Blick von der Erpeler Ley

Komm mit wandern

 

 

den Rhein erleben

 

Warum ist es am Rhein so schön? So klingt es immer wieder seit fast 100 Jahren, wenn stimmungsfreudige Menschen in geselliger Runde in einem der vielen Weinlokale am Rhein zusammen sitzen. Jedenfalls hat Vater Rhein die Dichter seit jeher inspiriert. Wer den Flussabschnitt zwischen Mainz und Bonn besucht, weiß bald die Antwort auf den bekannten Rheinliedtext. Hier ist die Rheinromantik, die schon vor über 200 Jahren alle Reisenden begeisterte, noch immer lebendig. Ein Flusstal wie aus einem Bilderbuch: steile Berghänge mit Weinberge, unzählige Burgen und mittelalterliche Orte rechts und links des Flusses. Jetzt wird auch verständlich warum zahlreiche Dichter und Literaten Anfang des 19. Jahrhunderts in vielen Liedern und Gedichten diese Stimmung festhalten wollten.

 

St. Goarshausen, rechts Burg katz

 

Mit seiner malerisch romantischen Landschaft zieht der Rhein auch den Wanderer in seinen Bann, besonders wenn er auf dem Premiumwanderweg des „Rheinsteigs“ unterwegs ist.

Zwischen Bonn, Koblenz und Wiesbaden führt dieser Wanderweg rechtsrheinisch 320 km auf überwiegend schmalen und anspruchsvollen Steigen bergauf und bergab zu Wäldern, Weinbergen und spektakulären Ausblicken. Der Rheinsteig ist wunderbar wanderbar. Denn neben den Mehrtageswanderungen bieten abwechslungsreiche Tagestouren ein faszinierendes Wandererlebnis, weil auch mit Schiff oder Bahn der Rücktransport zum Ausgangspunkt gesichert ist.

 

       

Drachenfels

 

Deutsches Eck

 

Marksburg

 

       

Loreley

 

Pfalzgrafenstein

 

Bacharach

 

Aber auch die linksrheinische Seite hat mit dem Rheinburgenweg einen Weg der Extraklasse und steht dem Rheinsteig in keiner Weise nach. Von Remagen bis Bingen schlängelt er sich über die Höhen und durch lauschige Seitentäler mit herrlichen Ausblicke ins Rheintal und den gegenüberliegenden Bergen.

 

 

  Tourenübersicht 

Schnuppertour am Rheinsteig   Von Oberkassel nach Königswinter, Dornheckensee, Kloster Heisterbach  14km Streckenwanderung, zurück mit Zug, leichte Wanderung

Tour-Beschreibung

Gipfelbesteigung

über den sieben Bergen

 Von Kloster Heisterbach über Stenzelberg zum Ölberg, zurück über Petersberg, herrliche Panormablicke von Öl- u. Petersberg  15km Rundwanderung, zwei steile Anstiege, wechselnde Markierung, zurück meist. Rheinsteig, meist Pfade und unbefestigte Wege

Tour-Beschreibung

Siebengebirgs-Tour  überwiegend Rheinsteig von Rhöndorf zur Löwenburg, Nasseplatz, Geisberg, Drachenburg zum Drachenfels und hinunter nach Rhöndorf, mehrere herrliche Aussichten 15,1km Rundwanderung, zwei steile Anstiege, meist Waldwege und-pfade

 

Tour-Beschreibung

Über die Erpeler Ley  Von Unkel auf dem Rheinsteig vorbei am Stux-Wasserfall zur Erpeler Ley und Burg Ockenfels nach Linz. Abstecher zur alten "Steffens Brauerei"  ca. 13km Streckenwanderung meist auf dem Rheinsteig,  mit Zug oder Schiff zurück, außerhalb der Ortslagen Pfade u. unbefestigte Wege. Abkürzung von Brauerei mit alten Schienenbus nach Linz möglich.

Tour-Beschreibung

Rheinsteig mit Geysirblick  Von Rheibrohl nach Leutesdorf, Rheinbrohler Ley, Burgruine Hammerstein, Geysirblick, Edmundhütte  ca. 14km Streckenwanderung, ohne Ruine  Hammerstein 12,5km, zurück mit Zug,  ständiges Auf u. Ab, außerhalb der Ortslagen Pfade u. unbefestigte Wege

Tour-Beschreibung

 Hohe Buche  Rheinhöhen- und Rheinburgenweg, von Brohl-Lützing nach Andernach, röm. Steinbruch, Krahnenberg  12,5km Streckenwanderung, zurück mit Zug, steiler Anstieg zu Beginn sonst leicht, 2km Asphalt auf der Höhe

Tour-Beschreibung

 All inklusive Tour  Von Emmelhausen nach St. Goar, von den einsamen Hunsrückhöhen zum viel besuchten Rhein  17,3km Streckenwanderung, zurück mit Schiff und Zug, leichte Tour, keine Markierung bis Rheinburgenweg

Tour-Beschreibung

Im Angesicht der Loreley  Rheinburgenweg von St. Goar nach Oberwesel, schönster Blick zur Loreley, Maria Ruh, Gründerodehaus  9,3km Streckenwanderung, zurück mit Zug oder Schiff, leichte Tour, nur  zu Beginn steiler Anstieg auf die Höhe, Alternativ unterwegs Oelsberg-Klettersteig

Tour-Beschreibung

Loreleytour  Rheinsteig Königsetappe von Kaub nach St. Goarshausen über Loreleyfelsen mit herrliche Aussichten ins Rheintal sowie zum Hunsrück und Taunus, Naturschutzgebiet Dorscheider Höhe 21km Streckenwanderung, zurück mit Zug oder Schiff, anstrengende Tour durch zwei steile Anstiege, anspruchsvoll

Tour-Beschreibung

 

 

 

Touren:  Schnuppertour l Ölberg l Siebengebirgstour l Erpeler Ley l Geysirblick l Hohe Buche l Loreleyblick  l all inklusive Tour  l Loreleytour

 

 

Dornheckensee

Schnuppertour am Rheinsteig

Bei unserer heutigen Wanderung schnuppern wir einmal hinein in den viel versprechenden Premiumwanderweg „Rheinsteig“ und erleben die ersten Kilometer. Los geht es aber zunächst in Königswinter mit der Bahn, da es sich um eine Streckenwanderung handelt.

Die Fahrt Richtung Köln dauert bis Oberkassel nur fünf Minuten. Vom Bahnhof wandern wir nach Unterquerung der Bahnunterführung durch die Rheinaue rheinabwärts. Hier finden wir zum ersten Mal das Wegzeichen, das zum Rheinsteig führt. Es ist ein weißes Flusssymbol auf gelben Grund. Nachdem wir die Konrad-Adenauer-Brücke unterquert haben, wechselt das Gelb zum Blau. Denn jetzt befinden wir uns auf dem eigentlichen Rheinsteig, der am Bonner Marktplatz beginnt.

Zwischen Neubauten von T-Mobile und T-Online führt uns der "Schießbergweg" in den Ortsteil Küdinghoven. Hier steuern wir der Kirche zu, die halb umrundet wird. Der Rheinsteig steigt nun steil hinauf zum Foveaux-Häuschen, wo 1820 ein naturverbundener Kölner die Schönheit der Rheinhöhe schätzte und auf einer Lichtung sich ein Denkmal errichtete. Heute ist eine lohnende Aussicht zugewachsen. Deshalb folgen wir dem Rheinhöhenweg „R" entlang der Kirchenmauer bis zu einer kleinen Fahrstraße. Diese gehen wir links hinauf, unterqueren die Stadtautobahn und kommen an eine Wegekreuzung mit einem seltsam gestutzten Baum, der gespenstig die abgehackten Äste in die Höhe reckt. Hier treffen wir wieder auf den Rheinsteig, der vom Fovoeaux-Häuschen hinunter kommt. Mit dem Rheinsteig-Logo wandern wir nach rechts. Der Weg steigt allmählich an. Wir erreichen eine Kreisstraße mit dem Wanderparkplatz „Dornheckensee“. Zu dem genannten See dauert es noch eine viertel Gehstunde. Dann stehen wir oberhalb einer steil abfallenden Felswand und blicken hinunter auf die Wasserfläche mit gleichzeitigem Blick hinüber zum Rhein. Obwohl die Landschaft hier so naturbelassen erscheint, trügt das Bild. Auch hier hat der Mensch, wie auch an vielen anderen Stellen im Siebengebirge, die Landschaft durch Steinabbau verändert. Die Natur hat sich, nach dem der Mensch die Arbeiten eingestellt hat, das Gelände wieder zurückerobert und dem Rheinsteigwanderer dieses beeindruckende Landschaftsbild geschaffen.

 

   

Rheinaue

 

Dornheckensee

 

Rheinblick

 

Weiter führt der Weg auf der Höhe durch einen Niederwald. Aussichtspunkte mit Blick auf die ehemalige Bundeshauptstadt, ihre Vororte bis zu den Höhen der Eifel laden immer wieder zu kurzen Foto- und Rast-Pausen ein. Die Rabenley (178m) und der Kuckstein (190m) begleiten uns. Durch einen mit herrlichen alten Buchen bestandenen Wald geht es gemütlich bergab bis zum Kucksteinweg. Zunächst geht es ca. 100m rechts, bevor dann an einem rot-weißen Gitter ein Trampelpfad links abzweigt. Er endet an der Berghovener Straße. Diese folgen wir bis zur Langemarckstraße (L 490), die wir kreuzen und dort im Wald weiter wandern. Am Aussichtspunkt „Hülle“ endet der Wald und vor uns liegen die Weinberge von Oberdollendorf, dem nördlichsten Weinanbaugebiet am Rhein. Es bietet sich ein herrlicher Blick über die Rebanlagen, den Ort sowie ins Rheintal und zum Siebengebirge bis zum Drachenfels, der hinter den Oberdollendorfer Berge hervorschaut.

In Oberdollendorf trifft man auf eine Fülle gut erhaltener Fachwerkhäuser, teilweise in engen und verwinkelten Straßen. Es sind überwiegend ehemalige kleine Winzerhöfe, die den Charakter eines alten rheinischen Winzerortes vermitteln. Viele Oberdollendorfer Weine treten aber gar nicht erst eine weite Reise an, sondern werden in den Weinlokalen des Ortes konsumiert. Diese bieten bevorzugt eine rustikale Gastronomie und eine Atmosphäre von Ruhe und Beschaulichkeit.

Und so verlassen wir hier den ausgeschilderten Rheinsteig und wandern hinunter durch die Weinberge, um im "Gut Sülz“ einzukehren und einen Hauch weinseliger Stimmung zu schnuppern.

 

   

   

Oberdollendorf

 

Gut Sülz

 

Heisterbach, Chorruine

 

Der anstehende Aufbruch fällt uns nach diesen Annehmlichkeiten nicht leicht, aber der Rheinsteig lockt und das nächste Ziel ist auch nicht mehr allzu weit. Durch die Bachstraße geht es vorbei am Mühlenbach, wo wir auf eine ehemalige Ölmühle des Klosters Heisterbach stoßen, die hier 1725 von den Zisterziensern erbaut wurde. Nach einem kurzen Anstieg treffen wir wieder auf den Rheinsteig. Autogeräusche kommen näher und nach ein paar Stufen stehen wir am Rand der Heisterbacher Straße (L 268). Auf der anderen Seite geht es durch eine Allee aus Buchen und Robinien weiter. Links breitet sich dann eine weite Ackerfläche aus, die bis zum Kloster Heisterbach reicht.

Abteikirche, Apsis

Zum Klostereingang wandern wir links der Mauer entlang bis zur Straße und stehen dann vor dem barocken Pfortenhaus mit dem rundbogigen Portal von 1750. Das Tor wird von den Statuen des hl. Benedikt von Nursia und des hl. Bernhard von Clairvaux flankiert, den beiden großen Vorbildern des Zisterzienserordens. Die Abteikirche wurde 1237 geweiht und hatte mit einer Länge von 88m domhafte Ausmaße, die nur noch vom Kölner Dom übertroffen wurden. Das Kloster im Range einer Abtei erlebte in den sechs Jahrhunderten seines Bestehens (1189-1803) eine wechselvolle Geschichte und war während dieser Zeit geistiger Mittelpunkt der Siebengebirgsregion. Die Zeit der Zisterzienser in Heisterbach endete mit der Säkularisation.

Ein Hauch von Romantik geht heute noch von der Chorruine der ehemaligen Abteikirche aus, die als einziges Relikt der Klosteranlage und des Gotteshauses als hochrangiges Kulturdenkmal erhalten geblieben ist.

Wir wandern ein kurzes Stück zurück und folgen dem Wegweiser „Königswinter“, wo nach ca. 1Km der Rheinsteig links zum Petersberg abzweigt. Wir gehen weiter geradeaus und erreichen nach 2Km Königswinter, wor eine sanfte Schnuppertour des Rheinsteigs endet.

 

Information: Am Bahnhof in Königswinter sind in unmittelbarer Nähe Parkplätze vorhanden. Die Strecke ist gut ausgeschildert.

Streckenlänge: ca. 14 km Streckenwanderung, zurück mit Bahn www.fahrplanauskunft.de/

Schwierigkeit: leichte Wanderung

Einkehrmöglichkeit: Gut Sülz (www.weinhaus-gutsuelz.de) am Ortsrand von Oberdollendorf, Öffnungszeiten Mo – Fr ab 16 Uhr, Sa u. So ab 12 Uhr; weitere in Oberdollendorf; Kloster Heisterbach   http://www.klosterstube-heisterbach.de/

GPX-Track:  Rheinsteig Schnuppertour.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 

 


Rheinsteig 1 auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

 

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Ölberg - Gipfel

 Gipfelbesteigung

  über den sieben Bergen   

 

Das Siebengebirge war lange Zeit ein menschenleeres Gebirge, heimgesucht von umherirrenden Spukgestalten und verdammten Seelen. Drachen sollen hier gehaust haben und sieben Riesen die Gipfel bei der Anlage des Rheingrabens aufgeschüttet haben. Aber in der Realität haben mehr als 40 Vulkane diese Landschaft geschaffen. So wurden Basalt und andere vulkanische Gesteine in großen Steinbrüchen schon seit der Römerzeit abgebaut. Ganze Berge drohten zu verschwinden. Erst die Entdeckung des Rheins für die Rheinromantik machte dem ein Ende. Der preußische Staat stoppte 1836 als erster das Steinebrechen am Drachenfels. Vereine gründeten sich, um Landschaft und Natur zu schützen und sie nicht nur wirtschaftlichen Zwecken untertan zu machen. 1923 wurde das Siebengebirge Naturschutzgebiet und ist damit eines der ältesten in Deutschland.

  

 

Der Mirbesbach und die L331 teilen das Siebengebirge in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Die heutige Wanderung wird die nördliche Region durchstreifen. Dazu parken und starten wir an dem 2012 neu angelegten Parkplatz neben dem Eingang des Klosters Heisterbach (143m).

 Gegenüber dem Eingangstor zeigt uns ein Wegweiser den Weg zum „Weilberg 0,7km“ (Rheinsteig-Zuweg). Nach 300m biegen wir rechts ab und folgen nach weiteren 500m links der Beschriftung auf einem alten Basaltstein „zum Steinbruch Weilberg 100m“ (0,9km, 200m). Durch einen Hohlweg ist bald das Innere des Berges erreicht. Es ist das eindrucksvollste „geologische Fenster“ des gesamten Naturparks. Bis in die 30er Jahre wurde hier gesprengt, und unzählige Arbeiter verluden das abgebaute Gestein in Loren und karrten es ins Tal zum Bau von Straßen und Wegen. Inzwischen erinnert nichts mehr an den menschlichen Eingriff. Die Natur hat die Wunde geheilt und gestaltet sie in ihrem Sinne. Am Grund hat sich inzwischen ein Feuchtbiotop entwickelt.

 

       

Heisterbach, Eingangstor

 

Weilberg

 

Stenzelberg - Wildnis

 

   Seit der Eröffnung des Nationalparks Eifel drohte auch dem Siebengebirge dieses Damokles Schwert „Natur, Natur sein lassen“. Durch einen Bürgerentscheid wurde es aber letztendlich gestoppt. An dem geplanten Wegekonzept, das eine Verkürzung der Wegelänge von 50km vorsieht, wird aber weiterhin festgehalten. So ist wahrscheinlich auch der 30m lange Pfad, der früher rechts zu dem nächst höher gelegenen Aussichtsplateau führte, den Streichungen schon zum Opfer gefallen, denn er ist zurzeit (Mai 2012) mit einem Zaun versperrt. Wir möchten aber nicht wieder den Weg zurückgehen und so klettern wir durch den Zaun zur oberen Terrasse (220m). Hier haben schon einige ihren Unmut über diese unsinnige Sperrung gezeigt und den Zaun niedergerissen.  Ein zweites Übel nimmt mittlerweile im ganzen Naturpark zu, die Aussichten verwachsen immer mehr und mindern damit das Wandererlebnis. Wenn es so weitergeht, kann man in Zukunft auch hier am Weilberg nur noch anhand Informationstafeln die Geschehnisse der Erdgeschichte nachvollziehen. Grund ist unter anderem wohl auch das Europäische Diplom für geschützte Gebiete, das dem Siebengebirge am 15. Oktober 1971 hier am Weilberg verliehen wurde. Ein Gedenkstein erinnert daran. Wieweit man diesen Gedanken umsetzt bleibt Ansichtssache.

 Von oben wandern wir den Weg hinunter und stoßen ca 50m weiter auf den Rheinsteig-Zuweg, den wir nun verlassen und geradeaus hinunter zum Parkplatz „Weilberg“ gelangen. An der Straße wenden wir uns nach rechts 100m zum Parkplatz „Mantel“ und folgen hier dem Hinweis „Stenzelberg 2km“ und der „2“ nach links (1,7km, 191m). Der asphaltierte „Mantelweg“ verlassen wir schon nach 300m und folgen links dem „Stenzelberg-Rundweg“ und der „2“. Rechtsdrehend wird der Stenzelberg umwandert. Vorbei an dem linken Abzweig nach Heisterbacherrot geht es leicht ansteigend vorbei an rechts liegenden, drei alte canonartige Einschnitte, die ins Innere des Berges führen.

Seit dem 12. JH. lieferte der Stenzelberg Gestein für die umliegenden Kirchen. Der Steinbruchbetrieb endete 1930. Nach der Stilllegung der Brüche hat sich hier eine wildromantische Landschaft entwickelt.

 

       

Stenzelberg

 

Campanile Alto, Stenzelberg

 

Rheinblick vom Stenzelberg

 

  Oben auf der Höhe (2,8km, 265m), wo einst ein Sportplatz lag, weitet sich unser Blick zum ersten Mal hinüber zu unserem Gipfelziel, dem Ölberg. Sein Name leitet sich nicht von Olivenberg ab, wie sein Namensvetter in Jerusalem. Da er ein auffälliges Zeichen, ein Mal, in der Landschaft ist, nannte man ihn „Malberg“ bis ins 19.Jh. In der Mundart wurde daraus „Mohlberg“, „Ohlberg“ und schließlich Ölberg.

Rechts wandern wir zwischen Felsruinen zu einer mächtigen Felswand. Vor einer Bank führt ein Pfad an den Felsfuß und in das dahinter liegende Gelände (vor Steinschlag wird gewarnt). Eine fremdartige Landschaft breitet sich hier aus. Unbrauchbares Gestein blieb als sog. „Umläufer“ inmitten des Steinbruchs stehen und bilden bizarre Gebilde von Zahnstummel bis Zuckerhut, die an Felstürme der Dolomiten erinnern. Auch die Namen, Campanile Alto, Campanile Basso und Dibona-Kante, zeigen die Verwandtschaft mit der italienischen Bergwelt und lassen die Herzen aller Kletterer höher schlagen.  So war es in den 80er und 90er Jahren ein beliebtes Klettergebiet. Doch seit 2002 wurde der Vertrag mit den Kletterern aus Naturschutzgründen gekündigt.

Gegenüber des Zuckerhutes „Campanile Alto“ führt ein Trampelpfad links zu einem phantastischen Rheinblick und der alten Bundeshauptstadt Bonn mit dem hoch aufragenden Posttower und dem „Langen Eugen“. Links zwei weitere Berge der „Sieben“ : Nonnenstromberg und der Petersberg.

Zurück gehen wir wieder bis zur Bank und wandern rechts weiter. Nach ca. 300m erreichen wir eine große Wegekreuzung mit dem Einkehrhaus „Waidmannsruh“. Seit 1927 kann hier eingekehrt werden. Da wir aber erst am Beginn unserer Wanderung sind (3,6km), gehen wir vorbei und bleiben ca. 300m auf dem Sträßchen bis rechts das 1956 eröffnete „Heinrich-Imbusch-Haus“ auftaucht (3,9km, 277m). Es ist der Neubau eines seit 1925 geführten Berghotels „Rosenau“, das 1953 einem Brand zum Opfer fiel.

 

   

Einkehrhaus "Waidmannsruh"

 

Ölberg

 

Beobachtung am Wegesrand

 

  Von den drei Wegen nehmen wir den mittleren, leicht bergab führenden. Dieser Weg ist mit dem gelben Logo des Rheinsteig-Zuwegs markiert. Der Wald tritt nun immer weiter zurück und der Blick geht voraus zu unserem Ölberg-Gipfel. Durch Streuobstwiesen erreichen wir Heisterbacherrott (4,5km, 240m), wo es mit dem Hinweis „Ölberg 1,9km“ rechts weitergeht. Vorbei an Haus 129 wandern wir anschließend durch offenes Wiesengelände leicht bergan auf den Ölberg zu. Die nächste Wegekreuzung befindet sich wieder im Wald (5,2km, 290m). Hier folgen wir dem Hinweis „Ölberg-Ringweg 0,9km“ nach links und bleiben auf diesem bequemen Weg und lassen uns nicht von dem Reitweg irritieren, der unterwegs rechts abzweigt und uns bis zu einem Wegknoten begleitet. Ein Wegweiser leitet uns dann nach rechts zum „Ölberg-Rundweg 400m“. Wenn wir diesen erreicht haben folgen wir ihm rechts bergauf bis zu einer kleinen Schutzhütte (6,4km). Oberhalb der Hütte geht unser Weg links weiter. Noch ohne Anstrengung erreichen wir nach 200m einen rechts abgehenden Pfad, „Ölberg 900m“, der nun steil bergauf zu unserem Gipfel führt. Der immer ansteigende Pfad endet erstmal an einem breiten Zufahrtsweg, mit dem gegenüber liegenden, zur Antennenanlage gehörenden Gebäude. Wir gehen links den Zufahrtsweg bis zum Gipfel-Restaurant (7,3km, 460m) und lassen den rechten Treppenaufgang für den Rückweg.

 

Panoramablick vom Ölberg

 

 Oben ist die Anstrengung vor lauter Begeisterung über die phantastische Aussicht verflogen. Freudig sucht man sich auf der Aussichtsterrasse einen Platz, um dieses Panorama noch mehr zu genießen. Einmalig ist bei klarem Wetter diese Aussicht. Wo kann man das in unmittelbarer Nähe der Niederrheinischen Bucht schon erleben. Der Blick reicht von Köln mit den Türmen des Doms und den markanten Hochhäusern Bonns hinüber zur Eifel sogar bis zur Hohen Acht. Wir schauen nach Süden und beginnen zu zählen, ob es auch sieben sind. Angefangen von der Löwenburg (455m) mit dem davor liegenden Lohrberg (432m), Drachenfels (321m) und Wolkenburg (324m), Petersberg (331m), Nonnenstromberg (335m) und nicht zu vergessen unser Standpunkt, der Ölberg, der mit 460m alle überragt. Das waren die bekanntesten sieben, aber es scheinen doch noch einige mehr zu sein. Der Blick nach Osten reicht über die A3 weit in den Westerwald hinein.

 

       

Ölberg - Terrasse

 

Alpine Rast

 

Blick nach Osten

 

  Schließlich geht auch diese genussvolle Rast einmal zu Ende, aber mit dem Petersberg ist einer der Sieben unser nächstes Ziel. Wir gehen zunächst den gleichen Weg zurück, diesmal nehmen wir den Treppenweg, und folgen dem Hinweis Petersberg bergab und verlassen nach ca. 100m links unseren Hinweg. Der Abstieg endet an der Stuttgarter Hütte (8,0km, 332m), wo wir geradeaus weiter dem Hinweis „Petersberg“ folgen. Diesen breiten Fahrweg verlassen wir aber schon nach 100m. Hier zeigt ein Wegweiser mit der Aufschrift „Rundweg, Schutzhütten und Aussichten 1,5km“. Mit den versprochenen Aussichten folgen wir dem Pfad, stellen aber bald fest, dass auch dieser Hinweis in die Jahre gekommen ist und die Aussichten im Laufe der Zeit zugewachsen sind, aber der Pfad an sich ist angenehm. Vorbei an dem „Hammelrather“ Kreuz, wo 1867 der Revierförster den Tod fand, erreichen wir nach 800m wieder den Fahrweg und folgen ihm links100m (9,1km, 294m). Hier wandern wir geradeaus „Brücke L331“. Stetig geht es, vorbei an der „Eduard-Spoelgen-Hütte“, bergab. Nach 700m stoßen wir auf den „Rheinsteig“, der uns jetzt weiterhin den Weg zeigt. Die herrlich, angenehme Ruhe, die uns bisher begleitet hat ist nun vorbei. Autolärm dröhnt von der durch das Tal verlaufenden Straße zu uns hinauf. Wir nähern uns dieser bis auf 30m, dann trennen sich unsere Richtungen und es folgt nach Überquerung (10,4km, 170m) einer Forststraße ein 1,2km langer und steiler Anstieg zum Petersberg. Durch eine Tür im Sicherheitszaun betreten wir das Gelände des ehemaligen Gästehauses der Bundesrepublik, begleitet von Scheinwerfern und Kameras. Durch die Anlagen steuern wir auf die von Linden abgeschirmten Petruskapelle (12,0km, 331m) zu, die etwas höher dem Hotel gegenüber liegt.

 

   

Petersberg - Hotel

 

Petersberg - Terrasse

 

Drachenfelsblick

 

  Als der Petersberg noch Stromberg hieß, war er schon ein beliebtes Wallfahrtsziel. Prozessionswege führten von allen umliegenden Orten auf den Berg. Kreuze und Altäre aus dem 15. und 16. Jh. zeugen noch heute von der Wallfahrtradition dieses Ortes. Seit Ende des 12.Jh`s gab es auf dem Berg schon ein Kloster. Die Mönche haben es aber schon früh aufgegeben und waren ins Tal des Heisterbaches gezogen. Die heute auf dem Petersberg vorhandene Kapelle, ein barocker Saalbau, wurde 1763 von dem Heisterbacher Abt errichtet. Die Inneneinrichtung stammt noch im Wesentlichen aus ihrer Entstehungszeit. Hochzeiten finden auch heute noch statt. So nutzte Michael Schumacher den Petersberg mit der Kapelle für die Hochzeit mit seiner Frau Corinna im Jahr 1995.

Vorbei an den Parkplätzen kommen wir zur Aussichtsterrasse und lassen bei einer Kaffeepause das Rheinpanorama auf uns einwirken.

 

Rheinpanorama vom Petersberg

 

 Anschließend verlassen wir das Petersberggelände an der Nordwestecke Richtung „Oberdollendorf“ und wandern den Pfad, der bald wieder auf den Rheinsteig stößt, dann links 1km steil bergab (13,4km, 180m). Dann ist es bis zum Kloster und unserem Ausgangspunkt nur noch ein bequemes Auslaufen. Ein Besuch der alten Heisterbacher Klosteranlage mit der Ruine der Abteikirche (Informationen s. Schnuppertour), einem Symbol der Rheinromantik, sollte man zum Abschluss dieser Bergwanderung nicht auslassen.

 

Information: Wanderkarte Nr.38 „Drachenfelser Ländchen und Siebengebirge“ des Eifelvereins, herrliche Aussichten von Ölberg und Petersberg, Fernglas! 

Strecke: 15 km, fast nur unbefestigte Wege und Pfade, teilw. Rheinsteig, überwiegend durch Wald, empfehlenswert im Herbst

Schwierigkeit: Bergtour mit zwei steilen Anstiege, 0,7km u. 100 Höhenmeter zum Ölberg, 1,5km u. 150m zum Petersberg, Zur Erleichterung helfen Stöcke, wenn sie richtig eingesetzt werden. Aufstiege 555m, Abstiege 555m

Einkehrmöglichkeit: Kloster Heisterbach  www.abtei-heisterbach.de , Ölberg-Restaurant  www.gasthaus-oelberg.de , Petersberg www.steigenberger.com/Koenigswinter_Bonn

GPX-Track:  Ölberg.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 

 

 


Ölberg auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

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Drachenfelsruine

Siebengebirgstour

 

Die Köln-Bonner Bucht wird im Südosten von dem Siebengebirge begrenzt. Je nach Blickrichtung rheinauf- oder -abwärts erkennt man tatsächlich etwa sieben Berge, obwohl sie nicht immer dieselben und auch nicht die höchsten sind, versucht man sie auf sieben zu beschränken.

 

Die geheimnisvolle, zauberkräftige Zahl Sieben hat die Gemüter und Dichtkunst der Menschen vieler Jahrhunderte angeregt. Neben dem Märchen vom Schneewitschen, das hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen einst rührende Gastfreundschaft genoss, gibt es manch weitere Sagen und Märchen zu erzählen.

Die Berge zeigen sich alle von ihrer schönsten Seite, lassen sie doch zauberhafte Blicke in die Ferne schweifen, berichten von großen und kleinen Geschichten der Burgherren und laden hier und dort zu einer gemütlichen Einkehr ein. In Wahrheit hat der Name des Gebirges gar nichts mit der Zahl Sieben zu tun. Siefen oder Siepen nennt man im Rheinland kleine Täler, von denen das Siebengebirge besonders viele aufweist. 

 

 

Sind wir bei unserer Tour zum Ölberg nördlich des Mirbesbaches und der L331 gewandert, so geht es heute im südlichen Teil über weitere Gipfel der „Sieben“.

 

Aus Richtung Köln (A59) kommend verlassen wir an der Ausfahrt Bad Honnef/Rhöndorf die B42 und fahren dort nach links und biegen in Rhöndorf in die Drachenfelsstraße ein. Am Ende finden wir auf dem „Ziepchen-Platz“ eine günstige Parkgelegenheit (72m). 

 

   

Rhöndorf mit Drachenfels

 

Ziepchen-Platz

 

Ziepchen-Brunnen

 

Hier am Fuße des Drachenfels besticht dieser Platz mit seinen gepflegten Fachwerkhäusern und Lokalitäten. Den Mittelpunkt bildet der „Ziepchenbrunnen“ mit der Drachenfelsquelle. Wer das Wasser aus der Quelle trinkt, wird 100 Jahre alt, behauptet der Volksmund. Wenn man die kolossalen Fische im angrenzenden Becken sieht, kann schon an ein Wunderwasser glauben.

 

Vom „Ziepchen-Platz“ gehen wir die „Löwenburgerstraße, die von schönen blumengeschmückten Fachwerkhäusern begrenzt wird, hinauf. Nach ca. 70m zeigt ein Wegweiser rechts zum Adenauer Haus. Dort hatte am Fuße des Breiberges der erste deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, bis zu seinem Tod gewohnt und Rhöndorf bekannt gemacht. Es kann kostenfrei besichtigt werden. Am Ende der Bebauung geht  der asphaltierte Weg in einen Forstweg über, begleitet auf der linken Seite vom Fonsbach. Inzwischen hat auch der Rheinsteig sich von links zu uns gesellt und wir folgen seinem Logo nun bis kurz vor der Löwenburg. Gegenüber dem Bach liegt der Waldfriedhof, wo sich das Grab des ehemaligen Bundeskanzlers befindet. Am Ende vom Friedhof führt uns das Rheinsteig Logo spitzwinklig den Pfad rechts bergan Richtung „Breiberg“. Weiter oben folgt eine Spitzkehre mit einer Bank zum Verschnaufen. Eine Sicht zum Rhein gibt es nicht und so wandern wir auf einem Felsensteig weiter bergan auf die "Knelingshardt". Wir stoßen auf einen Forstweg mit einer kleinen Schutzhütte, wo der Rheinsteig links auf dem Waldpfad durch einen schönen Mischwald weitergeht. Am Boden wachsen verstreut Stechpalmen, auch Ilex genannt. Je höher wir steigen desto schmaler wird der Pfad. So erreichen wir an einer Hütte das Joch zwischen dem großen und kleinen Breiberg. Wir gönnen uns hier aber noch keine Pause und möchten erst am Gipfel des Breiberges mit Aussicht rasten. Dazu sind noch über 40 Höhenmeter zu bewältigen. 

 

Blick vom Breiberg auf Drachenfels, Wolkenburg und Petersberg

 

Oben angekommen kann man zufrieden durchschnaufen, denn dieser Aufstieg hat sich gelohnt (2,8km, 313m). Ein herrliches Panorama breitet sich vor uns aus: Geradeaus das Drachenfelser Ländchen und der Drachenfels mit seiner markanten Burg, rechts anschließend die bewaldete Kuppe der Wolkenburg und der Petersberg mit dem Hotel, dazwischen weit am Horizont im Dunst Bonn und der Posttower. Vom Breiberg, der übrigens eigentlich Briberich heißt, geht es wieder hinunter zur Hütte.

Bequem wandern wir auf dem Rheinsteig über das Joch zwischen Rhöndorfertal zur Linken und Annatal zur Rechten. Weiter geht es im Hang des kleinen Breibergs durch eine kleine Mulde hinüber zum „Ölender“, wo es erneut bergan steigt. Ein von Bad Honnef kommender Forstweg folgen wir ein kurzes Stück links, um dann den Rheinsteig mit dem rechts abgehenden Forstweg „R“ (Rheinhöhenweg) zu verlassen. In einem Halbkreis umrunden wir auf der südlichen Seite den Bergkegel der Löwenburg stetig aber allmählich bergan, bis schließlich links noch die fehlenden 60 Höhenmeter zum Gipfel in Angriff genommen werden. 

 

   

Löwenburgruine

 

Löwenburggipfel

 

Drachenfels von Löwenburg

 

Ein Kuriosum ist, dass der hier von rechts kommende Rheinsteig seinen Wanderern die Aussicht von der Löwenburg, wie auch schon vorhin vom Breiberg, vorenthält und sie nicht dorthinauf sondern weiter schickt. Ein Premiumweg darf solche Aussichten einfach nicht vernachlässigen, auch wenn man den gleichen Weg dort wieder zurückgehen muss.

Die Burgruine, die wir oben erreichen ist eine Rekonstruktion der 1980ziger Jahre, die eine Vorstellung von der einstigen Bedeutung gibt. Am höchsten Punkt (455m), der auch gleichzeitig höchster unserer Wanderung ist, steht um einen Ahornbaum eine Sitzgruppe, die förmlich zum Rasten einlädt (5,7km, 355m). Es ist eine großartige Aussicht, die sich hier vom zweithöchsten Gipfel des Siebengebirges bietet. Der Blick geht rheinauf zum Mittelrhein und rheinab bis tief in die Köln-Bonner Bucht, wo man bei klarer Sicht sogar die Konturen des Kölner Doms ausmachen kann. Die markanten Berge von Drachenfels und Petersberg liegen zum Greifen nah. Auf der anderen Rheinseite blicken wir ins Drachenfelser Ländchen und weiter links zu den Bergen der Eifel bis hin zur Hohen Acht. Es verwundert nicht, dass diese markante Lage bei der Vermessung der Rheinlande (1803-1820) als Zielpunkt in einem vermessungstechnischen Dreiecksnetz, neben Hohe Acht, Michelsberg und Kölner Dom, benutzt worden ist.

Von der Burg, die erstmals 1247 erwähnt wird, erinnern nur wenige, noch eindrucksvolle Ruinen an die alte Burganlage. Ursprünglich wurde sie als Grenzfestung der Grafen von Sayn gegen Kurköln gebaut und war damit Rivale der kurkölnischen Burgen Drachenfels und Wolkenburg.  Infolge zahlreicher Besitzerwechsel fiel sie 1484 an das Herzogtum Jülich-Berg und bildete das Amt Löwenburg, das bis zur Mitte des 16.Jh´s von der Burg verwaltet wurde. Ab 1629 diente sie bis zu ihrer Zerstörung 1633 im Dreißigjährigen Krieg als Gefängnis. Die Könige des 16. und 17. Jh. ließen sie zur Ruine werden. Der Bergfried wurde 1881 wegen Baufälligkeit abgetragen. 1979-1985 fanden Ausgrabungen und ein teilweiser Wiederaufbau statt.  

 

       

Löwenburgerhof

 

Erpelentalskopf, Drei-Seen-Blick

 

Zugang zum Steinbruch

 

Auf gleichem Weg geht es zunächst 500m wieder zurück und wir folgen dort dem Logo „Rheinsteig-Zuweg“ rechts dem Pfad bergab. Es geht auf der nördlichen Bergseite der Löwenburg bis zum Forstweg, der links zum Löwenburger Hof führt. Wir stehen hier auf einem Bergsattel zwischen Rhöndorfer Tal und Einsiedeltal. Rechts hat man einen weiten Blick über eine Streuobstwiese, dem Honnefer Stadtteil Aegidienberg bis zum Westerwald. Vor der Info-Tafel wandern wir links und nehmen von den drei Wegen den ganz rechten, der mit „K“ bezeichnet ist. Nach ca. 100m zeigt uns das Logo „Rheinsteig-Zuweg“ das es dann rechts auf gleich bleibender Höhe Richtung „Margarethen Höhe“ und „Lohrberg Rundweg“ weitergeht. Vorbei an Felsen der „Merkenshöhe“ erreichen wir am „Erpelentalskopf“ (7,4km, 383m) eine sechseckige Hütte mit dem Namen Spiritus-Hütte. Sie hat aber nichts mit dem Brennstoff zu tun, sondern ist nach dem ehemaligen Bürgermeister Dr.h.c.Spiritus (1892-1931) benannt. Eine Info-Tafel verspricht hier einen „Drei-Seen-Blick“. Es sind zwar keine Seen, aber dreimal erscheint der Rhein zwischen den Bergen wie ein See. Natürlich wird nun nachgezählt von rechts nach links: Petersberg, Rhein, Drachenfels, Rhein, Breiberg und zum dritten Mal ist der Rhein auszumachen. Wer jetzt Glück hat und das Wetter lässt es zu, der kann am Horizont Richtung Kölner Bucht ein Silber glänzendes Band und damit sogar ein viertes Mal den Rhein entdecken.

 

Von der Hütte verlassen wir den Forstweg und folgen links dem  mit „R“ gekennzeichneten Pfad bergab. Mit diesem Wegzeichen und dem Rheinsteig-Zuweg erreichen wir einen breiten Waldweg, wo direkt rechts der Zugang zu einem alten Steinbruch liegt. Geologische Aufschlüsse bedeuten immer eine Zeitreise in die Erdgeschichte. Zum Verständnis der Entwicklung der Landschaft in den unvorstellbar langen Zeiträumen der Geologie braucht man solche sichtbare Zeugnisse. 

 

       

Grillplatz im Steinbruch

 

Vulkangestein

 

Denkmal,  Berthold von Nasse

 

Das Siebengebirge verdankt seine heutige Oberflächengestalt vulkanischen Ereignissen der jüngeren Erdgeschichte vor etwa 30 Millionen Jahren. Seit dem Ende der vulkanischen Tätigkeit wirken durch Verwitterung und Erosion die zerstörenden Kräfte der Abtragung, wobei auch der Rhein mitgewirkt hat, als er infolge der weiteren Hebung des Schiefergebirges sich tiefer in den Untergrund eingraben musste. Deshalb sehen wir heute nicht mehr die ursprüngliche Vulkanlandschaft, sondern eine größere Anzahl von Vulkanruinen. Diese gehören zu den Resten der magmatischen Schlotfüllungen. Sie haben der Erosion größeren Widerstand entgegengesetzt und überragen die tiefer gelegene Landoberfläche, wo die weniger widerstandsfähigen Gesteine stärker abgetragen worden sind.

Ganz anders schildert die sage die Entstehung des Siebengebirges. Sie weiß von sieben Riesen zu berichten, von denen Urbewohner des heutigen Honnef Hilfe erflehten. Tatsache ist nämlich, dass vor Urzeiten der Rodderberg über Rolandseck böswillig anfing, Feuer zu spucken. Dieser jüngste Vulkan, meint die Sage, soll damals das Rheintal mit Flugasche und Lavaströme zugeschüttet haben. Oberhalb der vulkanischen Sperrmauer wäre der Rhein immer höher gestiegen und hätte gedroht, Honnef zu verschlingen. Die sieben Riesen hätten nun das Rheintal wieder freigeschaufelt und dem Wasser Abfluss geschaffen. Nach getaner Arbeit soll jeder von seinem Spaten all das Erdreich, das daran haften geblieben war, zu sieben Haufen abgeklopft haben, eben zu sieben Berge, behauptet die Sage.

Mit einigem Respekt betreten wir den ehemaligen Steinbruch, denn ringsum sind wir von hohen Felswänden umgeben, die den vulkanischen Ursprung sichtbar machen. Einen öffentlichen Grillplatz hat man hier mit Hütte, Tischen und Bänken angelegt, die wir gerne zu einer kleinen Rast nutzen und der Anblick der mächtigen Basaltsäulen lassen uns die gewaltige Kraft und Energie im Innern der Erde erahnen. Gegenüber dem Steinbruchzugang steht das Denkmal von Berthold von Nasse (1831-1908), einem Förderer des Naturschutzes im Siebengebirge. Vom Nasseplatz (8,3km, 320m) folgen wir dem breiten Schotterweg talwärts. An einer Schutzhütte (Lietschenhütte?) biegen wir links in den Pfad mit dem Hinweis „Geisberg 600m“ ein. Hier treffen wir auch wieder auf den Rheinsteig, der jetzt bis kurz vor Rhöndorf unser Wegbegleiter ist. Es ist ein kurzer aber steiler Aufstieg zur „Walter Guillaume-Hütte am Geisberg (9,8km, 312m). Belohnt werden wir aber wieder mit einer phantastischen Aussicht. Wir schauen auf den gegenüber liegenden schon bestiegenen Breiberg. Durch das Rhöndorfer Tal schweift der Blick zum Rhein und rechts zum höchsten Berg Hollands, dem Drachenfels, wie er gerne der vielen holländischen Besuchern wegen bezeichnet wird. 3 Kilometer sind es dem Wegweiser zufolge noch bis dort. Auf verschlungen Pfad geht es entlang des Schallenberges zum Gasthaus „Milchhäuschen“ (10,5km, 244m). Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre und wir kehren deshalb auch hier ein, bevor wir in die Touristenströme am Drachenfels geraten.

 

Man vermutet, dass das Gebäude, das  früher an dieser Stelle stand, Teil des Burghofes war und der Milch- und Schweinewirtschaft diente und die Wolkenburg und den Drachenfels mit landwirtschaftlichen Produkten versorgte.

 

Blick vom Geisberg

 

Vom Milchhäuschen folgen wir geradeaus dem Rheinsteig-Logo. An einem idyllisch, tief im Gelände liegenden Hohlweg wandern wir, weil der Weg sehr matschig ist, auf der Oberkante zwischen alten Baumbestand. Am Ende des Waldes wenden wir uns links auf einem neu angelegten Weg, der uns zum neu gestalteten Eingang der Drachenburg bringt. Das „Neuschwanstein am Rhein“ wird es oft genannt. Ludwig II. wäre begeistert gewesen von den vielen Türmchen und Zinnen und der sagenhaften Inneneineinrichtung, einem wahrer Rausch aus verschwenderischem Kitsch und edelstem Kunsthandwerk. Es war der Bonner Stephan Sarter, der an der Pariser Börde zu viel Geld gekommen war und mit der romantischen Begeisterung der Rheinromantik sich diesen neugotischen Wohnsitz auf halber Höhe zum Drachenfels schuf. Nach dem Tod seines Besitzers durchlebte die Anlage ein wechselhaftes Schicksal. Erst nach jahrzehntelanger Restaurierung lädt seit 2013 das prachtvolle Schloss Besucher zur Besichtigung ein. 

 

       

Milchhäuschen

 

Drachenburg

 

Drachenfelsbahn mit Ölberg

 

Der weitere alte Eselsweg zum Drachenfels musste nach einem Felssturz am 5. Juni 2011 gesperrt werden und so müssen alle Wanderer zum Drachefels der neuen Streckenführung folgen. So führt momentan der Rheinsteig von der Drachenburg entlang der Gleisanlage der Drachenfelsbahn zum alten Burghof. Die Geschichte des Burghofs geht ins 12. Jahrhundert zurück und diente ursprünglich der Versorgung der Burgen Drachenfels und Wolkenburg. 1881 erwarb ihn Stephan von Sarter, der Erbauer von Schloss Drachenburg. Sarters Neffe ließ 1904 das Hauptgebäude abreißen und als Berghotel neu aufbauen. 1989 erlosch die Konzession für das Hotel. Seitdem steht das Gebäude leer und befindet sich im Verfallsprozess.

Der Rheinsteig steigt am Burghof auf direktem Weg steil hinauf zur Drachenfelsstraße. Wer beim Aufstieg seinen Blick von Boden lösen kann, dem wird der mächtige Baum am Wegesrand nicht entgehen. Es ist ein Mammutbaum, der vor ca 150 Jahren gepflanzt worden ist.

 

Mit der Drachenfelsstraße erreichen wir den Bahnhof der Drachenfelsbahn und das neu gebaute Aussichtsplateau (13,0km, 290m). Unter den Bergen des Siebengebirges reicht der Drachenfels am weitesten an den Rhein heran und erlangte aufgrund seiner markanten Erscheinung über dem Rheintal, trotz seiner Höhe von nur 321 ü.NN, eine frühe touristische Bekanntheit. Die ersten romantischen Fremden hatten den Aufstieg zu Fuß oder auf dem Rücken eines Esels bewältigt. Der uralte Eselsweg ist gewiss schon im Mittelalter von den Burgbewohnern benutzt worden, ja, bereits Roms Steinmetzen sind wohl über ihn zu ihrem Arbeitsplatz gelangt. Und dank begeisterter Schilderungen romantischer Dichter und Schriftsteller, schwoll schon bald nach 1820 die Zahl der Drachenfelsbesteiger an. Das erste Wirtshaus auf dem Gipfel war schon 1834 eröffnet worden. Um die Völkerwanderung ein bisschen komfortabler zu machen, bekam der Drachenfels 1883 die erste Zahnradbahn Deutschlands. Bis 1953 ist sie von einer Dampflokomotive gezogen worden. Seitdem wird sie elektrisch betrieben. Sie hat viel dazu beigetragen, dass der Drachenfels zum meistbesuchtesten Berg Europas geworden ist. 

 

Blick vom Drachenfels rheinaufwärts

  

Entstanden ist der Drachenfels vor ca. 20 Millionen Jahren durch aufsteigendes Magma, das nicht zur Erdoberfläche durchbrechen konnte und zu festem Gestein erstarrte. Seit der Zeit der Römer wurde das Vulkangestein in Steinbrüchen abgebaut. Es lässt sich leicht bearbeiten und wurde deshalb als Baustein auch für Teile des Kölner Doms verwendet.

 

Burg wurde schon im 12.Jh. errichtet und seitdem führen die Burggrafen den Feuer speienden Drachen in ihrem Wappen. Mit dem Drachen fing die ganze Geschichte an. Er soll in grauer Vorzeit in einer Höhle gehaust und von Zeit zu Zeit Menschen zum Fressen geholt haben. Wie man das Untier loswurde, wird verschieden erzählt. So soll der Kampf Siegfrieds mit dem Drachen hier stattgefunden haben. Heute erschreckt nur noch ein kleiner Drachen in einem Glaskasten mit seinem Schnaufen die Touristen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Ruine nahm dann 1788 noch einmal gewaltigen Schaden, als die von Steinbrüchen unterhöhlte Südwestseite des Bergfrieds einstürzte und das an der Rheinseite stehende Wohnhaus und ein Teil der Kapelle mit in die Tiefe. Übrig blieb der Rest des 25m hohen Bergfrieds.

 

       

Drachenfelsruine

 

rheinabwärts Bonn

 

Ulanendenkmal

 

Bis zum Bergfried steigen wir noch einige Meter höher und schauen wie die einstigen Burgherren in das Land. Einmalig ist diese Aussicht. Links noch einige Gipfel des Siebengebirges, dann bad Honnef mit den Inseln Grafen- und Nonnenwerth. Rheinaufwärts geht der Blick bis Unkel, weiter rechts begrenzen die Berge der Eifel den Horizont. Nach rechts sieht man Bad Godesberg mit der Godesburg und weiter rechts ragen der Posttower und das frühere Abgeordnetenhaus, der lange Eugen, aus dem Bonner Stadtbereich. Bei klarem Wetter sind auch die Türme des Kölner Doms zu erkennen.

Nach diesem faszinierenden Panorama geht es hinunter zum Drachenfelsplateau, wo wir in der Umfassungsmauer einen Durchgang finden und von dort mit dem Rheinsteig-Logo hinunter nach Rhöndorf wandern. Zunächst geht es steil über Treppen dann auf einem Waldpfad in Serpentinen bis wir am 1925 errichteten Ulanendenkmal in die Weinberge kommen. Das Denkmal erinnert an die Gefallenen des Ulanen-Regiments im 1. Weltkrieg. Die Rebhänge des Drachenfels zwischen Königswinter und Rhöndorf gehören zum nördlichsten Weinanbaugebiet am Rhein, das mit den Weinbergen von Oberdollendorf endet. Zurzeit (2013) sind zwei Weinbergswege unterhalb des Siegfriedfelsen wegen Steinschlag gesperrt. Wir wandern am Kriegerdenkmal erst links dann direkt rechts und erreichen schon bald wieder Rhöndorf.

Weinberge am Fuß des Drachenfels

Mit einer Einkehr im Cafe Profittlich ( www.cafe-profittlich.de ) lassen wir diese Siebengebirgswanderung ausklingen. Sie ist nie langweilig geworden. obwohl das Siebengebirge zwar zu 91% aus Wald besteht, tun sich immer wieder neue Fenster mit phantastischen Aussichten auf, die für herrliche Abwechslung sorgen.

Ein leckeres Stück Torte gehört bei Profittlich ebenso dazu wie die Geschichten, die sich um Peter Profittlich ranken. Etwa die Story um den Seilbahnkrieg zwischen ihm und Adenauer. Dem "kleinen Kanzler von Rhöndorf" schwebte ein Gondelbetrieb zunächst zum Drachenfels, später zur Löwenburg vor. Adenauer wollte aber in Rhöndorf seine Ruhe haben und wusste 1959 dieses Projekt zu verhindern. Aber damit verhalf Adenauer nach seinem Tod genau zu dem, was Bäckermeister Peter Profittlich mit seiner Idee von der Seilbahn erreichen wollte, mehr Fremdenverkehr in Rhöndorf.Beschreibungstext neben dem Bild

 

Information: gute Beschilderung; meist Rheinsteig, Wanderkarte Nr.38 „Drachenfelser Ländchen und Siebengebirge“ des Eifelvereins, Topographische Freizeitkarte „Rheinsteig“, Fernglas lohnt sich

Streckenlänge: ca. 15 km, meist unbefestigte Wege und Pfade

Schwierigkeit: Mittelschwer: Langer Anstieg zur Löwenburg (6km) mit kurzer Erholung beim Abstieg vom Breiberg , anschließend leichtes Auf und Ab, nochmaliger Anstieg zum Drachenfels von 1,2km.mit 40 Höhenmetern; Auf- und Abstiege 650m

Einkehrmöglichkeit: in Rhöndorf, Löwenburger Hof, Milchhäuschen ( www.milchhaeuschen.de ), Drachenburg und Drachenfels

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Siebengebirgsrunde auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

Touren: Schnuppertour l Ölberg l Siebengebirgstour l Erpeler Ley l Geysirblick l Hohe Buche l all inklusive Tour l Loreleyblick l Loreleytour l zum Anfang

 

 

Über die Erpeler Ley

 

Diese Tour führt von Unkel auf dem Rheinsteig mit herrlichen Rheinblicken vorbei am Stux-Wasserfall zum Felsen der Erpeler Ley und an der Burg Ockenfels vorüber nach Linz. Kuriositäten zwischen Gestern und Heute erleben wir unterwegs bei einem Abstecher. In einer ehemaligen Bierbrauerei genießen wir in nostalgischer Atmosphäre die deftige Brauhausküche und das frische Fassbier.

 Die Kürze der Wanderung erlaubt es außerdem, Linz, die „Bunte Stadt am Rhein“ mit ihren verwinkelten Straßenzügen näher kennen zu lernen und auch dem Winzerstädtchen Unkel mit seiner schönen Rheinpromenade und seinen malerischen Fachwerkhäusern einen Besuch abzustatten.

 

Blick von der Erpeler Ley rheinabwärts

 

 Wir starten am Bahnhof in Unkel, wo auch Parkplätze vorhanden sind. Mit dem gelben Zugangssymbol des Rheinsteigs gehen wir bis zu einer Unterführung. Durch die Unterführung geht es rechts mit „RV“ weiter „In der „Persch“. Am Ende der Straße führt ein Fußweg mit dem gelben „Rheinstein Zuwege“ Logo weiter, der an der Bruchhausener Straße endet. Ein Schilderpfahl „Bruchhausener Straße, 62m ü. NN“ zeigt links 500m zum Rheinsteig. Eine Fußgängerbrücke bringt uns sicher über die B42. Nach dem Treppenabgang wenden wir uns rechts dem Rheinsteig zu. Entlang der L252 begleiten uns am „Elsberg“ aktive und aufgegebene Weinberge. Schon nach 200m stößt der Rheinsteig mit einem Pfad von links zu uns. Diesem folgen wir die nächsten Kilometer Richtung Orsberg. Er führt uns zunächst zu einem 7m hohen Wasserfall (1,1km, 80m). Einst wurde 500 Meter oberhalb ein Graben vom Hähnerbach künstlich abgezweigt, um eine Wassermühle anzutreiben. Die Mühle wurde aber bereits in den 60er Jahren abgerissen. Das Wasser wurde in einer künstlichen Rinne zu dem senkrecht abfallenden Felsen wieder dem Hähnerbach zugeführt.

 

       

Stux-Wasserfal im Sonnenlicht

 

Blick übers Rheintal zu Schloss Marienfels

 

und rheinaufwärts

Hinter dem Stux-Wasserfall wandern wir auf einem Waldpfad den Hang des romantischen Hähnerbachtals bergan. Entlang der künstlichen Rinne führt aber schon nach wenigen Metern der Weg, vorbei an einer Bank, geradewegs in die Höhe bis zu einem Querweg, wo es rechts bequem weitergeht. Am Wegepunkt „Mühlenfeld“ haben wir die Höhe 124m erreicht und der Hinweis „Aussicht „Stux 0,2km“ macht uns neugierig, was uns dort erwartet. Der Rheinsteig führt links weiter. Geradeaus befindet sich ein vorgeschobener, ungesicherter Bergsporn, der schwindelfreien Wanderern einen schönen Blick ins Rheintal bietet. Ungefährlicher und bequemer ist man auf dem Rheinsteig, auf dem man einige Meter weiter ein Plateau (1,8km, 142m) erreicht von dem eine sichere grandiose Aussicht mit Liegemöglichkeit zu genießen ist.

 Der Blick geht über Unkel zur anderen Rheinseite ins Tal von Unkelbach, wo links auf der Höhe Haus Ernich, die frühere französische Botschaft noch zu erkennen ist. Nur 800m weiter links hebt sich aus dem Grün des Waldes die hellen Mauern des Schlosses „Marienfels“ heraus. Thomas Gottschalk hatte sich 2004 hier im schönen Rheintal eingekauft. Verkaufte es aber 2013 wieder mit Gewinn. Rheinaufwärts schauen wir über die unterhalb des Stuxs liegenden Weinberge nach Remagen und zur Apollinaris Kirche. 

Weiter geht es vorbei an einem Sendemast Richtung „Burg Vilzelt 1,1km". Jetzt im September, wenn meist noch der Frühnebel über dem Rheintal liegt, ist die Sicht oft begrenzt, aber andere einmalige Naturmomente kann man erleben. So z.B. ein Spinnennetz, das vom Tau der Nacht im Sonnenlicht wie ein Perlencollier glänzt oder Sonnenstrahlen, die das Grün der Bäume durchdringen und den Wald dabei in eine märchenhafte Kulisse versetzen. 

 

       

Schöpferin Natur

 

Märchen-Kulisse

 

Blick zur Apollinariskirche

 Auf einem schattigen Waldweg wandern wir zunächst bequem weiter bis der Pfad in ein kleines Tälchen hinunter führt. Aber schon nach 200m nehmen wir links den Pfad bergan. Oben tritt der Wald zurück und von einer freien Fläche, wieder mit einer Hollywood-Bank, blicken wir hinüber zur Apollinarskirche von Remagen. Weiter geht es bergab bis an den Rand von Unkel-Heister, wo gegenüber Haus 38 ein markantes Steinkreuz von 1750 steht (Burg Vilzelt 70m). Rechts liegt 200m weiter die Burg Vilzelt, die wir aber, da sie in Privatbesitz ist und zudem eine prunklose Anlage darstellt, nicht aufsuchen und nun weiter auf dem Rheinsteig rechts neben einem Siefen bergauf Richtung „Erpeler Ley 2,5km) wandern. Über viele Wurzeln führt der Pfad steil nach oben auch nach einem querenden Waldweg geht es jetzt auf einem breiteren Weg flacher weiter.

 

   

   

Serverinskapelle Ockenfels

 

Auf der Erpeler Ley

 

Blick auf Erpel rheinabwärts

 Der Wald endet und die ersten Häuser von Orsbeck tauchen auf, aber der Anstieg geht weiter und die Sicht rückwärts immer lohnenswerter. Dabei können wir auch einmal Verschnaufen und die Sicht zur Apollinariskirche und weit hinüber zu den Ahrbergen in aller Ruhe betrachten. Auch durch die Ortslage steigt es noch bis zur „St. Severinskapelle“ leicht bergan (3,5km, 190m) . Dann ist an der „Rheinblickstraße“ der Aufstieg geschafft und die Bank an der Kapelle oder 50m weiter am Dorfbrunnen laden zum Rasten ein. Gegenüber geht es in der "Brunnengasse" weiter. Zwischen zwei drei Häusern kommen wir in freies Wiesengelände hinunter zum Brunnenplatz mit Aussicht in die Eifel. Durch eine Pferdewiese gelangen wir wieder in den Wald, wo es auf bequemen Weg auf der Höhe leider ohne Aussichten entlang einer Stromleitung bis zu einem rechts abzweigenden Weg geht. Hier führt uns das „Rv“ Zeichen und einige Meter weiter auch das Rheinsteig-Logo zum Gasthaus „Bergesruh“ auf der Erpeler Ley. Dieser Basaltfels (5,2km, 191m), wenige Kilometer nördlich der Ahrmündung, gehört neben dem Drachenfels zu den bekanntesten Vulkanruinen im Mittelrheintal. 

Der Fels war einmal höher, aber direkt in der Nähe der Wasserstraße Rhein war der Abbau des Basalts ein komfortables Geschäft. Hätte sich 1906 nicht ein Schutzverein für den Erhalt des Felsens eingesetzt, wäre er vermutlich ganz verschwunden. Seit 1941 ist die Erpeler Ley Naturschutzgebiet. 1916/18, hatte man allerdings ihr allergrößtes Loch gebohrt, 333m lang mit der anschließenden "Ludendorfbrücke", bekannter als Brücke von Remagen. Hier sollte schnellstmöglich Mensch und Material an die Westfront transportiert werden. Das gelang nur sehr bedingt, und so konnte die Brücke erst im Zweiten Weltkrieg Geschichte machen. Im März 1945 sollte sie vor den anrückenden Amerikanern gesprengt werden. Zwei Sprengversuche scheiterten jedoch, sodass die Amerikaner am 7. März über die einzige intakte Brücke am Mittelrhein auf die rechte Rheinseite vorstoßen konnten. Zehn Tage später stürzte die Brücke aufgrund der erheblichen erlittenen Schäden ein und riss 28 Menschen mit in den Tod. 

 

       

Remagen mit alten Brückenpfeilern

 

Blick rheinaufwärts nach Linz

 

Steffens Brauerei

 

 Wir wandern an der Abbruchkante des Plateaus entlang mit herrlichem Panoramablick. Dieser reicht vom Siebengebirge und der Stadt Unkel bis hinüber zu Römerstadt Remagen, bis zur Mündung der Ahr mit der „Goldenen Meile“ und weit hinein in die Eifel. Direkt unter uns liegt das Örtchen Erpel, das dem Felsen den Namen gab. Ein schlichtes Friedenskreuz und gegenüber am Rheinufer die alten Brückenpfeiler, die heute ein Museum beherbergen, erinnern an die denkwürdige Zeit. Wir erreichen den Südrand des Plateaus mit einem phantastischen Blick rheinaufwärts nach Linz, der „Bunten Stadt am Rhein“. Der Felsen hinter uns erinnert an die erste Fahrt eines lenkbaren Luftschiffes. Ein Unwetter hatte am 2. August 1909 den Grafen Zeppelin gezwungen, mit dem Luftschiff über der Erpeler Ley umzukehren. In Erinnerung an dieses Spektakels wurde dieser Stein errichtet.

 

       

Biergarten

 

Colonialwarenladen

 

Oldtimer

Nach dem Rundgang geht es auf der Höhe im Wald weiter. Am Wegepunkt „Göderzhecken 194m“ folgen wir dem Wegweiser „Kasbachtal 1,4km, Linz 4,1km“. Wir stoßen wieder auf den bequemen Weg mit der Stromleitung und wandern rechts weiter. Begleitet von Wald führt der Weg leicht bergab über eine Freifläche mit Bank und Kreuz, aber ohne große Aussicht. An einer Bank und dem Wegpunkt „Kasbachtal 121m“, „Kasbach 0,2“ verlassen wir den Rheinsteig und wandern links ins Kasbachtal weiter. Der Weg führt 1km durch den Hang des Tales hinunter zu der Zufahrtsstraße der „Steffens Brauerei“, die nach 300m erreicht ist (7,9km, 110m). Wenn auch seit 2006 in der alten „Steffens Brauerei“ kein Bier mehr gebraut wird, ist jedoch die gesamte Brauerei erhalten geblieben und somit auch die Geschichte der Steffens Brauerei“. Hier erwartet uns „Geschichte hautnah“.

Ein Museums-Hofladen, eine alte Backstube, in der jedes Wochenende frisches Holzofenbrot gebacken wird, eine Oldtimer-Ausstellung, ein Biergarten, der Klosterweinkeller, die „Alte Kelterei“ oder die Lounge, dessen Geschichte zum Teil bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, laden zum entdecken und genießen ein. Das nostalgische Ambiente versetzt den Besucher in eine andere Zeit.

Staunen rufen alte Schilder aus einer Epoche der Tante-Emma-Läden hervor und lassen bei Älteren Erinnerungen an ihre Kindheit wach werden.

 

       

nostalgische Gaststube

 

Kasbachtal-Viadukt

 

Burg Ockenfels, Erpeler Ley hinten

 

 Das einmalige Ambiente hat nach einer gemütlichen Einkehr einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Wer noch weiter in Nostalgie schwelgen möchte, kann auf der vor über hundert Jahren gebauten Eisenbahnstrecke mit der Kasbachtalbahn, einem Schienenbus der Baureihe VT 798 mit Steilstreckenbremse von dem eigenen Brauereibahnhof nach Linz fahren.  www.zugtouren.de/Kasbachtalbahn/

Die Wanderer gehen auf der Zufahrtsstraße und der Kasbachtalstraße durch den kleinen Ort Kasbach bis zum Dorfplatz am Bürgerhaus (9,2km, 70m), wo wieder der Rheinsteig erreicht wird. Diesem folgen wir links Richtung „Ockenfels 1,5km“. Nach 40m biegen wir erneut links ab und gelangen über dem „Hödenbuschweg“ zu dem mächtigen Viadukt der Kasbachtalbahn. Die Bahn gewinnt auf ihrem Weg vom Rhein hinauf in den Westerwald schnell einige Höhenmeter und muss hier das einmündende Ockenfelser Bachtal überbrücken. Direkt hinter dem Brückenpfeiler führt der Pfad rechts steil hinauf zur Bahntrasse und noch höher. Oben öffnet sich der Blick wieder zum Rhein und im weiteren Verlauf rheinaufwärts nach Linz. Zwischen Rheintal und Ockenfelser Bachtal wandern wir über den Bergrücken zur Wohnstraße „Auf dem Eschert“ von Ockenfels, die wir aber schon bald an der nächsten Querstraße geradeaus auf einem schmalen Pfad wieder verlassen. Zwischen Zäunen und mehreren Windungen steigen wir zu einem weiteren Rheinpanorama auf. Über den Parkplatz der Burg Ockenfels wandern wir zu einem Seitentor der Burganlage und dort links an der Mauer vorbei hinunter zum Haupteingang an der „Burgstraße“.

Die Burg Ockenfels stammt aus dem frühen 13. Jh. 1475 wurde sie von den Truppen Karls des Kühnen zerstört. In der Folge wechselten oft die Besitzer. Von 1924 bis 27 wurde sie in der heutigen Form wiederaufgebaut und wurde 1998 nach weiteren Umbauten Verwaltungssitz der Schuhmarke „Betula“.

Vom Burgtor folgen wir der Straße bergab bis zur nächsten Kurve und wandern auf der „Talstraße“ bis uns hinter Haus 24 der Rheinsteig rechts weiterleitet (11,2km, 95m). Noch einmal steigt der Pfad zu einem herrlichen Rheinpanorama an bevor wir dann bergab unser heutiges Tagesziel Linz erreichen. 

 

       

Blick rheinabwärts mit Erpeler Ley

 

Linz Marktplatz

 

Burgplatz mit Rheintor

 

An der Straße „Am Manneberg“ biegt der Rheinsteig links ab. Wir folgen dort dem Fußweg geradeaus hinunter zur L253 und erreichen über „Im Rosengarten“ und „Im Stadtgraben“ die Mühlengasse. Hier gehen wir rechts bis wir links mit der „Commenderiestraße“ zum Marktplatz gelangen. Es lohnt, sich einen abschließenden Bummel durch die verwinkelten Straßenzüge mit den bunten Fachwerkhäusern, die der alten Stadt zu ihrer Berühmtheit verholfen haben, zu gönnen. Nachdem sie 1320 Stadtrechte erhalten hatte, entstanden die Befestigungsmauern und die Stadttürme. Von ihnen sind die Hauptzugänge, das Neutor und das Rheintor erhalten. Zwischen beiden laden heute in einer verkehrsberuhigten Zone Sitzgruppen und zahlreiche Gastronomiebetriebe zum Verweilen ein. Am Ende der heutigen Tour steht die Rückfahrt entweder mit dem Schiff oder dem Zug an. 

 

 

Information: Rheinsteig Karte 1:50000, herrliche Aussichten unterwegs, Fernglas!

 Zurück mit Zug ( www.fahrplanauskunft.de ) oder Schiff

Strecke: 13 km Streckenwanderung, fast nur unbefestigte Wege und Pfade, meist Rheinsteig mit Abstecher zur Steffens Brauerei, von dort auf der Ortsstraße (Asphalt) wieder zum Rheinsteig,

 

Schwierigkeit: mittel, 600m langer Anstieg zur Stuxhöhe, steiler Anstieg 120 Höhenmeter von Abzweig Vilzelt nach Orsberg, im weiteren Verlauf kurze Auf- und Abstiege, Auf- und Abstiege 400m

 

Einkehrmöglichkeit: Erpeler Ley, Steffens Brauerei, Linz und Unkel

 

GPX-Track:  Erpelerley Tour.gpx  (Link speichern unter)

 

 

  


Erpeler Ley Tour auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

Touren: Schnuppertour l Ölberg l Siebengebirgstour l Erpeler Ley l Geysirblick l Hohe Buche l all inklusive Tour l Loreleyblick l Loreleytour l zum Anfang

 

 

Geysir

 Rheinsteig mit Geysirblick

 

Jede Etappe des Rheinsteigs bietet ein aussichtsreiches Wandererlebnis. So ist auch die heutige Tour von Rheinbrohl nach Leutesdorf mit fast 14 Kilometern nicht allzu lang, aber ein einzigartiges Schaulaufen. Obstgärten, Wiesen, Weinberge und stille Waldpassagen begleiten den Wanderer bei einem ständigen Auf und Ab. Unterwegs kann er Zeuge eines einmaligen, spektakulären Naturschauspiels werden.

 

Startpunkt für unsere Rheinsteig-Wanderung ist der Bahnhof in Rheinbrohl. Parkmöglichkeit bietet der Parkstreifen entlang der Hauptstraße (60m ü.NN). Zunächst gehen wir diese ca. 400m Richtung Zentrum und wandern dann rechts in der Bachstraße bis zum Zehnthofplatz. Hier finden wir zum ersten Mal das gelbe zum Rheinsteig führende Logo, dem wir mit der „Kehrstraße„ folgen. Hinter der Schnellstraßenunterführung treffen wir dann auf den Rheinsteig (0,65km, 75m), der nach ca. 20m rechts abzweigt. Mit zwei ansteigenden Kurven gewinnen wir schnell die ersten Höhenmeter und nach Verlassen des kleinen Zufahrtsträßchens erleben wir den ersten schönen Rheinblick. Über den Dächern von Rheinbrohl fällt besonders der markante Felsen der „Erpeler Ley“ auf. Die Burg „Rheineck“ erhebt sich auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Der Weg steigt zwischen meist verwilderten Gärten zunächst langsam, im anschließenden Wald bis zu einer Gedenkstätte des Infanterieregiments 29 steiler bergan. Noch einige Meter höher haben wir dann die Rheinbrohler Ley mit einer kleinen Schutzhütte und einem phantastischen Panoramablick erreicht (1,8km, 198m).

 

       

Rheinbrohl

 

Ehrenmal

 

Blick von Rheinbrohler Ley

 

 Rheinaufwärts ist unser nächstes Ziel, der „Hammerstein“ (196m), auch schon zu sehen, aber noch 3,2km Fußkilometer entfernt. 30m Hinter der Schutzhütte führt der Rheinsteig rechts  auf einem Pfad steil 30 Höhenmeter hinunter in ein kleines Tälchen, das anschließend wieder hoch gekraxelt werden muss. Leider ist der bisherige Weg am Annahof vorbei nicht mehr zugänglich, daher diese seit 2012 anstrengendere Wegführung. Beim Aufstieg entdecken wir einen alten Grenzstein („GNH u. GR“), der wahrscheinlich die Grenze zwischen Hammerstein und Rheinbrohl jahrhundertelang kennzeichnet. Entlang der Talkante und Wiesenrand geht es zunächst bequem weiter, bevor der Weg im Wald ansteigt und wir eine Höhe von 260m erreichen. Zügig geht es dann hinunter ins Tal des Hammersteiner Baches. Nach sechs lang gezogenen Serpentinen haben wir den Talboden erreicht (4.0km, 140m) und wandern 1km talauswärts zum Rhein nach Hammerstein. Vorbei an einem kurtrierischen Zehnthof aus dem 16.Jh. biegen wir an der Kapelle (5,0km, 66m) links in die Kapellenstraße ein. Wir folgen hier nicht dem Rheinsteig, der will uns zwar auf einem Wiesenweg, aber mit viel Lärm und Abgase entlang der B42 vorbei an einer Einkehrmöglichkeit führen. Wir wandern immer mit Blick auf den vor uns liegenden Basaltkopf des Hammersteins die Kapellenstraße bis zum Ende. Wem der folgende Aufstieg (über 100 Höhenmeter) zur Burg Hammerstein zu beschwerlich erscheint wandert in Oberhammerstein vorbei an der alten Kirche St. Georg, die die ältesten Glocken des Mittelrheins besitzt, und dem „Burgmannshof“ bis an den Felsfuß des Hammersteins, wo er mit dem links leicht ansteigenden Weg nach 800m wieder auf den Rheinsteig trifft.

 

       

Ruine Burg Hammerstein

 

rheinabwärts

 

rheinaufwärts

 

  Wir nehmen die Anstrengung des Aufstieges, die oben mit einer herrlichen Aussicht belohnt wird, auf uns und biegen hinter dem Friedhof in Oberhammerstein links in die Schulstraße ein und steigen dann immer bergan bis wir an einem Kapellchen die Höhe von 165 erreichen. 100m weiter treffen wir auf den Abzweig zur Ruine Hammerstein (6,5km, 169m). Ein Abstecher lohnt sich der Aussicht wegen (hin u. zurück 600m).

Schon im 10. Jh. wurde hier eine Burg errichtet und gilt als die älteste am Mittelrhein. 1071 ließ Heinrich IV. die da schon verfallene Burg wieder aufbauen. Hierhin floh er auch 1105 vor seinem Sohn und Nachfolger. Im 30jährigen Krieg wechselte sie mehrmals den Besitzer und wurde anschließend geschleift und zerstört. Geblieben sind nur noch ein Restturm und einige Mauerreste.

Zurück bis zum Abzweiger wandern wir zügig bergab (7,9km, 90m). Ein oberhalb der Weinberge verlaufender aussichtsreicher Weg führt hinunter zum Bachhof (8,6km, 74m). Hier zeigt uns der Wegweiser „Leutesdorf 4,1km“, erst 100m links am Mühlbach entlang, dann rechts einen Pfad, wo es weiter geht. Nach einem kurzen Aufstieg beginnen Weinbergterrassen, die wir im weiteren Verlauf eine um die andere bis zum Waldrand hinaufwandern. Im anschließenden Wald geht es weiter bergan. Dann breitet sich vor uns ein wunderschöner Blick auf Leutesdorf mit der weithin sichtbaren Pfarrkirche und zu der „Andernacher Pforte“ aus. Ein sonniger Rastplatz mit Schutzhütte lädt zwangsläufig zu einer Rast ein (10,0km, 205m). Wenn man Glück hat, kann man von hier oben auf der Halbinsel „Namedyer Werth“ bei Rheinkilometer 615 den Ausbruch des höchsten Kaltwassergeysirs der Welt miterleben, dazu sollte man am besten ein Fernglas mitnehmen, denn bei einer Entfernung von 1,5km wirkt in dieser Modelllandschaft ein solches Naturschauspiel zierlich. Man kann auch seine Tour so timen, dass man zum Zeitpunkt des Ausbruchs (ab 11,45 alle zwei Stunden ± 10 Minuten) am Rastplatz ist. 

 

       

Andernacher Pforte

 

Geysirblick

 

Edmundhütte

 

 Das Kohlenstoffdioxid, das den Geysir antreibt, stammt aus einem Magma-Vorkommen unter der Osteifel. Bedeutende Störungszonen, die sich im Bereich der Halbinsel Namedyer Werth kreuzen, verursachen tiefe Risse und Klüfte im Gestein. So entstehen Aufstiegsbahnen für das CO2. Das Gas trifft in mehreren hundert Metern unter der Erdoberfläche auf tiefe Grundwasserschichten. Durch den hohen Druck kann sich eine große Menge an CO2 in dem 25° warmen Wasser lösen. Es führt schließlich zu einer Entgasung, wobei der Geysir eine stetig höher wachsende Wasserfontäne aufbaut und es zum Ausbruch kommt.

Durch eine offene Wiesenlandschaft geht es aussichtsreich und bequem noch einige hundert Meter weiter. Vorbei an einer Streuobstwiese mit Apfellehrpfad erreichen wir hinter einem kleinen Waldstück eine Straße (11,3km, 205m), wo das Rheinsteig-Logo nach links und nach 100m rechts am Waldrand entlang zeigt.  Dann gabelt sich der Pfad. Das blaue Logo führt über einen 30m drahtseilgesicherten Pfad direkt hinunter zur Terrasse der Edmundhütte (11,7km, 180m). Wem der Felspfad zu schwierig erscheint, folgt dem gelben Logo.

Von den in zwei Ebenen anlegten Terrassen der Hütte schaut man wie von einem Adlerhorst, 120m über Leutesdorf gelegen, ins Rheintal. Ob rheinabwärts oder aufwärts, die Aussicht ist traumhaft und gehört sicher zu den schönsten Aussichten am unteren Mittelrhein. Besonders beeindruckend ist der Blick durch die „Andernacher Pforte“ in das Neuwieder Becken auf die Stadt Andernach mit dem sich heraushebenden Mariendom und dem 56m hohen Runden Turm. Der schmale, nur 400m breite Rhein-Durchlass zwischen „Krahnenberg“ rechts, um den sich mit eleganter Linienführung die B9 legt, und dem gegenüberliegenden „Engwetter“ trägt seit der Römerzeit schon diesen Namen. Entspannt kann man hier bei Kaffee und Kuchen auch auf den Ausbruch des Geysirs warten.

 

       

Edmundhütte hoch über Leutesdorf

 

Zolltor

 

Blick hinüber nach Andernach

 

  Weiter geht es über die untere Terrasse und einem Treppenweg hinunter. Auf einem anschließenden angenehmen Grasweg erreichen wir den Punkt (12,0km, 156m), wo wir den Rheinsteig verlassen und mit dem gelben Logo „Leutesdorf 0,5km“ rechts weiter wandern. An dem folgenden asphaltierten Weg wenden wir uns nach rechts, um nach ca. 100m direkt hinter der Linkskurve den Pfad Richtung Kirche zu benutzen.

Wir gehen die Kirchstraße hinunter bis zur Rheinpromenade. Hier biegen wir links in die Rheinstraße und erreichen vorbei an alten Fachwerkhäusern das Zolltor, das Wahrzeichen des Ortes. Es wurde 1638 erbaut und von 1639 bis 1895 wurde hier Rheinzoll kassiert. Der Zollturm erhielt 1690 seine heutige Form. Leutesdorf wurde urkundlich schon 868 erwähnt, erhielt 1332 die Stadtrechte und 1501 eine Ummauerung.

Hinter dem Zolltor nehmen wir uns noch die Zeit unter alten Bäumen im wunderschön direkt am Rhein gelegenen Biergarten des „Leyscher Hofes“ Rheinromantik zu genießen.

Bis zum Bahnhof (13,6km, 58m) sind es noch 200m, von wo wir stündlich nach Rheinbrohl zurückfahren können.

 

Biergarten "Leyscher Hof"

 

 

Information: Rheinsteig-Wanderkarten mit Führer, Fernglas ist empfehlenswert

Streckenlänge ca. 13,6km; ohne Aufstieg zur Burg Hammerstein verkürzt sich die Strecke um 1,3km. Außerhalb der Ortschaften Pfade und unbefestigte Wege. Zurück mit Zug www.fahrplanauskunft.de/

Schwierigkeit: Anspruchsvoll, charakteristische Rheinsteig Wegführung: ein ständiges Auf- und Ab, Abstiege 490m, Aufstiege 490m; Stöcke können hilfreich sein

Einkehrmöglichkeit: in Rheinbrohl, Hammerstein, Edmundhütte  www.leutesdorf-rhein.de/natur/edmundhuette.html und Leutesdorf

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Erste Aussicht, Brohl Lützing

 Hohe Buche

auf Rheinhöhen- und Rheinburgenweg von Brohl-Lützing nach Andernach

 Der Rhein war schon immer eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Schon die Römer nutzten den Strom bereits vor 2000 Jahren für Handel und Transport von Kriegs- und Baumaterialien. So heißt auch heute, wandern am Rhein, sich auf römischen Spuren bewegen und interessante römische Arbeitsweisen kennen lernen. Die Römer nutzten bereits den Tuff-, Basalt-, Traß- und Phonolithstein zum Brücken- und Gebäudebau.

 

Starten wollen wir unsere Tour in Brohl-Lützing am Bahnhof. Von dort gehen wir bis zur Brohltalstraße und dann rechts weiter bis das Logo „Rheinburgenweg“ und Rheinhöhenweg (R) uns links in den Weg „Am Dicktberg“ führt. Hier finden wir das erste Hinweisschild „Hohe Buche 2,8km; Namedy 8,0km; Andernach 16,5km“ Wir überqueren die Bahnlinie des „Vulkan-Express“ und steigen 20m weiter rechts einen steil bergan führenden Pfad hinauf. Aber bald ist zum Verschnaufen ein kleiner Aussichtspavillon mit einem herrlichen Blick auf den Rhein erreicht. Über die Eselstreppe sowie einen phantastischen aber auch gut gesicherten Felspfad geht es weiter hinauf bis zu einer Bank. Das Panorama wird dabei immer imposanter. Der Aufstieg endet dann am Gipfel des Dicktberges (Höhenunterschied 179m). Der Blick geht rheinabwärts bis zu den Kuppen des Siebengebirges und auf die andere Rheinseite zur schwarzen Felswand des Hammersteins.

 

       

Eselstreppe

 

Brohl-Lützing u. Rheinbrohl

 

römische Arbeitspuren

 

Vorbei an Überresten einer keltischen Fliehburg kommen wir nach 1km zum Alkerhof (2km; 225m ü.NN), wo uns Hinweisschilder Richtung Hohe Buche weiterleiten. Dann öffnet sich rechts das Gelände zu einer Steilwand aus Tuff und erinnert an die vulkanische Tätigkeit vor 13000 Jahren, als der „Laacher Vulkan“ die ganze Region mit einer 60m dicken Asche- und Bimsschicht zudeckte. Das Auswurfsmaterial verstopfte sogar die Rheinenge und staute den Strom zu einem See, der das ganze Neuwieder Becken überflutete. Unser Wanderweg führt nun rechts auf einem verschlungenen Pfad durch einen alten römischen Steinbruch. Die günstige Lage zum Rhein nutzten die Römer und bauten unter anderem mit dem hier gewonnenen Lavagestein die Moselbrücke in Trier. Informationstafeln erläutern dem Besucher die römischen Techniken des Abbaus. Arbeitsspuren kann man bei aufmerksamer Beobachtung noch an vielen Stellen sehen. 

 

       

Arbeitsspuren

 

Geopfad Hohe Buche

 

Neuwieder-Becken

 

Wir verlassen den Steinbruch über Treppen hinauf und folgen dem bekannten Logo immer noch leicht bergan. Über einen rechts abgehenden Schotterweg kommen wir oben im Wald an eine Wegegabelung, wo wir dem Logo nach links folgen. Vorbei an einem Wildgehege (Knopshof, 4,1km; 318m ü.NN) wandern wir auf einem asphaltierten Sträßchen auf der Höhe vorbei am Geishügelhof nach Süden mit weitem Blick Richtung Westen in die Eifel. Links zweigt dann ein Zufahrtsweg zu dem am Waldrand gelegenen Hüttenhof ab. Hier führt auch der „Rheinburgenweg“ weiter (5,4km; 296m ü.NN). Wir bleiben aber auf dem „Rheinhöhenweg“ und gehen weiter auf der Höhe geradeaus, damit sparen wir uns 6,5 Kilometer und einen Auf- und Abstieg von über 200m. Am Parkplatz „Hohe Buche“ zeigt das Logo „R“ nach links. Am Waldrand vorbei wandern wir bis zum „Hochkreuz“. Hier kommt auch der „Rheinburgenweg wieder hinzu (7,5km; 316m ü.NN), der aber aus dem Wald kommend Richtung Eich weiter geht. Wir wandern auf dem „Rheinhöhenweg“, der uns nun gemeinsam mit dem „Vulkanweg“ (V) die weitere Richtung zeigt. Das nächste Ziel ist die Schutzhütte am „kleinen Stern“. Der Weg führt uns auf einem schönen Waldpfad wieder in die Nähe des Rheintales zum Krahnenberg (10,5km; 170m ü.NN). Der Blick geht jetzt rheinaufwärts ins Neuwieder Becken, wo besonders die Silhouette des mittlerweile stillgelegten Atomkraftwerks Mühlheim-Kärlich sich abhebt.  

 

       

Hochkreuz

 

Krahnenberg-Kanzel

 

Andernach

 

Diese Aussicht können wir bei einer Kaffeepause von der Terrasse des Restaurants „Krahnenberg“ besonders angenehm genießen. Nach einem letzten Blick von der „Kanzel“, unterhalb des Restaurants, rheinabwärts, hinüber zum Westerwald und auf Andernach, wandern wir steil hinunter an den Stadtrand. Über Krahnenberg-, Bismark- und Breite Straße erreichen wir den Bahnhof (12,5km; 67m ü.NN) zur Rückfahrt nach Brohl. Wenn noch Zeit bleibt, lohnt sich ein kleiner Stadtbummel ( http://www.rhein-eifel.tv/andernach.htm ).

 

Information: Wanderkarte Nr 37 „Rund um den Laacher See“ des Eifelvereins, Markierung: Rheinburgen- u. Rheinhöhenweg

Streckenlänge: ca. 12,5 km, Wanderung mit naturbelassenen Wegen, ca 2km Asphalt von Knopshof bis Parkplatz „Hohe Buche“, zurück mit Zug www.fahrplanauskunft.de/

Schwierigkeit: steiler fast 200m hoher Aufstieg zum Dicktberg, leichter Anstieg bis "Knopshof" dann meist auf der Höhe, steiler Abstieg nach Andernach. Aufstiege 290m, Abstiege 300m

Einkehrmöglichkeit:  Brohl-Lützing, unterwegs Restaurant „Krahnenburg“ ( www.restaurant-krahnenburg.de) und in Andernach

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Hohe Buche auf einer größeren Karte

 

  

 

 

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St. Goarshausen mit Burg Katz

 

  All inklusive Tour

Von den einsamen Hunsrückhöhen zum viel besuchten Rhein

 

Wie der Titel schon andeutet wird bei dieser Tour ein vielfältiges Angebot zur Verfügung stehen, das sich nicht nur aufs Wandern beschränkt. Nach einer  Wanderung von den stillen  Hunsrück-Höhen hinunter zum Rhein werden eine Schiffstour durch das UNESCO Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal und eine Bahnfahrt auf der steilsten Eisenbahnstrecke nördlich der Alpen  eine abwechslungsreiche Rundtour abschließen.

 

 Vom Bahnhof (464m ü.NN) in Emmelshausen wandern wir die „Bopparder Straße“ zurück bis zum Kreis und dort links die „Rhein-Mosel-Straße“ bis zum letzten Haus. Hier biegen wir rechts in den geteerten Weg mit dem Hinweisschild „Dörht 2,2km, Karbach 4,7km“. Zunächst geht es entlang der Bebauung bis ein Waldweg mit den Nummern 2, 3, und 9 links abschwenkt. An einer Wegespange halten wir uns links. Unser erstes Ziel ist das kleine Örtchen Dörth. Es geht zunächst durch einen Mischwald und nach 1,2km überqueren wir eine Schnellstraße. Es beginnt eine wellige Hügellandschaft mit Feldern, Wiesen und Wald. Vor uns taucht der kleine Ort Dörht auf.   

  

 

       

Wanderweg

 

Wallfahrtskirche St. Quintin

 

Altar St. Quintin

 

 Vorher durchqueren wir, dem Wegweiser Nr. 9 folgend, noch eine kleine Talmulde und erreichen auf einem asphaltierten Weg den besagten Ort (2,6km, 460m). Verschlafen und wie ausgestorben liegt das Dörfchen hier oben im Hunsrück, obwohl die Autobahn nicht weit ist. Hinter dem ersten Haus biegen wir rechts in eine Sackgasse ein. Am Ende wandern wir links weiter über die Hauptstraße zum Hungenrother Weg. Vor einem Neubaugebiet nutzen wir den Rad-Fußweg nach links bis zum Ortsende und überqueren die L206. Dort zeigt uns das Schild „Fleckertshöhe 5km“ zunächst den weiteren Weg. Nach ca 100m erreichen wir eine Autobahnbrücke über die A61. Hier rauscht der Verkehr unbeeindruckt von der verträumten Landschaft nord- und südwärts. Das Gelände fällt langsam ab und vor uns erheben sich am Horizont die Taunushöhen. Hinter der Brücke geht es auf dem links abbiegenden Weg weiter.

Ein geschnitztes Hinweisschild „Wallfahrtskirche St. Quintin“ zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich und bis zur angekündigten Wallfahrtskirche ist es dann auch nicht mehr weit (4,4km, 465m).

Aus der Geschichte geht hervor, dass die Entstehung dieser Kirche bis vor das Jahr 1000 zurückgeht. Nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde St Quintin 1749 wieder aufgebaut. Meistens ist die Kirche außer Sonntags geschlossen. Wir haben Glück, dass ein fleißiger Organist für die nächste Feier noch einmal probt, denn Trauungen finden hier noch immer statt. Kommt man in das Gotteshaus, fällt der erste Blick auf den prächtigen Hochaltar mit einer alten Pieta aus dem Jahre 1275.  

 

       

Ortsmitte Karbach

 

Hunsrückhöhen mit Karbach

 

erster Rheinblick

 

 Weiter geht es gegenüber dem Parkplatz auf einem Wiesenweg leicht bergab. Am nächsten Weg wenden wir uns nach links und machen einen kleinen Bogen, um so das vor uns liegende Tal bequemer zu umgehen. Vorbei führt der Weg an einer kleinen Marienstatue in einem Rechtsbogen wieder auf den aus dem Tal kommenden Weg, den wir links nach Karbach wandern. Bald haben wir den Ort erreicht und folgen hier dem Wegweiser Rheinhöhenweg bis zur Kirche. (5,7km, 475m), verlassen ihn dort aber wieder und wandern geradeaus bis zur „Hambuchstraße“, der wir rechts bis zum Ortsausgang folgen und auf dem Wirtschaftsweg weiter geradeaus wandern. Rechts haben wir einen weiten Blick in den Hunsrück. Roter Mohn und das Blau der Kornblume schmücken unseren Weg. Vor uns liegt eine kleine mit Büschen und Bäumen bewachsene Kuppe vor der wir dem links ins Tal führenden Weg folgen. Der Wiesenweg macht einen großen Linksbogen, der bis zum Rand eines Wäldchens führt. Rechts am Zaun entlang, um das Grundstück herum und dann zweimal rechts erreichen wir die L213. Auf der anderen Straßenseite geht es in den Wald und dort rechts bergab. Bevor wir die Straße wieder erreichen passieren wir noch einen Wasserbehälter. Auf der Straße müssen wir nun 200m links talabwärts gehen. Rechts liegt der Peterhof, ein Zuchtbetrieb für Pferde. In der nächsten Linkskurve wandern wir den Waldweg geradeaus mit dem Hinweis „Rheinblick“. Links weitet sich nun von einer Höhe das Blickfeld zu einem kleinen Ort, namens Holzfeld. In der Ferne erblicken wir zum ersten Mal den Vater Rhein. Der schöne Lage sowie ein Tisch mit Bänken laden förmlich zum Rasten ein. (8,4km, 310m) Der Weiterweg führt uns zu einer Straße, an der wir rechts auf einem parallel führenden Fußweg bis zur Einfahrt eines Sportplatzes kommen. Jetzt müssen wir 100m auf der Straße bis zum zweiten, links abzweigenden Weg gehen. Hier finden wir zum ersten Mal einen Wegweiser mit unserem Zielort „St. Goar“. Hinzu kommt bald von links, von Boppard, der Rheinburgenweg, dem wir jetzt immer folgen.

 

 

       

Wellmich mit Burg Maus

 

Rastplatz mit Blick rheinaufwärts

 

Pfad hinunter zum Rhein

 

 Nach einer 2km langen Waldwanderung erreichen wir eine Fahrstraße, die links zum Forsthaus „Brandswald“führt. Wir wandern rechts bis zum Ende des Waldes. Hier zeigt der Burgenweg nach links. Rechter Hand ragen die Türme der Burg Maus über den Bäumen hervor. In der nächsten Rechtskurve machen wir einen kleinen Abstecher links zu einer Bank, von der wir den ersten schönen Rheinblick genießen können. Der Weiterweg läuft nun entlang der Talkante. Der nächste Aussichtspunkt (12,5km, 185m) „Auf der Brandsmauer“ liegt direkt gegenüber dem Ort Wellmich mit der Burg Maus.

 

 Sie ist eine von 27 Burgen, die sich auf einer Strecke von 65 km links und rechts des Flusses gruppieren. 1363 wurde die Thurnsburg, wie sie anfangs genannt wurde, von einem kurtrierischen Erzbischof erbaut und dies unmittelbar an der Grenze zum Machtbereich der Herren von Katzenelnbogen. So baute Graf Johann III. zu seinem Schutz die Burg Neu-Katzenelnbogen oberhalb von St. Goarshausen. Im Volksmund wurde sie einfach Katz genannt. Prompt wurde die benachbarte Thurnsburg über Wellmich zur Maus.

 Hinter der Aussicht führt ein Pfad links über steile Treppenstufen hinunter in das Heimbachtal, ein kleines wildromantisches und ruhiges Seitental des Rheines. Der Bach, der mit kleineren Kaskaden zum Rhein fließt, wird auf einer Holzbrücke überquert (13,1km, 135m). Hinter der Brücke kommen wir zum ersten Mal ins Schwitzen, da der Pfad wieder zu den Rheinhöhen hinauf steigt. Aber schon nach ca 10 Minuten haben wir die Höhe „Auf´m Hartenberg“ erreicht (13,5, 185m). Die Anstrengung und die einmalige Aussicht verführen hier zwangsläufig zum längeren Verweilen. Und sicherlich wird mancher gedanklich an den Text des Rheinliedes erinnert. Wo die Schönheit des Rheines gerühmt und er zu einer Zierde Deutschlands erhoben wird.

 

       

Burg Rheinfels

 

St. Goar Parkanlage

 

St. Goarshausen mit Burg Katz

  

 Vorbei an der Schutzhütte „St. Goar Werlau“ verläuft unser Weg kurvenreich am Talrand entlang. Von einem weiteren Aussichtspunkt erblicken wir die nächste Rheinburg, die Burg Katz oberhalb von St Goarshausen. Dann öffnet sich an einem Schutzpilz (14,7km, 190m) der Blick rheinaufwärts auf das gegenüberliegende St. Goar und der Burg Rheinfels. Auch hier laden Tisch und Bänke zum Rasten und vor allen Dingen zum Schauen ein.

Von den Rheinhöhen geht es jetzt hinunter. Entweder wandern wir weiter auf dem Rheinburgenweg durchs Gründelbachtal und hinauf zur Burg Rheinfels und anschließend hinab nach St. Goar oder wir entscheiden uns für den 1,5km kürzeren Weg, der vor dem Pilzrastplatz als schmaler Pfad in vielen Serpentinen und nach Unterquerung der Eisenbahnlinie zur Rheinuferstraße führt (15,4km, 75m). Hier wandern wir entlang des Rheins stromaufwärts mit Blick auf die einst mächtigste Burganlage am Rhein, der Burg Rheinfels.

Graf Diether von Katzenelnbogen gründete die Burg 1245 und baute sie zu einer der größten Festungen am Rhein aus. Die Burganlage wurde nie durch kriegerische Kampfhandlungen eingenommen, erst als die Franzosen 1789 ins Rheinland einfielen wurde die Festung von dem Kommandanten kampflos übergeben. Kurze Zeit später wurde Burg Rheinfels gesprengt, übrig blieb die größte Ruine am Mittelrhein. Unterhalb von der monumentalen Kulisse der Festung Rheinfels liegt das Städtchen St. Goar. Mitte des 6. Jh baute der fromme Mönch Goar hier eine Klause. Später errichtete man ein Kloster und es entstand diese kleine Stadt. Unsere Wanderung endet nun hier in St. Goar. Mit Schiff und Zug werden wir wieder nach Emmelshausen zurückkehren. Zunächst genießen wir aber noch die Zeit bis das Schiff ablegt auf einer der gemütlichen Rheinterrassen. Dann geht es Bord einer der vielen Rheindampfer und erleben das Rheintal in einer einstündigen Schiffstour vom Wasser aus. Eine solche Fahrt hat zwei unschätzbare Vorzüge: man kann seine Aufmerksamkeit beiden Ufern in gleicher Weise zuwenden und hat genügend Zeit, das vorbei gleitende Panorama zu erfassen. So erleben wir die drei Burgen Rheinfels, Katz und auch die Maus noch einmal aus der Perspektive des Vater Rheins.

 

       

Schifffahrt auf dem Rhein

 

"Die feindlichen Brüder"

 

Boppard

 

Vorbei geht es an den Orten Hirzenach und dem gegenüberliegenden Kestert. Weiter flussabwärts tauchen zwei neue sagenumwobene Burgen auf. Die rechte ist die Burg Sterrenberg und links, die mit dem weißen Turm, die Burg Liebenstein. Sie sind zusammen besser bekannt unter dem Namen „Die feindlichen Brüder“. Dann ragen rheinabwärts die charakteristischen Doppeltürme der Basilika aus dem Stadtbild von Boppard auf. Hier gehen wir nun von Bord und steigen auf den Zug um. Mit der Hunsrückahn verlassen wir das Rheintal und fahren durch das Mühltal wieder auf die Höhe des Hunsrücks. Es ist eine der reizvollsten und attraktivsten Eisenbahnstrecken nördlich der Alpen. Bis 1931 konnte diese Strecke nur als Zahnradbahn betrieben werden, da sie eine Steigung von 6% aufweist. Auf der Steilstrecke Boppard – Buchholz fährt der Zug über zwei Viadukte und durch fünf Tunnels. Außer der reizvollen Landschaft und das es hin und wieder Dunkel im Abteil wird, merkt der Fahrgast leider wenig von der kühnen Streckenführung.

 

Information: Wanderkarte Oberes Mittelrheintal „Loreley“, Rucksackverpflegung, bis Rheinburgenweg keine durchgehende Markierung,

Streckenlänge: ca. 17,3 km Streckenwanderung von Emmelshausen bis St. Goar Schiffanlegestelle, anschließend einstündige Schifffahrt bis Boppard und mit der Hunsrückbahn zurück nach Emmelshausen. ( www.hunsrueckbahn.info )

Schwierigkeit: leicht, kaum Höhenunterschiede, von Karbach fast nur bergab, ein kleiner kurzer Anstieg aus dem Heimbachtal. Anstiege 195m, Abstiege 590m

Einkehrmöglichkeit: In St. Goar. In Boppard, wenn die Zeit es noch erlaubt, Fahrzeiten beachten!  www.kd-rhein-main.de

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Emmelshausen auf einer größeren

 

 

 

 Touren:  Schnuppertour l Ölberg l Siebengebirgstour l Erpeler Ley l Geysirblick l Hohe Bucheall inklusive Tour l Loreleytour l zum Anfang

 

 

Im Angesicht der Loreley

Auf dem Rheinburgenweg von St. Goar nach Oberwesel

  

Aus den vielen Höhepunkten am Mittelrhein ragt mit dem Loreleyfelsen einer besonders heraus und bringt seine Besucher seit fast 200 Jahren ins Schwärmen. Dieser Felsen gehört zu den bekanntesten Orten in Deutschland. Es handelt sich um eine nahezu senkrechte Felswand, die den Rhein um 132m überragt und dem Fluss nur eine Breite von 160m gewährt. So ist dieser Rheinabschnitt auch für Wanderer beidseits des Flusses ein wahres Highlight, wobei der Rheinburgenweg hier noch ein Plus verzeichnen kann. Der Felsen ist von dieser Rheinseite aus in seiner ganzen Mächtigkeit zu bewundern. Außerdem ist die Strecke von St. Goar nach Oberwesel nur halb so lang wie die über die Loreley von St. Goarshausen nach Kaub und somit auch für weniger ausdauernde Wanderer sehr willkommen.

 

Loreley

 

Starten wollen wir unsere Wanderung am Bahnhof in St. Goar. Kommt man aus dem Gebäude heraus, findet man links schon nach 30m das erste Hinweisschild zum Rheinburgenweg. Unter der Bahn hindurch geht es nun bergan und stoßen nach 200m auf den Rheinburgenweg, der rechts von der Burg Rheinfels kommt. An einem Schilderpfahl können wir unsere nächsten Etappenziele ablesen: Oberwesel 7,2km, Maria Ruh 3,2km und Loreleyblick 1,8km. Wir überqueren eine kleine Schlucht mit einem Wasserfall und steigen auf einem nicht enden wollenden Treppenweg höher und höher. 525 Stufen erzählt mir ein Einheimischer sind es bis Biebernheim, aber da wollen wir nicht hin. Ca. bei der Hälfte der Stufen biegt links ein Pfad ab und bringt uns aber weiter in Serpentinen bergan. Nach über 100 Höhenmetern haben wir das erste Ziel mit der Kretschhütte auf dem Wackenberg (0,7km, 190m ü.NN) erreicht. Wir werden mit einem grandiosen Rheinpanorama belohnt. Fast senkrecht liegt unser Aussichtstempelchen über der Stadt mit Blick zu den Burgen Rheinfels über St. Goar, der Burg Maus rheinabwärts und der Burg Katz auf der anderen Rheinseite über St Goarshausen. Wieder zu Atem gekommen, fällt es uns schwer, sich von diesem Anblick loszureißen. Weiter wandern wir auf der Höhe entlang der Talkante. Hier kann es bei Sonnenschein recht warm werden. Auch die Burg Katz hat ihre eigene Betrachtungsbank. Bei Kilometer 2.0 öffnet sich zum ersten Mal der Blick zur Loreley (2.0km, 200m ü.NN). Die Enge des Rheintales ist von hier ganz besonders eindrucksvoll.

  

       

St. Goar, Burg Rheinfels

 

St. Goar von Kretschhütte

 

Burg Katz

 

Durch seine imposante Größe, die markante Form und ein in früheren Zeiten wahrnehmbares außergewöhnliches Echo wurde dem Loreley-Felsen stets eine besondere Beachtung gewidmet. Das hat Maler und Dichter der Romantik zu den abenteuerlichsten Schwärmereien inspiriert. So wurde die Loreley zu einer Nixe, die der Legende nach hoch oben auf diesem Felsen ihre langen, goldenen Haare kämmte und mit ihrem Gesang die Schiffer so ablenkte, dass diese trotz gefährlicher Strömung nicht mehr auf den Kurs achteten und ihre Schiffe an den Felsriffen zerschellten. 

 

   

   

Loreleyblick

 

Engstelle Loreley

 

"Maria Ruh"

 

Weiter führt uns der Wegweiser (Maria Ruh 1,4km, Oberwesel 5,4km) hinunter ins ruhige, idyllische und schattige Seelenbachtal, das nun durchwandert wird. Vor dem Galgenbachtal zweigt links ein Pfad ab, der hinunter zum Rhein führt (Abzweig Campingplatz B9 141m ü.NN) Wir steigen jetzt wieder leicht bergan und erreichen, dem Schild „Urbar“ folgend, den Aussichtspunkt „Maria Ruh“. (3,5km, 223m ü.NN, bis Oberwesel 3,9km). Von der 150m über dem Rhein liegenden Terrasse mit einem Aussichtstempelchen hat man den allerbesten Logenplatz. Man sitzt Visavis der Loreley in der ersten Reihe, um die Rheinromantik zu erleben. Es ist wohl die schönste Aussicht auf die Engstelle des Flusses, die so manches Schifferschicksal besiegelte.

 Auch Clemens von Brentano war bei einer Rheinreise von diesem Anblick so beeindruckt, dass er auf dem gegenüberliegenden Felsen die Phantasiegestalt eines Mädchens schuf, das mit ihrem Gesang die vorbeifahrenden Schiffer von den ach so gefährlichen Stromschnellen ablenkte und so ins Verderben stürzte. Von den vielen daran anknüpfenden Sagen- und Liederversionen stammt das berühmteste Lied von Heinrich Heine, dessen Text Friedrich Silcher vertonte. 

 

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,

Dass ich so traurig bin;

Ein Märchen aus alten Zeiten,

Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

 

 

Die Luft ist kühl und es dunkelt,

Und ruhig fließt der Rhein;

Der Gipfel des Berges funkelt

Im Abendsonnenschein.

 

 


Gedenkstein für drei Rheinromantiker

Diesen drei Romantikern hat man hier oben, gegenüber der Wirkungsstätte ihrer Schönen, einen Gedenkstein errichtet. Auch wir sind verzaubert, zwar nicht von der schönen maid, die man heute vergeblich sucht, sondern von dieser Märchenlandschaft.

 

   

 

Die schönsten

 

Blicke zur Loreley

 

Oelsbergsteig

  

Genießen konnte man diesen einzigartigen Blick bis 2011 auch von der Terrasse des im Hang liegenden Restaurants, das ab Sommer 2014  wieder eröggnet wurde.

 

Losgerissen von dem Zauber wandern wir weiter und erreichen nach 1,5km eine Schutzhütte. (Hüttenplatz,5,0km, 247m ü.NN). Die Ausblicke sind auch weiterhin zauberhaft. Jemand, der aber noch zusätzliches Nervenkitzel braucht, kann nun dem Wegweiser „Oelsbergsteig“ folgen. Es ist eine Alternativroute, die zwischen Himmel und Erde am Rande von steilen Abgründen über drahtseilgesicherte Pfade mit Trittbügeln und Leitern an schroffen Schieferfelsen entlang führt (bis Oberwesel 2,5km). Dieser Steig erfordert Schwindel- und Trittsicherheit, gutes Schuhwerk ist selbstverständlich.

 

       

Oelsbergsteig

 

Terrasse Günderodehaus

 

Oberwesel

 

Als Alternative gibt es vom Hüttenplatz einen leichten Wanderweg, auf dem man geradeaus mit dem Hinweis „Oberwesel 3,3km“ zu einem Skulpturenpark gelangt. Nach 2km erreichen wir auf diesem Weg das Günderodehaus, ein Filmhaus aus der Fernsehserie "Heimat 3" (7,0km, 197m ü.NN), wo eine wunderbare Aussicht auf Oberwesel und der darüber thronenden Schönburg zu sehen ist. Auch „Sieben Jungfrauenblick“ wird diese Aussicht genannt, in Anlehnung an eine Reihe von Quarzklippen im Fluss, die bei niedrigem Rheinwasserstand sichtbar werden. Die Schiffersage berichtet, dass diese einst Jungfrauen gewesen seien, die wegen ihrer Unnahbarkeit in Felsen verwandelt wurden.

Oberwesel hat eine fast zweitausendjährige Geschichte miterlebt, wovon trotz Kriegszerstörungen, Stadtbränden, Eisen- und Straßenbau noch viel erhalten geblieben ist. Sie nennt sich „Stadt der Türme und des Weines“ und spielt auf die mittelalterliche Stadtumwehrung an, die als umfangreichste und besterhaltene am Mittelrhein gilt. Alles überragt die Schönburg, mit der die Stadt Freud und Leid über Jahrhunderte teilte.

 

Oberwesel, Liebgrauenkirche u. Schönburg

Über die Zufahrtstraße und durch ein Neubaugebiet wandern wir vorbei am Niederburger-Tor-Turm, wo wir über einen alten Karrenweg, Spuren sind im Fels deutlich zu erkennen und vorbei an Tafeln der sieben Weinheiligen, hinunter nach Oberwesel zum „Königsweg“ gelangen (7,9km, 79m ü.NN). Wir wenden uns jetzt nach links der alten Stadtmauer zu, über die wir weiter bis zum Schaarplatz gehen. Durch die Unterstraße und Kirchhausener Straße erreichen wir den Bahnhof.

 

Empfehlenswert ist eine Rückfahrt mit dem Schiff, dabei erlebt man die ganze Strecke noch einmal aus der  Flussperspektive; man schaut hinauf auf die steilen Höhen und sieht manch erlebten  Aussichtspunkt.

 

 

Information: gute Beschilderung; Topographische Freizeitkarte „Rheinsteig“; TK Nassau Blatt 4 (Süd); Rucksackverpflegung

Streckenlänge: ca. 9,2 km Streckenwanderung, zurück mit Zug  www.fahrplanauskunft.de  oder Schiff  www.kd-rhein-main.de , Wanderung auf naturbelassenen Wegen, nur ab Günderodehaus meist befestigt. 

Schwierigkeit: Anstrengend ist der Aufstieg von St. Goar mit ca. 110 Höhenmeter meist über Treppen zur Kretschhütte, im weiteren Verlauf leichtes Auf und Ab. Variante über den Oelsbergsteig mit alpinem Charakter, hier sind Schwindel- und Trittsicherheit sowie Wanderschuhe erforderlich

Einkehrmöglichkeit: in St. Goar, Oberwesel und unterwegs  Günderodehaus ( www.guenderodefilmhaus.de ), Restaurant „Maria Ruh“  www.maria-ruh.de/    Abseits in Urbar gibt es das Hotel-Restaurant „Winzerhaus“  www.winzerhaus-urbar.de

 

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Loreleytour

Auf der Königsetappe des Rheinsteigs

 

 

Der Rheinsteig ist mit seinem steten Wechsel von Bergauf und Bergab einer der anspruchsvollen Wanderwegen. Die Tour von Kaub nach St. Goarhausen über den wohl bekanntesten Felsen Deutschlands, der „Loreley“, ist ohne Zweifel die Königsetappe, nicht nur seiner Länge von 21km wegen, sondern auch der vielen Aussichtspunkte, die sich in Hülle und Fülle bieten. Allein auch die Abwechslung zwischen den Aussichtspunkten, das Wandern auf der sonnigen Dörscheider Höhe mit der Artenvielfalt von Blumen und Insekten und den weiten Blicken zum Hunsrück und Taunus, dann wieder die kleinen schattenspendenden Waldabschnitte und die dunklen tief eingeschnittenen Bachtäler machen das Wandern zu einem Erlebnis. 

 

 

Die Wanderung kann in St. Goarshausen sowie in Kaub gestartet werden. Entschlossen habe ich mich für Kaub als Startpunkt, da das eigentliche Highlight der Tour zweifellos die „Loreley“ ist und erst am Ende des letzten Streckenabschnitts erreicht wird und so die Spannung länger anhält. Sieben Stunden Wanderzeit sollte man schon einkalkulieren, um auch den kleinen Schönheiten am Wegesrand genügende Aufmerksamkeit schenken zu können. Zu einem zeitigen Aufbruch ist auch besonders bei sonnigem Wetter zu raten, um nicht ständig bei der größten Hitze unterwegs zu sein, denn die kann neben der körperlichen Anstrengung zusätzlich ermüden. Deshalb sollte man auch genügend Flüssigkeit mitzunehmen. Die Wanderung kann auch schon am Loreleyzentrum beendet werden, um von dort mit dem Bus nach St. Goarhausen zu fahren. 

 

Ich starte meine Tour an der Schiffsanlegestelle der Fähre in Kaub (76m ü.NN). Hier am Pegel von Kaub gibt es auch Parkmöglichkeiten

       

Kaub mit Burg Gutenfels

 

Burg Pfalzgrafenstein

 

Blücher-Denkmal

 

 Das Wahrzeichen der alten historischen Weinstadt Stadt steht im Rhein. Ein Blick dorthin zeigt die etwas rheinaufwärts gelegene Burg Pfalzgrafenstein. Seit dem 14. Jh. trotzt sie, als Zollburg errichtet, den Fluten des Stroms. Victor Hugo verglich sie mit einem Schiff, das für immer vor Anker liegt. Hier setzten auch preußische Truppen unter Feldmarschall Blücher in der Neujahrsnacht 1813/14, als er nach der Völkerschlacht bei Leipzig den geschwächten napoleonischen Truppen weiter auf den Fersen war, auf einer Pontonbrücke über den Rhein. 100m rheinabwärts hat man dem Feldmarschall ein Denkmal gesetzt.

Oberhalb des Denkmals über den Dächern des Ortes thront die Burg Gutenfels. Diese, im 13.Jh. errichtete Burg, erlebte eine wechselvolle Geschichte. Den Namen erhielt die Burg im bayrisch pfälzischen Erbfolgekrieg, als Landgraf Wilhelm von Hessen nach 39tägiger Belagerung von Stadt und Burg unverrichteter Dinge wieder abzog. Seitdem nennt man die Burg dort oben den „guten Fels“, also „Gutenfels“. Napoleon ließ sie 1806 auf Abbruch versteigern. Aufgebaut wurde sie dann wieder 1889-92, wobei man den alten Ruinencharakter beibehielt. 

 Am Blücher-Denkmal gehe ich durch die Eisenbahnunterführung und treffe schon auf das Rheinsteinlogo, das mich zwischen der Bebauung über Treppen direkt in die Höhe steigen lässt. Auf einem schmalen Pfad, teils über Felsen und entlang Bruchsteinmauern habe ich schnell einige Höhenmeter erreicht und blicke das erste Mal über die Dächer von Kaub und von oben auf den Rhein. Aber die Historie Kaubs wäre unvollständig, würde man da nicht noch eine Kleinigkeit nachtragen. In die Zeit der Belagerung durch die Hessen gehört die Legende vom „Elslein von Kaub“, die Tochter des lokalen Geschützgießermeisters, die als Soldat verkleidet den kurpfälzischen Verstärkungstruppen vom gegenüber liegenden Ufer den richtigen Weg durch die Rheinklippen in die Stadt wies und diese so am Ende kurpfälzisch blieb. Zum Andenken an dieses Mädchen wählt die Stadt jedes Jahr zum Winzerfest keine Weinkönigin im üblichen Sinne, sondern die historische Gestalt des "Elslein von Kaub".

 

       

Dörscheider Pforte mit Kaub

 

Gutenfels u. Rheingrafenstein

 

Weindepot

 

 Nach diesem Blick über die Weinstadt geht es anschließend gleich wieder hinunter ins Blüchertal und zu der nach dem General benannten Straße.Man umgeht die erste Steigung, wenn man von der Eisenbahnunterführung durch die Stadt Richtung Kirche zur Blücherstraße geht. Hier geht es bei Hs 31, teils wieder über Treppen und Felsen in die Höhe. Dabei wird der alte Leiterberger Turm durchquert, der um 1320 als Teil der ab 1324 erweiterten Stadtbefestigung zum Schutz der Dörscheider Pforte und des Weiseler Tores errichtet wurde. Zwischen Weinberge geht es weiter bergan zu einem asphaltierten Weinbergsweg, den ich links weiter wandere. Der Weinbau war und ist heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Kaub gehört zu den bedeutendsten Weinorten am Rhein. Immer höher steigend rücken nach Burg Gutenfels, der Stadt Kaub auch Pfalzgrafenstein im Rhein ins Blickfeld. Am Wegesrand entdecke ich dann eine in Holz geschnitzte Figur und daneben ein Häuschen, das an einen Bildstock erinnert. „Sesam öffne dich“ ist zu lesen, aber da es sich nicht automatisch öffnet, mache ich es von Hand auf. Ein kleines Weindepot präsentiert sich drinnen. Eine tolle Idee für weinselige Rheinwanderer, natürlich gegen ehrliche Bezahlung. Sitzgelegenheit zum Genießen von Wein und Rhein ist vorhanden (1,5km, 201m). Aber die Tour ist noch lang, 14,7km bis zur Loreley, und Gelegenheit zu einem Gläschen Wein wird sich noch ergeben. 

 

 Mit durchschnittlichen 8% Steigung von Kaub aus verlangt der Weg zu Beginn einiges von seinen Wanderern. Glücklicherweise verläuft der jetzige Abschnitt teilweise durch kleine Waldstücke, sodass man bei strahlender Sonne im Schatten geht. Ich komme auf die Dörscheider Höhe, wo mit den ersten Häusern des kleinen Ortes hier oben im Taunus der steile Aufstieg erstmal endet. Aber noch vor dem Ort biegt der Rheinsteig nach links ab (3,5km, 341m ü.NN). Der Wegweiser zeigt mit „Roßstein 3,0km“ mein nächstes Ziel an. 

 

Blick von der Dörscheider Höhe über das Rheintal zum Hunsrück

  

Es geht jetzt meist durch freies und offenes Gelände der Dörscheider Heide mit phantastischen Blicken ins Rheintal und hinüber in den Hunsrück. Viele verschiedenartige bunte Blumen finde ich am Wegesrand. Farbenprächtige Schmetterlinge, die ich bisher noch nie gesehen habe, flattern durch die Luft. Es sind seltene, wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten, die hier einen eigenen Lebensraum gefunden haben. Informationstafeln und ein Pavillon informieren unterwegs über die Historie dieser Kulturlandschaft und deren Bedeutung dieser Artenvielfalt und geben Auskunft über Tiere und Pflanzen.

 

       

Begegnung am Wegesrand

 

Blütenpracht

 

Kleiner Fuchs am Natternkopf

 

 Der Rheinsteig führt dann einmal kurz in den Ort, um aber an der nächsten Kreuzung (4,2km, 329m) den Wanderer gleich links wieder ins freie Gelände zu schicken mit weitem Blick rechts in den Taunus. Der Weg rückt nun wieder näher ans Rheintal und ein Aussichtstempelchen bietet eine wunderbare Sicht auf Oberwesel. und rheinaufwärts bis zur Insel Pfalzgrafenstein.

 

       

Mauerfuchs auf Thymian

 

Bläuling

 

Wiesensalbei

 

Hinter Oberwesel hat der Rhein seine Richtung verändert und so taucht beim Weitergehen geradeaus bei guter Sicht zunächst über Taunushöhen das zwischen Hunsrück und Taunus kurvenreich eingeschnittene, aber versteckt liegender Rheintal sogar bis zur Burg Maus auf. Dankbar ist man bei strahlender Sonne hier oben auf freier Höhe für jedes kleine Lüftchen. Die Aussichtspunkte häufen sich. Der nächste mit Bank liegt auf einem kleinen Plateau in der Nähe eines Funkturmes. Immer noch verläuft der Weg bequem auf der Höhe über Wiesen- und Feldwegen bis sich das nächste Rheinpanorama. ausbreitet. Oberwesel, das sich links ans Rheinufer schmiegt, ist umschlossen von seiner alten Stadtmauer mit den vielen Türmen und der auffallenden roten „Liebfrauen Kirche“. Hoch über den Dächern wacht die mächtige tausendjährige Schönburg.

 

       

Oberwesel

 

hl. Christopherus am Roßstein

 

Felsenpfad am Roßstein

 

Anschließend führt mich der Rheinsteig, der hier seinen Namen wirklich verdient hat, steil hinunter zum Roßstein, es ist ein fast senkrecht zum Rhein abfallender Felsvorsprung. Ein Künstler hat hier auf dem Felsen die Skulptur des hl. Christopherus mit dem Christuskind aufgestellt, wohl in dem Bewusstsein alle Rheinsteigwanderern unter den Schutz des Heiligen zu stellen. Denn der weitere Steig führt mit alpinem Charakter über Felsen, an besonders kritischen Stellen mit einem Drahtseil gesichert, steil mit tollem Blick auf Rhein und Oberwesel hinunter. Durch ein kleines Wäldchen erreiche ich schon bald den Rastplatz „Alte Burg“. Hier sollte im 14. Jh eine Höhenburg gebaut werden, die aber nie vollendet wurde.

 

       

Das Tal wird enger

 

Blick über Urbach- u. Rheintal zur Hunsrückseite

 

Urbach

Der Blick geht nur noch rheinabwärts und macht deutlich wie eng das Tal wird. Bevor es jetzt auf verschlungenen Pfaden hinunter in das Tal des Urbaches geht, sehe ich auf der gegenüberliegenden Seite des Tales über einem senkrechten Felsabsturz nur ca 300m Luftlinie entfernt einen Pavillon, der aber erst nach ca.1 Stunde erreicht wird. Unten an dem wildromantischen Bach habe ich den tiefsten Punkt der Wanderung erreicht (9,6km, 135m). Hier kann man sich noch einmal mit dem klaren Wasser erfrischen bevor es wieder bergauf geht. Es folgt ein 17% Anstieg. Teils über Stufen gehen die 100 Höhenmeter bergauf, dabei will die Steigung nicht enden. Oben im Wald geht es dann angenehm 500m zur nächsten Aussicht „Waldschule“ (10,5km, 205m). Hier wurde einst die Bornicher Schuljugend an schönen Sommertagen unterrichtet. Der Pfad verläuft nun durch einen herrlichen Laubwald mit alten und jungen Bäumen und entfernt sich dabei vom Rhein ins Bornicher-Bachtal. Unterwegs ist der Rhein noch einmal zu sehen und über den rheinischen Talhang des Hunsrücks sieht man sogar die Fahne auf dem Loreley-Felsen wehen. 

 

       

Loreley-Block zwingt den Rhein zur Richtungsänderung

 

Bornicher Bach

 

Höhepunkt der Wanderung rückt näher

Beschaulich führt der Serpentinenpfad hinunter ins Bornicher-Bachtal, wo der Bach unter dem Holzsteg über einen kleinen Wasserfall ins Tal rauscht. Es ist ein kurzer und mäßiger Aufstieg über einige Stufen, der nun folgt. Auf der Höhe gibt’s wieder weite Sichten, der Rhein versteckt sich aber noch zwischen seinen Talhängen. Aber schon hinter der nächsten Rechtskurve kündigen Restaurant und Fahnen das Highlight dieser Tour an und auch der berühmte Felsen schiebt sich mehr und mehr ins Bild. Über dem Loreley-Rücken geht die Sicht bis zur Burg Maus. Vorbei geht es am „Fünf Seen-Platz“. ohne den versprochenen Blick weiter. Ich stoße auf einen Fahrweg (13,0km, 238m), der zum Leiselfeldhof (Rheinsteig-Rast) führt. Hier besteht nun das erste Mal die Möglichkeit einzukehren. Um mich nicht in den ganzen Touristenstrom an der Loreley einzupassen, nutze ich hier diese Gelegenheit zu einem Bier vom Fass, und zu Essen gibt es auch eine Kleinigkeit.

 

       

Rheinsteig-Rast, Leiselfeldhof

 

Rheinromantik

 

Blick vom Spitznack

 

Erfrischt und einigermaßen ausgeruht breche ich zum Höhepunkt dieser Wanderung auf. Es geht durch Wiesengelände, das im Frühsommer zahlreiche Blumen präsentiert. Der Weg ist zu dieser Zeit extra für die Wanderer gemäht. An einem Schilderpfahl (14,0km, 182m) folge ich dem Hinweis links zur „Felsenkanzel“. Ein grandioser Blick auf die Rheinenge der Loreley zeigt die enorme Naturgewalt des Rheins, der diesen Canyon in den letzten 200000 Jahren geschaffen hat. Dabei verliert der Blick rheinaufwärts nach Oberwesel einiges an Bewunderung. Der Felsriegel „Spitznack“ unmittel vor mir beim Blick zur Loreley ist der nächste lohnenswerte Aussichtspunkt (14,5km, 187m), den man nicht auslassen sollte, auch wenn er 50m abseits des Weges liegt und die Strecke Kraft gefordert hat. Hier am Aussichtstempelchen kann man noch mal rasten und die traumhafte Aussicht genießen. Eindrucksvoll schaut man hinunter in die Rheinschlucht. Weinberge rücken ins Bild und auf einem asphaltierten Weg geht es zur K89, wo man auf dem Radweg links geradewegs zum Loreley-Felsen kommt (16,6km, 195m). Ich habe Glück, Touristen sind heute an diesem Wochentag trotz Sonnenschein kaum anwesend und ich kann mir meinen Standpunkt zum Fotografieren beliebig wählen.

 

       

Weinberge an der Loreley

 

Blick von der Loreley

 

Loreley-Sitz

 

 125m unterhalb des Felsen drängt sich der Strom zu seiner schmalsten und tiefsten Stelle. Felsklippen und Strudel machten seine Durchfahrt für Schiffe und Flöße noch bis ins 19. Jh. hinein zu einem gewagten Abenteuer. Diese ursprüngliche und unverfälschte Landschaft war besonders für die Romantiker Anfang des 19. Jh`s, dann das, wonach sie sich sehnten und die Phantasiegestalt der blonden Schöne auf dem Felsen schufen. Sie war es, die mit ihrem Gesang von hier oben die Schiffer unten auf dem Rhein ablenkte, die schauten, statt auf die gefährlichen Klippen im Strom zu achten, wie verzaubert nach oben. Ihr Boot zerschellte und versank mit ihnen in den Fluten. Eines Tages als der Pfalzgraf sie gefangen und töten lassen wollte, stürzte sie sich in die Fluten und wurde vom Vater Rhein fort getragen und seitdem nie wieder gesehen. Aber für alle Fälle, dass sie doch noch einmal wiederkehren sollte, hat man ihr hier oben einen Platz reserviert. Als Erinnerung ist vor dem Hoteleingang ein steinernes Abbild aufgestellt.

 

Schließlich muss ich mich aber losreißen von dieser einmaligen Aussicht mit dem Blick in das enge Tal des Rheins, der sich hier ja nun wirklich von seiner allerschönsten Seite zeigt und mit diesem Bild die Antwort auf das alte Rheinlied gibt „Warum ist es am Rhein so schön?“ 

 

       

steinerne Loreley

 

Blick auf St. Goar, Goarshausen und Burg Katz

 

St. Goarshausen mit Burg Katz

 Weiter geht der Rheinsteig links vor dem Cafe-Restaurant. Ich wandere über ein Brückchen und Treppen bergab und stoße auf einen Weg (16,9, 174m), wo man links einen direkten Weg (300m) hinunter zum Hafen von St. Goarshausen nehmen kann und damit die Strecke um 1,3km verkürzt. Mein nächstes Ziel ist jetzt die 2,3km entfernte die Burg Katz. Vorbei an der Freilichtbühne und dem Besucherzentrum  - ab hier ist auch möglich mit dem Bus nach St. Goar zu fahren - verläuft links entlang der Sommerrodelbahn der Grasweg leicht bergan. Über freies Gelände mit Blick auf St. Goar mit Burg Rheinfels erreiche ich den Ortsteil „Heide“ von St. Goarshausen. Auf dem „Loreleyring“ geht es bis zu einem Kreisverkehr und einem anschließenden Parkplatz mit einem Blick zurück zur Loreley. Hier führt ein Pfad um das Sportgelände herum und schließlich hinunter. Unterwegs bekomme sich von oben einen unspektakulären Blick auf die Burg Katz. Der Blick vom Tal ist bedeutend fotogener.

Die Burg wurde hauptsächlich zum Schutz der gegenüberliegenden Burg Rheinfels und des Ortes St. Goarshausen 1371 von Grafen Johann von Katzenelnbogen gebaut. Im Volksmund wurde sie schon bald „die Katz“ genannt, woraufhin die schon einige Jahre zuvor erbaute benachbarte Burg über Wellmich zur „Maus“ wurde. Heute befindet sich die Burg im Besitz eines japanischen Investors und ist nicht zu besichtigen.

Auch weiter unten ist der Burgeingang ein fast unscheinbares Tor. 100m vom Tor geht der Rheinsteig links über unzählbare Stufen mit Serpentinen steil bergab in den Ort, wo ich mich Richtung Rhein orientiere und mich rechts zu den Schiffsanlegestellen bewege (20,2km, 64m). Glück habe ich, dass in wenigen Minuten ein Schiff zurück nach Kaub fährt und damit die schönste Rheinetappe nochmals aus der Schiffsperspektive erleben kann. 

 

       

rheinauf

 

Loreley

 

rheinab

An der Hafenmole von St. Goarshausen entdecke ich dann die Nixe doch, allerdings in Form einer Bronzestatue, die eigentlich oben auf dem Felsen sitzen sollte. Außer der Melodie des Loreleyliedes „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“, das bei der Vorbeifahrt aus den Lautsprechern ertönt, erklingt kein Sirenen-Gesang mehr. Erst von unten spürt man die Mächtigkeit des Felsens. Diesen Anblick begeisterte die Menschen in früherer Zeit wenig. Häufiger entlockte es Ihnen ein ängstliches Stoßgebet. Schließlich musste man an dieser engsten Stelle des Rheins (133m) mit ihren gefährlichen Klippen erst einmal heil vorbeikommen. Einige Felsen wurden in den 1930er Jahren gesprengt, sodass die Loreleypassage viel von ihrer früheren Gefährlichkeit verloren hat. In Kaub bestand die größte Lotsenstation am Rhein. Inzwischen wurde die Fahrrinne vertieft und auch der Einsatz technischer Hilfsmittel wie Radar macht heute den Beruf des Rheinlotsen in dieser Region überflüssig. 1988 wurde die letzte Lotsenstation in Kaub geschlossen.

Nach einer guten Stunde legt das Schiff in Kaub an und mit einer abschließenden Schiffstour schließt eine abwechslungsreiche Wandertour den Kreis der Königsetappe des Rheinsteigs.

 

Zum Fazit dieser Tour kann ich feststellen, dass es sich bei diesem Abschnitt des Rheinsteigs um einen der schönsten Wanderwege im Rheinischen Schiefergebirge handelt. Aber die Länge der Strecke mit den beiden steilen Aufstiegen ist eine Herausforderung an die körperliche Leistungsfähigkeit. Und da liegt das kleine Problem für den Durchschnittswanderer. Nur wenn am Abend das Glück des Erlebten die erlittenen und in den Knochen spürbaren Strapazen überwiegt, wird es ein unvergessener Tag bleiben.

 

 

Information: gute Beschilderung; Topographische Freizeitkarte „Rheinsteig“, Getränke mitnehmen; Wanderstöcke sind hilfreich, wenn sie richtig eingesetzt werden. Die erste Steigung in Kaub kann vernachlässigt werden wenn man durch die Stadt zur Blücherstraße 31 geht. 

Streckenlänge:  ca. 20,2 km, durch die vielen Aussichtspunkte kommen schnell einige 100m dazu. Von der Loreley kann man den Wegweiser zum "Hafen 0,3km" folgen und so 1,3km sparen, da die Strecke vorbei an der Burg Katz wenig eindrucksvoll ist. Streckenwanderung, zurück mit Zug  www.fahrplanauskunft.de oder Schiff  www.kd-rhein-main.de oder  http://schifffahrt-rhein.de/3-2-ruedesheim-bingen-loreley/s554biru-fahrplan/index.html . Die Wanderung kann auch an der Loreley nach 17,1km beendet werden, wenn man mit dem Bus zum Endpunkt nach St. Goarshausen fährt  http://www.rheinsteig.de/fileadmin/rs_data_2012/dokumente/downloads/595_01.pdf  

Schwierigkeit: Anstrengend: Langer Anstieg zur Dörscheider Höhe und kurzer sehr steiler aus dem Urbachtal; Aufstiege 630m, Abstiege 645m,; naturbelassene Wege und Pfade, einige Felsenpfade mit Sicherungsseil, nur in den Orten und Ortsnähe befestigte Wege

Einkehrmöglichkeit: in Kaub und St. Goarshausen, unterwegs „Rheinsteig-Rast“ Leiselfeldhof und auf der Loreley

 

 


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