Nationalpark

 


Wald, Wasser, Wildnis“, so lautet das Motto des ersten nordrhein-westfälischen Nationalparks. Er liegt in der Nordeifel und ist, nachdem der Bereich des früheren ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang vom belgischen Militär aufgegeben worden war, seit 2006 ganz für die Öffentlichkeit freigegeben.

 

Alte Buchen, wilde Bäche, weite Hochflächen und artenreiche Talwiesen bieten abwechslungsreiche Blicke in Natur und Landschaft. Auf einem Großteil der Fläche giltNatur Natur sein lassen“ – hier greift der Mensch nicht mehr in den natürlichen Kreislauf ein, hier entdeckt man den Urwald von morgen.


 

 

 

 

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 Nationalparkrunde

  

 

 Der Nationalpark Eifel wurde 2004 eröffnet. Das bis dahin gesperrte militärische Gelände des Truppenübungsplatzes „Vogelsang“ wurde 2006 für die Öffentlichkeit freigegeben. Mittelpunkt des Parks ist die in herrlicher Lage über dem Urftsee gelegene ehemalige NS Ordensburg.

 

 

Urftseepanorama von Vogelsang

 

 Startpunkt für unsere 14 Kilometer lange und abwechslungsreiche Wanderung ist der Parkplatz in Vogelsang (gebührenpflichtig). Einen ersten Eindruck von der Größe des 1934 durch die Nationalsozialisten errichteten Areals erleben wir auf dem Weg (gelbe Hinweispfosten) zum Adlerhof. Hier schließt sich eine Aussichtsterrasse mit einmaliger Rundumsicht an. Direkt unterhalb des ehemaligen Appellplatzes liegen, in den Hang gebaut und durch steile Treppen miteinander verbunden die so genannten Kameradschafts- und Hundertschaftshäuser, weiter hangabwärts schließen sich das Amphitheater und die Sportanlagen mit Schwimmbad an. Beeindruckend ist der Blick auf die vielen Windungen des Urftsees bis zu seiner Staumauer und dem anschließenden Obersee. Unsere anstehende Wandertour liegt uns bildhaft zu Füßen.

 

       

Eingangstor "Malakoff"

 

Wollseifen

 

Eifelgold

 

Der Weg ist kaum zu verfehlen. Wir gehen hinunter zu der nordwestlichsten Ecke der Kameradschaftshäuser, wo ein gelber Hinweispfosten uns Richtung Wollseifen führt. Hier sind wir gleichzeitig auf dem Eifelsteig, dessen Logo uns bis zur Urftstaumauer begleitet. Durch das Tal des Neffgesbaches erreichen wir Wollseifen bzw. das, was von dem 1946 aufgegebenen Dorf noch vorhanden ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Britischen Truppen das Gelände rund um Vogelsang und machten daraus einen Truppenübungsplatz. Das 550 Seelendorf Wollseifen lag in dieser Sperrzone. Die Bewohner wurden gezwungen, innerhalb weniger Wochen ihre Heimat zu verlassen. Übrig geblieben sind vom Ort nur noch die Ruinen der Kirche und der Schule.
Von der Höhe, wo im Frühsommer ein gelbes Meer von Ginster, das Eifelgold, uns begleitet, wandern wir hinunter zur Staumauer der Urft. Unterwegs erleben wir diesen herrlichen Blick auf den
 

Staumauerpanorama

 Urftstaumauer: links Obersee, rechts Urftsee

 

See (Bild unten). Der Stausee, 1905 gebaut, war seinerzeit die größte Talsperre Europas. Auf der Staumauer bummeln wir mit großartigen Aussichten hinüber zu einem beliebten Ausflugslokal, wo in wundervoller Umgebung neue Kräfte für den Weiterweg getankt werden können.

 

       

Blick nach Vogelsang

 

Faltenstruktur

 

Blick zur Victor-Neels-Brücke

 

Anschließend geht es auf dem Urftseerandweg ca. 5 Kilometer weiter bis zur 2009 neu errichteten Victor-Neels-Brücke. Wir queren hier die Urft. Eine 16%ige und 1,5 km lange Steigung lässt uns nun noch einmal kräftig ins Schwitzen kommen, bevor der Adlerhof wieder erreicht ist.

 

 

 

Information: Wanderkarte Nr 50 des Eifelvereins (Nationalpark Eifel) Strecke ist gut ausgeschildert;  von Vogelsang bis Urftstaumauer Eifelsteig-Logo, Urftseeranduferweg Richtung Gemünd bis Victor-Neels-Brücke, Wegweiser Vogelsang
 
Streckenlänge ca. 14 km ab Parkplatz, 
 
Schwierigkeit:  kleiner Anstieg nach Wollseifen, bis Urftstaumauer bergab, ohne Steigung am See entlang, steiler Anstieg 16% nach Vogelsang 

Einkehrmöglichkeit: in Vogelsang und an der Urftstaumauer 

GPX-Track: Vogelsang.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 


 

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Goldrausch auf der Dreiborner Höhe

 
Die Blütezeit der Narzisse gerät im April zu einem Highlight in der Eifel und zu einer touristischen Attraktion. Es ist wohl das seltene Vorkommen dieser wild wachsenden Blume, das die Anziehungskraft so groß ist. Dabei bietet die Ginsterblüte im Juni auf der Dreiborner Höhe, nur einen Steinwurf entfernt, landschaftlich ein viel spektakuläreres Bild. So weit man schaut verwandelt der Ginster die Landschaft in ein gelbes Blütenmeer. 
Der Sage nach hat auch hier Gottvater persönlich mitgeholfen, Farbe in eine trostlose Landschaft zu bringen
 

Ginster soweit das Auge reicht

 
Die Dreiborner Höhe, ein Plateau in 500 bis 600m Meter Höhe über dem Meeresspiegel, war zur Römerzeit noch dicht bewaldet. Durch die Besiedelung sowie um Acker- und Weideflächen zu erhalten, wurde der Wald gerodet. So haben die Bauern seit dem Mittelalter auf dieser Hochebene Landwirtschaft betrieben. Aber durch die mindere Qualität der Böden laugten diese aus und trugen nur noch eine spärliche Vegetation, die lediglich mit Schafen beweidet werden konnten. Es entstand eine nahezu baumlose Steppenlandschaft. Als im Jahre 1814 die Eifel zu Preußen kam, wurden die Berghänge und Ödflächen mit Fichten angepflanzt. Durch den aufkommenden Kunstdünger konnten die Ödflächen schließlich wieder beackert werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil der Hochfläche Truppenübungsplatz und es entstand erneut eine Steppen- und Graslandschaft. Als das Militär 2005 abzog, wurde sie ein Teil des neu gegründeten Nationalparks Eifel. Weit weg von Verkehrslärm und der Hektik des Alltags kann der Wanderer heute die Landschaft weitestgehend noch als eine alte Kulturlandschaft erleben. Besonders anziehend ist eine Wanderung zur Zeit der Ginsterblüte, wenn das Eifelgold (wie es hier genannt wird) in hellem Gelb leuchtet. 
Wir starten unsere Wanderung in Dreiborn am Ende der Straße „Thol“ am dortigen Wanderparkplatz „Nationalpark“ (580m). Seit der Nutzung der Dreiborner Hochfläche als Truppenübungsplatz verläuft westlich von Dreiborn eine mit Betonplatten ausgebaute ehemalige Panzerstraße, welche wir überqueren und am Rande einer weit sich vor uns ausbreitenden Hochfläche mit strahlend-gelben Ginsterblüten stehen. Der blühende Ginster ist unter dem Begriff „Eifelgold“ zu einem Aushängeschild der Eifel geworden und lässt den Betrachter bei diesem Anblick einen wahren Goldrausch verspüren
Der Wegweiser „Erkensruhr“ zeigt uns die Wanderrichtung an. mit der ein großartiger Panoramablick über eine einzigartige Prärielandschaft und einem zurzeit leuchtend gelben Blütenmeer über die Täler von Erkensruhr und Rur bis zu den Orten Kesternich, Strauch und Steckenborn schweift. Wir steuern auf den vor uns wenige Meter sich aus der Hochebene erhebende „Müsauelsberg“ zu, der ganz von Ginstersträuchern bedeckt ist. In Wasserpfützen der Wege entdecken wir Dutzende kleine Kaulquappen. Die ehemaligen Militärfahrzeuge haben Spuren im Boden hinterlassen und diesen so verdichtet, dass Wasser nicht abfließen kann. So können Frösche ihren Laich in diese Pfützen ablegen und die Entwicklung kann beginnen.

 

       

erster Weitblick

 

Müsauelsberg

 

Blick übers Rurtal Richtung Schmidt

 

Auch nach 1,4km begleitet uns an einer Wegegabelung rechts (Erkensruhr 4,4km) die gelbe Pracht weiter. Still ist es und nur das Zwitschern der Lerchen hoch oben über uns ist zu hören. Der Weg verliert jetzt im weiteren Verlauf unmerklich an Höhe. So kommen wir an den Rand des Erkensruhrer Tals. Der kleine bewachsene Hügel links heißt „Gierberg“ verdeutscht „Grenzberg“ und ist von mythologischer Bedeutung. In der Beschreibung des Dreiborner Landes heißt es „Hier kehrt und wendet es“. 1803 wurde in der Tranchot-Karte die Erkensruhr noch als „Orkusrur“ bezeichnet (Orkus =Gott des Totenreichs). Bis in diese Zeit wurde das Tal gemieden und galt als Verbannungsort. Jeder wusste, dass er dort wegzubleiben hatte. Auch wir halten uns daran, zwar nicht aus Aberglaube, sondern weil wir hier dem Wegweiser (3,7km, 510m) mit dem stilisierten Katzenkopf, dem „Wildnis-Trail“, am Talrand entlang folgen wollen mit goldgelb leuchtenden Ginstersträuchern. 
 
       

Kaulquappen in einer Wegepfütze

 

Hier kehrt und wendet es.

 

Blick übers Wüstebachtal

 

Aus den Ruten des Ginsters wurden früher Besen gebunden, daher auch oft der Name Besenginster. Der Wildnistrail zweigt unterwegs rechts nach Hirschrott ab. Wir wandern weiter geradeaus auf einem schönen Naturweg durch eine faszinierende Landschaft, die einen Wanderer vollauf begeistert. Dutzendweise flattern Schmetterlinge umher und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Meist sind es kleine Bläulinge und Aurorafalter. Auch vereinzelt ist der gelbe Fleckenspanner zu entdecken. Die scheuen Tiere lassen sich aber nicht fotografieren. Der Ginster hebt sich gegen den dunklen Fichtenwald am rechten Talhang besonders gut ab. Das Farnkraut am Wegesrand reckt seine neuen Triebe noch etwas zaghaft in die Höhe. Trotz Übermacht des Ginsters entdecken wir noch andere am Wegesrand stehende Blumen, so zwei aus dem Wegesgrün zaghaft hervorschauenden Veilchen.

An der nächsten Wegekreuzung mit Info-Tafel wenden wir uns nach rechts und finden dort eine Bank mit zwei rechts und links querliegenden Baumstämmen, die mit einem weiten Blick zum gegenüberliegenden Talhang zu einer Rast einladen (5,5km, 545m). Gleichzeitig finden wir hier die Station 8 (Ruhezeit) des „Schöpfungspfades“, dessen Slogan lautet „Dem Leben auf der Spur“. Zehn Stationen mit literarischen Texten sowie Weisheiten der Bibel laden zum Innehalten und Nachdenken ein. 
 
       

Zwei Einzelgänger

 

Gedenkstätte Leykaul

 

ehem. Weideland Leykaul

 

Hier an der Talkante endete einst der Truppenübungsplatz und so blieb der schon lange vorher existierende unterhalb im Hang liegende Hof von militärischen Übungen verschont. In den Karten ist er mit „Leykaul“ eingetragen ist. Die „Leykaul“ befand sich ursprünglich unten am Wüstebach, wo Schiefer gebrochen und gespaltet wurde. Der Grubenmeister Nikolas Dardenne hatte1825 dort die Schiefergruben mit einem Wohnhaus gekauft. 

Nach dieser genießerischen Pause wandern wir den Weg hinunter und gelangen zu der Stelle, wo noch bis vor wenigen Jahren der Hof stand.
Der Ende des 18. Jhs errichtete Hof wurde von Nachfahren der Familie Dardenne bewirtschaftet und befand sich bis zuletzt im Besitz ihres ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiters namens Paul Sluzala. Nach seinem Tod im Januar 2008 erwarb die Nationalparkverwaltung das mit Asbest belastete Anwesen, das bis auf einige Grundmauern abgerissen werden musste. Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenkstätte an das Anwesen. 
 
       

Schieferfelsen

 

Im Wüstebachtal

 

Ginsterweg

 

Der Weg, unterwegs stößt der Wildnis-Trail noch hinzu, schlängelt sich nun hinunter ins Wüstebachtal (6,5km, 480m), wo es links weiter geht. Der Mühlenbach wird mit Trittsteinen und Hilfe eines Geländers überquert. Wir folgen nun dem „Wildnis-Trail“, der hier zu recht seinen Namen verdient. Eng ist das Tal und steil fallen die Hänge rechts und links zum Bach hinunter und lassen keinen Platz für Wiesen und Narzissen, die im oberen Teil des Tales im Frühjahr die Wiesen in eine gelbe Sternenpracht leuchten lassen. Aufragende Felsen am linken Wegesrand zeigen deutlich die Schieferung des Gesteins, das sich besonders an einigen Stellen im Wüstebachtal zur Gewinnung von Dachschiefer eignete und in Stollen abgebaut wurde.

Das begleitende Rauschen des Baches erinnert an einen kleinen Gebirgsbach. Da solche Bäche auf kurzem Weg einen großen Höhenunterschied überwinden müssen, nehmen sie dabei wegen der großen Fließgeschwindigkeit den kürzesten Weg und entwickeln eine Eigendynamik. Es ist ein wildromantischer Pfad, der uns in diesem „alpinen Tal" langsam ansteigen lässt. An der Mündung des „Hollersiefs“ verlassen wir den „Wildnis Trail“ und wandern geradeaus zunächst auf einem Holzsteg noch 400m am Wüstebach entlang. Das Tal wird offener und eine leichte Prise weht uns entgegen. Mitten durch dicht stehende Ginstersträucher verläuft teilweise unser Weg. Der rechte Talhang strahlt in herrlichem Gelb zu uns herüber. Dann mündet von links das Tal des „Viehbachs“ ein. Hier führt uns der Pfad in dem kleinen Tälchen, entlang des leise murmelnden Baches und den blühenden Ginstersträucher, aufwärts bis zu einem kleinen Weiher, der mal als Löschteich angelegt wurde. Hinter dem Wegekreuz (9,3km, 565m) biegen wir links ab (Dreiborn) und steigen durch einen Wald bergan bis zu einem querlaufenden Forstweg. Hier wandern wir links und folgen nicht dem Wegweiser rechts nach Dreiborn. Mit der „Rur-Olef-Route“ und dem „Matthiasweg“ geht es dann schon nach 50m rechts weiter.

 

wieder auf der Dreiborner Höhe

 
Im weiteren Verlauf mit einem leichten Bergauf und Bergab queren wir die Bachsenken von Hollersief und Mühlenbach. Wir nähern uns wieder dem Rand der Dreiborner Höhe, die uns mit ihrem Eifelgold lockt. Hinter dem kleinen Aufstieg vom Mühlenbach steht noch einmal eine Bank zum Rasten (11,4km, 535m). Hier stößt ein Wanderweg, der von Hirschrott bzw. von unserem Rastplatz kommt und man als Abkürzung einplanen kann, hinzu. Dreiborn ist jetzt unser Ziel. Dazu müssen wir aber noch einige Höhenmeter überwinden, die in einem wahren Goldrausch ein Leichtes sind. Goldgelb leuchtender Ginster wohin man auch schaut. Wir sind ganz in den Händen dieses einmaligen Naturschauspiels. Immer wieder wird fotografiert, obwohl die Motive sich im Grunde wiederholen. Dann stoßen wir auf den Hinweg und finden 100m rechts unseren Parkplatz. 
Wer vom Rausch noch nicht genug hat, kann noch eine kleine Schleife anfügen. Dazu geht man 50m nach links und biegt dort rechts Richtung „Vogelsang“ ab. Auch hier ist der Ginster das beherrschende Element. Der Weg führt hinunter zum kleinen „Mückenbach“, hinter dem wir anschließend natürlich wieder ansteigen müssen. Außer Ginster nichts gewesen, kann man nicht sagen, denn auf der Höhe entdecken wir rechts eine kleine Lupinenansammlung, die eine neue Farbe ins Spiel bringt. Jetzt können wir uns den Ginsterstaub aus den Augen reiben, denn der Ginster leuchtet nur noch von Ferne zu uns herüber. 
 
       

weiter im Goldrausch

 

nicht nur Ginster, Lupinene am Wegesrand

 

Kontrast zur bisherigen Wanderung

  

Die Ginstertour endet auf einem Wirtschaftsweg mit dem wir rechts die alte Panzerstraße (13,8km, 565m) überqueren und dort hinter Sperrpfosten rechts den schmalen Wanderpfad zurück zum Parkplatz gehen. Es ist ein tunnelförmiger Waldweg in dem wir uns bewegen und ist ein wahrer Konrast zu dem, was wir bisher erlebt haben. Unterwegs öffnet eine Bank die Sicht zu dem Eifelörtchen Dreiborn, das der Höhe seinen Namen gegeben hat. An einer weiteren Bank geht der Blick noch einmal rechts durch eine Schneise zur Dreiborner Höhe. Rechts neben einem Wegekreuz den finden wir versteckt den Weiterweg. Dort treffen wir auf ein kleines Biotop (14,5km, 565m), das von einem der drei Quellsümpfe gespeist wird, die dem Ort den Namen gegebnen haben. Über einen Treppenpfad geht noch einmal hinauf und erreichen schließlich unseren Startpunkt.
 

Ginsterrausch

Information: Wanderkarte 50 des Eifelvereins „Nationalpark-Karte“, Auf der Höhe kann es bei Sonnenschein sehr heiß werden, daher genügend Getränke und Sonnenschutz mitnehmen. Fernglas empfehlenswert 

 

Streckenlänge: ca. 13 km, mit zusätzlicher Schleife 15km, naturbelassene und unbefestigte Wege; Hinweisschilder, tlw. Wildnis-Trail

 
Schwierigkeit: leichte Wanderung, moderates bergauf und bergab; Auf- und Abstiege 310m
 
Einkehrmöglichkeit: in Dreiborn, unterwegs keine
 
GPS-Track: Track_Eifelgold.gpx (Link speichern unter)
 
 
 
 

 

 

 

  

 

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 Wanderung zu den schweigenden  Mönchen

Unsere Wanderstrecke führt heute am nördlichen Rand des Nationalparks Eifel entlang. Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Heimbacher Freibad. Wir wandern zurück bis zur Hasenfelder Straße und auf der anderen Seite auf einem wunderschönen Pfad zwischen abfallender Böschung zur Rur linksseitig und steil aufragenden Felsen auf der rechten Wegseite. 

Wir erreichen einen Parkplatz, von wo wir bis zum Kloster „Maria Wald“ dem Wegweiser „Klosterrunde“ folgen. Links liegt auf einem Bergsporn, 33m über der Rur, die Burg „Hengebach“. Es ist das älteste Bauwerk dieser Art in der Eifel.

Vorbei am „Haus des Gastes“, sehen wir bald die Sperrmauer des kleinen Heimbacher Staubeckens. Hier wenden wir uns nach rechts und biegen nach ca. 100m links in einen der schönsten und beliebtesten Wanderpfade Heimbachs ein, dem „Dschungelpfad“, der uns etwa eine halbe Stunde lang ganz gemächlich am rechten Seeufer entlang führt. An der Gaststätte „Rübezahl Klause“ biegen wir in die Kleestraße ein. Vorbei an einem Campingplatz erreichen wir eine Brücke, wo wir einige Zeit verweilen und den großartigen Anblick des im Jugendstil erbauten Kraftwerks am gegenüberliegenden Ufer betrachten. Als Ende 1905 das Kraftwerk erstmals in Betrieb ging, war es das größte Wasserkraftwerk Europas.

 

       

Dschungelpfad

 

Jugendstil Kraftwerk

 

Herbstbachtal

 

Am Kraftwerk biegen wir rechts in das geteerte Sträßchen ein, dass nach ca. 500m ansteigt und uns in zwei großen Kehren durch Hangwiesen mit grasenden Galloway-Rinder bis an eine Straße bringt. Hier gehen wir ca. 150m links an der Straße entlang. Ein breiter Waldweg mit den Wegzeichen “8, 9, 10 und Klosterrunde” zweigt links ab. Ca. 100m über dem Heimbacher Staubecken blicken wir aussichtsreich über und in das Tal.

 Fast 2,5 Kilometer geht es jetzt ohne Anstrengung weiter, bis wir das Herbstbachtal erreichen. Hier verlassen wir den breiten Weg und folgen rechts dem kleinen Tälchen neben dem munter dahin sprudelnden Herbstbach bergan. Freiflächen wechseln sich mit Buschwerk und Wald ab. Nach ca. 600m queren wir einen Waldweg, wo eine einzelne Bank zum Rasten einlädt, bevor wir auf dem Pfad weiter dem Bachtal 500m bergauf steigen. Wir treffen auf einen Forstweg, auf dem wir links weitergehen. Durch ein Eisentor betreten wir das Gelände eines Ehrenfriedhofes. Kreuze aus Grauwacke kennzeichnen 414 Soldatengräber. Gepflegt wird diese Gedenkstätte von den Mönchen der nahen Abtei Mariawald.

Aus dem schattigen Baumbereich des Friedhofes fällt der erste Blick auf die weißen Klostergebäude. Seit unserem Ausgangspunkt haben wir 23o Höhenmeter überwunden und stehen nun bei einer Höhe von 450m auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung. Links reicht der Blick über den Rursee bis zu den Eifelhöhen um Schmidt und Steckenborn. Weiter rechts ragt am Horizont der Jenseitsturm der Burg Nideggen aus den bewaldeten Hügeln deutlich in den Himmel. 

 

       

Ehrenfriedhof Mit Kloster

 

Kloster Mariawald

 

Staubecken von Marienhöhe

 

 Die Geschichte des vor uns liegenden Klosters begann 1471, als ein Handwerker eine holzgeschnitzte Pietà im Kermeter aufstellte. Gläubige Menschen pilgerten von weit her und trugen ihre Sorgen zur Mutter Christi. Eine Wallfahrt zu „Unserer Lieben Frau im Walde“ setzte ein. 1479 entstand eine kleine Kapelle. Ein Jahr später schenkte der damalige Landesherr das Grundstück den Mönchen des hl. Bernhard von Clairvaux. Sie erbauten ein Kloster, das sie „Mariawald“ nannten. Die Wirren der Französischen Revolution bereiteten dem Kloster ein vorläufiges Ende. Bis zum Jahre 1860 wechselte das versteigerte Kloster mehrmals den Besitzer und wurde bis auf die Umfassungsmauern zerstört. In mühevoller Arbeit wurde es ab 1860 wiederum von Zisterzienser Mönchen aufgebaut. Da sie aus dem reformierten Kloster La Trappe in Frankreich kamen, wurden sie Trappisten genannt. Reden zur Unterhaltung bleibt dem Mönch im allgemeinen untersagt. Noch heute ist Mariawald von Mönchen bewohnt. Neben den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben des Klosters dient auch die Gaststätte zum Lebensunterhalt der Mönche und der Erhaltung des Klosters. Bei Wanderern und Ausflüglern ist die angebotene Erbsensuppe eine beliebte Wegzehrung.

Durch die vielen Wechselfälle der Geschichte ist an Kunstschätzen nur wenig aus der Vergangenheit erhalten. Die heutige Innengestalt der Klosterkirche stammt aus den Jahren 1962-64. Das Leben der Mönche vollzieht sich in der Abgeschlossenheit des Klosters, das nicht besichtigt werden kann. ( www.rhein-eifel.tv/kloster-abtei-mariawald.htm )

 

Heimbach v. Marienhöhe

 

Der Wegweiser die „Klosterrunde“ hat uns bis hierher den Weg gewiesen. Den Rückweg nach Heimbach werden uns die Nr.“4“ und „10“ des Eifelvereins zeigen. An der Haltestelle auf der anderen Straßenseite geht es einige Treppenstufen hinunter und dann auf dem befestigten Wirtschaftsweg nach links. Durch saftige Wiesen erreichen wir einen Wald, wo bald ein Weg nach links abzweigt. Nach ca. einer halben Stunde stehen wir wohl am schönsten Aussichtspunkt unserer heutigen Wanderung, auf der „Marienhöhe“. Hoch über der Stadt Heimbach, die uns wahrlich zu Füßen liegt, genießen wir ein großartiges Panorama, das die ganze Faszination dieser Landschaft ausdrückt. Direkt vor uns erhebt sich der Meuchelberg, zur Linken sehen wir den Kermeter und das Heimbacher Staubecken mit Sperrmauer. Wir blicken hinunter auf das Städtchen Heimbach. Wie die Landschaft einer Modelleisenbahn wirkt dieser Anblick. In der Ortsmitte liegt, aufgesetzt auf einem versprengten Felsgrat, die mittelalterliche Burg Hengebach. 

 

 

       

Alt Heimbach, Dorfplatz

 

Burg Hengebach

 

Altar Kirche Heimbach

 

In vielen Serpentinen wandern wir nun auf schmalen Waldpfad talwärts. Unterwegs gabelt sich der Weg noch einmal. Wir bleiben auf dem rechten Pfad und erreichen Heimbach am alten Dorfplatz. Er ist eine beschauliche Anlage mit einem Ensemble von Fachwerkhäusern und einer alten Dorflinde. Vorbei an blumengeschmückten Häusern schlendern wir zur Pfarrkirche, um uns die Pietà anzuschauen, die einst zur Gründung des Klosters Mariawald führte. 

Wer möchte, kann zuvor noch einen Besuch der Burg „Hengebach" einlegen (www.rhein-eifel.tv/burg-hengebach.htm) und die Stadt noch einmal von oben aus der Nähe betrachten.

Von der Kirche verlaufen die letzten Meter unserer Wanderung  durch die Teichstraße, vorbei an der alten Mühle bis zu einer mit Bruchsteinen 

Burg Hengebach

gemauerten Brücke. Auf der anderen Seite schließt sich unser Rundwanderweg. Hier finden wir auf gleichem Weg wieder zurück zum Parkplatz.

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ und  Nr. 50 "Nationalpark-Karte" des Eifelvereins, 

 

Streckenlänge: ca.14 Km Rundwanderung, Wegweiser: „Klosterrunde“, Nr. „4“ und „10“ des Eifelvereins

 

Schwierigkeit: kurzer steiler Anstieg hinter dem Kraftwerk. Leicht bergan im Herbstbachtal bis zum Friedhof. Von Marienhöhe steil hinunter nach Heimbach, Auf- und Abstiege 350m, zu empfehlen feste Schuhe mit Profilsohle

 

Einkehrmöglichkeit: Im Kloster und Heimbach

 

GPX-Track:  Maria Wald.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr