Kalk - Eifel 

 

                               

                      Archäologie Tour          Eifel-Toskana                    Steinfeld                  Wasserfallrunde     Gerolsteiner Dolomiten

 
   

                                       

  Geologisch können wir die Eifel in drei Stockwerke unterteilen, in denen Gesteine aus fast allen Epochen der Erdgeschichte zu finden sind. Der Sockel besteht zum größten Teil aus Ablagerungen der Devonzeit. Der Abtragungsschutt des nachfolgenden durch Auffaltung entstandene variskischen Gebirges bildet das zweite Stockwerk. Dann gerät diese fast ebene Landschaft wieder in Bewegung. Sie steigt langsam auf und die Flüsse müssen sich nun tiefer eingraben. Vulkane durchbrechen die vorhandenen Stockwerke und gestalten das neue Gesicht der Eifel mit. Durch die ständige Bewegung der Erdkruste entstehen Risse und Brüche, Senken und Mulden. Die größte Senkungszone wird als „Eifeler-Nord-Süd-Zone“ bezeichnet. Hier haben sich einzelne Mulden gebildet, die von Sättel unterbrochen werden. In diesen Mulden haben sich Gesteine, die an anderen Stellen im Laufe der Erdgeschichte abgetragen wurden, erhalten. Sie bestehen zum größten Teil aus Mergeln und Kalken und werden daher als Eifel-Kalkmulden bezeichnet. Acht dieser Mulden erstrecken sich von der Mechernicher Bucht bis zur Trierer Bucht, wobei die Sötenicher, Blankenheimer und Gerolsteiner Mulde die bekanntesten sind.

 

Kalkeifel bei Dollendorf

 

 

   

Archäologie-Tour

Wandern auf den Spuren von Neandertalern, Kelten und Römern

 Die Eifel bietet mehr als "nur" Natur. Die Vielfalt ihrer verschiedenen Landschaften und Kulturräume bieten immer neue Entdeckungen. So ist die Gegend zwischen Nettersheim und Mechernich neben zahlreichen naturkundlichen und geologischen Besonderheiten archäologisch interessant. Überreste aus römischer, keltisch-germanischer und fränkischer Zeit sind erhalten. Einige dieser Denkmäler werden wir auf unserer Wanderung erleben, dazu erwarten den Wanderer wunderschöne Weitblicke in einer sanft welligen Hügellandschaft.

 

 

Links Blick vom Eulenberg, links Urfey, Mitte Kallmuther Bachtal

Wanderlandschaft

 

Vom Parkplatz in Vussem (300m ü. NN), wandern wir zurück bis zur B 477, das Wegzeichen “7“ zeigt uns die nächsten Kilometer den Weg. Auf der Trierer Straße gehen wir bis zu einem Kapellchen, vor dem rechts in den "Harterweg" eingebogen wird. Dieser steigt bis zum Ortsausgang 25m bergan. Bequem wandern wir dann mit einem schönen Blick ins Veybachtal bis zur K 77 (330m). Hier geht es links und hinter dem kleinen Brückchen den Weg rechts bergan, der bei schlechtem Wetter sehr matschig sein kann. Am höchsten Punkt des Weges (390m) erreichen wir eine Wegegabelung, wo wir dem linken Pfad am Waldrand entlang folgen. Am Ende des Waldes stoßen wir auf den "Römerkanal - Wanderweg", der von Nettersheim entlang der ehemaligen Trasse der römischen Wasserleitung bis nach Köln verläuft. Eine Informationstafel erläutert, dass wir bei Kilometer 20.6 der Wasserleitung stehen. Wir bleiben ab jetzt auf dem Römerkanal Wanderweg.  

 

   

   

Kapelle Vussem

 

Feybachtal

 

Eulenberg u. Kirche Weyer

 

 Zur Linken fällt besonders die grasbewachsene Kuppe des Eulenberges (407m) mit seinem "Gipfelkreuz" auf, der uns als markanter Punkt noch oft unterwegs auffallen wird. Der Standpunkt Nr.12 (Km 19.4) des Römerkanal - Wanderweges ermöglicht einen wundervollen Blick in das Tal des Urfeyer Baches, das hier fast rechtwinklig auf das Tal des Kallmuther Baches trifft. So sind auch die Quellen oberhalb von Urfey sowie am Klausbrunnen, der unser nächstes Ziel sein wird, schon in römischer Zeit für die Wasserversorgung nach Köln genutzt worden. Die in diesen beiden Quellgebieten beginnenden Freispiegelleitungen hatte man im Schnittpunkt der beiden Talachsen zusammengeführt, um das Wasser in einer entsprechend größer dimensionierten Leitung zum Sammelbecken Eiserfey zu transportieren. Kurz vor ihrem Treffpunkt mit der Urfeyer Leitung überquerte der vom Klausbrunnen kommende Strang den Kallmuther Bach auf einem massiven Brückenbauwerk, das seit 2009 besichtigt werden kann (von Vollem aus in Richtung Kallmuth an der Urfeyer Str).

Wir wandern weiter durch Wald bis zur K 32 (376m), diese gehen wir 50 Meter nach rechts, um dann links in die "Hahnenberger Straße" einzubiegen. Oberhalb des Klausbrunnens steigen wir zur Besichtigung der Anlage über eine Treppe hinunter. Hier haben wir gleichzeitig Gelegenheit Rast zu machen.   

 

   

   

röm. Brunnenstube Kallmuth

 

Dorfplatz Urfey

 

Wegekreuz in Weyer

 

 Als den Römern die Qualität des Bachwassers aus dem Vorgebirge ihren Ansprüchen und auch mengenmäßig nicht genügte, fanden sie im Gebiet der Sötenicher Kalkmulde vorzügliches und reichliches Trinkwasser. So bauten sie schon im 1. Jh. eine fast 100 kilometerlange Wasserleitung nach Köln. Die außergewöhnliche technische Leistung bei der Planung und Bau dieses antiken Großprojektes wird besonders deutlich in der Überwindung der Rhein-Maas-Wasserscheide, in der Ausfahrung der Täler von Erft und Swistbach zwecks Erreichung des Villerückens und im Bau der großen Aquäduktbrücken über die Erft (ca.550m lang) und den Swistbach (ca1400 m lang).

Außer dem wasserführenden Kanal waren aber auch einige größere Bauwerke notwendig. Jeweils am Beginn der Leitungsstränge (s. Steinfeld Tour) haben sich Quellfassungen befunden, von denen der "Klausbrunnen", wo wir uns jetzt befinden, ein besonders anschauliches Beispiel ist. Das Fundament dieser Quellfassung besteht aus Sandsteinblöcken, zwischen denen hangseitig mörtelloses Mauerwerk gesetzt ist, um das Quellwasser eindringen zu lassen (seit 1948 versiegt). An drei Stellen strömte das Wasser auch durch torartige Öffnungen ein. Aus dieser Quellfassung wurde das Wasser durch ein kleines Absetzbecken in die Leitung nach Köln geführt. Einige Meter unterhalb des Sinkbeckens nimmt diese den später gebauten Leitungsstrang von Urft auf.

 Nach Besichtigung und Rast geht unsere Wanderung zurück über die Treppen und oben auf dem Weg links weiter Immer dem Römerkanalweg folgend erreichen wir den Weiler Urfey. Am Dorfplatz wenden wir uns nach links mit dem neuen Wegzeichen Nr.„11“ (Ahr-Venn-Weg) des Eifelvereins und folgen diesem Zeichen 500m auf dem befestigten Weg. Dann geht es rechts auf einem schmalen Pfad 50 Höhenmeter steil bergan und erreichen das Dorf Weyer und seine Kirche. Diese wurde der Sage nach auf den Fundamenten eines römischen Tempels erbaut. Jedenfalls bestand bereits im 12. Jh. eine Basilika, die um 1500 zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut wurde. Leider ist die Türe für eine Besichtigung verschlossen.

 

   

 

   

Kartstein-Rundweg 

 

Eingang Kakushöhle

 

Kahushöhle

 

 Wir finden hier wieder das Wegzeichen „7“, das uns geradeaus zum höchsten Punkt (450m) unserer Wanderung bringt. Weit geht der Blick nach Norden in die Rheinebene. Sogar der Kölner Dom ist bei guter Sicht zu erkennen. Vorbei an einem Buntsandsteinkreuz wandern wir nun immer leicht bergab bis zu einem Wald. Wir ignorieren hier alle Wegzeichen und gehen in den Wald hinein, wo wir nach 50 Metern auf einen neuen Pfad stoßen und uns hier nach links wenden und den Rundweg am Kartstein erreichen. An der Informationstafel 6 gehen wir links auf dem hier beschriebenen Wall, den die Kelten schon vor über 2000 Jahren angelegt haben, weiter und erreichen die „Kleine Höhle“, das sog "Kalte Loch". Durch einen schmalen Spalt können wir in das Innere dieser Höhle gelangen; die man auch ohne Taschenlampe besichtigen kann. Weiter über Treppenstufen und vorbei an steil aufragenden Felsen mit einer märchenhaften Kulisse erreichen wir einen Nebeneingang der Kakushöhle. Wir stehen in der Haupthöhle. Sie ist bis zu 30 m breit, 50m tief und 15m hoch. Die Decke ist durch einen Pfeiler abgestützt. Diese Sicherungsmaßnahmen waren vor Jahren notwendig geworden, da für beide Höhlen, aber auch für etliche Partien am Nordost- bzw. Südrand des Felsmassivs akute Einsturzgefahr bestand. Im rückwärtigen Teil schließt sich ein etwa 20 x 5 m großer Raum an, die sog "Dunkle Kammer". Nachweislich hat der Neandertaler sich schon vor 80 000 Jahren hier im Kartstein, wie das Felsmassiv genannt wird, aufgehalten. Wir verlassen die Höhle durch den eigentlichen Haupteingang. Vorbei an 30 Meter hohen Kalksteinfelsen gehen wir zum das Café "Zur Kakushöhle", das zu einer kleinen Stärkung und Erfrischung einlädt.

 

   

   

Kirche Weyer

 

Eiserfey im Tal, Lorbach auf der Höhe

 

röm. Aquädukt Vussem

 

 Vom Café wandern wir zunächst über den Parkplatz und dann ca. 100 m die Kakusstraße bergab und biegen rechts in den „Pescher Weg“ und gehen anschließend „Im Schlund“ weiter. An der nächsten Wegekreuzung folgen wir nicht geradeaus der „7“, wir ersparen uns damit das Steilstück, sondern gehen links weiter. Nach 400m stößt die „7“ wieder zu uns und folgen ihr jetzt bis zum Ausgangspunkt. Wiesen, Felder und Wald begleiten uns mit schönen, weiten Blicken über eine hügelige Landschaft. Nach der Überquerung der K58 steigt das Gelände leicht bergan und wandern auf ein Waldstück zu, in dem ein Sendemast auffällt. Der Kreis unserer Wanderung schließt sich langsam. Vor uns eingebettet in der sanften Hügellandschaft sehen wir unseren Ausgangspunkt Vussem. Achtung! Am Waldrand entlang dürfen wir hinter einer Bank den rechts abgehenden, fast unscheinbaren Wiesenweg nicht verpassen. Erst 40m weiter finden wir hier unser Wegzeichen „7“. Am Friedhof in Vussem wandern wir rechts an der Friedhofmauer auf einem schmalen Pfad hinunter zum Sportplatz. Am Parkplatz des Sportplatzes sind die Reste eines rekonstruierten Aquäduktes der römischen Wasserleitung zu sehen. Zur Überquerung dieses Seitentales des Veybaches errichteten die römischen Ingenieure eine relativ aufwendige Brücke für die Eifelwasserleitung. Die archäologischen Ausgrabungen von 1959, ließen das Bild einer 80 Meter langen, aus zehn bis zwölf Pfeilern bestehenden Aquäduktbrücke nachzeichnen, auf welcher das Wasser in 10 Meter Höhe über den Talgrund geführt wurde.

Über „Titus Straße“ und „Holzheimer Weg“ erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

 

Information:  Wanderkarte Nr. 5 (Kall, Kommern, Mechernich, Nettersheim) des Eifelvereins. Startpunkt in Mechernich-Vussem, Parkmöglichkeit Holzheimer Weg/Friedhofsweg., http://www.rhein-eifel.tv/tier-naturparks/kakushoehle.html

http://www.rhein-eifel.tv/museen/museen-roemer/roemische-wasserleitung.html

 

Streckenlänge:. 14km Rundwanderung, Wegzeichen „7“, Römerkanal Wanderweg und Hauptwanderweg Nr. „11“ (Ahr-Venn-Weg) des Eifelvereins

 

Schwierigkeit: Wanderung mit leichtem Auf und Ab; viele sonnige Abschnitte

 

Einkehrmöglichkeit: Café "Zur Kakushöhle" Tel: 02484-919295, geöffnet Mai-Oktober: Mittwoch bis Sonntag, 10.00-18.00 Uhr

 

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Eifel-Toskana

wo Bäche verschwinden

  

Alendorf

 

 

Ein Hauch von Toskana liegt über der folgenden Wanderlandschaft. Hier gewinnt der Wanderer einen einmaligen, einen ungewöhnlichen Eindruck von der Eifel, der völlig untypisch ist für dieses Mittelgebirge. Nicht zuletzt wegen der vielen, den Zypressen ähnelnden Wacholderbäume. Dazu wächst auf den kargen, trockenen Hängen eine Vielzahl der verschiedensten Blumenarten, die von April bis September mit ihren bunten Farben immer wieder neue Bilder präsentieren. Daher wird diese Landschaft gern als die "Toskana der Eifel" bezeichnet. 

 

 

       

Wacholder 1 u. 2jährig

 

Küchenschelle

 

Schlüsselblumen

  

 Gegenüber der Kirche in Ripsdorf finden wir einen Parkplatz (506m), wo wir unsere Wanderung starten. Ein Wegweiser zeigt die Kirchstraße hinunter zum Lampertstal, das unser erstes Ziel ist. Am Fronweg wandern wir rechts die Schulstraße weiter, die nach 100m in einen Wiesenweg übergeht und an einem befestigten Weg endet. Hier wenden wir uns nach links, um nach 120m rechts abzubiegen. Es geht leicht bergan mit einer herrlichen Aussicht links zur markanten Kuppe des Aremberges (0,65km, 502m ü.NN). Mit einem Rechtsbogen wandern wir nun bergab und stoßen auf einen Schotterweg, den wir links weitergehen. Immer leicht bergab wandern wir am Waldrand entlang, vorbei an einem Mathiaskreuz, durch das reizende Reipstälchen. Am Ende erreichen wir das Lampertstal (2km, 420m ü.NN). Dort treffen wir auf den Eifelsteig, der uns jetzt bis Mirbach den Weg zeigt. Es geht zunächst talwärts. Kurios ist, dass hier eigentlich der in der Karte eingetragene Lampertsbach plätschern müsste. Aber durch die Talwiesen schlängelt sich nur ein trockener Graben.

Auch als wir nach 300m mit dem Hinweis „Mirbach 2,6km“ die Talseite wechseln, überqueren wir ein trockenes Bachbett. Das Geheimnis wird aber im Verlauf der Wanderung noch gelöst. Eine erste Erklärung finden wir 400m weiter, wenn wir das rechts herunterkommende Tälchen auf dem Eifelsteig hoch gehen. Vorher weist uns ein Stein mit Beschriftung noch darauf hin, dass wir die Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz überschritten haben (2,5km, 413m). An einem kleinen Rastplatz klärt uns eine Informationstafel über eine hier am Rande des Rastplatzes auftretende Karsterscheinung auf, die Bachwasser im Boden verschwinden lässt. Leider ist das von Mirbach herabfließende Bächlein hier schon ohne Wasser und so können wir die Erläuterungen nur theoretisch nachvollziehen. Ein praktisches Beispiel werden wir aber noch auf unserer Wanderung erleben.

 

Über einen Kilometer wandern wir nun das Tälchen bequem bergan. Dann endet links der Wald und der Weg führt uns rechts nach Mirbach. Dort folgen wir der Wacholderstraße Straße und überqueren dabei das uns lange Zeit begleitende Bächlein Es ist hier eingefasst mit einer Halbschale und führt auch deshalb noch Wasser. Der Mittelpunkt des Ortes bildet die auf der Höhe liegende Erlöserkapelle, wobei der Begriff Kapelle untertrieben scheint (5,0km, 480m). 

  

       

Erlöserkapelle Mirbach

 

Kapelleninnere

 

Bachschwinde

 

Wirkt schon das Äußere im Vergleich zu den wenigen Häusern des Dorfes imposant, so trifft den Besucher beim Betreten des Innenraumes eine unvorbereitete Überraschung. Die Ausstattung wirkt fremdartig, ja sogar orientalisch. Im Gewölbe und im Chorraum glitzern herrliche Goldmosaike. Als die Vorgänger-Kapelle baufällig war, fühlten die Herren von Mirbach, ein einst hier ansässiges Rittergeschlecht, sich mit der Heimat ihrer eifeler Vorfahren verbunden. So ließ 1902/03 der evangelische Freiherr von Mirbach, der im Dienste des Kaisers in Berlin stand, für die katholische Eifelbevölkerung eine neoromanische Kirche errichten, die von dem gleichen Baumeister stammte wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis Kirche in Berlin. Der evangelische Kirchenbauverein Berlin beteiligte sich ebenfalls reichlich an den Kosten. Die Errichtung dieser katholischen Kirche machte es gewissermaßen zur Pflicht, nun auch für die noch bedürftigeren Evangelischen ein schönes Gotteshaus errichten zu lassen. So entstand wenige Jahre später die Erlöserkirche in Gerolstein.

 

Nach dem Besuch der Kapelle gehen wir zurück und halten uns zweimal links. Am Ortsende wandern wir rechts am Waldrand entlang mit Blick auf Mirbach und seine hügelige Umgebung. Gegenüber liegt der mit Wacholder bestandene Eusberg. Wir stoßen am Ende des Waldes auf einen befestigten Weg, den wir 100m rechts gehen und hinter dem einzelnen Haus links bis zum Ende des befestigten Weges wandern. Der anschließende Wald wird immer wieder durch Wiesen aufgelockert und der Weg verliert langsam an Höhe. Unten erreichen wir wieder das Lampertstal und einen in der Erde verschwindenden Bach (7,8km, 430m).

Hier wird das zuvor erläuterte Verschwinden eines Baches realitätsnah erlebt. Rechts von der kleinen Brücke erkennen wir, wie das Wasser des Lampertsbaches zwischen den Steinen im Erdboden verschwindet. Wir haben es mit einem geologischen Phänomen zu tun. Der Untergrund hier im Lampertstal besteht vorwiegend aus Kalkschichten und diese unterliegen stärker chemischen Verwitterungsprozessen als Sandstein- und Tonschieferschichten. Kalkstein ist von Natur aus brüchig und bildet feine Risse, in die Wasser eindringen kann. Kohlensäurehaltiges Niederschlagswasser sickert ein und löst den Kalk. Diese Schwächezonen werden mit der Zeit zu Rinnen und tiefen Furchen erweitert, es führt dann letztendlich im Untergrund zur Bildung von Spalten und Gängen und sogar zu unterirdischen Höhlen und Fluss-Systemen. Mit einem solchen Vorgang haben wir es hier zu tun. Das unterirdisch abfließende Wasser tritt erst im Ahrtal wieder ins Freie. Solche Bäche wie hier im Lampertstal nennt man Verlierbäche. Nur wenn der Bach viel Wasser führt, fließt es, wie bei einem Gully, oberirdisch weiter. 

 

       

Weg zum Kalvarienberg

 

Eifelblick

 

Kalvarienberg

 

  Auf der anderen Talseite erläutert eine Info-Tafel nochmals diesen Vorgang. Jetzt ist der Eifelsteig wieder unser Wanderführer. Einen Kilometer wandern wir das Lampertstal ohne Anstrengung aufwärts. Am rechten Hang nimmt die Anzahl der Wacholderbüsche immer mehr zu. Vor uns taucht der kleine Ort Alendorf auf. Das Landschaftsbild wird nun geprägt von den ringsum bewachsenen Wacholderhängen und weil sie in ihrem Aussehen an Zypressen erinnern, nennt man die Landschaft auch gerne „Toskana der Eifel“.

 

Wacholderschutzgebiet "Lampertstal" am Horizont der Aremberg

 

An einem kleinen Rastplatz (9,0km, 474m) knickt der Eifelsteig rechts ab und ein Pfad führt jetzt zwischen Wacholderbüschen steil bergan auf den Kalvarienberg. Stehen bleibt man zwischendurch nicht nur des Verschnaufens sondern auch der schönen Aussicht wegen. Der Kalvarienberg liegt inmitten des Wacholder-Schutzgebietes „Lampertstal“ und ist das größte zusammenhängende Wacholder-Gebiet Nordrhein-Westfalens. Eine Fülle der auf den Kalktriften heimischen Pflanzen- und Tierarten kann man entdecken. Vom Frühjahr bis zum Herbst erblühen immer wieder neue Arten, wie Küchenschelle, Schlüsselblume, 31 Orchideenarten und Enziane. Viele farbenprächtige Schmetterlinge wie Bläulinge und Widderchen können auf den Blüten bei der Nektaraufnahme beobachtet werden.

 

 

       

Enzian

 

Knabenkraut

 

Bläuling

 

 Nach 300m Aufstieg haben wir den Gipfel (9,3km, 517m) und damit einer der schönsten Aussichtspunkte der Nordeifel erreicht. Die markante Kuppe des Aremberges (623m) und der höchste Gipfel der Eifel, die Hohe Acht (746m), heben sich am Horizont ab. Hier oben ließ 1663 Graf Salentin von Blankenheim eine Kapelle errichten, die von der St. Agatha Kirche am Ortsrand von Alendorf über einen Kreuzweg mit sieben Sandsteinkreuzen  zu erreichen war. Die Kapelle wurde später durch das heutige Schlusskreuz ersetzt. Die Kreuzwegstationen wurden im 19. Jh. erweitert.

 

       

Alendorf

 

St. Agatha Kirche

 

Waldorf

 

 Auf dem Kreuzweg wandern wir hinunter zum Fuß des Berges (9,6km, 491m ) und hinüber zur St. Agatha Kapelle von 1494. Wir betreten das ummauerte und mit Buchen 1827 angepflanzte Kirchengelände und gehen zum Kirchenportal, das leider fast immer verschlossen ist. Wir verlassen hier das Gelände, steigen ein Paar Stufen hinunter und wenden uns auf dem Pfad nach rechts, der auf einem Wirtschaftsweg stößt. Links erkennen wir an einem Mast das Eifelsteig-Logo. Mit einem Rechtsbogen steigen wir gemächlich zum Griesheuel auf, mit herrlicher Aussicht auf das „mediterrane“ Alendorf, das förmlich von drei wacholderreichen Kalktriften eingerahmt ist. Auch der Weiterweg gewährt freie Sicht auf eine weitläufig hügelige Landschaft, die wir bei einer kurzen Rast von einer Bank genießen können. Es ist mit 549m auch der höchste Punkt unserer Wanderung. In unmittelbarer Nähe steht eins von einigen Kreuzen, die wir zwischen Alendorf und Waldorf am Wegesrand vorfinden. Wir erreichen eine schmale Straße (10,8km) die wir überqueren und auf dem Wiesenweg Richtung Waldorf weitergehen. Damit verlassen wir hier den Eifelsteig, der rechts nach 2,7km Ripsdorf erreicht. Wir wandern leicht bergab auf das vor uns in freier Flur liegende Örtchen zu, begleitet von vielen Schlüsselblumen am rechtsseitigen Hang. An einem Hochstand geht es geradeaus am Wald entlang zu einer Straße (11,8km, 470m). Der aufmerksame Wanderer entdeckt hier eine Ansammlung von Herkulesstauden. Die aus dem Kaukasus eingeschleppte, auch Riesen-Bärenklau genannte Pflanze kann bis über zwei Meter hoch werden. Anschauen ja, aber bitte nicht berühren, denn es kann zu schmerzhaften Quaddeln und zu schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen.

 

 

   

   

Herkulesstauden

 

Biotop am Bonnesbach

 

Charly`s Hütte

 

  Wir gehen jetzt links auf der Straße über den „Bonnesbach“ immer bergan nach Waldorf bis kurz vor der Kirche. Dort treffen wir auf eine Vielzahl von Wanderwegen (12,5km, 507m), die nach rechts zeigen. Hier liegt mit „Charly`s Hütte“ auch eine Einkehrmöglichkeit. Wir gehen die Straße bis zum Ende und folgen nun weiter dem Eifelvereinszeichen (Josef-Schramm-Weg), das uns zunächst noch 200m  rechts die Straße hinunter führt, bis wir dann wieder auf unbefestigten Weg und rotbrauner Ackererde, die auf Reste einer vorhandenen Buntsandsteinschicht hinweist, talwärts zum Bonnesbach kommen (13,4km, 460m). Am Bach entlang wandern wir bis zur Straße nach Ahrmühle. Hoppla, Ahrmühle? Hier ist doch nicht die Ahr, laut Karte ist es der Schafbach. Da dieser zu den größten Zuflüssen am Oberlauf der Ahr zählt, wurde er im Volksmund auch als die „richtige“ Ahr angesehen, worauf auch der Name Ahrmühle zurückgeht. Wir wandern rechts zur Brücke und dort mit dem Eifelvereinszeichen weiter geradeaus am Bach entlang. Nach einem Kilometer liegt links die Ripsdorfer Mühle. Ursprünglich handelte es sich um eine alte Bannmühle. Das heißt, die Landesherren ordneten an, welche Orte ihr Getreide in welcher Mühle zu mahlen hatten. Heute wird hier nicht mehr gemahlen, sondern nur noch Landwirtschaft betrieben. An der Zufahrt fällt rechts ein schönes altes Sandsteinkreuz der Familie Steffens auf.

Wir erreichen die K69 und wieder den Eifelsteig. Er führt uns nun auf der anderen Straßenseite hinauf nach Ripsdorf und zu unserem Ausgangspunkt.  

 

       

Brothaus

 

Kirche Ripsdorf

 

Kircheninnere

 

 Zuvor passieren wir in der Tränkgasse noch das „Brothaus“, ein teilweise aus dem 17. Jh stammendes Fachwerkhaus. Ein Besuch der Pfarrkirche „Johann Baptist“ mit ihrem wehrhaften und wuchtigen Westturm zeigt eine Besonderheit im Eifeler Sakralbau. Der zweischiffige Bau wird von zwei Säulen getragen. Wer möchte kann die Wanderung im Restaurant Breuer mit Kaffee und Kuchen abschließen.

  

Information: Wanderkarte Nr.12 „Blankenheim Oberes Ahrtal“ des Eifelvereins,

 

Streckenlänge ca. 16,5km, Abkürzung (ohne Mirbach) nach 2km im Lampertstal direkt rechts Richtung Alendorf. 10,5km, Abkürzung nach 11,8km über den Eifelsteig zurück nach Ripsdorf 14,5Km 

 

Schwierigkeit: mittel, gemächliches Auf- und Ab, kurzer steiler Anstieg zum Kalvarienberg und zum Schluss nach Ripsdorf ein etwas steilerer Anstieg; Abstiege 320m, Aufstiege 320m

 

Einkehrmöglichkeit: Mirbach WAnderhütte  „Em Backes“  http://www.eifel.info/a-wanderhuette-em-backes . in Waldorf „Charly`s Hütte“ www.charlys-huette.de , Ripsdorf „Hotel u. Restaurant Breuer“ www.breuer-ripsdorf.de

 

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Steinfeld - Tour 

antike und mittelalterliche Bauwerke

 

Die Eifel, noch vor zweihundert Jahren spöttisch als das preußisch Sibirien verschmäht, entwickelte sich vor über 2000 Jahren unter der römischen Herrschaft durch eine intensive Erschließung und Besiedlung zu einem aufstrebenden Wirtschaftsraum. An ihrem Rand entstanden die Städte Köln und Trier. Neue Militär- und Handelsstraßen durchquerten erstmals auch die zentrale Eifel. Die Römer verhütteten Eisen, Blei, Zink und Kupfer und bauten eine fast 100km lange Wasserleitung. Diese versorgte die Stadt Köln mit frischem Eifelwasser. Das Mittelalter war die Zeit, in der zahlreiche Klöster gegründet wurden. Sie waren die Zentren der mittelalterlichen Gesellschaft.

 

Auf unserer heutigen Wanderung werden wir Reste einer großen technischen Ingenieurleistung der Antike vorfinden sowie ein Kloster, dass bis zu seiner Auflösung 1802 ein bedeutender kirchlicher Mittelpunkt der Eifel war.

 

   

   

röm. Wasserleitung

 

auf dem Römerkanal-Wanderweg

 

Achenlochhöhle

 

 Wir starten unsere Wanderung am Ortseingang von Urft am Wanderparkplatz „Neuwerk“ (417m ü.NN). An einem Schilderpfahl zeigt uns ein Logo, dass wir uns hier auf dem Römerkanal-Wanderweg befinden. Wir folgen diesem Weg mit dem Hinweis „Grüner Pütz 2,6km“. Nach 100m sehen wir links am Hang schon einen ersten Aufschluss dieser Wasserleitung. An der nächsten Wegegabelung zeigt das Logo nach rechts. Vorbei wandern wir am Haus „Neuwerk, einst ein mit dem Wasser der Urft angetriebenes Hammerwerk. An vielen Stellen der Eifel blühte im 15/16 Jh. die Eisenindustrie; es waren aber meist nur kleine Industriewerke. Im Scheitelpunkt der Urftschleife wird an einem Wehr Wasser für einen alten Mühlengraben abgezweigt. Hier wechselte auch die römische Wasserleitung mit einem Aquädukt die Flussseite. Kalkfelsen ragen auf der linken Seite empor und erinnern an ein vor vielen Millionen Jahren vorhandenes Meer. Ablagerungen von kalkhaltigen Meeresbewohnern sind hier in der Sötenicher Kalkmulde erhalten geblieben. Säurehaltiges Niederschlagswasser hat im Laufe der Erdgeschichte zu einer Verkarstung geführt und Hohlräume ausgewaschen. Die kleine Achenlochhöhle oben im Böschungshang ist dafür ein Beispiel.

  

       

"Grüner Pütz"

 

röm. Sickerleitung

 

Buchenwald mit Bärlauch

 

  Wir erreichen die Urftbrücke, wo es nach Überquerung der Bahnlinie Köln-Trier links weiter geht. An dem nächsten Wegedreieck gesellt sich von rechts der Eifelsteig hinzu. Nach 250m nehmen wir den links abgehenden Pfad und erreichen verschiedene Aufschlusspunkte der römischen Wasserleitung. Der „Grüne Pütz“, wie er im Volksmund genannt wird, ist die eigentliche Quellfassung. Die Medusenhäupter an der Kopfseite der Umfassungsmauer sollten Unheil von der Quelle fernhalten. Durch eine 80m lange Sickerleitung wurde das aus dem Hang austretende Quellwasser aufgenommen und 95 Kilometer nach Köln geleitet. Zwei weitere Quellleitungen kamen in Kallmuth und Urfey noch hinzu ( Archäologie Tour). Über Treppenstufen neben der Brunnenstube verlassen wir den „Grünen Pütz“ und wandern auf dem Weg rechts zurück bis zum Wegedreieck. Es geht jetzt links das Eichtertal hinauf. Bis Steinfeld zeigt uns das Eifelsteig-Logo nun den Weg. Dann sehen wir rechts und links vom Weg Felsblöcke herumliegen. Wir wandern durch ein Felsenmeer, das in der letzten Eiszeit entstanden ist. Durch den Wechsel zwischen Frost und Tauperioden lösten sich aus dem felsigen Schichtverband links oberhalb des Weges Dolomitsteinblöcke und bewegten sich Richtung Urfttal. Ein Stück weiter finden wir Überreste einer einst hier verlaufenden römischen Straße. Weiter geht es talaufwärts bis links eine Wiese endet. Hier zeigt das Logo in den Wald und führt uns bergan bis zu einem Forstweg, wo wir nach 100m links auf einen Schotterweg stoßen. Rechts geht es 600m bis zum Waldrand. Da zeigt das Logo nach links am Waldrand entlang und führt uns nach 500m in diesen hinein. Im Frühjahr verspüren hier empfindsame Nasen einen Hauch von Knoblauch. Es ist der Bärlauch, der den Waldboden in der Blütezeit mit einem weißen Blütenteppich bedeckt.

 

   

   

Eifelblick v. Königsberg

 

am Gillesbach

 

Steinfeld

 

  Wir wandern auf einem naturbelassenen Pfad mitten hindurch. Das Eifelsteig-Logo führt uns über einen Pfad hinauf zum Königsberg. Hier kann man bei einer Rast die Panoramasicht auf das Kloster Steinfeld mit seinen drei charakteristischen Türmen genießen. Sie zählt in der Nordeifel zu einem der 45 beliebten „Eifel-Blicke“. Vom Königsberg geht es mit dem Eifelsteig hinunter auf den Forstweg bis zu einem Parkplatz an der L205. Diese wird überquert und zunächst parallel zur Straße kommen wir an einen schönen Rastplatz am Gillesbach. Nach einer Verschnaufpause leitet uns das Logo 60 Höhenmeter hinauf nach Steinfeld.

Um 1070 erfolgte eine erste klösterliche Niederlassung. Als 1120 der hl. Norbert von Xanten den Prämonstratenserorden gründete, schlossen die Mönche von Steinfeld sich diesem Orden an. Steinfeld zählte zu den bedeutendsten Klöstern im deutschen Reich und bestand bis zur Säkularisation. Danach diente das Kloster verschiedenen weltlichen Zwecken, bis es 1923 von der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer übernommen und neu belebt wurde. Die Basilika wurde 1142 bis 1150 von den Prämonstratensern im romanischen Stil erbaut. In folgenden Jahrhunderten wurden Stile verschiedener Epochen harmonisch hinzugefügt. Die, 1727 von Balthasar König erbaute Orgel, hat einen weltweit bedeutenden Ruf. 

 

       

Klosterzufahrt

 

Sarkophag hl. Hermann Josef

 

König-Orgel

 

  Die Basilika ist Wallfahrtsstätte des heiligen Hermann-Josefs (1150-1241), der als Prämonstratenser Mönch in Steinfeld gelebt und gewirkt hat. Mitten in der alten Abteikirche ruhen in einem Sarkophag aus Eifler Marmor seine sterblichen Überreste. Traditionellerweise liegen stets ein paar frische Äpfel auf dem Grab neben der Alabaster-Figur. Nach einer Legende soll Hermann Josef einmal dem Jesuskind der Muttergottes in der Kirche St. Maria im Kapitol zu Köln einen Apfel angeboten haben, den es angenommen habe.

 

Burg Dalbenden

Für den Besuch kann man sich Zeit lassen, denn zurück nach Urft sind es nur noch drei Kilometer. Wir verlassen die Klosteranlage und gehen  zurück zur Straße.  Wenn wir nicht noch ein Bier oder einen Kaffee trinken wollen,  wandern wir links an der Mauer entlang. Da, wo sie links abknickt, folgen wir dem Weg bergab bis ins Kuttenbachtal. Unser Rückweg ist nicht markiert, aber nicht zu verfehlen, wenn wir den Weg vor dem Kuttenbach nach rechts weitergehen. Nach 200m erreichen wir die Hermann-Josef-Quelle, die Pilger einfassen ließen. Nach 800m kommen wir wieder ins Urfttal. Auf dem Asphaltweg wandern wir rechts weiter und erreichen bald einige Gebäude, die einst zur Burg Dalbenden gehörten. Sie wurde schon 1152 erwähnt. Die Familie Cramer errichtete hier im 17. Jh. eine Schmelzhütte und einen Eisenhammer und baute die Burg in der jetzigen Form aus. Nach der Zerstörung im letzten Krieg wurde sie zu Wohnzwecken umgebaut. Es lohnt sich einen kurzen Blick in den Hof zu werfen (kein Einlass, Privatbesitz). Dazu gehen wir links über die Eisenbahn und die Urft. Das Burgtor trägt die Jahreszahl 1666.

Eine weitere Attraktion der römischen Wasserleitung finden wir  auf der anderen Straßenseite 100m links in der Straßenböschung zu bewundern. Hier haben die römischen Ingenieure zum Schutz des Trinkwasserkanals einen Durchlass gebaut, damit das Oberflächenwasser eines Siefen abfließen konnte. Zurück geht es dann entlang der Straße, wo wir nach 600m unseren Ausgangspunkt wieder erreichen.

 

röm. Wasserleitung mit Durchlass

 

Information: Wanderkarte Nr. 5 „Nettersheim/Kall“ des Eifelvereins, 

http://www.rhein-eifel.tv/museen/museen-roemer/roemische-wasserleitung.html

 

Streckenlänge: ca. 12,5km Rundwanderung,  Römerkanal-Wanderweg Logo bis zum „Grünen Pütz“, dann bis Steinfeld Logo des Eifelsteigs

 

 

Schwierigkeit: leichte Rundwanderung, 800m langer  Anstieg vom Gillesbachtal nach Steinfeld, Aufstiege 230m, Abstiege 230m

 

Einkehrmöglichkeit: in Steinfeld und Urft.

 

GPX-Track:  Steinfeld.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Wasserfall "Dreimühlen"

 Wasserfallrunde

Entdeckungstour zu versteckten Naturschönheiten

 

 

 

 

Die Eifel ist ein abwechslungsreiches  Mittelgebirge mit einer großen Vielfalt unterschiedlichster Landschaften. Wir kennen die Maareifel, die Vulkaneifel und die Nordeifel mit seinen vielen Stauseen, aber dazwischen präsentieren sich genügend Naturschönheiten, die es zu entdecken gibt. Die heutige Wanderung soll zu solch weniger bekannten Orten führen.

 

Wir starten unsere Wanderung 5 Kilometer nördlich von Hillesheim in Kerpen, nicht zu verwechseln mit Michael Schuhmachers Heimatort, am Parkplatz der Freizeitanlage (450m ü.NN). Von hier gehen wir in das Örtchen mit der Burg aus dem 12. Jahrhundert. Von der Ortsmitte folgen wir der „Fritz-von-Wille-Straße", wo auch das Logo des Eifelsteigs den Weg markiert. Für die nächsten 7 Kilometer bis Loogh soll aber die Nr "22" unsere Wegmarkierung sein. Auf der Loogher Straße biegen wir vor dem Niedereher Bach rechts ab und folgen hier dem Weg leicht ansteigend, überqueren unterwegs den Scheidbach und erreichen nach ca. 2,2km einen befestigten Wirtschaftsweg. Hier verliert sich die Wegmarkierung. Wir gehen rechts ca 40 Meter weiter bis vor einem Hochspannungsmast ein unscheinbarer Weg links zu einer Waldecke führt. Im Wald finden wir auch wieder das Wegzeichen. Weiter ansteigend folgen wir aufmerksam dem Zeichen, zunächst durch Wald, anschließend am Waldrand entlang bis zu einem kleinen Parkplatz (4km, 515m ü. NN). Hier führt uns die Nr 22 nach links, wo nach ca 60m eine kleine Kapelle auftaucht. Sie wurde als Ersatz für eine im 19. Jahrhundert abgerissene Kapelle 1988 neu errichtet, die seit dem Jahre 1182 auf dem Gipfel des vor uns liegenden Berges, dem Arensberg, stand. Dieser wirkt von weitem flach und unauffällig, aber nach seiner belebten Vergangenheit liegt er heute in tiefster Einsamkeit und birgt in sich die dramatische Szenerie eines aufgelassenen Basaltsteinbruchs. Seine beiden Ausbruchsphasen liegen  ca. 32 bis 24 Millionen Jahre zurück. 

 

   

   

Kerpen

 

Arensberg, Stolleneingang

 

Arensberg, Vulkanschlot

 

 Heute öffnet sich dem Wanderer auf der Südseite des Berges ein 25m langer Stollen (4,4km, 550m ü.NN). Am Ende steht man ganz überrascht auf dem Grund eines tiefen, fast kreisrunden Felsenkessels. Man befindet sich direkt im Basaltschlot

des alten Vulkans, in dem die aufsteigenden glühenden Lavamassen stehen geblieben sind und beim Erkalten die charakteristischen Basaltsäulen bildeten, deren eckige Abbruchstellen man noch überall an den Wänden des Steinbruchs sehen kann.  

Nach den interessanten Einblicken in die Erdgeschichte verlassen wir den alten Vulkan und wandern hinter dem Tunnelausgang vor der Informationstafel links auf dem schalen Pfad mit dem Wegzeichen „22“ weiter.  Dann biegt die "22" nach links ab und wir erreichen einen festen Forstweg, der hier in einer engen Serpentine verläuft. Ohne Markierung wandern wir auf diesem Weg bergab und erreichen nach ca.150m einen rechts abzweigenden Weg mit der Nr. 22. Es geht jetzt hinunter an der Looghermühle vorbei zu einer Furt (5,6km, 450m ü.NN). Der Bach kann aber auf einem Holzsteg überquert werden. Ein Wiesenweg führt bis zu einer schmalen Straße bergan. Dort wenden wir uns nach links und kommen in das Örtchen Loogh (6,7km). 100 Einwohner zählt Loogh heute, wurde aber schon im Jahre 1203 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sehenswert ist unter anderem die kleine Kapelle aus dem Jahre 1763 mit bäuerlich geschnitzten 14 Nothelfern. Nach einem Besuch wandern wir zunächst  zurück mit dem für uns nun maßgebenden neuen Wegzeichen „21“. Wir wandern auf der K 74 „Auf der Steip“ ortsauswärts bis zu einem, von vier Fichten eingerahmten Kreuz. Hier gehen wir rechts mit der Nr. 21 weiter. Im Wald wandern wir in einem Linksbogen den Hönselberg hinauf. Oben müssen wir noch einmal rechts und dann links der Nr. 21 folgen bis der Wald von Wacholderbüschen abgelöst wird (7,8km, 550m ü.NN). Ein völlig anderes Gesicht der Eifel lernen wir hier kennen. Ein karger Kalkhöhenzug, bewachsen mit Wacholder- und Kieferbeständen, liegt vor uns. Der „Hönsel“, wie er auch von den Einheimischen genannt wird, ist mit 570 Höhenmeter einer der höheren Gebirgsrücken der Kalkeifel. Eine Bank lädt uns inmitten von Wacholderbüschen  mit einem herrlichen Eifelpanorama zum Verweilen und Rasten ein. Bei entsprechender Wetterlage ist eine Sicht nach Norden zu den Bergkuppen von Aremberg, Hohe Acht und Nürburg möglich.  

 

   

Am Horizont der Aremberg

   

Furt über Niederehener Bach

 

Wacholder am Hönselberg

 

Enzian am Hönselberg

 

 Wir wandern von unserem aussichtsreichen Rastplatz zwischen Wacholderbüschen talwärts auf Niederehe zu. Unterwegs sind rechts und links des Weges  schöne Exemplare der verschiedenstenen Blumenarten zu entdecken. Dazwischen gesellen sich noch verschiedene Pilzarten. 

Am Fuße des Hönselberges endet das Wacholderschutzgebiet und wir erreichen Niederehe. Hier wenden wir uns der Kirche zu, die zusammen mit dem ehemaligen barocken Kloster das Ortsbild des 400 Seelen Dorfes prägt (9,3km,405m ü.NN). Die um 1200 erbaute romanische Klosterkirche ist ein lang gestreckter einschiffiger verputzter Bruchsteinbau. Im rechten Seitenschiff steht heute aus schwarzen belgischen Marmor das Hochgrab des Grafen Philipp von der Mark (+1613). Die Orgel der Klosterkirche begleitete die Kirchengemeinde bei ihren Gottesdiensten fast 300 Jahre treu und zurückhaltend, und  niemand maß ihr große Bedeutung bei. Bis renommierte Wissenschaftler  dieses 1714/15 gebaute Instrument des Orgelbauers Balthasar König entdeckten. Es ist sein Erstlingswerk und die älteste Orgel in Rheinland-Pfalz.  

 

   

   

Niederehe vom Hönselberg

 

Niederehe

 

Niederehe, Balthasar König Orgel

 

 Nach der Besichtigung wandern wir  ein Stück zurück und entdecken das Logo des Eifelsteigs, Es wird uns auch für die nächsten drei Kilometer den Weg zeigen.  

Leider haben wir mit der 1,5 Kilometer langen vor uns liegenden asphaltierten Wegstrecke einen negativen Abschnitt des Eifelsteigs erwischt, was sich zwar in den Füßen aber nicht in der Stimmung bemerkbar macht, denn eine Einkehr zum Wohl von Leib und Seele steht kurz bevor. Wir erreichen eine alte Eisenbahnbrücke, wo einst – von 1912 bis 1973 - die Eisenbahn aus dem Ahrtal nach Hillesheim hinauf fuhr. Hinter der Brücke folgen wir zunächst nicht dem Hinweis zum Wasserfall, sondern machen hier noch den ersehnten, kleinen Abstecher zur Nohner Mühle, wo eine gemütliche Einkehr die müden Glieder wieder auf Trapp bringen wird. Die Mühle war bis 1984 in Betrieb. Nach gründlicher Renovierung  wird sie als Seminarhaus und Café genutzt (11,8km, 385m ü.NN). Nach einer gemütlichen Pause geht es bis zur Eisenbahnbrücke  wieder zurück und folgen dort dem Eifelsteigwegweiser „Wasserfall Dreimühlen 0,6km“. 

 

   

   

Café Nohner Mühle

 

Dreimühlener Wasserfall

 

Ahbach

 

Über einen schmalen Waldpfad erreichen wir eine kleine, freie Fläche, wo vor uns sich ein mit Moosen bedeckter Felsen erhebt, wo an verschiedenen Stellen Wasser  wie bei einem Gradierwerk herunterplätschert, hier aber über herab hängende Moose rieselt. Es ist ein kurioses Schauspiel der Natur, das sich hier abspielt und wohl der interessanteste Wasserfall der gesamten Eifel. Wegen seiner Einmaligkeit wurde er zum Naturdenkmal erklärt. Das stark kalkhaltige Wasser ist der Verursacher dieses Phänomen.

1912 hat man beim Bau der erwähnten Eisenbahnstrecke das Wasser dreier Quellzuflüsse zu einem künstlichen Bach zusammengefasst und unter dem Bahnkörper hindurch über eine Geländestufe geführt, von wo das Wasser in den Ahbach abgeleitet und somit ein Wasserfall geschaffen wurde.  Das Wasser ist sehr kalkreich. Durch das Verspritzen des Wassers an der Überlaufkante kann Kohlendioxyd aus dem Wasser entweichen. Dies führt zur Ausfällung von Kalk, das sich an den Moosen ablagert. Durch diese Kalktablagerungen wächst der Wasserfall jährlich um etwa 10 cm.

Den reizvollen, attraktiven Schauplatz verlassen wir über den Fußpfad vor dem Wasserfall und steigen die Böschung hinauf. Hier sieht man die Zusammenfassung der drei Quellzuflüsse. Wir haben nun den Eifelsteig verlassen und wandern oberhalb der Quellzuflüsse mit dem Wegzeichen „15“ durch das Naturschutzgebiet „Dreimüllerwald“ bergan.  

 

  

  

Blick zum Hönselberg u. Niederehe

 

Begegnung am Wegesrand

 

Burg Kerpen

  

Am Ende des Waldes liegt eine Schutzhütte, von wo wir noch einmal einen herrlichen Blick auf unsere schon erwanderte Landschaft hinüber nach Niederehe und dem Hönselberg werfen können. An der Hütte gehen wir vorbei und wandern rechts weiter zwischen einer Wiese und dem Wald. Wir stoßen auf die K 74 (13,7km, 460m ü.NN), die wir überqueren und geradeaus weiter gehen; damit folgen wir nicht mehr dem Wegzeichen15. Vorbei an einigen Wochenendhäusern  treffen wir geradeaus auf einen Wiesenweg, der so zugewachsen ist, dass wir rechts hinter den Wacholderbüschen die Grünfläche queren und auf den Hochstand am Waldrand zugehen. Der Weg führt bald in einem engen Linksbogen  zu einer Straße. Hier finden wir auf der linken Seite einen verlassenen ehemaligen Steinbruch. Dieser  war bis in die 80ziger Jahre in Betrieb und wurde als Marmorbruch bezeichnet. Vom Steinbruch wenden wir uns zunächst 50 Meter rechts an der Straße entlang, wo ein Waldpfad uns noch einmal einige Meter bergan führt. Am Logo erkennen wir, dass wir wieder auf dem Eifelsteig sind. Es zeigt uns jetzt bis Kerpen den Weg.  

Nach einer freien Fläche mit Blick auf Niederehe betreten wir ein Waldstück, in dem das Grabmal des einst bedeutenden Eifelmalers Fritz-von-Wille (1860 bis 1941) steht. Der Wanderweg endet auf der Zufahrt zur Burg. Eine Besichtigung der Burg ist nicht möglich, aber den Burghof kann man in der Regel ungefragt betreten. Die Burg aus dem 12.Jh. wurde 1689 von den Franzosen zerstört. Fritz von Wille war es, der 1911 die Anlage kaufte und ausbaute. Heute ist sie ein Landschulheim des Kreises Neuß.  

Nach einem umfassenden Blick auf Burg und das zu ihren Füßen liegende gleichnamige Örtchen, begeben wir uns an den Abstieg. Vor dem zweiten Burgtor führt der Weg über Stufen hinunter vorbei an der Kirche, der einstigen Burgkapelle, in den Ort, wo die schön restaurierten Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im Dorf wandern wir auf der Bachstraße rechts weiter zu unserem Parkplatz

 

Information: Wanderkarte Nr 16 „Hillesheim“ des Eifelvereins, http://www.rhein-eifel.tv/tier-naturparks/dreimuehlen-wasserfall.html   

 

Streckenlänge: ca. 17,5 km Rundwanderung, Wegzeichen Nr. 22 bis Loogh, Nr. 21 bis Niederehe, Eifelsteig bis Wasserfall, Nr.15 bis K 74, bis Steinbruch ohne Markierung, Eifelsteig bis Kerpen. 

 

Schwierigkeit: Berg- und Talwanderung, Aufstiege 400m, Abstiege 400m  

 

Einkehrmöglichkeit: in Niederehe gegenüber der Kirche Landgasthof Schröder www.landgasthof-schroeder.de , Nohner Mühle www.nohnermuehle.de , in Kerpen "Kleines Landcafé"  www.daskleinelandcafe.de  

 

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 Die Gerolsteiner Dolomiten

Korallenriffe, Höhlen und Vulkane

 

Über die Einzigartigkeit der Eifel ist schon viel geschrieben und berichtet worden. So gibt es neben dem berühmten Nürburgring einen Ort, der ebenfalls in aller Welt bekannt ist, Gerolstein. Sein Wasser wird millionenfach rund um den Globus getrunken. Es sind die differenzierten geologischen Strukturen, die dies ermöglichen. Die einst rege vulkanische Tätigkeit in dieser Region ermöglicht heute die Mineralwasserindustrie von Gerolstein.

 

Besucht man den Ort, so fallen besonders die markanten Felsformationen auf. Sie sind wiederum ein Zeichen dafür, dass vor etwa 380 Millionen Jahren das Gerolsteiner Land von einem warmen Meer bedeckt war, im dem sich ein gewaltiges Korallenriff entwickeln konnte. Als später die Eifel sich aus dem Meer emporhob, drangen magnesiumreiche Lösungen in die Kalkablagerungen ein und kristallisierten das Gestein zu Dolomit um. Im Laufe der Jahrmillionen sind große Bereiche der Abtragung zum Opfer gefallen, aber die Reste prägen heute das Bild der Stadt. Man spricht bei den schroff auf über 100m über das Talniveau ansteigenden Felsen von den Gerolsteiner Dolomiten. Aufgrund dieser beiden geologischen Vorgänge rechnet man diese Landschaft sowohl zur Kalk- als auch zur Vulkaneifel.

Die Erdgeschichte liegt den Wanderern bei dem bevorstehenden Streifzug regelrecht zu Füßen. Es geht Schritt für Schritt durch die geologische Vergangenheit. Am Wegesrand gibt es grandiose Dolomit- und Kalkgesteine zu entdecken, urzeitliche Höhlen und längst erloschene Vulkane.

 

       

Gerolsteiner Dolomiten

 

Helenenquelle

 

Aussicht "Rother Hecke"

 

 Wir starten unsere Wanderung an der Brunnenstraße, wo wir teils kostenlose sowie gegen eine geringe Gebühr Parkplätze finden. (360m). Vom Parkplatz geht es entlang der Kyll und nach Unterquerung einer Brücke kommen wir in den Kurpark mit der „Helenenquelle“.

Das Wasser wird aus einer Tiefe von fast 100m entnommen und kann freiweg vom Messinghahn getrunken werden. Frisch gezapft mit viel Calcium und Magnesium und einer ordentlichen Portion Kohlendioxid schmeckt es subjektiv gekostet besser als das aus der Flasche. Wer leere Flaschen mitgebracht hat, kann sie füllen und unterwegs immer wieder das Mineralwasser kosten. 

 Weiter wandern wir auf dem Kyllweg, hier auch „Josef-Schramm-Weg“, und queren an einer Mühle den Fluss, den wir weiter begleiten und mit ihm die Eisenbahn unterqueren. Nach 100m trennen wir uns von der Kyll und wenden uns rechts einem Geschäftspark zu, den wir über die „Raiffeisenstraße“ an einem Kreisverkehr verlassen. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es mit der „Gilze-Rijen-Straße“ leicht bergan. Mit dem Wegweiser „Auberg“ verlassen wir rechts die Straße, um aber gleich hinter dem eingezäunten Grundstück links auf einem Trampelpfad am Zaun entlang weiterzugehen. Über einen freien Berghang gelangen wir hinauf zum Feriendorf „Felsenhof“ (2,2km, 410m). Hier folgen wir der Straße links 400m und biegen dort nach einem Rechtsbogen rechts in den Waldweg ein. Die „4“ führt uns im Talhang bis an den Rand der L24, wo wir vor der Zufahrt zur Gaststätte „Schauerbach“ rechts den Wirtschaftsweg nehmen (3,0km, 365m). Durch das reizende Schauerbachtal wandern wir hinauf und stoßen nach 800m auf einen Asphaltweg, wo wir auf dem gegenüberliegenden Wiesenpfad leicht bergan auf den „Eifelsteig“ treffen. Seinem Logo folgen wir nun bergauf zum Waldrand, wo ein Schild „Rother Hecke 0,7km“ unser nächstes Ziel angibt, dem wir auch beim nächsten Weg zusammen mit dem Eifelsteig rechts folgen. An der Waldecke verlassen wir den Eifelsteig und wandern ca.80m rechts am Waldrand entlang. Dort zeigt ein Holzschild „Turm Schocken 300m“, wie der ehemalige Vulkan auch bezeichnet wird, rechts zu unserem ersten Ziel „Rother Hecke“ (5,3km, 510m). Ein Rastplatz mit einer herrlichen Aussicht lädt spontan zu einer Pause ein. Wer die Landschaft noch intensiver betrachten und fotografieren möchte, kann noch einige Stufen der kleinen Aussichtplattform hochsteigen. 

 

Aussicht von "Rother Hecke"

 

 Versuchen wir einmal, uns in die Devonzeit zurückzuversetzen. In jener Zeit lag der heutige Eifelraum in der Nähe des Äquators und war von einem warmen subtropischen Meer bedeckt. In einem flachen Meeresbereich bildeten sich Korallenriffe. Seelilien, Stromatoporen (Verwandte der Schwämme) und Brachiopoden wuchsen im ruhigen Wasser der Lagune. Das Bergplateau gegenüber ist der Rest eines solchen Riffs. Durch Absinken und Faltung der Gesteine wurden die devonischen Ablagerungen dann wieder herausgehoben. Es entstand ein fossiles Riff, die heutigen Gerolsteiner Dolomiten. Die Bergkuppen, die heute höher aufragen, gab es damals noch nicht. Es sind Zeugen vulkanischer Tätigkeiten. Auch die „Rother Hecke“ auf der wir uns befinden ist in Verbindung mit Vulkanismus im Quartär entstanden (Beginn vor etwa 1,8 Mill. Jahren).

Nach dieser aussichtsreichen Rast gehen wir zunächst die 300m wieder zurück und halten uns rechts am Waldrand bis zu einem Hochstand, wo ein Wiesenweg uns links bergab zum Eifelsteig bringt. Wir verlassen diesen aber direkt wieder rechts und gelangen über einen Grasweg an den Rand der ehemaligen Lavagrube des „Rother Hecke“ Vulkans. Einzigartig ist hier an der Abbruchwand dann die Wechsellagerung von braunen und bläulich schimmernden schwarzen Aschenlagen des geförderten Auswurfsmaterials zu bewundern. 

 

       

Akelei am Wegesrand

 

Lavagrube "Rother Hecke"

 

Schauerbachstausee

 Die Grube verlassen wir über die alte Zufahrtstraße und biegen da, wo diese nach links schwenkt rechts in den Grasweg ein. Dieser verläuft durch freies Hanggelände mit Sicht rechts zur Kuppe „Rother Hecke“ und links mit Blick über das bewaldete Schauerbachtal. Nach 700m stoßen wir wieder auf unseren Hinweg und den Eifelsteig, der uns die nächsten vier Kilometer den Weg weist. Zunächst wandern wir hinunter zu einem kleinen Stausee (7,4km, 390m) und dann die Straße hinauf bis zur K46 (Zum Sandborn). Biegen dort direkt rechts in die Feriendorfstraße „Am Stausee“ ein. Oben auf der Höhe (425m) nehmen wir links den Grasweg mit direktem Blick zu den Zinnen des „Aubergs“. 

 

       

"Ritterburg" Auberg

 

"Schießscharte"

 

Auberg-Gipfel

 

 Wie eine mächtige Ritterburg ragt der Kalkturm in den Himmel, der jetzt unser nächstes Ziel ist. Ein schmaler steil ansteigender Pfad führt links vom Eifelsteig hinauf zu einer Aussichtskanzel (8,5km, 450m) mit einem phantastischen Blick auf die gegenüberliegenden Dolomitfelsen der Munterley und der Brunnenstadt an deren Fuß. 

 

       

Blick vom Auberg zur Munterley

 

Dolomitfelsen der Munterley

 

Felszinnen der Gerolsteiner Dolomiten

 

Wieder zurück zum Eifelsteig geht es links in einem Bogen um die fast senkrecht aufragenden Felsen weiter und hinunter zur Straße „Am Auberg“ (9,0km, 395m). Hier halten wir uns zunächst links und biegen aber schon nach 100m rechts „Zum Sandborn“ ein. Am Ende wird die K47 (Lindenstr.) überquert und wir folgen nun weiter dem Eifelsteig mit dem Hinweis „Munterley 1,2km“. Nachdem die ersten 30 Höhenmeter bewältigt sind geht es nach einem Rechtsabbieger zunächst bequem 500m an den links aufsteigenden Felswänden vorbei. Dann beginnt der Anstieg zur Munterley und mit jedem Meter steigen wir durch Millionen von Jahren der Erdgeschichte. Aus der Böschung ragen meterhohe kantige Felsblöcke mit teilweise bizarren Formen heraus. Zwischen einigen Felsen sind schluchtartige Spalten und kleine Höhlen zu erkennen. Wegen ihrer kantigen Felszähne und ihrer Entstehung (Dolomitisierung) erinnert die Munterley an die Dolomiten in den Alpen. Diese Ähnlichkeit hat im letzten Jahrhundert zur Bezeichnung Gerolsteiner Dolomiten geführt.

Nach einer Umrundung des Felsmassivs erreichen wir das Plateau. (10,4km, 482m). Hier stehen wir am Rande des ehemaligen Riffs und es öffnet sich ein wahrer Traumblick. Unter uns das Kylltal mit Gerolstein. Vor Hunderttausenden von Jahren floss die Urkyll hier auf dem Niveau des Munterley-Plateaus nach Westen. Seitdem hat sie sich gut 120m tief in das aufsteigende Kalk- und Sandsteingebirge gefräst.

 

Diese phantastische Aussicht kann man natürlich auch bequem von einer Bank genießen. 

 

 

Aussicht von "Munterley"

 

 Weitere interessante Erlebnisse warten noch auf uns und so folgen wir weiter dem Eifelsteig, der schon am nächsten Wegweiser „Buchenlochhöhle 0,8km“ unser nächstes Ziel ankündigt. Unterwegs eröffnet sich noch einmal von dem nördlichen Felsen der „Munterley“ (520m) ein schöner Blick nach Westen. Bis zum Horizont ist eine flach gewellte Hügellandschaft zu sehen. Wobei an der gegenüberliegenden Talseite aber deutlich steile, unterschiedliche Hügelformen zu erkennen sind. Hier fallen besonders mit der „Rother Hecke“, rechts davon der „Rother Kopf“ und links die „Ooser Nase“ auf. Es sind geologisch junge vulkanische Formen.

Zurück zum Eifelsteig, der uns von der Höhe über Treppenstufen hinunter und entlang einer Kalksteinwand zu einer ovalen, birnenförmigen Öffnung führt. Über einen Treppenaufgang gelangen wir in das Buchenloch, wie die Höhle genannt wird.

 

       

Auberg

 

Zugang Buchenlochhöhle

 

Höhleninnere

 

Sie liegt am Rande des Munterley-Plateaus und ist vor über 1,8 Mill. Jahren aus einem zunächst nur millimeterbreiten Riss im Gesteinsmassiv entstanden. Über diese Art von Rissen gelangt Regenwasser in den Untergrund und versickert. Auf seinem Weg durch das Kalkgestein löst das kalte Sickerwasser die Gesteinsbestandteile Calcit und Dolomit auf. Dies ist möglich, weil durch die niedrige Wassertemperatur viel CO2 gelöst ist. Als Folge dieser Lösungsprozesse werden vorhandene Risse erweitert und können sich so zu größeren Hohlräumen entwickeln. Durch Ausfällung von Calciumcarbonat entstehen wieder neue Kalksteine in Form von Kalksinter oder als Tropfstein. An den Wänden sind Kalksteinschichten, sog. Kalksintertapeten“, gut ausgebildet. Die Entwicklung von Tropfsteinen ist hier noch nicht weit fortgeschritten. Die Temperatur in der Höhle unterscheidet sich merklich von der Außentemperatur. Sie liegt hier bei ca. 8 Grad. 

Der Hauptgang der Buchenlochhöhle hat eine Länge von ca. 30 m und eine durchschnittliche Breite von 4 m. Die ursprüngliche Höhe des Haupteingangs betrug ca. 2,4 m. Hohlräume dieses Ausmaßes stellten bereits in der Steinzeit für Menschen und Tiere einen Schutz vor Gefahr bzw. vor lebensfeindlichen Witterungsbedingungen dar. Wahrscheinlich wurde die Höhle schon in der Jungsteinzeit (etwa 300.000 Jahren) von Menschen benutzt. Auch im Zweiten Welkrieg diente das „Buchenloch“ den Menschen als Zufluchtsstätte.

 

Der Weiterweg führt uns an weiteren Felsen leicht bergan zu einer Info-Tafel, die uns auf die Bodenbildung eines frei gelegten Abschnitts an der Wegböschung aufmerksam macht. Es ist der ehemalige Kraterrand der „Hagelskaule“. Es handelt sich hier um einen der jüngsten und letzten Vulkanausbruchstellen der Eifel und ist etwa um 8000 v.Chr. entstanden. Damit haben auch die Steinzeitmenschen vermutlich auch den Vulkanismus in der Eifel erlebt. Da der Ausbruch aus der Bergflanke kam, konnte sich kein runder Krater bilden. Ein Lavastrom wälzte sich den Hang hinab und floss in dem Tal zwischen Auberg und Munterley ins Kylltal, wo er sich ausbreitete und den Kyllbach an die Südseite des Tales drängte. Es ist der Abschnitt, den wir auf dem Kyllweg nach der Bachüberquerung bis zur Eisenbahnunterführung entlang gewandert sind. Dieser Lavastrom ist der jüngste auf deutschem Boden. 

Unser Wanderweg führt nun leicht bergab. Ein Blick nach Nordosten zeigt, warum das Gerolsteiner Land auch zur Vulkaneifel gerechnet wird. Mehrere Vulkankegel gestalten die Landschaft, so der markante Kegel des „Rockeskyller Kopf“ links und rechts der „Kasselburger Hahn“.

 

       

Vulkanberge

 

Papankaule

 

Juddenkirchhof

 

Vor uns liegt dann eine nahezu schüsselförmige Senke, die „Papenkaule“, wo schon vor der „Hagelskaule“ die Erde aufgebrochen war. Der Schlot, in der die Lava aufstieg, liegt unter einer maarartigen Eintiefung von 20m und einem Durchmesser von 80m. Da die Lava vor Erreichen der Erdoberfläche durch das Höhlensystem im Dolomit seitlich abgeleitet wurde, entstand kein Vulkankegel, sondern der Schlot blieb als Hohlform erhalten. Die Papenkaule ist also kein Maar, sondern ein verhinderter Schichtvulkan. Der wasserdurchlässige Untergrund verhinderte, dass hier ein Kratersee entstehen konnte. 

An der Wegekreuzung (11,8km, 490m) am Rande des Kraters verlassen wir den Eifelsteig, um noch ein römisch keltisches Siedlungsrelikt zu besichtigen. Wir folgen hier dem Hinweis „Gerolsteiner Felsenpfad“ ein Stück und biegen am Waldrand rechts in den Wirtschaftsweg (2) ein. Am Ende stoßen wir auf einen befestigten Weg, wo links nach 200m eine Informationstafel die Anlage des „Juddenkirchhof“ erläutert. Diesen erreichen wir über den rechten Weg nach 100m (13.0km, 505m).

Der Römer Marcus Victorius Polentinus ließ hier im Jahre 124 nach Christus diese Tempelanlage errichten. Innerhalb der Ringmauer sind die Fundamente mehrerer Gebäude erhalten, zu denen auch zwei Tempel gehören, von denen der eine Herkules, der andere der keltischen Göttin Caiva geweiht war.

 

Es handelte sich wahrscheinlich um eine vorher vorhandene keltische Kultstätte. Römische Eroberer haben häufig bereits vorhandene Kultstätten zur Verehrung eigener Gottheiten übernommen. Münz- und Inschriftenfunde belegen eine Nutzung der Anlage über mindestens 260 Jahre hinweg (124-383 n. Chr). Dieser keltisch-römische Tempelbezirk mit Umfassungsmauer, Priesterhaus und Tempelanlagen konnte seit 1985, besonders durch die Aktivität der Gerolsteiner Eifelvereinsgruppe, wieder freigelegt und in seinen Fundamenten rekonstruiert werden. Der Name „Judenkirchhof“ kommt dabei nicht von einem jüdischen Friedhof, sondern vermutlich von der aus christlicher Sicht „heidnischen" Kultstätte, wobei aus frühchristlicher Zeit die Begriffe „Heiden" mit „Juden" gleichgesetzt wurden.

Hier oben trifft der Wanderer, bedingt durch den Kalkmagerrasen, auf eine eindrucksvolle Bodenflora und zahlreiche Schmetterlingsarten, wie das Widderchen oder das Schachbrett. 

 

       

Wiesensalbei

 

Grünwidderchen auf einer Esparsette

 

Schachbrett-Falter

 

Weiter wandern wir bis zur nächsten Wegekreuzung, wo ein Hinweisschild uns wieder zum Eifelsteig (0 stadteinwärts. Vor dem Bau der B410 bewegte sich der ganze Verkehr durch Gerolstein über die jetzige „Hauptstraße“, die wir hinauf über die „Mühlenstraße“ erreichen. Heute ist diese Straße verkehrsberuhigt und lädt mit seinen Geschäften, Eisdielen und Cafes zum bummeln und zu einem gemütlichen Wanderabschluss ein.,2km) leitet. Dieser bringt uns jetzt mit vielen Serpentinen hinunter nach Gerolstein. Nach Überquerung der Bahngleise und der Kyll geht es rechts auf der viel befahrenen „Brunnenstraße“ (B410) ca. 300m stadteinwärts. Vor dem Bau der B410 bewegte sich der ganze Verkehr durch Gerolstein über die jetzige „Hauptstraße“, die wir hinauf über die „Mühlenstraße“ erreichen. Heute ist diese Straße verkehrsberuhigt und lädt mit seinen Geschäften, Eisdielen und Cafes zum bummeln und zu einem gemütlichen Wanderabschluss ein.

 

Information: Wanderkarte Nr.19 „Gerolstein“ des Eifelvereins, Taschenlampe für Buchenlochhöhle zweckmäßig, leere Flaschen zur Abfüllung an der Helenenquelle. 

Streckenlänge: ca. 15,5km, überwiegend „Eifelsteig“ Etappe 9, Abkürzung 6km, wenn in der „Gilze-Rijen-Straße“ dem Hinweis „Auberg“ hinauf gefolgt wird.

 

Schwierigkeit: wiederholtes Auf- und Ab, 150m aus dem Schauerbachtal zur „Rother Hecke“, kurzer steiler Anstieg zum „Auberg“ und 120m Aufstieg zur „Munterley“; Abstiege 420m, Aufstiege 420m

 

Einkehrmöglichkeit: Gerolstein, unterwegs Rucksackverpflegung, Rastplatz „Rother Hecke“ und „Munterley“

 

GPX-Track:  Gerolsteiner Dolomiten,gpx  (Link speichern unter)

 

 

 

 

 

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