Nationalpark

 


Wald, Wasser, Wildnis“, so lautet das Motto des ersten nordrhein-westfälischen Nationalparks. Er liegt in der Nordeifel und ist, nachdem der Bereich des früheren ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang vom belgischen Militär aufgegeben worden war, seit 2006 ganz für die Öffentlichkeit freigegeben.

 

Alte Buchen, wilde Bäche, weite Hochflächen und artenreiche Talwiesen bieten abwechslungsreiche Blicke in Natur und Landschaft. Auf einem Großteil der Fläche giltNatur Natur sein lassen“ – hier greift der Mensch nicht mehr in den natürlichen Kreislauf ein, hier entdeckt man den Urwald von morgen.


 

 

Touren 

                      

                         

              Eifelsteig Etappe 4a   Eifelsteig Etappe 4b     Nationalparkrunde           Goldrausch           Püngel- Wüstebach       Kleinwalsertal      

 

                                                                                              

                                                                                                  

                                                                                                          Maria Wald

 

 

 

 Nationalparkrunde

  

 

 Der Nationalpark Eifel wurde 2004 eröffnet. Das bis dahin gesperrte militärische Gelände des Truppenübungsplatzes „Vogelsang“ wurde 2006 für die Öffentlichkeit freigegeben. Mittelpunkt des Parks ist die in herrlicher Lage über dem Urftsee gelegene ehemalige NS Ordensburg.

 

 

Urftseepanorama von Vogelsang

 

 Startpunkt für unsere 14 Kilometer lange und abwechslungsreiche Wanderung ist der Parkplatz in Vogelsang (gebührenpflichtig). Einen ersten Eindruck von der Größe des 1934 durch die Nationalsozialisten errichteten Areals erleben wir auf dem Weg (gelbe Hinweispfosten) zum Adlerhof. Hier schließt sich eine Aussichtsterrasse mit einmaliger Rundumsicht an. Direkt unterhalb des ehemaligen Appellplatzes liegen, in den Hang gebaut und durch steile Treppen miteinander verbunden die so genannten Kameradschafts- und Hundertschaftshäuser, weiter hangabwärts schließen sich das Amphitheater und die Sportanlagen mit Schwimmbad an. Beeindruckend ist der Blick auf die vielen Windungen des Urftsees bis zu seiner Staumauer und dem anschließenden Obersee. Unsere anstehende Wandertour liegt uns bildhaft zu Füßen.

 

       

Eingangstor "Malakoff"

 

Wollseifen

 

Eifelgold

 

Der Weg ist kaum zu verfehlen. Wir gehen hinunter zu der nordwestlichsten Ecke der Kameradschaftshäuser, wo ein gelber Hinweispfosten uns Richtung Wollseifen führt. Hier sind wir gleichzeitig auf dem Eifelsteig, dessen Logo uns bis zur Urftstaumauer begleitet. Durch das Tal des Neffgesbaches erreichen wir Wollseifen bzw. das, was von dem 1946 aufgegebenen Dorf noch vorhanden ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Britischen Truppen das Gelände rund um Vogelsang und machten daraus einen Truppenübungsplatz. Das 550 Seelendorf Wollseifen lag in dieser Sperrzone. Die Bewohner wurden gezwungen, innerhalb weniger Wochen ihre Heimat zu verlassen. Übrig geblieben sind vom Ort nur noch die Ruinen der Kirche und der Schule.
Von der Höhe, wo im Frühsommer ein gelbes Meer von Ginster, das Eifelgold, uns begleitet, wandern wir hinunter zur Staumauer der Urft. Unterwegs erleben wir diesen herrlichen Blick auf den
 

Staumauerpanorama

 Urftstaumauer: links Obersee, rechts Urftsee

 

See (Bild unten). Der Stausee, 1905 gebaut, war seinerzeit die größte Talsperre Europas. Auf der Staumauer bummeln wir mit großartigen Aussichten hinüber zu einem beliebten Ausflugslokal, wo in wundervoller Umgebung neue Kräfte für den Weiterweg getankt werden können.

 

       

Blick nach Vogelsang

 

Faltenstruktur

 

Blick zur Victor-Neels-Brücke

 

Anschließend geht es auf dem Urftseerandweg ca. 5 Kilometer weiter bis zur 2009 neu errichteten Victor-Neels-Brücke. Wir queren hier die Urft. Eine 16%ige und 1,5 km lange Steigung lässt uns nun noch einmal kräftig ins Schwitzen kommen, bevor der Adlerhof wieder erreicht ist.

 

 

Information: Wanderkarte Nr 50 des Eifelvereins (Nationalpark Eifel) Strecke ist gut ausgeschildert;  von Vogelsang bis Urftstaumauer Eifelsteig-Logo, Urftseeranduferweg Richtung Gemünd bis Victor-Neels-Brücke, Wegweiser Vogelsang
 
Streckenlänge ca. 14 km ab Parkplatz, 
 
Schwierigkeit:  kleiner Anstieg nach Wollseifen, bis Urftstaumauer bergab, ohne Steigung am See entlang, steiler Anstieg 16% nach Vogelsang 
 
Einkehrmöglichkeit: in Vogelsang und an der Urftstaumauer 
 
GPX-Track: Vogelsang.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 


 

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Goldrausch auf der Dreiborner Höhe

 

Die Blütezeit der Narzisse gerät im April zu einem Highlight in der Eifel und zu einer touristischen Attraktion. Es ist wohl das seltene Vorkommen dieser wild wachsenden Blume, das die Anziehungskraft so groß ist. Dabei bietet die Ginsterblüte im Juni auf der Dreiborner Höhe, nur einen Steinwurf entfernt, landschaftlich ein viel spektakuläreres Bild. So weit man schaut verwandelt der Ginster die Landschaft in ein gelbes Blütenmeer. 
Der Sage nach hat auch hier Gottvater persönlich mitgeholfen, Farbe in eine trostlose Landschaft zu bringen
 

Ginster soweit das Auge reicht

 
Die Dreiborner Höhe, ein Plateau in 500 bis 600m Meter Höhe über dem Meeresspiegel, war zur Römerzeit noch dicht bewaldet. Durch die Besiedelung sowie um Acker- und Weideflächen zu erhalten, wurde der Wald gerodet. So haben die Bauern seit dem Mittelalter auf dieser Hochebene Landwirtschaft betrieben. Aber durch die mindere Qualität der Böden laugten diese aus und trugen nur noch eine spärliche Vegetation, die lediglich mit Schafen beweidet werden konnten. Es entstand eine nahezu baumlose Steppenlandschaft. Als im Jahre 1814 die Eifel zu Preußen kam, wurden die Berghänge und Ödflächen mit Fichten angepflanzt. Durch den aufkommenden Kunstdünger konnten die Ödflächen schließlich wieder beackert werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil der Hochfläche Truppenübungsplatz und es entstand erneut eine Steppen- und Graslandschaft. Als das Militär 2005 abzog, wurde sie ein Teil des neu gegründeten Nationalparks Eifel. Weit weg von Verkehrslärm und der Hektik des Alltags kann der Wanderer heute die Landschaft weitestgehend noch als eine alte Kulturlandschaft erleben. Besonders anziehend ist eine Wanderung zur Zeit der Ginsterblüte, wenn das Eifelgold (wie es hier genannt wird) in hellem Gelb leuchtet. 
Wir starten unsere Wanderung in Dreiborn am Ende der Straße „Thol“ am dortigen Wanderparkplatz „Nationalpark“ (580m). Seit der Nutzung der Dreiborner Hochfläche als Truppenübungsplatz verläuft westlich von Dreiborn eine mit Betonplatten ausgebaute ehemalige Panzerstraße, welche wir überqueren und am Rande einer weit sich vor uns ausbreitenden Hochfläche mit strahlend-gelben Ginsterblüten stehen. Der blühende Ginster ist unter dem Begriff „Eifelgold“ zu einem Aushängeschild der Eifel geworden und lässt den Betrachter bei diesem Anblick einen wahren Goldrausch verspüren
Der Wegweiser „Erkensruhr“ zeigt uns die Wanderrichtung an. mit der ein großartiger Panoramablick über eine einzigartige Prärielandschaft und einem zurzeit leuchtend gelben Blütenmeer über die Täler von Erkensruhr und Rur bis zu den Orten Kesternich, Strauch und Steckenborn schweift. Wir steuern auf den vor uns wenige Meter sich aus der Hochebene erhebende „Müsauelsberg“ zu, der ganz von Ginstersträuchern bedeckt ist. In Wasserpfützen der Wege entdecken wir Dutzende kleine Kaulquappen. Die ehemaligen Militärfahrzeuge haben Spuren im Boden hinterlassen und diesen so verdichtet, dass Wasser nicht abfließen kann. So können Frösche ihren Laich in diese Pfützen ablegen und die Entwicklung kann beginnen.

 

       

erster Weitblick

 

Müsauelsberg

 

Blick übers Rurtal Richtung Schmidt

 

Auch nach 1,4km begleitet uns an einer Wegegabelung rechts (Erkensruhr 4,4km) die gelbe Pracht weiter. Still ist es und nur das Zwitschern der Lerchen hoch oben über uns ist zu hören. Der Weg verliert jetzt im weiteren Verlauf unmerklich an Höhe. So kommen wir an den Rand des Erkensruhrer Tals. Der kleine bewachsene Hügel links heißt „Gierberg“ verdeutscht „Grenzberg“ und ist von mythologischer Bedeutung. In der Beschreibung des Dreiborner Landes heißt es „Hier kehrt und wendet es“. 1803 wurde in der Tranchot-Karte die Erkensruhr noch als „Orkusrur“ bezeichnet (Orkus =Gott des Totenreichs). Bis in diese Zeit wurde das Tal gemieden und galt als Verbannungsort. Jeder wusste, dass er dort wegzubleiben hatte. Auch wir halten uns daran, zwar nicht aus Aberglaube, sondern weil wir hier dem Wegweiser (3,7km, 510m) mit dem stilisierten Katzenkopf, dem „Wildnis-Trail“, am Talrand entlang folgen wollen mit goldgelb leuchtenden Ginstersträuchern. 
 
       

Kaulquappen in einer Wegepfütze

 

Hier kehrt und wendet es.

 

Blick übers Wüstebachtal

 

Aus den Ruten des Ginsters wurden früher Besen gebunden, daher auch oft der Name Besenginster. Der Wildnistrail zweigt unterwegs rechts nach Hirschrott ab. Wir wandern weiter geradeaus auf einem schönen Naturweg durch eine faszinierende Landschaft, die einen Wanderer vollauf begeistert. Dutzendweise flattern Schmetterlinge umher und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Meist sind es kleine Bläulinge und Aurorafalter. Auch vereinzelt ist der gelbe Fleckenspanner zu entdecken. Die scheuen Tiere lassen sich aber nicht fotografieren. Der Ginster hebt sich gegen den dunklen Fichtenwald am rechten Talhang besonders gut ab. Das Farnkraut am Wegesrand reckt seine neuen Triebe noch etwas zaghaft in die Höhe. Trotz Übermacht des Ginsters entdecken wir noch andere am Wegesrand stehende Blumen, so zwei aus dem Wegesgrün zaghaft hervorschauenden Veilchen.

An der nächsten Wegekreuzung mit Info-Tafel wenden wir uns nach rechts und finden dort eine Bank mit zwei rechts und links querliegenden Baumstämmen, die mit einem weiten Blick zum gegenüberliegenden Talhang zu einer Rast einladen (5,5km, 545m). Gleichzeitig finden wir hier die Station 8 (Ruhezeit) des „Schöpfungspfades“, dessen Slogan lautet „Dem Leben auf der Spur“. Zehn Stationen mit literarischen Texten sowie Weisheiten der Bibel laden zum Innehalten und Nachdenken ein. 
 
       

Zwei Einzelgänger

 

Gedenkstätte Leykaul

 

ehem. Weideland Leykaul

 

Hier an der Talkante endete einst der Truppenübungsplatz und so blieb der schon lange vorher existierende unterhalb im Hang liegende Hof von militärischen Übungen verschont. In den Karten ist er mit „Leykaul“ eingetragen ist. Die „Leykaul“ befand sich ursprünglich unten am Wüstebach, wo Schiefer gebrochen und gespaltet wurde. Der Grubenmeister Nikolas Dardenne hatte1825 dort die Schiefergruben mit einem Wohnhaus gekauft. 

Nach dieser genießerischen Pause wandern wir den Weg hinunter und gelangen zu der Stelle, wo noch bis vor wenigen Jahren der Hof stand.
Der Ende des 18. Jhs errichtete Hof wurde von Nachfahren der Familie Dardenne bewirtschaftet und befand sich bis zuletzt im Besitz ihres ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiters namens Paul Sluzala. Nach seinem Tod im Januar 2008 erwarb die Nationalparkverwaltung das mit Asbest belastete Anwesen, das bis auf einige Grundmauern abgerissen werden musste. Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenkstätte an das Anwesen. 
 
       

Schieferfelsen

 

Im Wüstebachtal

 

Ginsterweg

 

Der Weg, unterwegs stößt der Wildnis-Trail noch hinzu, schlängelt sich nun hinunter ins Wüstebachtal (6,5km, 480m), wo es links weiter geht. Der Mühlenbach wird mit Trittsteinen und Hilfe eines Geländers überquert. Wir folgen nun dem „Wildnis-Trail“, der hier zu recht seinen Namen verdient. Eng ist das Tal und steil fallen die Hänge rechts und links zum Bach hinunter und lassen keinen Platz für Wiesen und Narzissen, die im oberen Teil des Tales im Frühjahr die Wiesen in eine gelbe Sternenpracht leuchten lassen. Aufragende Felsen am linken Wegesrand zeigen deutlich die Schieferung des Gesteins, das sich besonders an einigen Stellen im Wüstebachtal zur Gewinnung von Dachschiefer eignete und in Stollen abgebaut wurde.

Das begleitende Rauschen des Baches erinnert an einen kleinen Gebirgsbach. Da solche Bäche auf kurzem Weg einen großen Höhenunterschied überwinden müssen, nehmen sie dabei wegen der großen Fließgeschwindigkeit den kürzesten Weg und entwickeln eine Eigendynamik. Es ist ein wildromantischer Pfad, der uns in diesem „alpinen Tal" langsam ansteigen lässt. An der Mündung des „Hollersiefs“ verlassen wir den „Wildnis Trail“ und wandern geradeaus zunächst auf einem Holzsteg noch 400m am Wüstebach entlang. Das Tal wird offener und eine leichte Prise weht uns entgegen. Mitten durch dicht stehende Ginstersträucher verläuft teilweise unser Weg. Der rechte Talhang strahlt in herrlichem Gelb zu uns herüber. Dann mündet von links das Tal des „Viehbachs“ ein. Hier führt uns der Pfad in dem kleinen Tälchen, entlang des leise murmelnden Baches und den blühenden Ginstersträucher, aufwärts bis zu einem kleinen Weiher, der mal als Löschteich angelegt wurde. Hinter dem Wegekreuz (9,3km, 565m) biegen wir links ab (Dreiborn) und steigen durch einen Wald bergan bis zu einem querlaufenden Forstweg. Hier wandern wir links und folgen nicht dem Wegweiser rechts nach Dreiborn. Mit der „Rur-Olef-Route“ und dem „Matthiasweg“ geht es dann schon nach 50m rechts weiter.

 

wieder auf der Dreiborner Höhe

 
Im weiteren Verlauf mit einem leichten Bergauf und Bergab queren wir die Bachsenken von Hollersief und Mühlenbach. Wir nähern uns wieder dem Rand der Dreiborner Höhe, die uns mit ihrem Eifelgold lockt. Hinter dem kleinen Aufstieg vom Mühlenbach steht noch einmal eine Bank zum Rasten (11,4km, 535m). Hier stößt ein Wanderweg, der von Hirschrott bzw. von unserem Rastplatz kommt und man als Abkürzung einplanen kann, hinzu. Dreiborn ist jetzt unser Ziel. Dazu müssen wir aber noch einige Höhenmeter überwinden, die in einem wahren Goldrausch ein Leichtes sind. Goldgelb leuchtender Ginster wohin man auch schaut. Wir sind ganz in den Händen dieses einmaligen Naturschauspiels. Immer wieder wird fotografiert, obwohl die Motive sich im Grunde wiederholen. Dann stoßen wir auf den Hinweg und finden 100m rechts unseren Parkplatz. 
Wer vom Rausch noch nicht genug hat, kann noch eine kleine Schleife anfügen. Dazu geht man 50m nach links und biegt dort rechts Richtung „Vogelsang“ ab. Auch hier ist der Ginster das beherrschende Element. Der Weg führt hinunter zum kleinen „Mückenbach“, hinter dem wir anschließend natürlich wieder ansteigen müssen. Außer Ginster nichts gewesen, kann man nicht sagen, denn auf der Höhe entdecken wir rechts eine kleine Lupinenansammlung, die eine neue Farbe ins Spiel bringt. Jetzt können wir uns den Ginsterstaub aus den Augen reiben, denn der Ginster leuchtet nur noch von Ferne zu uns herüber. 
 
       

weiter im Goldrausch

 

nicht nur Ginster, Lupinene am Wegesrand

 

Kontrast zur bisherigen Wanderung

  

Die Ginstertour endet auf einem Wirtschaftsweg mit dem wir rechts die alte Panzerstraße (13,8km, 565m) überqueren und dort hinter Sperrpfosten rechts den schmalen Wanderpfad zurück zum Parkplatz gehen. Es ist ein tunnelförmiger Waldweg in dem wir uns bewegen und ist ein wahrer Konrast zu dem, was wir bisher erlebt haben. Unterwegs öffnet eine Bank die Sicht zu dem Eifelörtchen Dreiborn, das der Höhe seinen Namen gegeben hat. An einer weiteren Bank geht der Blick noch einmal rechts durch eine Schneise zur Dreiborner Höhe. Rechts neben einem Wegekreuz den finden wir versteckt den Weiterweg. Dort treffen wir auf ein kleines Biotop (14,5km, 565m), das von einem der drei Quellsümpfe gespeist wird, die dem Ort den Namen gegebnen haben. Über einen Treppenpfad geht noch einmal hinauf und erreichen schließlich unseren Startpunkt.
 

Ginsterrausch

Information: Wanderkarte 50 des Eifelvereins „Nationalpark-Karte“, Auf der Höhe kann es bei Sonnenschein sehr heiß werden, daher genügend Getränke und Sonnenschutz mitnehmen. Fernglas empfehlenswert 

 

Streckenlänge: ca. 13 km, mit zusätzlicher Schleife 15km, naturbelassene und unbefestigte Wege; Hinweisschilder, tlw. Wildnis-Trail

 
Schwierigkeit: leichte Wanderung, moderates bergauf und bergab; Auf- und Abstiege 310m
 
Einkehrmöglichkeit: in Dreiborn, unterwegs keine
 
GPS-Track: Track_Eifelgold.gpx (Link speichern unter)
 
 
 
 

 

 

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Püngel- und Wüstebachtal

 

Idyllische Gebirgstäler am Rande der Dreiborner Höhe

 

 

Bei Einruhr mündet ein Tal in das Rurtal und den Obersee, das keinen Durchgangsverkehr kennt. Durch die landschaftlich großartige Lage wird es auch gerne als das „Kleinwalsertal“ der Eifel bezeichnet. Über eine Strecke von drei Kilometern entstand seit dem 19. Jh. durch Schieferabbau eine Streusiedlung, die zunächst noch „Neudorf“ hieß und etwa seit dem 19. Jh. den Namen „Erkensruhr“ trägt, wohl in Anlehnung an den kleinen Bach, der schon 1069 urkundlich als „Orkenrure“ bezeichnet wird. Gespeist wird die Erkensruhr von zwei kleinen Gebirgsbächen, dem Püngel- und dem Wüstebach. Einsam, aber wunderschön ist eine Wanderung durch diese beiden Täler.

 

In Erkensruhr/Finkenauel biegen wir 150m hinter dem kleinen Kapellchen links ab und parken am dortigen Sportplatz, wo wir unsere Wanderung starten (334m).

Auf dem kleinen Sträßchen wandern wir aufwärts Richtung „Hirschrott“. An einem „Kreisverkehrsplatz“ biegen wir rechts in die Sackstraße ein. Vorbei an einem mit viel Liebe zum Detail restaurierten Fachwerkhaus erreichen wir die „Erkensruhr“.

Die Schreibweise irritiert Manchen, denn der Eifelfluss Rur wird ohne „h“ geschrieben. In älteren Karten wird sie noch mit „h“ im Namen Ruhr geführt, aber zur Unterscheidung wurde etwa um 1900 das „h“ aus dem Namen gestrichen. Reste der alten Schreibweise finden sich noch in Ortsnamen wie „Erkensruhr“ und „Einruhr“.

Hinter dem Bach, auch mit „h“ geschrieben, stoßen wir nach einem kleinen Anstieg auf eine Fahrstraße, die uns links Richtung „Hirschrott“ führt. Die Fahrstraße endet dort. So gibt es hier fast keinen Verkehr und wir spüren eine friedvolle Ruhe und die Idylle dieses abgelegenen Tales. Nur das Zwitschern einzelner Vögel sowie das Rauschen des Baches sind zu hören. Bevor wir das erste Haus erreichen biegen rechts ab und gehen den Waldweg bergan bis uns der Wegweiser „Hirschrott 1,4km“ nach links den weiteren Weg zeigt. Es ist gleichzeitig der „Matthiasweg“, die „Rur-Olef-Route“ und der „Dorfrundgang 65 Erkensruhr“. Im Talhang führt der im Frühjahr noch mit Laub bedeckte Weg nach einem kleinen Anstieg moderat weiter und zeigt die Schönheit dieses Tales mit den vereinzelt liegenden Häuser und Höfe. An einem Wegepfosten verlassen wir den Forstweg und steigen hier links den schmalen Pfad hinunter. Vor der Bachbrücke in Hirschrott folgen wir dem Wegweiser „Schöneseifen 7,3km“. Es geht jetzt im Tal der Erkensruhr aufwärts. Die Erkensruhr erinnert hier schon an einen kleinen Gebirgsbach, denn schnell fließt und sprudelt sie zwischen Steinen und über kleinen Felsstufen hinunter und hinterlässt ein starkes Rauschen. Dann erleben wir die Geburt der jungen Erkensruhr. Wüste- und Püngelbach vereinigen sich und fließen gemeinsam unter dem Namen „Erkensruhr weiter. Wege begleiten beide Bäche talaufwärts. Wir nehmen den rechten ins Tal des Püngelbaches führenden. 

 

       

Fachwerkhaus

 

Gebirgsbach

  Pilgerrast


Die heute einsamen Täler im Schatten der Dreiborner Höhe waren den auf der Höhe lebenden Eifelbewohner im Mittelalter unheimlich und wurden gemieden. Die Herren von Dreiborn, Schleiden und Monschau, schoben dorthin ihnen nicht genehme Menschen ab. Hier am “Püngelbach“ fanden im ausklingenden Mittelalter die um ihres Glauben willens verfolgten Wiedertäufer eine vorübergehende Bleibe, wo die Grafen sie stillschweigend duldeten. Mit ihrem “Püngel“ das heißt, mit dem was sie auf der Flucht tragen konnten, ließen sie sich dort nieder.

In der nächsten Rechtskurve des Forstweges folgen wir geradeaus dem Trampelpfad (blauer Pfosten), der am Ende wieder auf den Forstweg stößt. Auch dieser Bach erinnert ebenfalls an einen kleinen Gebirgsbach. Da solche Bäche auf kurzem Weg einen großen Höhenunterschied überwinden müssen, nehmen sie dabei wegen der großen Fließgeschwindigkeit den kürzesten Weg und entwickeln eine Eigendynamik.

 

Ein lautes Rauschen begleitet uns talaufwärts zu einem Rastplatz mit einem Kreuz (3,7Km, 460m). Gestiftet wurde die Anlage von Pilgern aus Kalterherberg und Höfen, die hier jedes Jahr zum gemeinsamen Gebet auf dem Weg nach Heimbach verweilen. Aber auch Wanderer nutzen die Bänke neben dem Kreuz oft zu einer Rast. Wir wandern aber nach einem kurzen Innehalten auf dem Waldweg (Rothe Kreuz 4,4km) weiter geradeaus und erreichen bald eine großzügig anlegte Brücke, die einen kleinen Nebenbach überbrückt. Diese wurde im Rahmen des Life+Projekts „Wald –Wasser–Wildnis“ errichtet. Zu Zeiten forstwirtschaftlichen bzw. militärischen Nutzung wurden Überfahrten verrohrt. Um den im Wasser lebenden Tieren einen Lebensraum bachaufwärts zu ermöglichen wurden diese Hindernisse entfernt und eine Querung der Bäche durch Brücken oder Trittsteinen ermöglicht. (Informationstafeln dazu stehen am Wegesrand) Ab hier ist der Forstweg mit Asphalt überzogen.

 

       

Brücke "Life-Projekt"

 

Narzissen am Püngelbach

 

Stauweiher am Püngelbach

 

 An einem Rechtsbogen (5,1Km) verlassen wir diesen und wandern auf dem Schotterweg geradeaus (Rothe Kreuz 3,9Km) weiter. Auf einer Grasfläche am gegenüberliegenden Talhang leuchten die ersten Narzissen. Das Bachrauschen wird leiser und von einem Plätschern abgelöst. Ein Zeichen, dass wir der Höhe immer näher kommen. Ein Weitergehen ist dann auf dem breiten Forstweg durch eine Baumbarrikade versperrt und so steigen wir rechts einige Meter hoch. Hier folgen wir dem links abgehenden naturbelassenen Pfad. Stege und Brückchen bringen uns unterwegs über nasse und feuchte Stellen. Narzissen im April und Ginster im Mai/Juni begleiten hier den Wanderer. Vorbei an Feuchtbiotope stoßen wir nach einer freien Grasfläche auf einen querlaufenden Forstweg. Wir orientieren uns nach links (Schöneseifen 6,3Km), wo der Weg über einen kleinen Damm führt, der rechts einen kleinen Weiher aufstaut (6,2Km, 550m).

Der Püngelbach speiste früher den Weiher. Doch mittlerweile wird der Bach am Weiher vorbei geleitet, damit Tiere ungehindert den Bachlauf hinauf wandern können.

Den Püngelbach lassen wir nun hinter uns und wandern den Hang hinauf in den Hollerscheider Wald. Oben an einer Wegekreuzung erreichen wir den höchsten Punkt unserer Wanderung (6,7Km, 590m). Jetzt geht es hinunter ins Tal des Wüstebachs und wir treffen dort auf den „Wildnistrail“. 

 

Narzissenwiese Wüstebachtal

 

 

Wer nun im April die Narzissenblüte erleben möchte, biegt rechts ab und kann die gelbe Blütenpracht auf 1,5 Kilometern ausgiebig bestaunen.

Mit der Einrichtung des Nationalparks sind hier im Wüstebachtal 2005 die vorhandenen Fichten entfernt und eine Narzissen- bzw. Bärwurzwiese angelegt worden. Mahd und Pflege erfolgt durch einen landwirtschaftlichen Pächter, der das anfallende Heu in seinen Rindviehbetrieb verfüttern kann und für die Fläche Finanzmittel aus der EU-Agrarförderung erhält. Die vorgesehene einmalige Mahd im Spätsommer und der Verzicht auf Düngung werden zu höheren Anteilen von Blütenpflanzen führen.

 

Da die Wege und Pfade im Nationalpark reduziert wurden, muss man leider den gleichen Weg bis zum Abbieger wieder zurückgehen

 

       

Blick ins Viehbachtal

 

Über den Wüstebach

 

Natur Natur sein lassen

 

 Von hier geht es nun 1Km bachabwärts bis zu einer Wegesperre. Haben wir auf der Höhe noch Rauschen des Windes wahrgenommen, so ist es jetzt wieder das Rauschen des Baches, das uns begleitet. Eng ist das Tal und steil fallen die Hänge rechts und links zum Bach hinunter und lassen keinen Platz für Wiesen und Narzissen. Der Weg ist mit Ginster gesäumt. Vor der Sperre führt rechts ein Pfad dann hinunter an den Bach und zu einem Holzsteg. Von der Dreiborner Hochfläche ergießt der „Hollersief“ sein Wasser hier in den Wüstebach. Es ist ein wildromantisches Plätzchen, wo eine Bank zum Genießen einlädt. Der Wegweiser „Hirschrott 3,2Km“ zeigt die weitere Richtung an. Der Name „Wildnistrail“ verdient hier zu recht seinen Namen. Der Mühlenbach wird mit Trittsteinen und einem Geländer überquert. Der „Wildnistrail“ biegt nun zur Dreiborner Höhe ab. Ein breiter Waldweg führt uns im Tal vorbei an aufragenden Schieferfelsen Richtung „Hirschrott 1,7km“. Der Wüstebach wird dann noch einmal überquert. 200m nach der Bachüberquerung entdecken wir links in den aufragenden Felsen einen mit Gitter versperrten Stolleneingang. Einige Meter vorher hat das eigentliche Haus „Leykaul“ gestanden.

Hier begann nach aktuellem Stand die Geschichte des Schiefer-Abbaus 1791 mit dem Landkauf durch den Schultheiß und Friedensrichter Johann Joseph des Berghes. Die Witwe von Des Berghes verkaufte 1825 die Besitzungen inklusive Schiefergruben und Wohnhaus an den Grubenmeister Nicolas Dardenne; von diesem ersten Wohnhaus Leykaul am Wüstebach gibt es noch überwachsene Ruinen. Der Nahe ist nicht zu verwechseln mit dem Bauernhof „Leykaul“, der von Nachfahren der Familie Dardenne bewirtschaftet wurde und sich zuletzt im Besitz ihres ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiters namens Paul Sluzala befand. Nach seinem Tod im Januar 2008 erwarb die Nationalparkverwaltung das mit Asbest belastete Anwesen, das abgerissen werden musste.

Nach ca 100m sehen wir hinter einem gemauerten Türrahmen einen weiteren verschlossenen Schieferstollen. Es sind Relikte von dem ehemaligen Dachschieferabbau. Die Schieferbrüche wurden im 18. und 19. Jh. von Unternehmern betrieben. Der Schiefer wurde in Stollen abgebaut und bereits vor Ort zu gebrauchsfertigen Platten von unterschiedlicher Größe verarbeitet. Die Arbeit war schwer und gefährlich. Gelegentlich kam es zu Einbrüchen der Stollen. 1948 kam der Abbau endgültig zum Erliegen. Heute wird Dachschiefer im Stollenbergbau in der Eifel nur noch im Raum Mayen gewonnen. 

 

       

Wanderpfad

 

Gebirgsbach

 

Schieferstollen

 

 Verlassene Stollen sind heute ein beliebtes Winterquartier für Fledermäuse, die hier in den kühlfeuchten, aber stets über den Gefrierpunkt temperierten Bergbaustollen ihren Winterschlaf halten. Um ihre Ruhe nicht zu stören sind sie „fledermausgerecht“ versperrt, das heißt, die Gitterstäbe sind so angeordnet, dass die Tiere unbeschadet mit ausgestreckten Flügeln hindurch fliegen können.

Hinter dem Zusammenfluss von Wüste- und Püngelbach zur Erkensruhr geht es zunächst auf dem Hinweg bis wir rechts einen Holzsteg über den  Bach sehen. Dieser Pfad (Matthiasweg, Rur-Olef-Route, Dorfrundgang 65 Erkensruhr) führt uns leicht ansteigend durch den bewaldeten Talhang bis zu einer Fahrstraße. Hier besteht links die Möglichkeit in Hirschrott einzukehren (200m Hotel Weißer Stein und von dort auf der Dorfstraße zum Parkplatz zu gehen). oder rechts bergan und nach 180m links auf einem Hangweg zu wandern, wo nach 1,4km der Ausgangspunkt der Wanderung wieder erreicht wird.

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel,“ bzw. Nationalpark-Karte Nr. 50 des Eifelvereins. Diese Rundwanderung ist zu jeder Jahreszeit lohnenswert. Im April blühen im oberen Wüstebachtal die Wildnarzissen. Im Juni ist es der Ginster der seine gelbe Pracht entfaltet und den Wanderer begleitet.

 

Streckenlänge: 13,5km lange Rundwanderung; mit dem Abstecher zur Narzissenblüte kommen für Hin- und Rückweg 3km hinzu.

 

Schwierigkeit: mittelschwer, da  460 Höhenmeter zu überwinden sind.

 

Einkehrmöglichkeit: nur in Hirschrott Restaurant „Weißer Stein“, Rucksackverpflegung!

 

GPX:  Track Püngel-Wüstebach.gpx  (speichern unter)
 

 

 

 

 

 

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Im "Kleinwalsertal" der Eifel

 

Nicht weit vom Obersee liegt bei Einruhr ein Tal, das keinen Durchgangsverkehr kennt. Durch die landschaftlich ruhige und abgeschiedene Lage dieses romantischen Tals wird es auch gerne als das „Kleinwalsertal“ der Eifel bezeichnet. Dabei wurde das Tal bis Anfang des 19. Jhs gemieden. 1804 wurde die Erkensruhr in der Tranchot-Karte noch als „Orkenrure“ bezeichnet, und „Orkus“ war in der römischen Mythologie der Gott der Unterwelt. Hierhin schoben die Herren von Monschau, Schleiden und Dreiborn ihnen unangenehme Menschen ab.

Die Hütten und späteren Hofstätten in diesem Tal blieben bis Anfang des l9. Jh. namenlos. Dann spricht man vom “Dörpchen“ oder vom “Neudorf“. Erst 1860 taucht erstmals der Name Erkensruhr auf.

Seit 2004 liegt es eingeschlossen im Nationalpark Eifel und ist ein idyllisches Wandergebiet im Schatten der Dreiborner Höhe.

 

       

Rurstraße

 

Fachwerkhaus

 

Heilsteinbrunnen

 

Unsere Wanderung beginnen wir in Einruhr und parken in der „Heilsteinstraße“ (285m), zurzeit noch kostenlos.

Wir bleiben zunächst noch in Einruhr, dem „Dorf am See“, wie es oft genannt wird und gehen auf der „Rurstraße“, gesäumt von schmucken Fachwerkhäusern, zur Kirche. An der Straßeneinmündung zeigt ein Hinweisschild rechts zum „Heilsteinhaus“, wo sich im Innenhof ein Brunnen befindet. Der Zugang zum Brunnen ist immer geöffnet und das Wasser kann kostenlos gezapft werden. Der Brunnen wurde 2003 errichtet. Mehrere Analysen haben ergeben, dass das Heilsteinwasser dem bekannter Mineralwässer gleich kommt. Der eigentliche Brunnen liegt im Tal des Helingsbaches an der Strasse, die von Einruhr hinauf nach Vogelsang führt. Die Bohrtiefe erreicht 52 Meter. Das Wasser wird über eine 2,7 km lange Leitung bis zum Heilsteinhaus gebracht.

Die Quelle wurde erstmals im Jahr 50 vor Christus während der Gallischen Kriege erwähnt. Als die Römer die Eifel wieder verlassen hatten, geriet der Brunnen, einst ein römisches Heiligtum, in Vergessenheit. Am 23. Mai 1822 wurde sie durch Theodor Hubert Hons, eines königlichen Beamten, der zufällig in der Gegend unterwegs war, wieder entdeckt. Hons baute später ein Unternehmen auf und vermarktete das Wasser in Tonkrügen abgefüllt weltweit. Das Unternehmen scheiterte jedoch sehr bald an den langen Transportwegen.

 

Nach einem schmackhaften Probiertrunk setzen wir unsere Wanderung fort und gehen die Straße weiter bergan bis zur nächsten Querstraße, „Wilhelmsgarten“. Mit dem geradeaus folgende Wiesenweg stoßen wir oben auf den „Eifelsteig“, dem wir links und anschließend rechts bergan bis zu einer Bank folgen. Ein phantastisches Panorama breitet sich vor uns.

 

Einrhuhr "Das Dorf am See"

 

Die Entstehung von Einruhr fällt bereits in das 15. Jh. 1597 heißt der Ort allerdings "auff der Rhuiren an St. Niclasbrüggen". Um 1700 wurde nach seiner Pfarrei Wollseifen gehörenden Nikolauskapelle, "ST. Niclasbrug" daraus gemacht. Gegenüber von Einruhr, auf der linken Rurseite befand sich 300 Jahre lang das 1531/32 gegründete Eisenwerk Pleushütte, ursprünglich "der Pleußhammer". Hier lag der Schmelzpunkt des dörflichen Lebens und nicht in Einruhr. Da die meisten Häuser von Pleushütte sehr tief im Tal lagen, war es im Zuge der zweiten Ausbaustufe des Stausees (1959) nicht möglich, diesen kleinen Ort vollständig zu erhalten. Die tiefer gelegnen Häuser wurden abgebrochen und die Bewohner umgesiedelt. 14 Meter Wasser, beendeten die dörfliche Einheit.

Auch in Einruhr wurden einige Häuser in der tiefer gelegenen Dorfstraße und einem Teil der Heilsteinstraße mit Planierraupen platt gemacht. Die Häuser wurden teilweise an einem höheren Punkt wieder aufgebaut. Aus der Dorfstraße wurde die „erhobene“ Rurstraße. Dann stieg das Wasser jeden Tag ein Stück höher. Es war eine Mondlandschaft die langsam im See versank. Viele Familien gingen weg, siedelten in andere Eifelorte oder ins Bergische Land, wo bessere Vorraussetzungen für die Landwirtschaft existierten.

 

Das Gesicht des ehemals stillen Bauerndorfes hat sich nach der Aufstockung der Rurtalsperre Schwammenauel grundlegend geändert. Einruhr hat sich vom Schwerindustriestandort zum Fremdenverkehrsort gewandelt, eine gewiss unübliche Entwicklung. Das „Dorf am See“ ist zu einem schmucken Ferienerholungsort gewachsen.

 

       

beschaulicher   und

 

alpiner Bergpfad

 

"Kleinwalsertal" der Eifel

 

 Mit dieser tollen Aussicht wandern wir auf der Höhe  150m und steigen mit dem Eifelsteig rechts bis zum Waldrand an, wo sich die Wege trennen. Mit der Markierung „35“ (Jiescheck) wandern wir rechts im Wald bis zu einem Linksknick mit einer oben auf der Böschung liegenden Schutzhütte. Trotz der ausgesetzten Lage ist von dort keine Sicht möglich und so kann auch ein Aufstieg entfallen. Es geht jetzt 500m leicht bergan bis die Markierung uns rechts auf einem Pfad wieder hinunter leitet (2,0km, 415m). Links führt dann ohne Markierung ein alpiner Pfad im steilen Hang zwischen moosbewachsenen Felsen in Serpentinen hinunter zur Straße Einruhr – Vogelsang.

 

Wir überqueren vorsichtig diese, da sie durch ihren Trassenverlauf ziemlich unübersichtlich ist und gehen auf der anderen Seite rechts bis zur Einmündung Richtung Erkensruhr. Hier queren wir den „Sauerbach“ und ignorieren den nach Dreiborn abzweigenden Wanderweg. Erst 20m weiter biegen wir von der Straße ab und folgen dem Wegweiser „Erkensruhr 1,5km“ und der „75“ (2,8km, 295m). Es ist ein schöner Grasweg, der uns auf den nächsten 400m 35m ansteigen lässt. Der anschließende bequeme Weg macht dann einen leichten Linksbogen hinein ins „Gierbachtal“ und öffnet uns einen herrlichen Blick in das „Kleinwalsertal“ der Eifel. Die landschaftlich großartige Lage von Erkensruhr macht es bei diesem Rundgang rasch verständlich, warum Dorf und Tal heute mitunter nach seinem gr0ßen Vorbild in den Allgäuer Alpen genannt werden. Durchgangsverkehr kennt man hier ebenso wenig. Die Fahrstraße endet in Hirschrott.  

 

       

Rastplatz Waldkapelle

 

Waldkapelle

 

Erkensruhr

 

Herrlich hebt sich im Frühling das frische Grün von dem dunklen Fichtenwald ab. Aber schon bald führt uns die „75“ wieder ins Tal zur Straße (3,9km, 310m). Nach Querung des „Gierbaches“ führt links ein Treppenpfad wieder in die Höhe („75“ u.“65“). Nach einem kurzen Anstieg, am Ende mit einer Bank, steigt der Weg im weiteren Verlauf nur noch unmerklich an. Das noch lichte Blätterwerk erlaubt immer schöne Blicke ins Tal. Wir stoßen dann auf einen aus dem Tal heraufkommenden Weg (Wildnistrail), der weiter hinauf zur „Dreiborner Höhe“ führt. Die Wegzeichen „75“ u. „65“ (Hirschrott 2,1km) zeigen geradeaus unseren Weiterweg an, der ohne große Anstrengung auf eine Waldkapelle trifft, wo wir einmal innehalten und eine kleine Trinkpause machen (5,4km, 370m).

Es ist ein romantischer Ort, den sich Ottmar Wollgarten, der große Förderer des Fremdenverkehrs hier im Tal, und seine Mitstreiter Anfang der 1980er Jahre für die Errichtung des kleinen Gotteshauses ausgesucht haben. Nebenan plätschert leise in einem hölzernen Brunnentrog Wasser und eine Schutzhütte bietet bei Regen zusätzlichen Unterschlupf.

Die Kapelle selbst überrascht uns ein wenig. So einen geräumigen Bau haben wir hier wirklich nicht erwartet. Die zahlreichen Votivtafeln zeigen uns, dass nicht nur Wanderer den Weg zu diesem kleinen Gotteshaus finden. Bevor wir den idyllischen Ort verlassen, ziehen wir einmal am Seil und lassen zum Lob Gottes die Glocke über uns durch das Tal erklingen.

 

Wir bleiben weiter auf der Höhe und ignorieren den Weg, der bald hinunter nach Hirschrott geht. Die „75“ und „65“ leiten uns auch hier auf einem nur mäßig ansteigenden Weg, wobei der Höhenunterschied zum Tal sich kaum ändert. An zwei Informationstafeln treffen wir auf einen querlaufenden Weg (6,5km, 430m). Über diesen Hohlweg sind die Menschen in früheren Jahrhunderten mit schwer beladenen Ochsen- oder Pferdekarren zwischen dem Tal und der Leykaul oder den Höhen von Dreiborn hin und her gefahren. Links kommt der „Wildnistrail“ von der Dreiborner Höhe hinunter und mit diesem wandern wir nun weiter geradeaus; gleichzeitig zeigt ein Wegweiser zum „Schöpfungspfad“, dessen Slogan lautet „Dem Leben auf der Spur“. Zehn Stationen mit literarischen Texten sowie Weisheiten der Bibel laden zum Innehalten und Nachdenken ein. Der Wanderer soll sich angesprochen fühlen von der Schönheit der Natur und alles Leben von dem er selbst ein Teil ist.

 

       

ehemaliger Scjeferstollen

 

Schöpfungspfad

 

Alpinpfad am Rubelsberg

 

 Der schmale durch einen steil abfallenden Berghang führende Pfad quert noch ein kleines Seitental bevor die Felsen des „Rubelsbergs“ vor uns in den Himmel ragen. Dabei erinnert in seiner Form und Aussehen einer an den Felsen der „Bunten Kuh“ im Ahrtal. Links ist noch ein kleiner ehemaliger Schieferstollen. Spuren des ehemaligen Schieferabbaus findet man immer wieder im Tal. Heute sind diese Stollen beliebte Winterquartiere für Fledermäuse. Rechts führt ein Pfad hinunter. Wir folgen dem Wegweiser der „Rur-Olef-Route“ und dem „Matthiasweg“. Der Pfad führt uns hinter dem „Rubelsberg“ bergan. Unterhalb des Pfades ist unterwegs ein weiterer Stollen zu entdecken. Entlang einer eingezäunten Weide erreichen wir dann schließlich am Ende die Dreiborner Höhe. Zwischen Wiese und Waldrand führt der Weg zu einem kleinen „Rastplatz“, der aus einer Bank und zwei Baumstämmen besteht (8,6km, 540m). Auch der Schöpfungspfad lädt hier mit der Station 8 „Ruhezeit“ zum Rasten ein. Genießen können wir die Ruhe und die friedvolle Stille mit einem weiten Blick über das "Kleinwalsertal". Hier sagen sich Hirsch und Hase noch gute Nacht.

 

       

Blick von Dreiborner Höhe

 

Gedächniskapelle Leykaul

 

Leykaul verwilderte Gärten

 

 Das sah hier bis 2004 noch anders aus. An der Talkante endete einst der Truppenübungsplatz und es hallte das Dröhnen der Panzergeschosse durch die Luft.

Nach dieser genießerischen Pause wandern wir den Weg hinunter und gelangen zu der Stelle, wo noch bis vor wenigen Jahren ein landwirtschaftlich betriebener Hof stand. Er war von militärischen Übungen verschont geblieben. Allerdings flogen Granaten bisweilen in bedrohliche Nähe, wie Zeitzeugen berichten.

Der Ende des 18. Jhs errichtete Hof wurde von Nachfahren der Familie Dartenne bewirtschaftet und befand sich bis zuletzt im Besitz ihres ehemaligen ukrainischen Zwangsarbeiters namens Paul Sluzala. Nach seinem Tod im Januar 2008 erwarb die Nationalparkverwaltung das mit Asbest belastete Anwesen, das bis auf einige Grundmauern abgerissen werden musste. Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenkstätte an das Anwesen, das unter dem Namen „Leykaul“ in den Karten geführt wird. In einer Mauernische der hinteren Wand, die ein Rest des ehemals strohgedeckten Ursprunghauses ist, existiert schon seit Jahrzehnten eine von den Schwestern Antonia und Maria Carl, geb. Dartenne, angelegte Gedenkstätte, die gemeinsam mit Paul Sluzala die letzten Bewohner der Leykaul waren. Das gegenüberliegende ehemalige Gästehaus mit dem Namen „Ponderosea“, das weder über Elektrizität noch über einen Wasseranschluss verfügte, ist wie die gesamte Fläche in den Besitz des Landes übergegangen.

Die Einsamkeit des „magischen Ortes“ ist der touristischen Betriebsamkeit gewichen, und heute erinnern nur noch Kapelle und Bruchsteinreste von Grundmauern an menschliches Leben, das für alle, die daran teilhaben durften, von einer ganz besonderen Qualität war und durch die Gedenkstätte nicht in der Erinnerung verlöschen soll.

Der von den Schwestern Maria und Antonia Carl sowie von Paul Sluzala bewirtschaftete Bauernhof übte auf viele Menschen eine starke Anziehungskraft aus. Wie in früherer Zeit lebten hier Menschen; die Butter wurde noch selbst gemacht; im Stall stand die zahme Hirschkuh „Heidi“. Der Hof besaß auch eine Ausschankgenehmigung. Der Sohn des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer kehrte hier häufiger ein, ebenso wie DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun.

Die „Leykaul“ befand sich ursprünglich unten am Wüstebach, wo Schiefer gebrochen und gespaltet wurde. Der Grubenmeister Nikolas Dartenne hatte1825 die Schiefergruben mit einem Wohnhaus gekauft.

Der Weg führt uns weiter talwärts, vorbei an den heute verwilderten Gärten und Obstwiesen.. Unterwegs kommt der „Wildnistrail“ wieder hinzu. Unten im Tal trennen sich aber unsere Wege, denn wir folgen dem Wegweiser „Hirschrott 1,7km“ und begleiten nun den Wüstebach talwärts.

 

       

Gebirgsbach Erkensruhr

 

Fledermausstollen

 

Natur Natur sein lassen

 

 Der Bach durchfließt hier ein enges und schattiges Kerbtal und erinnert an einen kleinen Gebirgsbach, der sich schnell fließend zwischen Steinen und über Felsstufen mit einem lauten Rauschen seinen Weg sucht.

200m nach der Bachüberquerung (9,9km, 410m) entdecken wir links in den aufragenden Felsen einen mit Gitter versperrten Stolleneingang. Einige Meter vorher hat das eigentliche Haus „Leykaul“ gestanden.

Einen weiteren Schieferstollen finden wir 100m weiter hinter einem gemauerten Türrahmen.

Es sind Relikte von einem ehemaligen Dachschieferabbau. Der Schiefer wurde in Stollen abgebaut und bereits vor Ort zu gebrauchsfertigen Platten von unterschiedlicher Größe verarbeitet. Es waren die wohlhabenden Bürger, die ihre Dächer mit dem teuren Schiefer deckten. Die bäuerliche Bevölkerung deckten ihre Häuser mit Stroh. Die Arbeit war schwer und gefährlich. Gelegentlich kam es zu Einbrüchen der Stollen. 1948 kam der Abbau endgültig zum Erliegen. Heute wird Dachschiefer im Stollenbergbau in der Eifel nur noch im Raum Mayen gewonnen.

Dann erreichen wir die Stelle, wo sich der Wüstebach und Püngelbach vereinigen und unter dem Namen Erkensruhr weiter fließen.

Rechts führt der Wanderweg „75“ über einen Holzsteg nach Hirschrott. Wir bleiben auf dem Hauptweg und verlassen diesen erst links hinter einem ehemaligen kleinen Steinbruch, der in den Karten oft als Parkplatz gekennzeichnet ist, aber ein absolutes Parkverbot anzeigt. Der abgehende schmale Pfad zeigt nach „Erkensruhr 3,6km“. Verschiedene Markierungen kennzeichnen hier den weiteren Weg, von denen wir nun der Rur-Olef-Route bis Einruhr folgen werden. Sie steigt zunächst bergan und quert ein kleines Seitental mit einem munter dahin plätschernden Bach. Bäume, die der Wind und das Alter gefällt haben, bleiben liegen, nach dem Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“, dass heißt, der Wald wird forstwirtschaftlich nicht mehr genutzt.  Einige Stämme haben sogar den Durchgang des Wegs beeinträchtigt. Für den Wanderer hat man das Hindernis einwenig zu Recht geschnitten. Durch einen herrlichen Buchenwald geht es im Talhang des „Eifeler Kleinwalsertals“ bequem weiter. Leider lässt das Blätterwerk der Bäume im Sommer eine Sicht in das einsame Tal nur selten zu. Ein aus dem Tal heraufführender Forstweg ignorieren wir und wandern mit unserer Markierung (Rur-Olef-Route) weiter leicht ansteigend geradeaus. Die Route macht dann mit dem Tal einen 90° Schwenk. An einem rechts abgehenden Pfad verlassen wir kurz unseren Weg und folgen hier dem Dorfrundgang 25 und steigen hinunter, um an einem herrlichen Rastplatz oberhalb der Dorfkapelle die Abgeschiedenheit dieses Tales zu genießen. Links steht eines der vielen Fachwerkhäuser des Tales, die mit viel Liebe zum Detail renoviert wurden. Was uns hier besonders auffällt, ist der Holzkasten im Hof. Unter ihm verbirgt sich der alte Hausbrunnen, aus dem die Bewohner jahrhundertelang das Wasser herausgekurbelt oder gepumpt haben.

 

       

Eifeler Kleinwalsertal

 

Hubertuskapelle Erkensruhr

 

Einruhr, Ende der Wanderung

 

Ein kurzer Abstecher zur Kapelle ist möglich. Das Gotteshaus fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein und ist dem heiligen Hubertus geweiht, dem Schutzpatron der Jäger. Sie wurde 1948 von den Einwohnern des Tales erbaut. Die Steine, aus denen sie errichtet ist, wurden in unmittelbarer Nähe des Ortes gebrochen.

 

Mit dem Wildnistrail, der aus dem Tal kommt, wandern wir wieder ein Stück bergan zurück. Hier lockt die mit „leicht“ markierte Alternativroute des Wildnistrails, den nicht so konditionsstarken Wanderer. Zusammen mit dieser und der Rur-Olef-Route setzen wir unsere Wanderung fort. Der Weg gabelt sich noch einmal und ob rechts oder links, beide führen noch einmal bergan zum gleichen Ziel. Oben an der Wegekreuzung (15,5km, 360m) haben wir Gelegenheit mit einem Abstecher von 200m den Eifelblick „Wolfshügel“ noch zu erleben. Zurück geht es wieder zur Kreuzung und dort links mit zwei Aussichten hinunter nach Einruhr und zum Ausgangspunkt.

 

Eifelblick "Wolfshügel"

 

 

 

 Information: Wanderkarte Nr.3 „Monschauer Land,“ bzw. Nationalpark-Karte Nr. 50 des Eifelvereins; verschiedene Wanderweg-Markierungen: „35 Jiescheck“, „75 Püngelbach“, „Wildnistrail“, „Schöpfungspfad“, „Rur-Olef-Route“, „25 Dorfrundgang Erkensruhr“

Diese Tour ist besonders im Frühling und Frühsommer lohnenswert, da das Laubwerk der Bäume die aussichtsreichen Blicke noch nicht verdecken.

 

Strecke: 17 km Rundwanderung, meist unbefestigte Wege, Abkürzung 13,5km

Abkürzungsmöglichkeit: nicht den Schöpfungspfad nehmen, sondern der „25“ talwärts und dann links den Waldweg hinunter zur Erkensruhr folgen, wo man wieder auf die beschriebene Route trifft.

 

Schwierigkeit: mittelschwer, zu Beginn 130 Höhenmeter und auf dem Schöpfungspfad zur Dreiborner Höhe 230m (entfällt bei Abkürzung), insgesamt Auf- und Abstiege: 590m

 

Einkehrmöglichkeit: in Einruhr, unterwegs keine

 

GPX-Track: Track Kleinwalsertal.gpx  (speichern unter)

 

 

 

Touren:  Nationalparkrunde l Goldrausch  l Püngel-Wüstebach l Kleinwalsertal l Maria Wald l nach oben

 

 

 

 Wanderung zu den schweigenden  Mönchen

Unsere Wanderstrecke führt heute am nördlichen Rand des Nationalparks Eifel entlang. Treffpunkt ist der Parkplatz vor dem Heimbacher Freibad. Wir wandern zurück bis zur Hasenfelder Straße und auf der anderen Seite auf einem wunderschönen Pfad zwischen abfallender Böschung zur Rur linksseitig und steil aufragenden Felsen auf der rechten Wegseite. 

Wir erreichen einen Parkplatz, von wo wir bis zum Kloster „Maria Wald“ dem Wegweiser „Klosterrunde“ folgen. Links liegt auf einem Bergsporn, 33m über der Rur, die Burg „Hengebach“. Es ist das älteste Bauwerk dieser Art in der Eifel.

Vorbei am „Haus des Gastes“, sehen wir bald die Sperrmauer des kleinen Heimbacher Staubeckens. Hier wenden wir uns nach rechts und biegen nach ca. 100m links in einen der schönsten und beliebtesten Wanderpfade Heimbachs ein, dem „Dschungelpfad“, der uns etwa eine halbe Stunde lang ganz gemächlich am rechten Seeufer entlang führt. An der Gaststätte „Rübezahl Klause“ biegen wir in die Kleestraße ein. Vorbei an einem Campingplatz erreichen wir eine Brücke, wo wir einige Zeit verweilen und den großartigen Anblick des im Jugendstil erbauten Kraftwerks am gegenüberliegenden Ufer betrachten. Als Ende 1905 das Kraftwerk erstmals in Betrieb ging, war es das größte Wasserkraftwerk Europas.

 

       

Dschungelpfad

 

Jugendstil Kraftwerk

 

Herbstbachtal

 

Am Kraftwerk biegen wir rechts in das geteerte Sträßchen ein, dass nach ca. 500m ansteigt und uns in zwei großen Kehren durch Hangwiesen mit grasenden Galloway-Rinder bis an eine Straße bringt. Hier gehen wir ca. 150m links an der Straße entlang. Ein breiter Waldweg mit den Wegzeichen “8, 9, 10 und Klosterrunde” zweigt links ab. Ca. 100m über dem Heimbacher Staubecken blicken wir aussichtsreich über und in das Tal.

 Fast 2,5 Kilometer geht es jetzt ohne Anstrengung weiter, bis wir das Herbstbachtal erreichen. Hier verlassen wir den breiten Weg und folgen rechts dem kleinen Tälchen neben dem munter dahin sprudelnden Herbstbach bergan. Freiflächen wechseln sich mit Buschwerk und Wald ab. Nach ca. 600m queren wir einen Waldweg, wo eine einzelne Bank zum Rasten einlädt, bevor wir auf dem Pfad weiter dem Bachtal 500m bergauf steigen. Wir treffen auf einen Forstweg, auf dem wir links weitergehen. Durch ein Eisentor betreten wir das Gelände eines Ehrenfriedhofes. Kreuze aus Grauwacke kennzeichnen 414 Soldatengräber. Gepflegt wird diese Gedenkstätte von den Mönchen der nahen Abtei Mariawald.

Aus dem schattigen Baumbereich des Friedhofes fällt der erste Blick auf die weißen Klostergebäude. Seit unserem Ausgangspunkt haben wir 23o Höhenmeter überwunden und stehen nun bei einer Höhe von 450m auf dem höchsten Punkt unserer Wanderung. Links reicht der Blick über den Rursee bis zu den Eifelhöhen um Schmidt und Steckenborn. Weiter rechts ragt am Horizont der Jenseitsturm der Burg Nideggen aus den bewaldeten Hügeln deutlich in den Himmel. 

 

       

Ehrenfriedhof Mit Kloster

 

Kloster Mariawald

 

Staubecken von Marienhöhe

 

 Die Geschichte des vor uns liegenden Klosters begann 1471, als ein Handwerker eine holzgeschnitzte Pietà im Kermeter aufstellte. Gläubige Menschen pilgerten von weit her und trugen ihre Sorgen zur Mutter Christi. Eine Wallfahrt zu „Unserer Lieben Frau im Walde“ setzte ein. 1479 entstand eine kleine Kapelle. Ein Jahr später schenkte der damalige Landesherr das Grundstück den Mönchen des hl. Bernhard von Clairvaux. Sie erbauten ein Kloster, das sie „Mariawald“ nannten. Die Wirren der Französischen Revolution bereiteten dem Kloster ein vorläufiges Ende. Bis zum Jahre 1860 wechselte das versteigerte Kloster mehrmals den Besitzer und wurde bis auf die Umfassungsmauern zerstört. In mühevoller Arbeit wurde es ab 1860 wiederum von Zisterzienser Mönchen aufgebaut. Da sie aus dem reformierten Kloster La Trappe in Frankreich kamen, wurden sie Trappisten genannt. Reden zur Unterhaltung bleibt dem Mönch im allgemeinen untersagt. Noch heute ist Mariawald von Mönchen bewohnt. Neben den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben des Klosters dient auch die Gaststätte zum Lebensunterhalt der Mönche und der Erhaltung des Klosters. Bei Wanderern und Ausflüglern ist die angebotene Erbsensuppe eine beliebte Wegzehrung.

Durch die vielen Wechselfälle der Geschichte ist an Kunstschätzen nur wenig aus der Vergangenheit erhalten. Die heutige Innengestalt der Klosterkirche stammt aus den Jahren 1962-64. Das Leben der Mönche vollzieht sich in der Abgeschlossenheit des Klosters, das nicht besichtigt werden kann. ( www.rhein-eifel.tv/kloster-abtei-mariawald.htm )

 

Heimbach v. Marienhöhe

 

Der Wegweiser die „Klosterrunde“ hat uns bis hierher den Weg gewiesen. Den Rückweg nach Heimbach werden uns die Nr.“4“ und „10“ des Eifelvereins zeigen. An der Haltestelle auf der anderen Straßenseite geht es einige Treppenstufen hinunter und dann auf dem befestigten Wirtschaftsweg nach links. Durch saftige Wiesen erreichen wir einen Wald, wo bald ein Weg nach links abzweigt. Nach ca. einer halben Stunde stehen wir wohl am schönsten Aussichtspunkt unserer heutigen Wanderung, auf der „Marienhöhe“. Hoch über der Stadt Heimbach, die uns wahrlich zu Füßen liegt, genießen wir ein großartiges Panorama, das die ganze Faszination dieser Landschaft ausdrückt. Direkt vor uns erhebt sich der Meuchelberg, zur Linken sehen wir den Kermeter und das Heimbacher Staubecken mit Sperrmauer. Wir blicken hinunter auf das Städtchen Heimbach. Wie die Landschaft einer Modelleisenbahn wirkt dieser Anblick. In der Ortsmitte liegt, aufgesetzt auf einem versprengten Felsgrat, die mittelalterliche Burg Hengebach. 

 

 

       

Alt Heimbach, Dorfplatz

 

Burg Hengebach

 

Altar Kirche Heimbach

 

In vielen Serpentinen wandern wir nun auf schmalen Waldpfad talwärts. Unterwegs gabelt sich der Weg noch einmal. Wir bleiben auf dem rechten Pfad und erreichen Heimbach am alten Dorfplatz. Er ist eine beschauliche Anlage mit einem Ensemble von Fachwerkhäusern und einer alten Dorflinde. Vorbei an blumengeschmückten Häusern schlendern wir zur Pfarrkirche, um uns die Pietà anzuschauen, die einst zur Gründung des Klosters Mariawald führte. 

Wer möchte, kann zuvor noch einen Besuch der Burg „Hengebach" einlegen (www.rhein-eifel.tv/burg-hengebach.htm) und die Stadt noch einmal von oben aus der Nähe betrachten.

Von der Kirche verlaufen die letzten Meter unserer Wanderung  durch die Teichstraße, vorbei an der alten Mühle bis zu einer mit Bruchsteinen 

Burg Hengebach

gemauerten Brücke. Auf der anderen Seite schließt sich unser Rundwanderweg. Hier finden wir auf gleichem Weg wieder zurück zum Parkplatz.

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ und  Nr. 50 "Nationalpark-Karte" des Eifelvereins, 

 

Streckenlänge: ca.14 Km Rundwanderung, Wegweiser: „Klosterrunde“, Nr. „4“ und „10“ des Eifelvereins

 

Schwierigkeit: kurzer steiler Anstieg hinter dem Kraftwerk. Leicht bergan im Herbstbachtal bis zum Friedhof. Von Marienhöhe steil hinunter nach Heimbach, Auf- und Abstiege 350m, zu empfehlen feste Schuhe mit Profilsohle

 

Einkehrmöglichkeit: Im Kloster und Heimbach

 

GPX-Track:  Maria Wald.gpx  (Link speichern unter)
 

 

 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr