteinroute) und steigen mit diesen links weiter bergab. Der Abstieg endet am asphaltierten Rurtalradweg, auf dem wir rechts weitergehen. Links unten schimmert das Wasser der Rur durch die Büsche und darüber hinaus die vielen Zelte und Wohnwagen eines der zahlreichen Campingplätze im Rurtal. Aber schon nach 400m verlassen wir den Asphalt (3,6km, 213m) und steigen rechts mit den bekannten Logos in einem kleinen Seitental der Rur steil bergan. Da, wo rechts ein Zaun beginnt, haben wir es fast geschafft und bevor das Ende der Steigung ganz erreicht ist, weisen die Wegzeichen nach links (4,3km, 303m). Der nächste Wegweiser folgt schon bald mit dem Hinweis „Effelsdach 0,2km“. Ein Dach ist immer oben, dass heißt, es geht weiter bergan. Ein Geländer hilft bei dem folgenden kurzen sehr steilen Anstieg. Bequem erreichen wir eine Info-Tafel, die über die Natursteingewinnung im Rurtal informiert. Von hier geht es links zu einem fantastischen Panoramablick, der alle Anstrengungen vergessen lässt und zum Genießen und entspannen begeistert.

 

       

Kuhlenbusch Blick

 

Felstürme an der Effelsley

 

Effelsley Blick

 

Die Burg Nideggen und die weiteren über dem Tal aufragenden Buntsandsteinfelsen markieren unseren weiteren Weg. Nach dieser lohnenden Rast geht es zurück, vorbei an der Info-Tafel und wir folgen dem nächsten Pfad links mit der „37“ zu einer Aussichtsbank. Von der Bank ein Stück zurück, steigen wir dann rechts in mehreren Serpentinen durch alpines Gelände vorsichtig ab. Der Pfad ist hier kaum von den Trittspuren der Bergsteiger zu unterscheiden, die hier ihr Hobby der Kletterei ausüben. Am Felsen „Effels 4“ erreichen wir wieder einen Hauptweg, auf dem es mit den bekannten Wegzeichen rechts bequem an imposanten bis zu 22m hoch aufragenden Felstürmen vorbei geht.

Der „Effels“ ist einer der wenigen bekletterbaren Felsen, die es im Rurtal noch gibt, nachdem Naturschutzverbände eine Sperrung der meisten Felsen durchsetzten. So ist es auch oft möglich Bergsteiger bei ihrem Hobby zu beobachten.

 

           

Himmelsstürmer

 

Kletterfelsen am Effels

 

Burgwand Ost

 

Burgwand West

 

An einem Wegestern (Nideggen Süd) mit Rastplatz (297m) folgen wir dem Wegweiser „Christinenley 3,2km“ geradeaus. 50m hinter einem links abgehenden Treppenpfad steigen wir mit der „37“ rechts hoch und gewinnen mit einigen Serpentinen schnell wieder an Höhe. Ein rechts abgehender Pfad wird ignoriert und so gelangen wir unterhalb der Burgmauern, die mit den Wänden der Buntsandsteinfelsen eine Einheit bilden, auf einen aussichtsreichen Bergpfad. Das Rurtal liegt hier dem Wanderer buchstäblich zu Füßen. 45m fällt der Burgfelsen, an dem wir jetzt entlang gehen, senkrecht in die Tiefe. Nachdem die Kletterei hier untersagt wurde, ist auch der Uhu, der König der Nacht, wieder ins Rurtal zurückgekehrt. Er ist der Star der Tierwelt im Rurtal. Mit einer imposanten Spannweite von fast 2m sucht die größte Eule Europas die Abgeschiedenheit der Felsen, um dort zu brüten. Im Winter beherbergen die Felsen tausende von Fledermäusen. Eine ungestörte Winterruhe ist die Vorraussetzung für ihr Überleben.

Der wunderschöne Wanderpfad endet schließlich an der „Lindenallee“, die schon um 1900 mit dem aufkommenden Tourismus angelegt worden war. Von hier kann man einen Abstecher zur Burg und weiter vorbei an der Kirche ins mittelalterliche Städtchen machen. Vom Markplatz aus wendet man sich dann links hinunter zur Bahnhofstraße und erreicht so wieder unseren „Rursteig“.

           

Die „Lindenallee“ endet am ersten Haus von Nideggen, wo auch der Josef-Schramm-Weg“ sowie die „Buntsandsteinroute“ zu uns stößt (6,8km, 315m). Wir wandern links den asphaltierten „Professor Lennartz Weg“ bis zur Bahnhofstraße und folgen diese bergab vorbei am Parkplatz „Danzley“ bis zur L11 (7,2km, 287m).

 

       

alpines Wandergelände

 

auch Bäume haben es schwer

 

Burgpfad

Auf der anderen Straßenseite geht es mit dem „Josef-Schramm-Weg“ und vielen anderen Wegzeichen weiter. Nach zwei kleinen Bachüberquerungen tauchen rechts erneut weitere teils sogar überhängende Buntsandsteinfelsen auf. Links liegen im weiteren Verlauf immer wieder ins Tal hineinreichende imposante Felskanzeln mit herrlichen Aussichten ins Rurtal und zur Burg. Aber Vorsicht, nicht alle sind mit einem Geländer abgesichert. Am Schilderpfahl „Hindenburger Tor Süd“ liegt 30m abseits die markante Felsbastion der „Christinenley“ mit einem wunderbaren Rurtalpanorama.

 

   

   

versteckte Felsen

 

Burg Nideggen

 

Genießer Platz

 

Im Felsboden fallen hier zwei kreisrunde Vertiefungen auf. Es sind Spuren ehemaliger Natursteingewinnung, die an vielen Felsen des Mittleren Rurtales zu finden sind. Hier kann man deutlich erkennen, wie Mühlsteine aus dem Buntsandstein herausgearbeitet wurden. Die Steinmetze des Mittelalters meißelten nicht den gesamten Werkstein heraus. Sie legten ihn nur seitlich in solchem Umfang frei, dass sie parallel zur Unterkante Bohrlöcher in den Fels schlagen konnten. In diese Gänge wurden Holzscheite eingeführt und das Ganze unter Wasser gesetzt. Nach einer gewissen Zeit sprengte das quellende Holz den Werkstein aus seinem Bett heraus. Manche Abbauspuren gehen bereits auf die römische Zeit zurück.

200m sind es dann nur noch bis zum „Hindenburg Tor“, ein von der Natur selbst geschaffenes Felsentor. Einen Steinwurf weiter liegt vorerst die letzte Aussichtskanzel.

Auf einem breiten Waldweg geht es anschließend links mit den bekannten Wegzeichen weiter bis zu einem kleinen Rastplatz (9,2km, 323m). Vorbei an diesem halten wir uns an der nächsten Wegegabelung links und kommen zu dem Schilderpfahl „Nideggen Nord, 317m“ und bleiben auf dem breiten Weg. Seit Nideggen ist die Zahl der Wegzeichen so zahlreich, dass nicht immer das entsprechende an jedem Abzweig direkt zu finden ist und so etwas für Irritation sorgt. Meist ist es dann erst ein Stück weiter an einem Baum angebracht.

 

 

An einem Wegepfosten verlassen wir den breiten Weg und biegen mit der „Buntsandsteinroute“ rechts ab. Dort begleitet uns ein Zaun, der die oberhalb liegenden Grundstücke abgrenzt. Auch hier finden wir das Wegzeichen „Josef-Schramm-Weg“ erst ein Stück weiter. Rechts liegen dann zwei mächtige Felsen, die seitlich gerutscht sind, was daran zu erkennen ist, dass ihre Schichtung schräg geneigt ist. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Zahn der Zeit hier gearbeitet hat und das Gelände verändert. Felsblöcke liegen wahllos durcheinander und zeugen davon, dass sie von einem größeren Verbund abgebrochen und den Hang hinunter gerutscht sind. Eine Bank mit Blick auf Kallerbend, Zerkall und auf der Höhe mit Schmidt lädt noch einmal zu einer kleinen Genießerpause ein. Über Stock und Stein geht es auf einem um die Bäume sich schlängelnden Weg weiter. An einem Wegedreieck folgen wir rechts dem Schürmannweg mit der „42“ und finden kurz darauf auch wieder das Logo der „Buntsandsteinroute“. Weiter geht es bergan und nach einer Kehre und mehreren Treppenstufen kommen wir an den Abzweig „Rath, 339m“ und erreichen nach 100m den Rastplatz der „Kickley“ (10,8km, 335m). Mit einer erneuten wunderschönen Aussicht. 

 

       

Buntsandstein - Zinnen

 

Hindenburgtor

 

Rurtal, Kallerbend

 

100m weiter ist links noch ein Abstecher 0,2km zum „Rather Felsen“ möglich. Unser nächstes Ziel ist jetzt aber der „Eugenienstein 1,0km“. Wie eine undurchdringliche Wand säumen nun Ilexsträucher rechts und links den Pfad. Wir stoßen auf einen Forstweg (Abzweig Kuhkopf 362m), den wir aber gleich wieder Richtung „Eugenienstein 0,6km“ verlassen. Vorbei an einer weiteren Aussichtsbank erreichen wir über einen Bergkamm kurz darauf den ins Rurtal vorgeschobenen und freistehenden Felsen des Eugeniensteins (11,8km, 338m). Wie von einem Adlerhorst genießen wir hier 170m über dem Rurtal ein grandioses Panorama. Drunten im Tal sehen wir die Künstlerin dieser Landschaft, die in vielen Jahrtausenden dieses Relief eines wunderbaren, windungsreichen Tals modelliert hat. Auch wenn keine Bank vorhanden ist, findet man doch Gelegenheit zum Sitzen, um sich an dieser herrlichen Landschaft zu erfreuen. Kein Lärm ist zu hören, mit Ausnahme der gelegentlich ertönenden Signalpfeife der Rurtalbahn, deren Trasse sich an den Windungen des Flusslaufs anschmiegt. 

 

       

Aufstieg zur Kickley

 

Kickley - Blick

 

Mauereidechse

 

Wer hier an einem schönen warmen Sommertag unterwegs ist, dem kann es mit ein wenig Glück passieren, dass sein aufmerksamer Blick auf eine kleine Bewegung am Rande der Buntsandsteinfelsen gelenkt wird. Es ist eine Eidechse, die durch die Kraft der Sonne und die Speicherwärme der Felsen bewegungsfreudig angeregt, scheinbar akrobatisch über die fast senkrechten Felsen und Spalten hinweg huscht. Es ist die nördlichste Population der Mauereidechse. Nur Spezialisten halten die extremen Gegensätze von glühender Hitze und klirrender Kälte und die geringe Wasserversorgung aus. 

 

Blick vom Eugenienstein

 

Es fällt schwer sich von diesem Anblick loszureißen. Schließlich steigen wir auf einem steil abfallenden Bergpfad 90m hinunter bis zu einem Forstweg, wo wieder fester Boden das Weitergehen rechts zur „Waldkapelle 1,2km“ erleichtert (Buntsandsteinroute u. Josef-Schramm-Weg). Wer die Tour abkürzen möchte, biegt an der nächsten Wegekreuzung, „Mausauel 255m, 12,4km“, links ab und erreicht nach 1,5km den Bahnhof Obermaubach zur Rückfahrt. Wir wandern aber weiter geradeaus auf einem bequem verlaufenden Forstweg. Hin und wieder ergeben sich freie Sichten hinunter zum Stausee. Der schönste Blick eröffnet sich dann an dem „Eifelblick, Waldkapelle“ (13,4km, 255m). Seit 1996 steht die Kapelle hier. Bänke und Tische laden Besucher zu einer schönen Rast ein. Am Rande des Platzes steht ein Stein, der an die Gräfin Alvaradis erinnert. Sie stammte vom Castrum Molbach in Obermaubach und war die Frau des Grafen Wilhelm II von Jülich. Der Graf war bekannt für seine Brutalität, die er sogar gegen seine Frau ausübte. Als er einmal Die Gräfin mit Honig bestreichen ließ und in einen Käfig an der Außenfassade des Burgturmes aufhängen ließ, befreiten die Frauen Alvaradis aus der misslichen Lage, als der Graf unterwegs war. Als Dank schenkte Alvaradis nach dem Tod Wilhelms den Bewohnern der umliegenden Orte auf ewige Zeiten die Nutzung des Waldes „Mausauel“. Urkunden beweisen, dass Nideggen und die umliegenden Orte viele Jahrhunderte das kostenlose Nutzungsrecht des Waldes „Mausauel“ besaßen. 

 

       

Eifel-Blick Waldkapelle

 

Obermaubach

 

Am Engelsblick

 

Von der Waldkapelle geht es 1,3km auf dem Forstweg ohne Anstrengung weiter. Im weiteren Verlauf ergeben sich immer wieder schöne Aussichten auf den Obermaubacher Stausee. Unterwegs befindet sich noch ein Startplatz für Paragleiter, die wir bei ihren Vorbereitungen und Starts beobachten können. Dann ist das Ende des „Spaziergangs“ angesagt und wir stürzen uns wieder voll in das Abenteuer „Rursteig“, den ich nicht umsonst so genannt habe. Bei Km 14,7 verlassen wir gegenüber einer Fichte mit den beiden Logos „Buntsandsteinroute u. Josef-Schramm-Weg“ den Forstweg und kraxeln dort rechts den Pfad in Falllinie hoch. Das Ende scheint noch in weiter Ferne zu liegen, aber nach 40 Höhenmeter zweigt links ein Pfad ab, der mit „23, Kuhkopfsteig“ bezeichnet ist. Entspannt wandern wir nun auf dem schmalen Pfad weiter. Kiefern werden zahlreicher und der Boden wird immer sandiger. Vor uns taucht zwischen den Bäumen ein heller Hügel auf und es öffnet sich eine freie Fläche.

 Seit der Römerzeit wurde hier der Boden auf der Suche nach Erz durchwühlt, wie ein in diesem Gebiet gefundener Rundschacht römischen Ursprungs belegt. Im 2.-4. Jahrhundert nach Chr. herrschte im römischen Herrschaftsbereich zwischen Rhein und Maas eine verstärkte Nachfrage nach dem hier relativ seltenen Kupfererz. In Vorzeiten waren durch den porösen, wasserdurchlässigen Sandstein heiße Lösungen aus dem Erdinneren aufgestiegen, die Blei- und Kupfererze im Gestein ablagerten. Erzbergbau und Metallverhüttung waren in der Nordeifel weit verbreitet, da es Erze im Boden, Holz zum Anheizen der Schmelzen und Wasserkraft zur Weiterverarbeitung gab.

 

       

Engelsblick

 

Staubecken Obermaubach

 

Fischtreppe

 

Links am Talrand liegt ein Rastplatz mit herrlichem Blick nach Obermaubach und zum Stausee, daher hat dieser Platz sicherlich auch den Namen „Engelsblick“ erhalten. Etwas weiter zwischen den Kiefern steht eine Schutzhütte. Die haben wir heute aber nicht nötig und so folgen wir dem Pfad schon vorher links durch einen Kiefernwald den „Kuhkopfsteig“ bergab bis zu einem Forstweg (Abzweig Engelsblick 240m). Hier stoßen wir wieder auf die bekannten Wege und wandern zunächst links Richtung „Waldkapelle“, um nach 200m dem Wegweiser Obermaubach zu folgen. Einen Rechtsbogen des Forstweges schneiden wir geradeaus ab. Es ist ein ausgewaschener Hohlweg, dessen Entstehung hier eine Info-Tafel des Maubacher Entdeckungspfades erklärt. Durch ständiges Begehen und Befahren mit Fuhrwerken spülte Wasser erosionsanfällige Böden immer mehr aus und der Weg schnitt sich immer tiefer ein. Die starke Nutzung dieses Weges steht mit dem ehemaligen Erzabbau am Engelsblick in Zusammenhang.

Den Forstweg kürzen wir dann ein zweites Mal ab und erreichen entlang der Bahntrasse den Stausee und den Bahnhof zur Rückfahrt. Im Restaurant Strepp kann man sich die Wartezeit verkürzen oder wer mehr Zeit zur Verfügung hat macht einen Bummel über die Staumauer und besichtigt die angelegte Fischtreppe und schließt die Tour mit einer Kaffeepause im Café Flink ab.

 

Wir haben heute auf der Tour eine Strecke erlebt, die bedenkenlos als "Rursteig" bezeichnet werden kann und auch mit einer der Rheinsteigetappen mithalten kann. Zwar ist die Rur nicht mit dem Rhein zu vergleichen, aber die Charakteristik des Weges steht dem nichts nach. 

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ des Eifelvereins, Markierung meist Josef-Schramm-Weg und Buntsandsteinroute, teils Hasenacker 37 und Kuhkopfsteig 23;

Abkürzungen möglich: Km 7,2 hinter der L11 1,8km nach Nideggen-Brück, Km 9,2 am Rastplatz links 1,5km hinunter nach Zerkall, Km 12,4 Wegekreuzung „Mausauel“ links nach Obermaubach 1,5km, jeweils mit der Rurtalbahn zurück.  www.rurtalbahn.de

 

Strecke: 16,5 km Streckenwanderung, zurück mit der Rurtalbahn, nur unbefestigte Wege und Pfade außer (400m asphaltierter Rurradweg), teils mit alpinem Charakter und wunderschönen Aussichten.

 

Schwierigkeit: anspruchsvolle, aber sehr schöne Bergtour, Aufstiege 500m, Abstiege 520m; teilweise Trittsicherheit erforderlich. Entsprechend angepasst sollten auch die Schuhe sein. Zur Erleichterung helfen Stöcke. Als Alternative kann man die leichtere Rundtour „Felsensteig “ wählen, die einen Teil dieser Buntsandsteinfelsen streift. 

 

Einkehrmöglichkeit: in Abenden, Nideggen, Obermaubach, unterwegs mehrere schöne Rastplätze

 

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Rursteig auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

 

 

Touren:  Rursteigursprung l Rursteig 1 l Rursteig 2 l Rursteig 3 l Rursteig 4 l Rursteig 5 l Rurseetour l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kalltal Route l Kalltalrunde zum Anfang

 

 

    Rursteig 5

Bei dieser letzten Etappe begleiten wir die Rur auf ihren letzten Kilometern wie sie durch das Tor an der Hochkoppel die Eifel verlässt (Bild rechts) und in die weite Bördenlandschaft des Düren-Jülicher Raums eintritt. Der Blick reicht unterwegs bei klarem Wetter über viele Kilometer nach Norden, bis zum Siebengebirge und dem Kölner Dom. Die Wegnummer „72“ wird uns überwiegend bis Kreuzau den Weg zeigen.

 

Wir starten vom Parkplatz an dem Staubecken in Obermaubach. Hier gehen wir zunächst auf der „Seestraße“ ein Stück ruraufwärts und folgen nicht der „72“, weil wir gehört haben, dass in Obermaubach seit einigen Jahren Wein angebaut wird und wir uns diese Besonderheit einmal anschauen möchten. 

Aber das, was heute Seltenheitswert hat, war noch vor hundert Jahren nichts Außergewöhnliches. Viele Jahrhunderte wurde im Rurtal zwischen Monschau und Heinsberg in über 50 Orten Wein angebaut. Den ältesten urkundlichen Nachweis verdanken wir Kaiser Lothar I., der im Jahre 847 dem Kloster Prüm Weinberge im Rurtal schenkte. Seine Existenz verdankt der Weinanbau im Dürener Land den schwierigen Transportmöglichkeiten der vergangenen Jahrhunderte. Eisenbereifte Ochsenkarren machten einen Transport von der Mosel und dem Rhein fast unmöglich. Außerdem wollten die vielen kleinen und größeren Herrschaften und Klöster möglichst unabhängig bei der Beschaffung des eigenen Weinbedarfs bleiben. Die klimatischen Bedingungen waren für die Süße des Weines nicht gerade förderlich, und so verschwand mit der Zeit und mit dem Anspruch der Weintrinker die Rebe in der Eifel mehr und mehr. Aber immerhin hatte sich der Weinbau im Rurtal zwischen Heimbach und Düren bis zum Ersten Weltkrieg gehalten. In Obermaubach wurde bis 1911 Wein angebaut. 

 

       

Weinanbau am "Bovenberg"

 

Eifel-Wein

 

Wanderweg

 

Wir überqueren die Kreuzung mit der „Bergsteiner Straße“. Hier zeigt uns ein Holzwegweiser den Weg zum „Weinlehrpfad“. Die Straße „Im Naspel“ bringt uns links zum Friedhof, wo es rechts hinauf zum „Bovenberg“ geht. Der Wein scheint hier allgegenwärtig zu sein, denn rechts hat man eine Straße „Traubenweg“ genannt. Die Trauben finden wir nach der nächsten Linkskurve am Ende des Friedhofs (0,9km, 210m).

 

Die Arbeitsgemeinschaft Obermaubach nahm 1991 die historische Bedeutung des Weinbaus im Rurtal zum Anlass 14 verschiedene Rebsorten - gleich 160 Pflanzen - in die Erde zu bringen. Seit dieser Zeit hegt und pflegt die Arbeitsgemeinschaft ihren Weinberg hier am „Bovenberg“. Seit 1994 feiert sie an diesem Ort auch ihr Weinfest. 

Die Straße führt um den Weinberg herum weiter bergan. „In den Weinbergen“ erinnert ein weiterer Straßenname an die ehemalige Weinanbautradition. Weiter geradeaus stoßen wir auf eine Ortsstraße, wo einige Meter rechts ein unbefestigter Weg zwischen zwei Grundstücken links bis zum „Fasanenweg“ führt. Hier gehen wir zunächst links um nach wenigen Metern rechts erst über Treppen zur Straße „Auf dem Fußberg“ abzusteigen. Links verlassen wir dann nach ca. 100m Obermaubach und wandern auf dem Feldweg mit der „73“ geradeaus. Wir folgen hier dem rechts zu Tal fließenden kleinen Rinnebach bis wir auf einen Querweg stoßen, wo ein Wegweiser rechts nach „Bogheim 1,5km“ zeigt und wir diesem folgen. Wir überqueren den Bach und ändern somit unsere Wanderrichtung jetzt nach Nordost und damit bewegen wir uns auch wieder rurabwärts. An der nächsten Wegegabelung halten wir uns zunächst links, um dann nach einem kurzen Anstieg rechts der „72“ zu folgen. Durch eine wellige Feld- und Wiesenlandschaft mit bewaldeten Hängen geht es entspannt weiter bis nach ca.400m die „72“ rechts abbiegt und wir weiter geradeaus zunächst der „33“ folgen. Der folgen wir auch weiterhin, wenn links ein Asphaltweg mit (83) abzweigt. Der Schotterweg führt uns in einen Mischwald, der leicht bergan steigt. Am Ende der Steigung weitet sich der Blick über die Feldfluren hinunter nach Untermaubach und das darüber liegende Bilstein, das wir bei unserer Tour noch passieren werden. Am Ende des linken Feldes biegen wir ab und wandern hier ohne Markierung auf das kleine 250 Seelenörtchen Bogheim zu. Lassen es aber beim nächsten abgehenden Weg rechts liegen und gehen weiter am Waldrand entlang. Erst an einem Bolzplatz betreten wir mit einer Asphaltstraße und dem Wegzeichen „53“ das Örtchen und folgen diesem auch an der nächsten Ortsstraße nach links. Nach Überquerung einer weiteren Straße steigt der Weg nun mit jedem Meter bis zum Ende steil bergan. Oben erreichen wir den auf 300m Höhe liegenden Eifelblick „Schafsbenden“. Es lohnt eine Rast einzulegen, um das Panorama zu genießen. Eine Wandertafel beschreibt einzelne Blickpunkte, wobei der Fernblick in östlicher Richtung über die Zülpicher Börde bis hin zur Ville und zum Siebengebirge, sowie an klaren Tagen sogar bis zum „Kölner Dom“ reicht. 

 

 

Eifelblick „Schafsbenden“   Durch das Tor an der Hochkoppel (aufsteigender Qualm) verlässt die Rur die Eifel

 

Weiter geht es (72) zunächst leicht am Waldrand hinunter und rechts mit weiteren Aussichten über das tief in das Gebirge eingeschnittene Rurtal zum gegenüberliegenden Höhenzug der „Mausauel“ mit Kuhkopf und dem Burgberg mit dem „Krawutschketurm“. An der K31 müssen wir ca. 100m an der Straße entlang gehen, um dann links auf dem Parkstreifen neben der K27 bis zum Waldrand zu gelangen.

 

Dort wandern wir rechts auf dem Schotterweg mit „72“ und „83“ weiter. Der Blick schweift hier über das Rurtal mit seinen Dörfern hinüber zur „Mausauel“. Deutlich ist nun zu sehen wie die Eifel in die Niederrheinische Bucht abfällt. Ein kleines Waldstück gönnt den Augen einmal eine Erholung von dem „In die Ferne Schweifen“. Aber schon öffnet sich wieder der Wald und wir stoßen auf ein Asphaltsträßchen, wo wir mit „83“ rechts bis zu einer Ortsverbindungsstraße weitergehen. Hier geht es links ca. 50m an der Straße entlang und wir biegen dann rechts in den Feldweg ein, der mit Pappeln gesäumt ist. Hinter der Pappelreihe nutzen wir rechts den Grasweg (ohne Markierung), um in den Ort zu gelangen. Auf der Ortsstraße erreichen wir rechts vorbei an dem Landgasthof „Künster“ den Bilsteiner Weiher, wahrscheinlich ein ehemaliger Löschteich. Diese Idylle lädt zu einer kleinen Pause ein. Der Gasthof ist leider nur des Abends geöffnet, wenn sich die Dorfgäste nach getaner Arbeit bei einem Bier zu einem Schwätzchen treffen.

 

       

Blick ruraufwärts zum Burgberg

 

"Pfarrer Stoffels Pfad"

 

Rursteig

 Weiter wandern wir gegenüber der Kapelle St. Christian“ von 1896 einen dunklen urigen Pfad den Hang hinab und halten uns an der Gabelung links mit dem schwarzen Dreieck des Eifelvereins. Es ist ein schmaler Pfad am oberen Rand des Rurtales. Rechts finden wir einen tischhohen Stein mit der Aufschrift „Pfarrer Stoffels Pfad“. Der Name erinnert an Hubert Stoffels, der von 1967 bis 1971 Pfarrer in Untermaubach war. Er soll ein Mann so recht nach dem Herzen der Untermaubacher gewesen sein. Von ihm werden viele Geschichten erzählt. Es ist ein schmaler im steilen Berghang verlaufender Pfad und zeigt, dass der Wanderweg durchaus seinen Namen „Rursteig“ verdient. Konglomeratgeröll finden wir hier, und unterhalb des Pfades tauchen senkrecht abfallende Felsbastionen auf, die das Rurtal als Eckpfeiler abgrenzen. 

 

Untermaubach mit Burg

 

Zwischendurch ergeben sich immer wieder Aussichten in das Rurtal, wo besonders der Bau der Burg Untermaubach auffällt. Stellenweise scheint dieser herrliche attraktive Bergpfad zu verwildern, was auf eine geringe Nutzung hindeutet, denn er ist den Naturschützern ein Dorn im Auge und wollen ihn ganz unwegsam machen. So verläuft der Eifelvereinsweg „5“ (Willibrordusweg) schon auf der Höhe unspektakulär am Waldrand entlang. Uns zwingen umgestürzte Bäume an einigen Stellen zum Klettern. Die freien Hangflächen sind im September in herrliches Lila gefärbt. Dann erhebt sich vor uns senkrecht aus dem Rurtal aufsteigend ein Pfeiler noch höher als andere in den Himmel. Ein Kreuz, das von einem Heimkehrer aus dem ersten Weltkrieg gespendet wurde, schmückt seinen Gipfel. Die „Hochkoppel“ ist der letzte der vielen Buntsandsteinfelsen des Rurtales, die wir auf unserem „Rursteig“ erleben. Hier ist gleichzeitig das nördliche Tor der Eifel und für die Rur der Eintritt in die Niederrheinische Bucht. Der Pfad steigt nun wieder hinauf auf ein freies Plateau. 

Hochkoppel

 

Diese Hochfläche wird durch die senkrecht abfallenden Felsen im Südwesten sowie dem steil und schlecht begehbaren Süd- und Osthang zum Rurtal begrenzt. Die Nordseite bildet ein schmales Trockental (Wippertsgraben). Für die damals hier lebenden Kelten war dieser von der Natur trefflich gesicherter Platz eine natürliche Festung. Der einzige ungeschützte Bereich im Nordwesten wurde von ihnen durch einen 170m mehr oder weniger jetzt noch erhaltenen 5-10m breiten und 3m hohen Wall gesichert und damit zu einer Befestigung ausgebaut. Reichliche Aschereste zeigten durch eine Walluntersuchung, dass die Anlage durch einen Brand zerstört wurde. Das dürfte kurz vor Beginn der römischen Zeit im Rheinland geschehen sein. 

Oben wandern wir auf dem Asphaltweg zunächst links und biegen an einer Bank mit dem Flurnamen „Auf dem Hemgenberg“ rechts in den Wirtschaftsweg ein und erreichen mit dem Wegzeichen „12“ einen kleinen Rastplatz. Hier informiert eine Gedenktafel an das zwischen „Hochkoppel“ und Wippertsgraben untergegangene Dorf „Hemgenberg“. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der nahe des Keltenwalls gelegene „Weiler Hemgenberg“, zwischen 1402 und 1423. Vor dem ersten Weltkrieg erlosch alles Leben im Weiler „Hemgenberg“ und der Ort wurde totale Wüstung. Nichts deutet mehr auf den früheren Weiler hin.

 

Auf dem Graspfad wandern wir entlang des Waldes leicht bergab zu einem Wirtschaftsweg, den wir spitzwinklig links oberhalb des „Wippertsgraben“ am Keltenwall vorbei weitergehen. Durch die Ausläufer des Grabens stoßen wir auf einen Feldweg, dem wir zunächst 160m links folgen und dann rechts auf den Wald zu gehen. Unterwegs ergeben sich schöne Ausblicke auf den Ort Winden und das Rurtal. Rechts am Waldrand entlang führt uns die „12“ dann links auf einem schmalen Pfad in die Bilsteiner Heide. Zwischen Heidesträucher gehen wir leicht bergan und geradeaus an einer Bank vorbei verlassen wir wieder den Heidebereich. Vor Ende des Waldes führt uns ein kleiner Abstecher links noch zum Eifelblick „Hemgenberg“ (10,8km, 244m), an dem uns eine Sitzgruppe mit wunderbarem Fernblick zur Rast einlädt. 

 

       

Lust zum Rasten?

 

Winden

 

erntereife Obstwiese

 Zurück zum Abzweig folgen wir dort der „72“ und im weiteren Verlauf auch der „12“ und stoßen auf einen Asphaltweg, den wir rechts weitergehen. Die Aussicht ist  oberhalb des Rurtales phantastisch. Der Blick schweift über die unter uns liegenden Orten im Rurtal bis zu der in die Ferne sich erstreckende Niederung. Wir wandern durch die Flur „Am Schauert“ mit seinem Sendemast und einem mehrere Meter hohen Kreuz abwärts bis zur K29 und dort vorbei am Friedhof wieder mit dem Wegzeichen „72“ am Krebsberg mit Streuobstwiesen entlang. Die Streuobstwiesen prägen seit 200 Jahren das Landschaftsbild. Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen. Wir entdecken verwilderte und gepflegte, eingezäunte Wiesen. Dort verhindert Schafbeweidung, dass die Weiden nicht wieder überwuchert werden. Diese vom Menschen geprägte Landschaft wird besonders gern vom Steinkauz bevorzugt. Am liebsten nistet er in Baumhöhlen alter Obstbäume. Diese kleine Eulenart ist in den letzten Jahren fast verschwunden. Aber gerade hier im Rurtal gibt es eines der letzten Vorkommen in ganz Deutschland. In milden Frühlingsnächten kann man den Steinkauz in Winden noch rufen hören. Es ist der typische Ruf, der in Gruselfilmen die Spannung steigert.

Der Name des Ortes Winden kann auf das lateinische vinum = Wein zurückgeführt werden. Die künstlich angelegten Terrassen auf den unmittelbar westlich angrenzenden Höhen sind heute noch sichtbare Beweise des früheren Weinanbaus.

Da, wo der Asphaltweg links abknickt, wandern wir geradeaus auf einem Wiesenweg. Ein tief eingeschnittener Graben zwingt uns zu einer kleinen Schleife, um zur anderen Seite zu gelangen. Hier stoßen wir auch wieder auf den Weg „62“, den wir mit dem Wiesenweg verlassen hatten. Hinter einem eingezäunten Grundstück führt uns das Wegzeichen rechts hinunter in den Wald. Auf einer freien Wiesenfläche entdecken wir rechts im Talhang Dutzende Herbstzeitlosen. Der Wiesenweg endet an einem Asphaltweg, den wir mit „62“ rechts hinunter gehen bis zu einem einzelnen Haus, wo wir in den links abgehenden Pfad ohne Markierung einbiegen. Wir wandern nun oberhalb des Kreuzauer Mühlenbaches bis zur K29 an der wir rechts entlang der Hoeschverwaltung zur Rurbrücke (14,3km, 145m) gelangen.

 

Das rechts liegende repräsentative Gebäude errichtete 1742 Leonhard Hoesch als Herrensitz mit angeschlossener Eisenschneidmühle Sie gab schließlich dem Ortsteil auch den Namen Schneidhausen. Das Haus „Schneidhausen“ erlebte verschiedene Epochen der Familie Hoesch und ist heute Mietshaus der Gesellschaft „Hoesch Metall- und Kunststoffwerk“.

 

       

Herbstzeitlose

 

ehem. Schoeller Herrensitz

 

Rur Ade!

 

An der Rurbrücke verlässt uns jetzt die Rur, sie fließt Richtung Düren und Jülich der Maas entgegen. Wir wandern jetzt noch zum Bahnhof von Kreuzau, um nach Obermaubach zurückzufahren. Dazu gehen wir hinter der Rurbrücke 100m den Rurradweg flussaufwärts und biegen dort in den Fußweg ein. Entlang der Rur wandern wir bis zur nächsten links über den Mühlenteich führende Brücke. Hier finden wir auch wieder das Logo der „Buntsandsteinroute“ vor, das uns auf dem „Rursteig“ von Heimbach bis Obermaubach immer wieder begleitet hat. Jetzt führt es uns zum Bahnhof, wo die Wanderung auf dem „Rursteig nach 5 Etappen endet. 

 

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ des Eifelvereins, Rucksackverpflegung, tlw. "Panoramaweg West 72"

 

Strecke: 15,5 km Streckenwanderung, zurück mit der Rurtalbahn ( www.rurtalbahn.de ), außerhalb der Orte fast nur unbefestigte Wege und Pfade abwechslungsreich mit Wald, Wiesen, Felder und wunderschöne Aussichten in die Niederrheinische Bucht.

 

Schwierigkeit: mittel, 300m langer Anstieg mit 50 Höhenmeter zum Eifelblick „Schafsbenden“, Aufstieg 265m, Abstieg 295m

 

Einkehrmöglichkeit: in Obermaubach und Kreuzau

 

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Rursee

Rurseetour

unterwegs zu Lande und zu Wasser

 

Die Landschaft der Nordeifel ist geprägt vom Wasser. Zum Zwecke des Hochwasserschutzes, der Energieerzeugung sowie der Trink- und Brauchwasserversorgung des Aachener und Dürener Raumes ist seit über hundert Jahren eine Seenlandschaft entstanden, die heute ein beliebtes Ausflugsziel ist. Einer der neun Stauseen ist der Rursee und mit 203 Mio. cbm Fassungsvermögen der zweitgrößte Stausee Deutschlands. Nur der Bleilochstausee in Thüringrn ist größer. Diese Landschaft wollen wir heute zu Lande und zu Wasser näher kennen lernen.

 

 Startpunkt ist der Parkplatz „Büdenbach“ (290m ü.NN) in Schwammenauel (gebührenfrei, zweiter P hinter der Staumauer). Hier beginnt auch unser Wanderweg, der bis Rurberg durch den Nationalpark Eifel verläuft. Zunächst wandern wir 1,6km auf bequemen Weg entlang des Sees. Dann zweigt links mit dem Wegweiser „Hirschley 2,7km“ ein Weg ab, den wir nun 1km bergauf durchs Hohenbachtal folgen. Dann führt uns der Wegweiser „Hirschley 1,7km“ rechts über einen Pfad hinauf bis zu einem Forstweg (3,4km, 435m ü.NN), wo der Anstieg endet. Hier wenden wir uns nach rechts bis wir auf einen neu angelegten barrierefreien Naturerlebnis-Wanderweg stoßen. Auf dem oberen Weg wandern wir nach rechts weiter, – der untere führt hier ins Tal nach Rurberg. Nach 600m erreichen wir den Aussichtspunkt „Hirschley“ (4,3km, 470m ü.NN). Man genießt hier vom Kermeter, wie der von uns bestiegene Höhenrücken heißt, wohl den schönsten Blick auf den Rursee, der mit vielen Windungen im wahrsten Sinne des Wortes zu unseren Füßen liegt.

 

Rursee von der Hirschley

  

Der Kermeter ist ein großes zusammenhängendes Waldgebiet, das schon Karl der Große gern als Jagdgebiet nutzte. Im Römischen Reich führte die Straße, die Köln mit Reims verband, über den Kermeter. Als Napoleon das Rheinland eroberte, war dieser Bergrücken fast abgeholzt. Heute ist er Teil des Nationalparks Eifel, wo die Natur sich selber überlassen bleibt und mit der Zeit in einen urwaldähnlichen Zustand zurückgeführt werden soll. 

 

       

Schwammenauel

 

Rastplatz Hirschley

 

Obersee, Überlauf

 

 Weiter geht es zurück bis zum Hauptweg, wo wir uns nach rechts wenden. Vorbei wandern wir am Rastplatz „Paulushof“ Richtung „Rurberg 2,8km“ (490m). Ein bequemer Weg führt uns zum Honigberg mit Sendemast (5,9km, 480m). 400m weiter zweigt rechts ein Pfad, „Rurberg 1,8km, ab“. Es wird nun immer steiler. Unterwegs zeigt ein Wegweiser links zum Obersee. Wir wandern aber weiter geradeaus und gelangen bald in vielen Kehren hinunter zum Staudamm „Paulushof“ (283m ü.NN), wo die Rur zum Obersee aufgestaut wird. Das Wasser dient der Trinkwasserzubereitung; somit ist hier jeglicher Wassersport untersagt. Die beiden Ausflugsboote fahren mit einem Elektromotor.

 Gemütlich und mit Hochgenuss die Landschaft betrachtend geht es über die Staumauer und am Ende rechts über eine zweite. Diese staut den Eiserbach zu einem Freizeitbad auf. Weiter wandern wir rechts auf der Seeuferstraße zur Anlegestelle der Rurseeschifffahrt. Wer hier nach 8km die Tour beenden möchte, kann mit dem Schiff zurück nach Schwammenauel fahren. Diejenigen, die sich aber noch ca. 6 Kilometer zur nächsten Schiffsanlegestelle bis Woffelsbach zutrauen, wandern auf bequemen Weg immer am See entlang und umrunden somit die Höhe von Rurberg. Wassersport wird hier intensiv betrieben, wie wir an den vielen Bootsstegen und Segelboote erkennen können. Sie verleihen dem See und der Landschaft ein südländisches Flair. 

 

       

Rurberg

 

Kapelle Woffelsbach

 

Woffelsbach

 

 Der Weidenbach, der fjordähnlich in den See mündet, zwingt uns zu einem großen Bogen. Die Beschilderung ist hier sehr dürftig, daher müssen wir auf den schmalen Pfad mit der Nr „4“ achten, der bei dem Linksbogen des "Seerandweg" rechts hinter Haus Nr. 12 abzweigt und  uns über den Weidenbach Richtung Woffelsbach führt. An der St. Wendelinus Kapelle vorbei gelangen wir rechts über den Promenadenweg zur Anlegestelle. Die „Aachen“ oder die „Stella Maris“ bringen uns in 25 Minuten nach Schwammenauel, von wo wir über die Staumauer in einer Viertelstunde unseren Ausgangspunkt erreichen. Die Staumauer wurde von 1934 bis 1938 gebaut und 1961 um 20m auf 77m über Gründungssohle erhöht.  

Als Alternative gibt es noch die Möglichkeit von Rurberg mit dem Schiff bis „Eschauel“ zu fahren (auch Einkehrmöglichkeit) und anschließend bequem am See entlang zur Staumauer „Schwammenauel“ (ca. 5km) und zum Ausgangspunkt  zurück zu wandern. 

 

Information: Wanderkarte Nr. 2 „Rureifel“ des Eifelvereins; bis Rurberg (Nationalpark Eifel  www.rhein-eifel.tv/nationalpark-eifel.htm ) ist  die

 

Eschauel

Wegweisung sehr gut, zwischen Rurberg u. Woffelsbach ist im Weidenbachtal das Zeichen "4" schwierig zu finden. Im Frühjahr ist die günstigste Zeit, wenn die Blätter der Bäume die Aussicht weniger versperren. Angenehm bei hohen Temperaturen, da der Weg bis Rurberg meist durch Wald verläuft. 

 

 

Streckenlänge: 8km bis Rurberg, bis Woffelsbach 14km, Alternative von Rurberg mit Schiff bis „Eschauel“ und 5km bis Schwammenauel,: zusätzlich 1km von Schwammenauel zum Parkplatz

 

Schwierigkeit: gering, 900m langer Anstieg aus dem Hohenbachtal, sehr steiler Abstieg vom Honigberg bis Staudamm „Paulushof“; feste Schuhe mit Profilsohle sind empfehlenswert. Aufstiege 305m, Abstiege 315m

 

Einkehrmöglichkeit: in Rurberg, Woffelsbach und Schwammenauel 

 

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Rund um Schmidt

durch vier Täler und mit herrlichen Aussichten

 

 

 

 

Auf einem lang gestreckten Bergrücken liegt in der Nordeifel, begrenzt von den Tälern der Rur und der Kall, der Ort Schmidt. Bodenfunde zeigen, dass schon vor fast zwei Jahrtausenden das Leben hier vorbeiflutete. Man nimmt an, dass eine römische Heerstraße, die von Köln über Nideggen kommend weiter Richtung Simmerath verlief und den Ort berührte. In alten Urkunden heißt der Ort „auf Schmitten“. Man erzählt, dass der Ort seine Entstehung einer Schmiede Karls des Großen zu verdanken habe, wobei nach Legenden Karl der Große bei der Namengebung vieler Orte in der Eifel Pate gestanden hat. Fest steht, dass in der Gemeindeflur schon früh Eisenerz gefunden, verhüttet und verarbeitet wurde. 

Wer heute den Ort besucht wird Fachwerkhäuser, wie es noch viele Eifeldörfer vorzeigen können, vermissen. Schmidt wurde am Ende des 2. Weltkrieges zu 90% zerstört. Der Bergrücken galt als strategisch wichtige Anhöhe und sollte in den amerikanischen Kriegsvorbereitungen im Oktober 1944 als rechte Flanke den Vorstoß zum Rhein sichern

Die so genannte "Allerseelenschlacht" endete aber schon nach wenigen Tagen für die Amerikaner in einem Desaster. Die Kämpfe in der Region hörten jedoch erst am 09.02.45 mit der endgültigen Einnahme von Schmidt und seiner völligen Zerstörung durch die Amerikaner auf.

 

St. Mokka

  An der Kirche St. Hubertus in Schmidt starten wir heute unsere Wanderung. Im Volksmund trägt sie den Namen St Mokka“. Nach dem Kriege bauten die Bewohner ihre zerstörten Häuser mit dem Gewinn aus dem Schmuggel von Kaffee über die nahe gelegene Grenze wieder auf. Dies blieb dem damaligen Pfarrer Josef Beyer natürlich nicht verborgen. Mit dem Wiederaufbau der Kirche ging es zunächst etwas weniger zügig voran. So sagte er in einer Predigt: „Ich weiß, dass ihr Kopfschmerzen vom vielen Geld bekommt. Bei mir ist es umgekehrt, weil ich nicht weiß woher ich das Geld für den Wiederaufbau der Kirche nehmen soll“. Ab jetzt opferten die Schmuggler einen Teil ihres Gewinns aus dem Kaffeegeschäft für den Wiederaufbau der Kirche. Daher stammt der Name St. Mokka.

 

 Mit verschiedeRurseenen Wandermarkierungen 20, 60, 80 (20 Nationalparkrandweg, 60 Schmugglerweg, 80 Kreuzweg des Friedens). geht es auf dem „Kirchweg“ vorbei am „Hotel Roeb“ Ein Fußweg entlang des Friedhofs bringt uns zur „Bergstraße“. Geradeaus gesellt sich der „Schmidter Panoramarundweg 40“ noch zu den anderen Markierungen. Diese Wegenummer zeigt uns die nächsten drei Kilometer den Weg. Die vielen Markierungen zeigen, dass Schmidt eine große Auswahl an Wandermöglichkeiten zu bieten hat. Auf der „Steinsrott“ biegen wir hinter Hs. 11 links ab (20,60,80). 

 

       

Morgennebel über dem Rurtal

 

Herbststimmung

 

Rursee

 

 Dort öffnet sich ein herrlicher Panoramablick nach Süden, den wir auf dem Wirtschaftsweg links weiter erleben. Der Blick geht über das im Frühnebel noch liegende Rurtal zum mächtigen Bergrücken des „Kermeters“ im Nationalpark Eifel. Tief eingebettet in einer herbstlichen Landschaft liegt dort unten noch nicht zu sehen der Rursee, der erst im weiteren Verlauf erscheint. Bänke laden immer wieder zum Genießen ein. Die hinunter nach Eschauel zum Sonnenstrand und Schiffsanlegestelle führende Straße lassen wir rechts liegen und wandern weiter geradeaus. An der nächsten Straßenkreuzung biegen wir rechts ab (19 Eifeler Steilküste, 20, 40, 50 Rurseeblicke). Unser Hauptwegweiser „40“ führt uns anschließend im „Erzenreich“ links weiter,

Der Name erinnert an die Eisenerzfunde an den Hängen des Rurtales. Wo schon die Römer nach Eisenerz suchten.

Zwischen Ferien- und Wochenendhäuser geht es anschließend auf einem Fußweg im Hang weiter, dabei ignorieren wir den rechts talwärts führenden Wanderweg und gelangen geradeaus zur „Simonsley“ (2,3km, 415m). Ein wunderschönes Rurseepanorama breitet sich vor uns aus. „Schöne Aussicht“, besser kann man diesen „Eifelblick“ nicht bezeichnen.  

still ruht der See

 Der Name „Simonsley“ verweist auf Simon Kremer, der Besitzer einer Eisenhütte in Simonskall war. Er besaß an dieser Stelle im 17.Jh. Abbaurechte und betrieb eine Eisenerzgrube. Bis ins 19. Jh. wurde hier Eisenerz abgebaut. Noch heute findet man in der Umgebung ehemalige Stollen und Pingen mit Erdhügel, die auf eine rege Grabungstätigkeit schließen lassen.

 Von der „Simonsley“ erreichen wir nach ca 200m die „Hubertushöhe“ mit einem weiteren tollen Ausblick. Vom Aussichtspunkt halten wir uns halblinks und kommen an den Waldrand mit freier Sicht über die Feldflur nach Schmidt. Hier verläuft unser Weg nun rechts am Waldrand bis zum Grundstück der „Jugendstätte Rursee“. Links am Zaun entlang stoßen wir auf die Landesstraße 218, die aber nicht betreten wird, denn parallel der Straße gelangen wir bis zur Zufahrt der Jugendstätte. Dabei passieren wir einen Bildstock, der als heimatliches Wegzeichen hier am Pilgerweg nach Heimbach errichtet wurde. An der Zufahrt queren wir die Straße und wandern geradeaus mit Blick zum Burgberg mit dem Krawutschketurm. Weiter auf der Höhe und inmitten der freien Feldflur bietet sich ein weitläufiges Panorama. Links von Schmidt zu den gegenüberliegenden Höhen mit den Orten Brandenberg und Bergstein, bis rechts zur Burg Nideggen reicht der Blick. Wir bleiben auf dem nicht markierten Asphaltweg, der leicht hinunter zum Waldrand führt und am Ende der freien Ackerfläche betreten wir rechts den Wald. Hier stoßen wir auch wieder auf die „40“. Es sind aber nur noch 200m, die wir gemeinsam mit diesem Weg ins Tal wandern. Denn dann trennen sich unsere Wege und wir folgen spitzwinklig den nach rechts verlaufenden „Schmidter Tälerweg 90“, der im weiteren Verlauf unser Wegweiser ist. Ca. 600m wandern wir durch dieses idyllische Tal. In bunten Herbstfarben leuchten die Blätter der Bäume im linken Talhang. Es ist der "Schliebach" oder auch "Schlehbach" genannt, der hier sanft und leise durch eine Talaue fließt  Der Grasweg ist ziemlich aufgewühlt von Wildschweinen und auch Mountainbikern haben zur Verwüstung beigetragen. 

 

       

Es grüßt die Burg Nideggen

 

Kaldenbachhütte

 

Herbst im Schliebachtal

 

Am Ende stoßen wir auf einen kleinen Platz mit Schutzhütte. Tisch und Bänke und für die ganz bequembedürftigen Wanderer stehen sogar Holzsessel bereit. Weiter führt unsere Route auf der anderen Bachseite rechts auf einem sonnendurchfluteten Forstweg. Die Natur leuchtet in allen Farbvarianten vom hellen Gelb über dunkles Grün bis zu Rot und Braun. Nach 2,5km verlassen wir diesen malerischen Wald und die Landschaft öffnet sich zum Rurtal mit Blick zur Burg und den senkrechten blanken Buntsandsteinfelsen. Diesen Blick wollen wir weiter genießen und weichen nach ca. 100m links vom Hauptweg ab und nutzen hier sichtbare Fahrspuren von Traktoren als Weg bis wir an einer Hecke rechts auf den Wanderweg „57 Abenden-Brück“ stoßen. 

 

       

Hoch oben thront die Burg

 

Eugenienstein

 

Blick zum Burgberg

 

 Von einer Bank kann man das herrliche Rurtalpanorama betrachten und genießen.

200 Millionen Jahren hat die Natur für die Entstehung dieser Landschaft benötigt. Auf dem damaligen Festland wurden unter wüstenartigem Klima Schotter, Kies und Sand abgelagert, wobei eine uralte Schwächezone, die sog. Nord-Süd-Zone der Eifel, als Absatzbecken diente. Dann begann vor ca. 60 Mill. Jahren sich der Gebirgsrumpf zu heben, was zur Folge hatte, dass die frei mäandrierenden Flüsse sich ihr Bett tiefer gruben. Durch Verwitterung zerfiel das Gestein und wurde von der Rur abtransportiert. Die zahlreich härteren Felsklippen an den Hängen des Rurtales blieben als Härtlinge erhalten. So haben sich in den letzten zwei Millionen Jahren das Talsystem und damit das heutige Landschaftsbild geprägt.

Die freie Sicht begleitet uns auch beim Weiterweg, wo wir nach einer Schutzhütte die L246 queren und dort aussichtsreich weiter wandern. Der nächste rechts abgehende Grasweg (ohne Markierung) bringt uns hinunter wieder auf den „Schmidter Tälerweg 90“, der uns links an die Straße und zu einer Bahnüberführung leitet. Auf der anderen Seite des Bahndammes führt der Pfad links zum Infopunkt Zerkall. Hier stehen genügend Bänke und Tische zu einer Rast bereit.

 Beim Weiterweg ignorieren wir zunächst das Wegzeichen „90“, das zur Straße leitet. Wir möchten noch einen kleinen Abstecher durch das 200 Seelendorf Zerkall machen. Dazu halten wir uns rechts und queren mit der „Stegbend-Brücke“ die Rur. Links erreichen wir nach einer nochmaligen Überquerung des Flusses das Örtchen Zerkall. Von der Brücke ist wenige Meter ruraufwärts rechts die Mündung der Kall in die Rur zu sehen. Dieses Flusstal werden wir mit den nächsten drei Kilometern besuchen. An der „Bergsteiner“ Straße folgen wir dem „Kalltalweg 25“, der führt uns dann links auf der „Gustav-Renker-Straße“ zur Papierfabrik.

Schon 1512 befand sich an der Stelle der heutigen Papierfabrik eine wassergetriebene Mühle, die im Laufe der Zeit als Schleif-, Walk- und Ölmühle diente. 1887 stellte man auf Pappen um. Heute ist das Büttenpapier unter der Marke „ZERKALL-BÜTTEN“ weltweit bekannt, u.a. wurde 1949 das Deutsche Grundgesetz darauf gedruckt.

 

       

Zerkall

 

Kallquerung einmal

 

Kallquerung ein zweites Mal

 

An der Papierfabrik vorbei begleiten wir die Kall. Ein Pfad führt dann links direkt an den Bach mit einem herrlichen Fotomotiv. Wir queren die Kall und es öffnet sich die Talaue und gibt den Blick auf ausgedehnte Wiesen frei. Es ist ein angenehmer sonniger Weg, der im Herbst mit wärmenden Sonnenstrahlen die Wanderer begeistert. In den Genuss kommen jetzt auch die Wanderer, die vom Infopunkt der Markierung „90“ gefolgt waren und jetzt zu uns stoßen. Die Kall wird ein weiteres Mal mit einem Holzsteg überquert, wo sonnenhungrige an dem kleinen Rastplatz sich verwöhnen lassen. Die Sonne begleitet uns weiterhin auf dem Weg durchs Kalltal. Ein asphaltierter Wirtschaftsweg bringt uns auf die andere Talseite zu einer Schutzhütte. 

 

       

Kalltal

 

Im Drovebachtal

 

Blick über Wolfskaul nach Nideggen

 

Ein Holzwegweiser „Schmidt 4,1km, Www 90““ zeigt hier rechts steil bergan in den Wald. Wir möchten die Sonne noch etwas länger genießen und folgen dem unteren Weg „25“. Der Weg steigt allmählich an und führt uns schließlich mit einem großen Linksbogen in das „Drovebachtal“, Der „Kallweg 25“ biegt dann rechts ab. Wir folgen aber dem romantischen Tal langsam bergab.

Ein Holzschild „Blumenparadies Drovebachtal“ am linken Wegesrand lässt auf eine reiche Blumenpracht vermuten. Zur Zeit der Narzissenblüte verwandeln sich die Wiesen in ein gelbes Blütenmeer. Unterwegs gesellt sich der „Schmidter Tälerweg 90“ wieder hinzu.

 

Am vorläufigen Anstieg treffen wir auf einen Querweg, dem wir links folgen. Am Berghang entlang, leicht ansteigend, endet rechts eine Wiese, hinter der nun mit dem Grasweg das steilste Wegstück zu meistern ist. Kräftig ins Schwitzen geraten wir, da die Sonne es auch nochmals besonders gut mit uns meint. An einem Querweg lädt dann eine Bank zum Verschnaufen und Zurückschauen ein, um das herrliche Panorama zu bewundern. Der „Schmidter Panoramarundweg ist hier zu uns gestoßen, der bei dieser Aussicht den Namen zurecht trägt. Mit ihm steigen wir nun weiter bergan. Mit der Höhe erscheint auch wieder beim Blick über den Ortsteil „Wolfskaul“ am Horizont die Burg Nideggen. An einem Teerweg endet der steile Aufstieg, Rechts erreichen wir die ersten Häuser von Schmidt, wo wir dem Wegzeichen „90“ folgend über die „Froitscheidter“ Straße und später die „Römerstraße“ links auf einem Fußweg zum Ausgangspunkt gelangen.

 

Blick über die Eifelhöhen

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel,“ bzw. Nationalpark-Karte Nr. 50 des Eifelvereins, Markierung meist. örtl. Wanderwege „40 Panoramaweg“ und „ 90 Schmidter Tälerweg“

 

Diese Tour ist besonders im Herbst lohnenswert, da sie zusätzlich neben den vielen aussichtsreichen Blicken meist Bachauen mit Laubwald durchstreift und dessen Blätter die Landschaft  in ein buntes Farbenbild verzaubert. Wer nach der Zeitumstellung auf Winterzeit die Tour unternimmt und die Sonne voll genießen möchte, sollte frühzeitig aufbrechen. 

 

Strecke: 17,2 km Rundwanderung, meist unbefestigte Wege, keine Abkürzungsmöglichkeit;

 

Schwierigkeit: mittelschwer, denn zurück nach Schmidt müssen 250 Höhenmeter überwunden werden, die am Ende der verhältnismäßig langen Strecke einige Kondition verlangen.. Auf- und Abstiege: 360m

 

Einkehrmöglichkeit: in Schmidt, unterwegs keine

 

 

GPX-Track:  Schmidt 4 Tälerrunde.gpx   (Link speichern unter)

 

 

 

 

 

 

Touren: Rurtalpanorama l Rursteigursprung l Rursteig 1 l Rursteig 2 l Rursteig 3 l Rursteig 4 l Rursteig 5 l Rurseetour l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kaltall Route  l obere Kalltal Route l Kalltalrunde l zum Anfang

 

 

Obere Kalltal-Route

 

 

Die Kall entspringt bei Konzen im Hochmoor des Hohen Venns. Viele kleine Rinnsale sammeln sich zu Gräben, und aus dem Zusammenfluss mehrerer solcher Moorbäche, deren Quellen im Paustenbacher Venn beim „Entenpfuhl“ liegen, entsteht kurz vor Lammersdorf ein erkennbarer Bach, die Kall. Sie ist mit ihren Nebenbächen geprägt durch eine überwiegend naturnahe Aue mit ausgedehntem Feucht- und Nassgrünland, das überwiegend unter Naturschutz steht. Kurz hinter Lammersdorf hat der Bach sich schon tief in das Gebirge eingeschnitten und bildet wenig später die Kalltalsperre. Diese Landschaft östlich und südlich von Lammersdorf werden wir heute durchstreifen.

Wir starten unsere Wanderung auf dem Parkplatz an der Kirche in Lammersdorf und gehen hinüber zur B399 und folgen rechter Hand der „Kirchstraße“ bis Haus 46. Dort biegen wir links in „Scholls Gäßchen“ ein. Das Wegzeichen des Dorfrundgangs (weißer Pfeil auf blauen Grund) zeigt ebenfalls in diese Richtung. Schon nach wenigen Metern haben wir den Ort verlassen und wandern entlang alter Buchenhecken. Links schweift der Blick über eine freie Landschaft mit Windrädern zur Anhöhe um Langschoß an der Jägerhausstraße (B399). Hinter dem Sportgelände sehen wir die zweite Reihe des Westwalls. Die Höckerlinie windet sich den Hang bis zu unserem Weg hinauf. Mächtigen Respekt hat sie den Amerikanern 1944 im Vorfeld zunächst eingeflösst. Heute hat die Natur die Drachenzähne, wie die Amerikaner die Höcker nannten, meist wieder in ein grünes Biotop eingepackt. 

 

       

Eifelhöhen um Lammersdorf

 

hinab ins Keltzerbachtal

 

Keltzerbach

 

 An der nächsten Wegegabelung halten wir uns erst links und anschließend rechts. Wir wandern auf der „Köllshejd“ durch eine reizende Heckenlandschaft bis der Asphaltweg rechts abbiegt. Hier folgen wir geradeaus dem Wiesenweg und wandern auf den vor uns liegenden Wald zu. An diesem rechts entlang stoßen wir auf einen Querweg (Wolleberste). Auf der „Kallebrucher Jaas“ wandern wir links bis diese rechts abzweigt und wir dort den Pfad geradeaus in den Wald weiter gehen. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein naturbelassener Pfad, ein Trampelpfad, der jetzt bergab führt. Bachrauschen dringt an unsere Ohren und nach Querung eines Pfades erreichen wir einen Forstweg oberhalb des „Kelzerbaches“. Die Böschung steigen wir zum Bach hinunter, wo einmal der "Höllensteg" den Wanderer trockenen Fußes auf die andere Seite brachte. Heute liegen nur noch Steine in Schrittweite im Bachbett, die eine Überquerung möglich machen. Rechts am Baum macht uns eine Holztafel darauf aufmerksam, dass es sich hier um eine 40m hohe Fichte handelt. Nach der Bachüberquerung steigen wir einige Meter zu dem Talsperrenrundweg und dem Eifelvereinsweg "10" hinauf und wandern auf diesen rechts weiter über den Zulauf des „Saarscher Bachs“, wo schon die Wasserfläche der Kalltalsperre zwischen den Bäumen auftaucht. In Ufernähe sehen wir dann einen Turm, über dessen Zweck eine Tafel am Wegesrand informiert.

1911 war für den Landkreis Aachen die „Dreilägertalsperre“ bei Roetgen erbaut worden. In Dürrezeiten reichte deren Wasser nicht aus. So wollte man sie durch den nahen Weserbach ergänzen, doch der kam 1920 mit den Kreisen Eupen und Malmedy an Belgien. Stattdessen grub man 1924/26 einen Stollen vom Kall- und Kelzerbach als Wasserleitung durch den Felsen bis zur Dreilägerbachtalsperre. Mit einer Länge von 6,24 Kilometer war es der größte Wasserleitungsstollen Deutschlands. 1934 bis 35 wurden die beiden Bachfassungen durch den Bau der Kalltalsperre ersetzt. 300 Arbeiter waren damals damit beschäftigt. In Jahren 2003/4 wurde der 70 Jahre alte Entnahmeturm saniert und gleichzeitig eine Wasserkraftanlage eingebaut. In der Böschung gegenüber erkennen wir den „Heinrich-Geis-Stollen, der seit 1956 eine Verbindung mit dem Rursee schafft. Wenig später erreichen wir eine Tafel, auf der technische Details über die Talsperre nachzulesen sind.

 

       

Kalltalsperre

 

Sperrdamm

 

Kaiserfelsen

 

Schließlich wandern wir über den 182m langen und 34m m hohen Staudamm und kommen durch eine scharfe Kehre mit einer kleinen Schutzhütte in der Böschung aufwärts, bis wir erneut die Mauer unter uns haben. Dann führt der Weg weiter mit „4“ durch den Kaiserfelsen und am See entlang, der mehr als einen Kilometer später nach und nach den Bach erkennen lässt, von dem er seinen Namen und sein Wasser hat. Der aufmerksame Wanderer bemerkt hier an gefällten Bäumen, die kreuz und quer im Bachbett liegen, Arbeitsspuren des Bibers, der sich hier wieder angesiedelt hat.

Der seit 130 Jahren ausgerottete Biber ist seit seiner Wiederansiedlung in den 80er Jahren wieder heimisch geworden. Spuren lassen sich überall an Rur und seinen Nebenbächen mittlerweile entdecken. (Film: Biber in der Eifel: //youtube.com/watch?v=AsrR71NSAGI )

 

       

Biberspuren

 

Kallbach

 

entlang schroffer Felswände

 

Links zweigt ein Weg nach Rollesbroich ab (5,1km, 5m); wir wandern mit „4“ weiter bachaufwärts vorbei an der Pegelanlage. Links ragen steile Felsen auf und auch der Hang ist mit skurrilen Felsbildungen besetzt, die von Bäumen scheinbar gestützt werden. Dann erreichen wir eine schöne Bruchsteinbrücke und wandern auf der anderen Bachseite weiter bis zu Beginn von Wiesen, hinter der wir von dem Forstweg links in den Graspfad mit der „6“ einbiegen. Rechts am Waldrand entlang finden wir ein Kruzifix mit einem Mühlstein, die an die ehemalige Lammersdorfer Mühle erinnern.

Zwischen diesem Mühlstein und der B 266 stand jahrhundertelang eine Mühle mit Wohnhaus, Stall und Scheune. 1516 wird sie erstmals als Bannmühle erwähnt, doch ihr Ursprung geht weiter zurück. Bannmühlen waren Eigentum des Fürsten und hatten das Recht, innerhalb eines vorgeschriebenen Bannbereiches die Bewohner zu veranlassen, ihr Korn in der betreffenden Mühle mahlen zu lassen. Dieser Zwang findet erst ein Ende mit dem Einmarsch der Franzosen im Jahre 1794, als alle fürstlichen und kirchlichen Privilegien aufgehoben wurden. 

 Der letzte Müller verstarb 1955. Um 1970 wurden die Reste der zur Ruine verfallenen Gebäude abgerissen. Weitere Informationen können der Tafel entnommen werden. 

 

       

ehemalige Lammersdorfer Mühle

 

skurrile Bochenhecke

 

Blick vom Lönsfelsen

 

 Wir wandern auf dem Graspfad unterhalb der Böschung zur Straße und dort 300m links auf dem Radweg bergan bis rechts ein Wirtschaftsweg beginnt. Hier wandern wir mit „6“ auf einem schattigen Weg,  von Hecken begrenzt, hinauf ins freie Wiesenland.

Immer wieder wundern wir uns über die eigenartig gebogene Form einiger Buchenstämme. Die Flurhecken boten nicht nur Schutz, sie waren früher auch Grundlage alter Handwerksberufe.

Man brauchte speziell gebogenes Holz für die Herstellung von "Hamen", den Zuggeschirren der Pferde und Ochsen. Es stammte von Buchen, die man im ganz jungen Zustand heruntergebunden hatte. Durch jahrelanges Dickenwachstum eines wieder zum Licht gewandten Astes entstand die gewünschte Bogenform. Die Hamenmacher kauften gezielt die entsprechend krumm gewachsenen Stämme aus den Buchenhecken. Auch Rechenmacher nutzten das junge Holz aus den Flurhecken: Sie fertigten daraus Stiele für Sensen und Schaufeln sowie große Holzgabeln und Rechen. Ob für Heu, Getreide oder Laub, jeder Rechen hatte seine eigene Länge und Winkelung. Länge, Zahl und Abstand der Zähne waren für den Gebrauchswert entscheidend. Gute Rechenmacher hatten deshalb viel Zulauf.

Wir folgen dem Wiesenweg bis auf die Höhe (7,4km, 512m), wo es auf dem asphaltierten Weg rechts weiter geht. Aber schon nach 150m endet der Asphalt und wir wenden uns dort nach rechts, um nach wenigen Schritten links dem Weg mit der „6“ und dem Hinweis „Lönsfelsen“ zu folgen. Der Wiesenweg führt uns dann leicht bergab in den Wald, wo 30m links abseits des Weges Felsspitzen hervorschauen, bis 1926 hieß die Kuppe noch „Laienkopf" (7,9km, 490m). An der senkrecht aufragenden Westseite des Felsens findet man ein Relief des Heidedichters Hermann Löns. 

 

       

Lönsfelsen

 

Heppenbach

 

Feuchtwiese am Heppenbach

 

 Herrmann Löns gilt gemeinhin als der Dichter der Lüneburger Heide. Aber sein Herz hing auch an der Eifel und hier fühlte er sich besonders von der Kargheit und unendlichen Weite der flachen, dürren Landschaft des Hohen Venns angesprochen. Dieser innigen Freundschaft mit einer Landschaft, in der die „Sterne heller und freundlicher scheinen als in den Alpen“, haben die Bürger des Monschauer Landes am Hang des Kallbaches ein Denkmal gesetzt.

Von der Bank genießt man eine schöne Aussicht über das Kalltal nach Lammersdorf. Vom Lönsfelsen geht es wieder zurück zu unserem Wanderweg, auf dem wir links hinunter die Straße erreichen. Dabei fallen rechts im Waldhang noch viele Erdlöcher auf, die an die schweren Kämpfe um die Paustenbacher Höhe erinnern. An der Straße müssen wir nun 250m rechts bis zur Kall entlang gehen. Unterwegs erinnert rechts an einem Baum ein Holzschild an die ehemalige „Haasmühle“, von der nur noch Mauerreste in dem verwilderten Gelände zu finden sind. 1769 wurde hier unweit der Lammersdorfer Mühle eine neue Mühle gebaut, weil diese allein das anfallende Getreide nicht mehr schaffte. Im Volksmund erhielt sie daher auch den Namen „Neumühle“. Ihr letzter Besitzer hieß Haas und nach ihm wurde sie dann „Haasmühle“ genannt. Als er um 1860 die Mühle übernahm bestand bereits die neue Schotterstraße zwischen Fringshaus und Witzerath und da über die Straße viele Güter transportiert wurden, nutzte er den regen Verkehr aus, indem er neben der Mühle eine Schankwirtschaft und einen Vorspanndienst einrichtete. 

Sie wurde im Krieg so stark zerstört, dass sie nicht wieder aufgebaut wurde. Hinter der Kallbrücke gehen wir zunächst wenige Meter links die K20 und biegen dann nach einer weiteren Brücke über einen Nebenbach der Kall, dem Heppenbach, links in den Wald- und Wiesenweg (6) ein, der gleichzeitig auch Radweg ist. Wobei dieser aber für die meisten Radfahrer wahrscheinlich nicht komfortable genug ist. An der nächsten Wegegabelung bleiben wir in der Nähe des Kallbaches und wandern mit der „6“ links weiter. Hinter einer kleinen Buschfläche verlassen wir den Radweg und biegen links in die „Mühlengasse“ (6) ein und stoßen nach ca. 120m auf den „Eifelvereinsweg 6„ (Matthiasweg). Dieser führt rechts zwar ebenfalls zu unserem nächsten Ziel, dem Eifelkreuz, wir wandern aber zunächst links weiter (6) zur Simmerather Mühle, von wo ein wunderschöner Pfad entlang des Kallbaches uns ebenfalls zum Eifelkreuz bringen wird. 

 

       

Buchenallee

 

ehem. Simmerather Mühle

 

Auelt Pfad

 

Wir queren den Kallbach und stehen dann vor der Simmerather Mühle (9,8km, 495m). Durch einen völligen Umbau erinnert heute nichts mehr an die alte Mühle, die bis 1912 in Betrieb war. Nachdem in den obergelegenen Dörfern wie Simmerath und Bickerath Mahlbetriebe entstanden, deren Mühle durch Elektromotoren angetrieben wurden, wollten die Bauern mit ihren schweren „Püngeln“ die oft weiten Wege zu den Mühlen im Tal nicht mehr gehen und ließen im Ort mahlen. Wegen Unrentabilität standen dann in vielen Tälern des Monschauer Landes die Mühlen still. 

 Vor dem Gebäude wenden wir uns nach rechts und betreten 30m weiter den rechts abzweigenden schmalen „Auelt Pfad“ (Betreten auf eigne Gefahr). Über einen provisorischen Steg mit quergelegten Balken wird ein Bach überwunden. Es ist ein idyllischer Pfad, der im Hang des unten plätschernden Kallbaches entlang führt. An engen und steil abfallenden Stellen sichern Geländer den Pfad, aber mehr aus psychologischen Beweggründen. Nach 500m endet dieser herrliche Fußweg und an einem links von Bickerath kommenden Pfad. Wir überqueren rechts die Kall, wo ein großer Felsen eine Brücke ersetzt, und finden einen Rast- und Spielplatz vor. Auf der anderen Seite des Spielplatzes geht die Wanderung weiter bis zu einem kleinen Marienbildstock neben dem Kreuz VII, wo der Matthiasweg jetzt von rechts hinzukommt. Sein Wegzeichen wird uns die nächsten 3 Kilometer den Weg weisen. Es führt uns zunächst auf einem Wirtschaftsweg bis zu einem weiteren Kreuz (VIII), das zu einem Kreuzweg gehört, der am Eifelkreuz auf der Paustenbacher Höhe endet. Hier geht es nun links an weiteren Kreuzen hinauf auf die Höhe. Der Grasweg geht bevor die Höhe erreicht wird in einen Asphaltweg über. Am elften Kreuz beginnt dann rechts der Abstecher zum Eifelkreuz am höchsten Punkt des Weges, auf der Kopp (11,3km, 554m). 

Diese Höhe war, nachdem am 12. September 1944 mit Roetgen der erste deutsche Ort in amerikanische Hände gefallen war, bis Ende des Monats hart umkämpft. Die Amerikaner hatten zwar am 14. Lammersdorf eingenommen konnten aber nach Rollesbroich und Witzerath nicht weiter vordringen, da die Deutschen von hier feuerten. Trotz Personal- und Materialüberlegenheit konnten sie die Bunker dort oben nicht ausschalten. 10 Tage dauerte der verlustreiche blutige Kampf bis endlich am 30. September die deutschen Stellungen auf dem Paustenbacher Berg ausgeschaltet waren.

Zum Gedenken an die vielen Toten hat man 1947 hier den Kreuzweg und das 11m hohe Eifelkreuz errichtet als Zeichen für den Frieden. 

 

       

"Brücke" über die Kall

 

Eifelkreuz

 

Blick nach Lammersdorf

 

 Vom Rand der Höhe bietet sich auch heute noch ein hervorragender Blick auf Lammersdorf und dem unterhalb liegenden Westwall. Zurück wandern wir wieder bis zum Asphaltweg und rechts abwärts mit einer weiten Sicht zum Hohen Venn mit der Kuppe des Stelings (658m). Der Weg quert die Höckerlinie. Nach dem Befehl Hitlers 1938 zum Bau der „Westverteidigungsanlage“ mit einer Länge von 630 Kilometern vom Niederrhein bis zur Schweizer Grenze wurden hinter dem „Westwall“ mit dem „Aachen-Saar-Programm“ ab 1939 weitere Panzerhindernisse gebaut, die wir noch heute hier sehen können.

Wir erreichen die Straße nach Paustenbach, lassen den Ort aber rechts liegen und gehen links 150m an der Straße mit dem Eifelvereinszeichen entlang bis es uns dann rechts auf dem Wirtschaftsweg weiterleitet. Zwischen Buchenhecken und dem Blick links in das flache feuchte Muldentaelchen des Naturschutzgebietes „Lenzbach“ wandern wir entspannt bis zur K20. Geradeaus folgen wir weiter dem asphaltierten "Matthiasweg". Rechts kommt das Ende unserer Wanderung, die Lammersdorfer Kirche, in Sicht. Dann biegen wir noch einmal rechts ab und erreichen an der „Vennstraße“ den Ortsrand von Lammersdorf. Hier überqueren wir einen kleinen Graben und wandern am kleinen Gewässer links entlang und stoßen am Ende auf die RAVeL-Route. Gemeinsam geht es 200m mit den Radfahrern bis der "Matthiasweg" links abbiegt und wir rechts mit der "Sonntagsstraße" und anschließender "Paustenbacher Straße" wieder unseren Ausgangspunkt erreichen. 

 

       

Höckerlinie

 

Naturschutzgebiet Lenzbach

 

Lammersdorf, St. Johann Baptist

 

 

Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land“  bzw. Nationalpark-Karte (Nr. 50) des Eifelvereins, Markierung meist. örtl. Wanderweg „6“,und „Matthiasweg“ des Eifelvereins

 

Strecke: 14,7 km Rundwanderung, meist unbefestigte Wege und tlw. Pfade.

 

Schwierigkeit: mittel, keine Abkürzungsmöglichkeit; Auf- und Abstiege: 220m

 

Einkehrmöglichkeit: in Lammersdorf, unterwegs keine

 

GPX-Track:  oberes Kalltal.gpx (Link speichern unter)

 

  

 

 

Touren: Rurtalpanorama l Rursteigursprung l Rursteig 1 l Rursteig 2 l Rursteig 3 l Rursteig 4 l Rursteig 5  l Rurseetour l Schmidt 4 Tälerweg l obere Kalltal Route l Kalltalrunde l zum Anfang

 

 

 

Vossenack

Kalltalrunde

Unterwegs auf geschichtsträchtigen Wegen

 Die Eifel ein Industrieland? Das ist heute für Besucher und Wanderer bei dieser idyllisch herrlichen Landschaft kaum vorstellbar, aber wahr. Einst glühten in den Bachtälern Hochöfen und Schmiedefeuer, fauchten Gebläse, pochten Hammerwerke und in den Wäldern schwelten Holzkohlenmeiler. Erz, Holz und Wasser, die natürlichen Vorraussetzungen für frühere Eisenerzeugung, waren hier vielerorts reichlich gegeben. Zahlreiche Ortsnamen, in denen "schmidt", "hammer" und "hütte" auftauchen, verraten etwas von der "industriellen" Vergangenheit. Heute noch zahlreiche bekannte Betriebe, wie die der Familien Poensgen, Schoeller oder Hoesch im Dürener Raum und im Ruhrgebiet haben ihren Ursprung in der Eifel.

 

Beginnen wollen wir unsere Wanderung in Vossenack an der Kirche, Baptist-Palm-Platz, wo reichlich Parkplätze vorhanden sind (410m ü.NN). Wir gehen 150m vorbei an der Kirchturmseite und biegen vom Mestrenger Weg mit dem Hinweisschild „Simonskall“ rechts ab. Wir stoßen auf ein Relikt, das von einem früheren Wasserwerk im Kalltal stammt und die Orte Vossenack (bis 1936) und Schmidt (bis 1972) mit Trinkwasser versorgte. Diese Lambachpumpe war eine technische Meisterleistung, weil sie nur durch Gefälledruck das Trinkwasser 200m hoch zu den Orten pumpte. Auf dem „Historischen Wanderweg, H“ und „Kall-Trail“ wandern wir durch das ruhige Tal des Morlesiefs bis hinunter ins Richelbachtal. Hier verlassen wir die genannten Wanderwege und wenden uns nach rechts talaufwärts (1km, ca. 315m ü.NN). 100m hinter einer Grillhütte quert ein von Vossenack kommender Weg das Tal. Hinter diesem Forstweg wandern wir links über den Bach und 200m steil bergan weiter. Oben erreichen wir einen asphaltierten Wirtschaftsweg (Nr.3, 8, 9), den wir links entlang einer Baumreihe bis zu einem Soldatenfriedhof nur noch leicht ansteigend folgen. Von der Höhe haben wir einen herrlichen Blick auf unseren Ausgangspunkt Vossenack mit seiner Kirche; weiter zurück ist die Burg Nideggen zu sehen.

 

       

Ehrenfriedhof Vossenack

 

erster Blick ins Kalltal

 

Simonskall, Kremers Mühle

 

Auf der Höhe 470m wurde inmitten des einstigen Kampfgebietes der Soldatenfriedhof Vossenack angelegt. Heute ruhen hier 2334 Kriegstote unter ihnen sind auch 35 Männer des Minenräumdienstes, die nach dem Kriege auch für das Bergen zahlreicher Gefallener aus Feldgräbern eingesetzt wurden. Nach einem Besuch des Ehrenfriedhofs gehen wir die K36 ca. 250m talwärts und vorbei an der Zufahrt des Franziskaner Klosters. Hinter dem Klostergelände nehmen wir rechts den Weg (Nr.3, 8, 9). Am Ende biegen wir in den links bergab führenden Pfad, überqueren einen Forstweg und erreichen eine Bank mit dem ersten Blick ins Kalltal und Simonskall. Der Hohlweg hier ist ein Zeichen dafür, dass es sich um einen alten Weg handelt, der durch Karrenspuren ausgewaschen wurde. Auch am Fels haben die Karrenräder gearbeitet und Spuren hinterlassen, die bei genauer Betrachtung noch zu erkennen sind. Der nächste Forstweg wird überquert. Jetzt befinden wir uns wieder auf dem „ H “. Von rechts stößt die „Bachtäler-Höhenroute“, ein Partnerweg des Eifelsteigs, zu uns. Am Hotel „Talschenke“ erreichen wir die K36 auf der wir links in den Ort Simonskall gehen. Im „Junkerhaus“, benannt nach dem letzten Besitzer Otto Junker, ist heute die Tourist-Information untergebracht. Der mit Schießscharten um 1610 erbaute Eckturm war das erste feste Bauwerk im Ort. Hinter dem Gebäude wandern wir vorbei an der 1622 von Simon Kremer erbauten Mühle, die ein Hammerwerk antrieb. Sein Vorname gab dem Ort auch den Namen.

 

       

Simonskall, Burg

 

Kallbach

 

Faltenstruktur an der Teufelsley

 

  Über die Kall kommen wir zur Burg (4,5km). Die unsicheren Zeiten des 30-jährigen Krieges veranlassten Simon Kremer 1643 zum Bau eines befestigten Steinhauses mit zwei hintereinander liegenden eisenbeschlagenen Toren. Wir gehen weiter um die Burg herum (Nr. 3, 7) auf der „Bachtälerhöhenroute“. Es ist ein wunderschöner Talweg etwas oberhalb des Baches. Die Attraktivität der Landschaft ist an der Fülle von Hinweisschildern der Wanderwege abzulesen (z.B Krönungsweg, E8). Der Hinweis Teufelsley 2.0km macht uns neugierig. Mit einem Rechtsbogen führt der Weg in ein kleines Seitentälchen. Dann wird dieser Siefen überquert und auf einem Forstweg wenden wir uns wieder dem Kalltal zu. Das Gelände öffnet sich zur Linken mit einem freien Blick ins Kalltal Richtung Simonskall. Der fast horizontale Weg über der 20m unter uns dahin plätschernden Kall und ein schöner lichter Laubwald machen das Wandern zur reinen Freude. An einem Schutzpilz (7km, 274m ü.NN) biegt links ein Weg zur Kallbrücke ab. Wir bleiben aber auf dieser Bachseite und wandern weiter geradeaus. Unmerklich umrunden wir hier die Teufelsley, wie der rechtsseitige mit Felsen aufragende Bergrücken genannt wird. 300m weiter hat die Teufelsley einen ganz besonderen geologischen Glanzpunkt zu bieten. Eine frei liegende Gesteinsformation zeigt ein spektakuläres Bild. Es handelt sich bei diesen gefalteten Gesteinsschichten um einen geologischen Sattel. Er besteht aus ca. 400 Millionen Jahre alten Grauwacken, Sandstein- und Tonschieferschichten.

 

   

   

Schaukohlenmeiler

 

Biotop Huschelbachtal

 

Steg zur Mestrenger Mühle

 

Weiter kommen wir an die Stelle des ehemaligen Wasserwerks von 1905 der Gemeinden Schmidt und Vossenack, dessen Lambachpumpe am Ortsrand von Vossenack am Beginn unserer Wanderung zu bewundern war. Wir befinden uns immer noch auf dem „H“, „Krönungsweg“ und „Bachtälerhöhenroute“. Mit einem Rechtsbogen führt der Weg hinein ins Huschelbachtal. Hier hat man rechts des Weges 1995 einen Schaumeiler angelegt, der so gestaltet ist, dass sein innerer Aufbau erkennbar ist. Die im 16. bis 17. Jahrhundert im Kalltal angesiedelte Hüttenindustrie benötigte beträchtliche Mengen Holzkohle.

50m weiter überqueren wir den Huschelbach (8,1km 325m ü.NN), der hier zu einem kleinen Weiher aufgestaut ist. Vom Forstweg führt links ein Pfad entlang des Baches (Nr8 u. "H"). Vor einem eingezäunten Privatgrundstück wandern wir auf einem Steg über den Huschelbach und wenden uns nach rechts und überqueren anschließend die Kall. Rechts erreichen wir über Holzstege entlang des Mühlengrabens nach 200m die Mestrenger Mühle (8,9km, 270m ü.NN). Das Haupthaus stammt aus dem Jahre 1633. Das spätere Mühlengebäude diente als Kornmühle für die umliegenden Ortschaften. Im Jahre 1706 wurde sie zum ersten Male erwähnt. Sie war eine Beimühle, da sie das Recht zu mahlen von der Lammersdorfer Bannmühle kaufen musste. In der Folge, gekennzeichnet von Stilllegungen und Verfall, war sie auch als Ölmühle ausgelegt. Bis in die 1930er Jahre wurde aus Bucheckern Öl gepresst und Getreide verarbeitet. Im letzten Krieg wurde die Mühle heiß umkämpft und wechselte wohl 20mal den Besitzer. Völlig zerstört wurde sie jedoch nicht. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie ausschließlich als Gastronomiebetrieb geführt.

Mestrenger Mühle

Sehenswert ist die vollständig original erhaltene Mahlwerktechnik. Die Wehranlage und das System aus Stauteich, Gräben und hölzernem Gerinne, welche die Wasserversorgung der Mühle gewährleisten, konnten erfolgreich rekonstruiert werden, so dass die Mühle wieder wie in alten Zeiten an der Kall klappert.

Weiter gehen wir auf dem Zufahrtsweg der Mühle links den Fußpfad mit der Nr.4 und 3, einen Forstweg querend, durch Wald steil bergan. Dieser Weg ist auch als „Kall-Trail“ bezeichnet und erinnert an die schweren Kämpfe des Zweiten Weltkrieges, die Ende 1944 hier Zehntausende Soldaten das Leben kosteten und den Amerikanern die schwersten Verluste beibrachte. Noch bis zum heutigen Tag werden Bomben, Minen und gefallene Soldaten aller Nationen, die hier gekämpft haben, gefunden.

Kurz vor Verlassen des Waldes, liegt die Stelle, an der Lt. Fleig mit seinem Sherman-Panzer auf eine Mine fuhr und den Kall-Trail blockierte. Einige, die die Stelle umfahren wollten, stürzten in dem steilen Gelände ab. 

Nachdem wir die steilste Passage geschafft haben, lädt eine Bank zu einer Verschnaufpause ein (9.7km, 385m ü. NN). Entlang einer Wiese wandern wir nun noch leicht ansteigend auf Vossenack zu. Die Aussicht über die Eifelhöhen auf Schmidt und ins Kalltal ist phantastisch, verdeutlicht aber gleichzeitig noch einmal das für die Amerikaner unerwartet schwierige Gelände und die strategische Bedeutung des Ortes Vossenack, das für die Amerikaner das Tor zum Kölner Becken sein sollte. Vossenack war selbst Schlachtfeld und soll 28 mal den Besitzer gewechselt haben. Die Front verlief zeitweise sogar mitten durch die Kirche. In einem der Fenster erinnert das Emblem der Windhunddivision an die eingesetzten deutschen Truppen.

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ des Eifelvereins, Schöne meist naturbelassene Wege bzw Pfade


Streckenlänge: ca.11 Km Rundwanderung, tlw. Historischer Wanderweg "H", Bachtäler-Höhenroute, Kall-Trail

 

Schwierigkeit: Zwei steile Anstiege, einmal aus dem Richelsbach und ein zweites Mal ein 700m langer Anstieg vom Kalltal mit 100 Höhenmetern hinauf nach Vossenack

 

Einkehrmöglichkeit: in Vossenack, Simonskall und Mestrenger Mühle ( www.mestrenger-muehle.de )

 

GPX-Track: Vossenack.gpx  ( Link speichern unter)
 

 

 

 

 


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Wandern weckt die Lust auf mehr