Ahr-Eifel

 

                                   

                  Rund um Schuld        Weltraum-Exkursion          Bergtour                   Bergauf bergab               Ahrsteig Etappe 6           Landskrone

 
   

   

 Mitten in der Eifel schlängelt sich von West nach Ost ein kleiner Fluss zum Rhein. Die Ahr hat sich hier ein windungsreiches Tal geschaffen. In der Werbung wird es als das „Tal der roten Trauben“ bezeichnet, wobei der weinselige Flussabschnitt nur ein Drittel des gesamten Flusslaufes einnimmt. Tausende Wanderer bevölkern dort jedes Jahr den deutschlandweit bekannten Rotweinwanderweg. Auch die Ahrquelle, die in Blankenheim im Keller eines Fachwerkhauses von 1726 als fertiges Flüsschen zutage tritt, ist ein gern besuchter Ort.

Zwischen diesen beiden touristischen Zentren fließt in seiner Charakteristik eine „andere“ Ahr, unauffällig und still, durch eine wenig besuchte Tallandschaft mit teilweise steilen Berghängen. Ein geologisch und landschaftlich interessanter Flussabschnitt erwartet uns.


Schuld

 

Wanderung rund um Schuld

 

 

 

„Man genießt ein eigenartiges, wunderbares Bild“, schrieb 1892 Adolf Dronke, der Gründer des Eifelvereins. „Die Ahr macht eine kleine Schleife nach Norden und umschließt so eine kleine, nicht bedeutende Höhe, während das rechte Ufer von steilen hohen, teilweise kahlen Felsen eingefasst wird. Auf dem Halse der Landzunge liegt nun das Dörfchen Schuld“. Hierhin führt uns heute eine abwechslungsreiche Wanderung.

 

Startpunkt ist der kleine Parkplatz an der Hahnensteiner Mühle. Die Mühle war schon 1556 einer der bedeutendsten im kurkölnischen Amt Nürburg. Seit dieser Zeit war sie nach mehreren Umbauten bis 1984 in Betrieb. Heute klappert sie wieder. Dort, wo früher Getreide zu Mehl gemahlen wurde, wird jetzt elektrische Energie erzeugt. Die Mühle wurde zu einer kleinen Wasserkraftanlage umgerüstet.

 

       

Hahnensteiner Mühle

 

Stauwehr Insul

 

Ahrbrücke Insul

 

Von der Mühle wandern wir links den Wiesenweg am Mühlenbach entlang, der hier mit einem „Mühlrad“ (Rundweg: Auf Spuren alter Mühlen) gekennzeichnet ist. Vorbei an dem ehemaligen Stauwehr der Mühle überqueren wir in Insul die Ahr und folgen links der Beschilderung des Radweges nach Schuld. Wir stoßen auf die ehemalige Eisenbahntrasse durchs Ahrtal. Sie ist mittlerweile zu einem Radweg umgebaut worden. Seit 1888 dampfte die Eisenbahn das Ahrtal hinauf, aber zunächst nur bis Dümpelfeld. Erst 1913 war die Strecke durchgehend bis Blankenheim befahrbar. Als 1871 die Strecke Köln – Trier aus rein militärischen Motiven fertig gestellt worden war, stellte man fest, wie wichtig die Eisenbahn ist, um Menschen und Geräte schnell von A nach B zu bringen. So begann man nun überall Eisenbahnstrecken zu bauen. Die Ahrtalbahn leistete aber nicht einmal 50 Jahre ihren Betrieb. 1961 begann der Abbau der Gleisanlagen im oberen Ahrtal. Heute profitieren nur noch die vielen Rotweinwanderer von dem verbliebenen Teilstück der Ahrtalbahn mit Endstation Ahrbrück. So nutzen wir hier ein Stück der bequemen Trasse für unsere Zwecke und wenden wir uns nach links, Richtung Schuld.

 

Nach ca. 700m wandern wir durch einen 200m langen, ehemaligen Eisenbahntunnel. 500m hinter dem Tunnelausgang verlassen wir die alte Bahntrasse und folgen jetzt dem links abbiegenden Feldweg 

 

  

  

Schuld, alte Eisenbahnbrücke

 

Felswand

 

Schuld, alte Ahrbrücke

 

 An der Ahr entlang nähern wir uns Schuld, dessen Kirche auf steilem Fels 35m über dem Flüsschen liegt und von diesem in einem weiten Bogen umflossen wird.

Eine eindrucksvolle Felswand unterhalb der Kirche zeigt Sandsteinschichten, die vor 400 Millionen Jahren in einem Meer entstanden sind, leider ist der Steilhang stark überwachsen und somit die Ausmaße der ehemals tektonischen Kräfte wenig erkennbar. Urkundlich wird Schuld schon 975 erwähnt. Dass die Römer sich aber hier schon aufgehalten haben, zeigen Funde aus dem Jahre 1964, als im Zuge der Flurbereinigung Reste eines römischen Gutshofes entdeckt wurden.

Immer wieder stoßen wir auf Relikte der alten Eisenbahntrasse. Die Bahnbauer versuchten die Bahntrasse durch das windungsreiche Tal mit Brücken und Tunnels optimal anzulegen. So überquert sie hier auf 600m 3mal die Ahr und tunnelt dazwischen den Bergrücken von Schuld. Heute liegen die Reste brach und sind in einem Dornröschenschlaf versunken. Nur die Straßenbrücke verrichtet ihren Dienst.

An der alten Bruchsteinbrücke (243m) lässt sich bei einer kleinen Rast diese Bilderbuchlandschaft noch besser genießen. Von der Brücke (234m ü.NN) folgen wir anschleßend der Römerstraße bergan. Hinter einem mit Bruchsteinen eingefassten Grundstück geht es links weiter und es wird steiler. Eine Bank mit herrlicher Aussicht auf Schuld und das Ahrtal lädt zu einer kleinen Verschnaufpause ein (296m). Wenige Meter weiter zweigt ein Bergpfad links von der Straße ab, jetzt betreten wir alpines Berggelände. Nach einem kurzen Steilstück erreichen wir die Aussichtskanzel „Spicherley“. Weiter führt uns der alpine Bergpfad aussichtsreich bergauf. Hier ist Vorsicht geboten und zum Schauen bleibt man besser stehen. Bei 350m ü.NN haben wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. , steil fällt der Hang und mit ihm der Blick faszinierend ins Ahrtal. Am Horizont hebt sich mit 623m Höhe der kegelförmige Aremberg deutlich aus dem Landschaftsbild ab.

 

       

Blick von der "Spicherley"

 

Jägerpfad

 

Genießerblick

 Der Pfad geht jetzt merklich bergab und wir biegen an dem nächsten Abzweig „Rundweg“ links ab. Nach Überquerung einer kleinen Holzbrücke über den Holzseifen, ändern wir unsere Richtung und wandern bachabwärts, wo der Bach sich ein steiles Kerbtal geschaffen hat.

Dann verläuft der Weg fast horizontal ca. 40m parallel über dem Ahrbogen.

Wir überqueren eine Straße und wandern auf der anderen Seite weiter. Unser Weg endet an der K 26, hier müssen wir nun leider ca. 300m an der Straße entlang bergan bis zur nächsten Rechtsserpentine gehen. Dort weist ein Wegweiser „Bergpfad Dreieck“ zwischen Bank und Schutzplanke auf einen Fußweg hin, den wir folgen. Hier ist Vorsicht geboten, denn der Pfad verläuft in einem steilen Berghang abwärts, aber mit schönen Aussichten. Unten erreichen wir die L 75, die links in die Ahrtalstraße (L73) mündet. Diesen Ort, wo auch der Armuthsbach in die Ahr fließt, nennt man „Dreieck“. Wer eine Einkehr in der urgemütlichen Daubiansmühle machen möchte quert die Straße und wandert rechts auf dem Radweg an der Straße entlang weiter. An der Einfahrt zu einem Steinbruch finden wir wieder das Wegzeichen des Mühlrades, dem wir links folgen. Es führt uns bis zur Daubianusmühle, wo eine zünftige Einkehr gehalten wird. Danach wandern wir von der Mühle auf dem Zufahrtsweg zur Straße und folgen dem Radweg rechts bis wir wieder am „Dreieck“ das Ahrtal erreichen. 

 

       

verschlungener Bergpfad

 

Daubiansmühle

 

geol. Aufschluss

 

 Wer auf eine Einkehr verzichten möchte kürzt 3km ab und wandert links weiter zur Straße. Hier um Schuld hat die Ahr sich tief in das Gebirge eingegraben, wodurch immer wieder Einblicke in die Erdgeschichte gegeben werden. Es wurden vor 400 Millionen Jahren in einem Meer Schlamm, Sand, Kies und Schottermasen abgelagert, die sich mehrere Tausend Meter hoch auftürmten und im Laufe von Jahrmillionen sich verfestigten. Anschließend wurde das Land gehoben und zusammengedrückt, wodurch Falten entstanden. An der Felswand links unterhalb der "Branderhardt" sind die einzelnen Abläufe gut zu beobachten.

Wir wandern nun 400m an der Straße entlang bis zur nächsten Ahrbrücke. Hier können wir erneut an den Felsen sehen was für Kräfte einst am Werk waren, die sogar zu einer Faltenumbiegung geführt haben. 

 

       

Faltenumbiegung

 

entlang senkrechter Felsen

 

Blick vom Türmchen

Wir überqueren die Ahr und folgen am Ende der Bahnhofstraße dem Wirtschaftsweg nach rechts bis zum zweiten, links abbiegenden Feldweg. Auf diesem Wiesenweg gewinnen wir wieder langsam an Höhe mit schönem Blick auf Schuld. Wir kommen in den Wald, wo der Berghang immer steiler wird. An der rechten Seite gibt eine mehrere Meter hohe Felswand erneut einen Einblick in die Erdgeschichte. Nach der Felswand folgt ein kleiner Parkplatz, wo wir dem Hinweisschild „Zu den Türmchen“ rechts bergauf folgen. Nach einem weiteren Wegweiser kann man hier zu zwei Aussichtspunkten gelangen. Uns reicht aber einer und so steigen wir den Pfad rechts bergan und erreichen schon nach ca. 30m einen kleinen Pavillon (306m). Anschließend zurück bis kurz vor dem Parkplatz, wo  wir rechts auf dem Wallfahrtsweg weiter wandern. An einer kleinen Quelle führt der Weg hinunter zur Straße. Nach ca. 100m geht der Stationsweg auf der anderen Straßenseite weiter und wir  stehen bald vor der Schornkapelle.

In frühen Zeiten war die Verbindung von Dorf zu Dorf sehr schlecht. Straßen und Brücken gaben es nicht. Erst im Kriegsjahr 1870 hatte man von Dümpelfeld die Straße bis zum Armutsbach geschaffen. Man musste, um von Insul nach Schuld zu kommen, mehrmals die Ahr queren und durchfahren.

 

So geschah es einmal, dass zur späten Abendstunde ein Bauer aus Schuld auf der Heimfahrt von der Mühle in Dümpelfeld unterwegs war. 100-mal war er diesen Weg schon gefahren. Aber es hatte am Abend stark geregnet, deshalb hatte die Ahr Hochwasser und das Fuhrwerk geriet in starke Strömung und das Ende für Ross, Wagen und Fuhrmann schien gekommen. Den Tod vor Augen rief der Bauer die Jungfrau Maria um Hilfe an und versprach eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes bauen zu lassen. Da kam der Mond zwischen den Wolken hervor und in seinem Licht fand der Bauer wieder aus den Fluten. Er hielt sein Versprechen und ein Kapellchen wurde erbaut. Sie wurde nach ihrem Stifter „Schornkapelle“ genannt. 

 

       

Schornkapelle

 

Freilichtbühne

 

Höhenweg nach Insul

Der Wanderer erreicht sie am Ende des Stationsweges. Im Laufe der Jahre wurde sie erneuert, umgebaut und in den heutigen Zustand versetzt. Unmittelbar hinter der Kapelle liegt seit über 50 Jahren eine kleine Freilichtbühne, auf der jährlich an den Wochenenden im Sommer Vorstellungen stattfinden.

Den Zufahrtsweg wandern wir hinunter bis zu einer Linkskurve. Hier folgen wir dem Hinweisschild „Insul“, einem Waldweg oberhalb eines kleinen Baches. Am Ende des Weges wenden wir uns nach rechts, „Rundweg Schuld“. Wir wandern auf schmalen Pfad ca. 300m parallel, aber mehrere Meter fast senkrecht über der Ahrtalstraße.

Vorbei an einem kleinen Marienkapellchen verlassen wir den Wald. Jetzt weitet sich das Tal und eine interessante Weiterentwicklung eines Mäanders ist hier zu beobachten. Vor etwa 150000 Jahren floss die Ahr noch auf einem ca 30m höheren Niveau um den rechts liegenden kleinen Hügel herum, ähnlich wie beim Mäanderbogen von Schuld. Hier hat der Fluss es durch stetige Erosion geschafft die Mäanderschleife zu durchbrechen. Zurück blieb dann dieser Umlaufberg.

 

Unten überqueren wir die Straße und folgen dem nächsten, linken Wirtschaftsweg nach Insul. Von der Ahrbrücke gehen wir wieder den gleichen Weg zur Hahnensteiner Mühle wie beim Hinweg.

 

Informationen: Wanderkarte Nr 11 des Eifelvereins (Oberes Ahrtal) Seit 2009 lädt ein Geopfad in Schuld zu einer kleinen Zeitreise durch die geologische Geschichte der letzten 400 Mio. Jahre ein. 6 der 11 Aufschlußpunkte werden bei der Wanderung angelaufen. Nähere Informationen findet man auf der Homepage www.geopfad-schuld.de 

 

Streckenlänge ca. 16 km Rundwanderung, Abkürzung ca. 3km bei Auslassen der Schleife von „Dreieck“ zur Daubiansmühle

 

Schwierigkeit: leichte Berg- u. Talwanderung, steiler Anstieg zur „Spicherley“ und kurzer Anstieg zum 1. Aussichtspunkt „zu den Türmchen“, zu empfehlen feste Schuhe mit Profilsohle, da teilweise alpine Pfade

 

Einkehrmöglichkeit an der Strecke: Daubiansmühle (www.daubiansmuehle.de ), in Schuld und Insul

 

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Radioteleskop in Effelsberg

 Weltraum-Exkursion

 

Der weinselige Abschnitt des Ahrtales von Altenahr flussabwärts ist den meisten bekannt. Wer sich aber abseits von dem touristischen Rummel und den Wanderkarawanen auf dem Rotweinwanderweg Ruhe und Stille einer verträumten Natur gönnen möchte, der ist nicht weit von dem Ahr-Rotwein-Tourismus in der Abgeschiedenheit einer der schönsten Seitentäler der Ahr, dem Sahrbachtal, bestens aufgehoben. Der Freundeskreis-Sahrbachtal hat seit 2006 mit vielen beschilderten Wanderwegen diese Landschaft aus dem Dornröschenschlaf geholt. Die Hauptattraktion dieser Region ist das zweitgrößte, frei bewegliche Radioteleskop der Welt. Dieses gigantische Wunderwerk der Technik wird uns unterwegs in der Einsamkeit des Effelsberger Bachtales den Atem stocken lassen.

 

 

Startpunkt ist der Parkplatz östlich von Effelsberg. Hinweisschilder zeigen schon vorher den Weg dorthin. Wir gehen zunächst zurück zur Zufahrt des Parkplatzes (420m ü.NN) und wandern hier auf dem links entlang vorbei führenden Wirtschaftsweg und sehen auch schon das sich im Tal versteckende Teleskop. Es schützt sich hier weitgehend vor störenden irdischen Radiostrahlen. Auf einem Wiesenweg wandern wir am Waldrand entlang, immer mit Blick zum Radioteleskop, bis von links ein Waldweg hinzukommt. Jetzt gehen wir rechts auf dem unscheinbaren Wirtschaftsweg weiter und treffen auf den „Planetenweg“, der asphaltiert vom Parkplatz zum Besucherpavillon führt und links schon zu sehen ist (1,0km, 365m). 

 

    

Radioteleskop Effelsberg

 

Wunderwerk der Technik

 

Das Ohr zum Weltall

 

  Die Informationsschautafeln geben einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt der Radioastronomie. Radiowellen aus bis zu 12 Milliarden Lichtjahren Entfernung werden empfangen und so astronomische Objekte und alles, was sich da draußen im Weltraum befindet, beobachtet. Eine Tonbildvorführung erhält man an der Rückseite des Pavillons. Informationsvorträge werden im Pavillon gehalten.

(  www.mpifr-bonn.mpg.de/effelsberg  ) 

 

Es verwundert nicht, wenn wir bei unserer Tour teilweise auf Weltraumwegen unterwegs sind. Jetzt folgen wir zunächst dem „Milchstraßenweg“, der hinunter zu einer Aussichtsplatform führt. Hier steht man direkt dem 100m im Durchmesser messenden Radioteleskop gegenüber und es bietet sich die beste Fotografiermöglichkeit. Weiter geht es auf dem rechts hinunter zum Effelsberger Bach führenden Pfad und rechts weiter bis zu einer Informationstafel (1,5km, 307m). Hier stoßen wir auf den „Sahrbacher Höhenweg“, den wir zusammen mit dem „Milchstraßenweg“ links über den Bach folgen. Nach 300m verlässt uns der „Milchstraßenweg“ nach rechts. Wir halten uns links und wandern nun mit dem „Sahrbacher Höhenweg“ auf dem „Galaxienweg“. Auch hier erhalten wir von Schautafeln Informationen über unsere Galaxie. Zwischen den Baumwipfeln erscheint die über alles schwebende kolossale Teleskopschüssel wie ein riesiges eisernes Monster, das sich geisterhaft den kosmischen Radiowellen entgegendreht. 

 

    

Teleskopschüssel

 

Hochthürmen 500m ü.NN

 

Marienkapelle auf Seeligen

 

 Unser Wanderweg folgt dem Bach talaufwärts. Nach 700m steigen „Galaxienweg“ und „Sahrbacher Höhenweg“ rechts bergan (2,6km, 335m). Wir wandern aber noch 400m weiter bis links Wiesengelände beginnt. (355m). Dort müssen auch wir den Talboden verlassen und rechts mit dem steil ansteigenden Weg den Talhang bewältigen. Der Waldweg endet an einem Wiesenzaun und führt an diesem rechts entlang, noch leicht ansteigend weiter bis auf eine Höhe von 413m (3,4km). Links schauen wir zu den Orten Wald, Limbach und Houverath. Vor uns liegt der bewaldete und weithin sichtbare 500m hohe „Hochthürmen“, wo schon die Römer einen Wachposten hatten. Leicht fallend stößt unser Weg auf einen Hauptwirtschaftweg, wo wir uns nach rechts wenden. Im Wald (3,6km, 405m) stoßen wir wieder auf den aus dem Tal kommenden „Galaxienweg“ und „Sahrbacher Höhenweg“, die uns nun wieder den Weg zeigen. 200m hinter einer nach links rechtwinklig abknickenden Richtungsänderung erreichen wir einen asphaltierten Weg, wo uns die Wegzeichen rechts weiterleiten. Auf der Höhe geht der befestigte Weg mit herrlicher Aussicht über die Eifellandschaft zu einem Marienkapellchen, „Kapelle auf Seeligen“ (5,0km, 378m). Der Name der Kapelle hat nichts mit armen Seelen zu tun. Er stammt vom 1562 erstmals erwähnten und bereits Ende des 18. Jh´s aufgegebenen Seeligerhof und geht auf das mittelhochdeutsche „seelig“ (zu einem Herrenhof gehörend) zurück. Bei dieser herrlichen Lage macht man gerne mal eine Rast. 

 

     

Auf dem Martinssteig

 

Kirchsahr

 

Bärenkampf

 

 Hier am Kapellchen verlässt uns der „Sahrbacher Höhenweg“. Wir folgen weiter dem „Galaxienweg“ noch 150m bis zur „Martinshütte“, wo auch dieser endet. Die Grill- und Schutzhütte wurde in den 1970er Jahren unweit des vor über 200 Jahren aufgegebenen Seeligerhof errichtet.

An der Hütte vorbei biegen wir nach ca. 30m links ab (5,2km). Wir befinden uns jetzt auf dem „Martinssteig“, der uns hinunter nach Kirchsahr führt. Dieser Pfad teilt sich nach 200m. Wir wandern mit dem Zeichen links weiter. Über einen steilen Felsensteig erreichen wir in Kirchsahr die „Seeligenstraße“, die wir hinunter bis zur „Sahrstraße“ gehen (5,8km, 270m).

Schon vor über 1000 Jahren taucht Kirchsahr in der Geschichtschronik auf. Bekannt ist seine Kirche von 1729/30, in der ein prächtiger Flügelaltar, ein Meisterstück der Gotik, seinen Platz gefunden hat. Er ist im 15. Jh. von der „Kölner Schule“ für die Stiftskirche in Münstereifel angefertigt worden. Auf Wunsch des damaligen Pfarrers Johannes Cremer (1750-1787) kam das, in Münstereifel inzwischen durch einen Barockaltar ausgesonderte Prachtstück, nach Kirchsahr, wo es mit Freude aufgenommen wurde. (Besichtigung nach Voranmeldung: 02643-903504)

Auf der Sahrstraße wandern wir links entlang und biegen 30m hinter der Brücke über den Sahrbach, gegenüber dem Hotel Restaurant „Zum Sahrbachtal“, rechts mit dem Logo des „Sahrbachweges“, das nun unser weiterer Wegbegleiter ist, in den „Thürner Weg“ ein. Aber schon nach 100m leichtem Bergan führt uns das Logo rechts im Tal weiter. 

 

     

Eifel-Nashorn

 

Erfrischung am Babara Brunnen

 

Gretel - Stollen

 

  Dass es uns trotz des bequemen Weges und der friedlichen Landschaft nicht langweilig wird, hat ein einheimischer Künstler gesorgt. Auf einer Wiese entdecken wir fremdartige, kuriose Gestalten, die uns neugierig machen und so betrachten sie einmal aus der Nähe. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen Urmenschen, vielleicht einen Neandertaler handeln soll, der sich im Kampf mit einem Bären befindet. Noch zwei weitere fast lebensechte Wesen, einen Fuchs und ein Nashorn finden wir auf der Wiese. Schmunzelnd über diese außergewöhnliche Idee des Künstlers, hier weit sichtbar Kreaturen aus einer anderen Welt in die friedliche Eifellandschaft zu projektieren und das Wandererlebnis spannender zu machen, wandern wir weiter. Wir kommen nun nach Binzenbach, einem Ortsteil von Kirchsahr mit ca. 100 Einwohnern. Hinter dem „Rübenkeller“, einer urigen Einkehrmöglichkeit, finden wir das Wegzeichen links an einem Zaunpfahl, wo es über eine kleine Bachbrücke am Talhang weitergeht. Hier begleitet uns wieder der „Milchstraßenweg“.

Im Sahrbachtal schürfte man über Jahrhunderte nach Erzen. Bergbau, Köhlerei, Verhüttung und Abtransport der Erze prägten das Tal und seine Bewohner. Bis 1940 wurde hier nach Erzen gesucht. Der Eingang des „Gretelstollens“, der mit 295m längste gesicherte Bergbaustollen im Sahrbachtal, ist heute noch zu sehen. Er liegt oberhalb des Barbara Brunnens und ist mit einem kurzen Abstecher zu besichtigen.

100m weiter endet für uns der „Sahrbachweg“, denn wir wenden uns jetzt rechts über eine Holzbrücke dem Restaurant „Eifelstube“ zu, wo eine willkommene Rast gemacht wird (7,6km, 255m). 

 

       

Sahrbachweg

 

"Eifelstube"

 

kurz vor Effelsberg

  

 Anschließend wandern wir gestärkt nach Binzenbach und dort die „Sahrstraße“ bis zur „Weberstraße“. Diese führt uns hinauf zur Landstraße, der wir 200m rechts bis zur Serpentine folgen. Hier zeigt der Wegweiser „Holzemer Weg“ die weitere Richtung an. Aber schon nach 300m verlassen wir das Tal des Effelfelder Baches (8,5km, 285m) und wandern links auf dem „Sahrbacher Höhenweg“ zunächst sehr steil bergan bis er rechts (9,1km, 395m) leichter weiter führt. Der Wald endet an einer Wegekreuzung und der „Sahrbacher Höhenweg“ biegt hier links ab. Wir halten aber weiter geradeaus auf das vor uns liegende Effelsberg zu. Dort geht es rechts auf der Straße „In der Grube“ weiter bis zur „Max-Planck-Straße“, über die wir zum Ausgangspunkt gelangen (11,1km).

 

Sahrbacher-Höhenweg u. Galaxienweg

Information: Wanderkarte Nr. 7 „Bad Münstereifel“ des Eifelvereins; Wanderkarte „Wanderparadies Sahrbachtal“ des Freundeskreis-Sahrbachtal, erhältlich in der örtlichen Gastronomie

 

Streckenlänge: 11,1km lange Rundwanderung; Anstiege 300m, Abstiege 300m

 

Schwierigkeit: mittel, zwei steile Aufstiege jeweils aus dem Effelsberger Bachtal mit 60 und 110 Höhenmetern

 

Einkehrmöglichkeit: in Kirchsahr Hotel Restaurant „Zum Sahrtal“  www.zum-sahrtal.de , „Rübenkeller“ www.am-ruebenkeller.de , in Binzenbach Hotel Restaurant „Eifelstube“ www.eifelstube-binzenbach.de , am Parkplatz Radioteleskop gibt es eine Imbiss-Stube

 

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Altenahrer Schweiz

 Berg- und Hüttentour

 Alpine Wanderung durch die Altenahrer Schweiz

 

Das Ahrgebirge, eingebettet in die Höhen der Eifel, zählt sicherlich zu den schönsten Seiten im "Bilderbuch für Wanderer". Die vor mehr als 300 Mil. Jahren aufgebauten Gesteine sind von der Ahr einfach zersägt worden und sie hat besonders um Altenahr eine wild zerklüftete Felsenlandschaft, wenn auch nur im kleinen Maßstab, mit einem ausgesprochenen Hochgebirgscharakter geschaffen. Zusätzlich bieten die bis zum Rhein flussabwärts zwischen den bizarren Felsformationen liegenden Talhänge gute Vorraussetzungen für einen köstlichen Wein. Wer diese, auch als Altenahrer Schweiz bezeichnete Landschaft, kennen lernen will, der muss auf die Höhen steigen. So ist die folgende Tour schon etwas für Wanderer mit guter Kondition und einiger Trittsicherheit. Es geht auf und ab und teilweise über felsige Bergpfade.

 

Beginnen wollen wir unsere Bergtour in Altenahr am Bahnhof (170m ü.NN). Hier kann auch geparkt werden (kostenpflichtig). Das Wegzeichen „der roten Traube“ leitet uns zunächst zu dem Einstieg in den beliebten Rotweinwanderweg. Wer im September oder Oktober mit dem Zug anreist, braucht nur den mitgereisten Wanderern zu folgen, die in diesen Monaten den Rotweinwanderweg regelrecht erstürmen. Es geht über die Ahrbrücke durchs Zentrum und auf dem „Roßberg“ bis Haus Nr. 52. Dahinter beginnt der Einstieg direkt mit einem steil bergan führenden Pfad (0,4km). Wir stoßen auf einen Querweg, wo der Rotweinwanderweg links weiter geht. Rechts liegt die untere Toranlage der Burg Are. Ein Abstecher zur Burg ist allein wegen der Aussicht lohnenswert. Sie steht auf der felsenzerklüfteten Höhe eines Berges, dessen Ost- und Südseite steil abfallen. 

 

     

Burg Are über Altenahr

 

Weißes Kreuz mit Burg Are

 

Altenahr, Teufelsloch links oben

  

 Erbaut wurde die Anlage um 1100 von Graf Theoderich von Are und 1121 erstmals urkundlich erwähnt. In den späteren Jahrhunderten wurde sie weiter ausgebaut. 1670 eroberten die Franzosen die Burg nach neunmonatiger Belagerung zum ersten Mal. 1714 wurde sie gesprengt, weil Freibeuter von hier ihr Unwesen trieben.

Einen krönenden Ausblick erhalten wir, wenn wir noch den Aussichtspavillon auf dem höchsten Punkt des Felsens besteigen (250m ü.NN). Von dort haben wir eine phantastische 360° Aussicht in die „Altenahrer Schweiz“. Vom unteren Burgtor wandern wir auf dem Rotweinwanderweg weiter bergan bis vor uns auf einem Felsen ein weißes Kreuz auftaucht. Es erinnert an die Mühsal und Strapazen der damaligen Bevölkerung, bevor 1834 der Straßentunnel gebaut wurde. Bis dahin war nur ein schmaler Bergpfad zwischen Reimershoven und Altenahr über den Berg begehbar.

 Wir folgen weiterhin der „roten Traube“, die 20m hinter dem Kreuz uns über Felsstufen weiterführt. Am „Altenahrer Eck“ ist der steile Aufstieg beendet und der Blick schweift über die Rebhänge und dem tief eingeschnittenen Flusstal, aus dem sich der markante Fels der Burg heraushebt, und zu den bewaldeten Bergen nach Süden. Nach dem steilen und anstrengenden Aufstieg bringt an einem wolkenlosen Tag jetzt die Sonne die Wanderer auch weiterhin zum Schwitzen, deshalb sollte man die Tour früh beginnen. Im September und Oktober auch der vielen Wanderer wegen, die im Laufe des Tages prozessionsartig über den Rotweinwanderweg ziehen. Vorbei an dem Abzweig hinunter nach Reimerzhoven erreichen wir 200m weiter, jetzt im Wald, einen abzweigenden Pfad (2,6km, 288m ü.NN) mit dem Hinweis „Ümerich". Über Felsen geht es die letzten Meter bis zum „Gipfel“ (3,0km, 311m ü.NN). Hatten wir von der Burg schon eine wunderbare Aussicht, so ist diese hier noch überragender. Modellhaft legt sich der Weinort Mayschoß mit seinen Weinbergen um den „Etzhardt“, ein Umlaufberg der früheren Ahr. Nach Osten windet sich die Ahr um die Saffenburg. Weiter rechts der Mayschoßer Wald mit dem Steinerberg, den wir heute noch besteigen wollen. Ganz rechts die Felsspitzen bei Altenahr mit der Burg und die anschließende Höhe des Hasenbergs bei Krälingen. Eine Bank lädt ein, diese Aussicht einmal länger zu genießen.

  

     

Blick v. Ümerich ahraufwärts

 

Mayschoß mit Etzhardt

 

Mayschoß mit Saffenburg

 

Auf gleichem Weg, ca 100m zurück, folgen wir links dem Schild „Laach 1,5km“. Steil führt der Pfad nun bergab. Unterwegs kann noch der ca.30m abseits des Pfades gelegene „Mohrenkopf“ (280m ü.NN) bestiegen werden. Dann wird der Pfad zum Weg und wir kommen in die Weinberge, wo uns der nächste links abzweigende Weg (3,9km, 170m ü.NN) bequem nach Mayschoß führt. Zu unserer Rechten ragen fast senkrecht die Felsen der Lochmühlenley empor und legen sich wie ein Riegel der Ahr in den Weg und zwingt sie zu einem Bogen, aber wie lange noch? Die Straßenbauer haben den Felsen schon geknackt und verkürzen die Straßenführung mit einem Durchbruch. Etwas weiter rechts ragt eine Basaltsäule, der Kuckstein oder auch Guckley genannt, gen Himmel. Einst hatte hier eine Basaltschmelze einen Vulkankegel mehr als 200m über die Erdoberfläche aufgewölbt. Die Ahr gab es zu dieser Zeit noch nicht. Sie hat dann später den Basaltschlot freigelegt.

 Am Ortsanfang gehen wir rechts den Treppenweg hinunter zur Ahrtalstraße. bei Hotel „Kläs“ (5,1km, 130m u. NN) wandern wir  links entlang der Ahr bis zur Brücke. Auf der anderen Flussseite geht es vor dem Bahnhof (5,5km) rechts weiter über die Bahnbrücke und wir folgen dort dem Hinweis „Saffenburg“. Nach 700m durch Weinberge aufwärts erreichen wir den Abzweig zur Burg, deren Aussicht wir uns nicht entgehen lassen (235m ü.NN). Das Plateau auf dem steil aufragenden Felsen schiebt sich wie eine Halbinsel vor und bietet faszinierende Blicke ins Ahrtal und besonders auf Mayschoß. Aber die Ahr ist es, die hier die Landschaft gestaltet. Wie wir schon vom Ümerich gesehen haben, hat sie den Bogen um den Etzhardt begradigt und arbeitet nun weiter am Felsen der Saffenburg.  

Von der 1704 gesprengten Burg sind nur noch Grundmauern zu sehen. Sie war die älteste Burg im Ahrtal und wurde schon im 11. Jh. erstmals erwähnt. Zurück geht es von diesem Bergrücken zum Hauptweg (7,0km, 190m ü.NN). Hier können wir jetzt noch einmal die Sonne und die Weinberge genießen, bevor die nächsten vier Kilometer der Wald unser Begleiter ist. Von der Saffenburg aus kommend wandern wir zunächst den links bergauf führenden Weg weiter und folgen dann der „3“ langsam aber stetig einem kleinen Tal folgend bergan. Ohne Unterbrechung liegen 330 Höhenmeter bis zum Steinerberg vor uns. Nach ca. 1,6km leitet uns das Wegzeichen „Steinerberg“ spitzwinklig nach rechts weiter (8,6km, 295m ü.NN).

 

     

Lochmühle mit Kuckstein

 

Mayschoß

 

von Saffenburg ahrabwärts

 

Auf der linken Seite finden wir das "Hochkreuz" von 1956. Der Christus-Corpus ist ebenso grün überzogen wie die senkrecht stehende bemooste Felsplatte, an der das Kreuz angebracht ist. "Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zum Aufstieg", lautet die Inschrift.

Wir stoßen auf einen aus dem Tal bergan führenden Weg. Hier steht ein alter Bildstock (1761), der die biblische Szene von der Flucht aus Ägypten darstellt. Wir wandern links weiter zum „Steinerberg“. Die Steigung will nicht enden. Noch einmal geht es bei 9,7km links weiter. Das Gelände wird jetzt flacher. An einer Wegespinne folgen wir den Wegweisern „Steinerberg“ und „Ahr-Venn-Weg“ ein letztes Mal bergan. Kurz nach Querung eines Asphaltsträßchens haben wir dann endlich die Höhe erreicht und auch der Wald hat sein Ende. Auf der freien Fläche öffnet sich der Blick weit nach Süden und etwas hinter der Kuppe taucht das Dach des Steinerberg-Hauses auf (11km, 505m ü.NN).  

Vor über 100 Jahren war die Eifel und besonders das Ahrtal schon ein beliebtes Ausflugziel der Kölner und Bonner, die bequem mit der Bahn seit 1886 bis Altenahr anreisen konnten. So wurde von der Bonner Eifelvereinsgruppe eine Schutzhütte auf dem Steinerberg erbaut. Auch heute ist das Haus Ziel vieler Wanderer, Mountenbiker und Ausflügler, da sogar ein schmales Fahrsträßchen bis hier oben führt. Wir freuen uns nach den Aufstiegsmühen auf der Sonnenterrasse noch ein Plätzchen zu finden und bei einem Bier und einer leckeren Salatplatte das herrliche Panorama nach Süden zu der Zentraleifel mit der Hohen Acht zu genießen. Man hat den Eindruck auf einer Alpenhütte zu sitzen. 

  

     

Steinerberg-Haus

 

Blick v. Steinerberg, rechts Aremberg

 

Aussicht v. Hornberg auf Altenahr

  

Zurück geht es wieder bis zu der Wegespinne, wo wir dann den linken nicht markierten Weg nehmen. Eigentlich sollte die „8“ hier zu finden sein. Die entdecken wir beim nächsten Wegedreieck bei Km12,4. Links öffnet sich noch einmal ein freier Blick nach Süden. Wir verlieren nun merklich an Höhe. An der nächsten Wegekreuzung folgen wir weiter geradeaus der „8“und dem schwarzen Keil des Karl-Kaufmann-Weges (12,9km, 440m). Diese beiden Wegzeichen führen uns zum Hornberg-Felsen (14,1km, 380m ü.NN) mit einer wunderschönen Aussicht über Saffenburg, Krausberg bis hin zum Siebengebirge. Diese Landschaft kann zu Recht Altenahrer Schweiz bezeichnet werden. Alle im Laufe der Wanderung erstiegene Aussichtspunkte, außer Steinerberg, sind auszumachen. Das windungsreiche Ahrtal liegt uns sprichwörtlich zu Füßen. Einen Höhepunkt werden wir heute noch erleben. Es ist der Bergrücken, der zwischen Altenahr und seinem Ortsteil Altenburg unter uns liegt. Entlang des Grades werden wir bis zu seiner Spitze wandern.

Wenige Meter unterhalb unseres Standpunktes ist diese Landschaft in aller Ruhe von einem Aussichtstempelchen zu genießen. 

Weiter geht es nun steil bergab und wir folgen dem nächsten rechts abgehenden Weg mit den bekannten Wegzeichen hinunter bis zu einem Forstweg, den wir auch nach rechts weitergehen. Am Ortsrand (15km, 171m ü.NN) gehen wir rechts entlang am Zaun eines Sportgeländes weiter. Der Weg steigt nun wieder bergan. Oben an einem Felsdurchbruch erreichen wir eine Bank (15,2km, 195m ü.NN) mit dem Hinweis „Teufelsloch“. Die „7“ wird uns jetzt dorthin führen. Auf einem schmalen Pfad wandern wir mit einigem Auf und Ab hinauf bis zum Grat, auf dem es rechts jetzt immer felsiger und oft eng wird. Ein Schild, hoch an einem Baum befestigt, leitet uns dann rechts über Felsen und Stufen steil hinauf zu einer Felswand, in der wir durch ein großes Loch auf die andere Seite klettern.

Um die Entstehung des markanten Felsenlochs ranken sich viele Sagen und Mythen, die viele Seiten ausfüllen würden. Auf jeden Fall muss der Teufel seine Finger im Spiel gehabt haben, denn sonst lässt sich dieses Phänomen bei der einfachen Bevölkerung vor Hunderten von Jahren nicht erklären. Aber dieses Loch wurde nicht vom Teufel sondern von Menschenhand geschaffen und dieses ist leicht zu erklären. Im 19. Jh. war das „Original-Teufelsloch“ eingestürzt und da in allen Reiseführer dieses als Attraktion beschrieben wurde, musste ein neues her.

 

    

Saffenburg, Krausberg, Siebengebirge

 

Teufelsloch

 

Kreuzberg durch Teufelsloch

  

Sagenhaft ist der Blick von dem Aussichtsbalkon am „Teufelsloch“.  Nahezu senkrecht ragen teilweise die verwitterungsfesten Gesteine in die Höhe und geben dem mäandrierenden Fluss den Charakter eines Canyons. Die Engelsley mit den drei Tunnelöffnungen könnten aus der Modelllandschaft einer Eisenbahn kopiert sein. Diese Aussicht hat schon etwas Faszinierendes und Einmaliges. Mit dem unter uns liegenden Altenahr ist auch das Ende der Wanderung in Sichtweite. Zurück geht es zunächst bis zum bekannten Wegweiser. Hier folgen wir nun rechts weiter der „7“ Der Pfad geht jetzt nur noch bergab teilweise über Felsen, wo Vorsicht und Trittsicherheit verlangt wird.. Unterwegs können wir noch einen Gipfel besteigen, der ein paar Meter links vom Pfad zum „Schwarzen Kreuz“ erklettert werden kann, um nochmals ein fotogenes Bild dieser reizenden Landschaft festzuhalten. Weiter bergab sehen wir etwas auf erhöhter Position wieder einen kleinen Pavillon, „Nückelchen“. Wir sind aber mittlerweile gesättigt mit landschaftlichen Reizen, so dass wir vorher den links abgehenden Pfad wählen. Am Ende des Abstiegs unterqueren wir noch die Bahnlinie und wandern links an der Ahr entlang zu unserem Ausgangspunkt.

Jetzt kann man noch in einem der weinseligen lokalen in Altenahr bei einem köstlichen Ahrwein die Wanderung genüsslich abschließen (Autofahrer Vorsicht!).

 

  

  

Schwarzes Kreuz

 

Rückblick zum Teufelsloch

 

Altenahr mit Burg u. Engelsley

 

 

Information: Wanderkarte Nr.9 „Das Ahrtal“ des Eifelvereins,  www.youtube.com/watch?v=gYBgs3MuHmY


Strecke: Rundwanderung 17 km, fast nur unbefestigte Wege und Pfade, teils mit alpinem Charakter und wunderschönen Aussichten. Wer die Strecke abkürzen und nur den weinseligen Abschnitt erleben möchte, erreicht von Mayschoß auf dem Ahruferweg („A“) nach 4,5km Altenahr (insgesamt 10km). Auch eine Rückfahrt mit der Bahn ist möglich.

 

Schwierigkeit: Schöne Bergtour, die Kondition für 6 Gehstunden und Trittsicherheit erfordert. Entsprechend angepasst sollten auch die Schuhe sein. Zur Erleichterung helfen Stöcke, wenn sie richtig eingesetzt werden. Aufstiege 670m, Abstiege 670m

 

Einkehrmöglichkeit: in Altenahr und Mayschoß.

Nachdem das Steinerberghaus kurzzeitig seine Türen geschlossen hatte, ist seit Juli 2013 eine Einkehr am Wochenende mit kleinen Speisen und Getränken wieder möglich( www.steinerberghaus.de )

 

GPX-Track: BergtourAhr.gpx  (Link speichern unter)
 

 

  


Berg- und Hüttentour auf einer größeren Karte

 

 

 

 

Touren:   Schuld l Weltraum-Exkursion l Bergtour l Bergauf bergab l Ahrsteig Etappe 6 l Landskrone l zum Anfang

 

 

Bergauf und bergab

 

mit herrlichen Aussichten

 

Der Ahr-Tourismus blühte 1880 mit der Eröffnung des ersten Abschnitts der Ahrtalbahn von Remagen nach Ahrweiler auf. 1886 fuhr die Bahn dann schon bis Altenahr. Jetzt war von Bonn oder Köln ein Ausflug an die Ahr zum Kinderspiel geworden. Mit seinen zackigen und zerklüfteten Felsformationen war es gleichzeitig der schönste Abschnitt des Flusstales, das damals wie heute viele Menschen in seinen Bann zieht. Geprägt ist diese wunderschöne Landschaft aber vor allem vom Wein. Deshalb sollte man hier bei Wanderungen genügend Zeit einplanen und die Landschaft mit seinen verlockend einladenden Weinlokalen genießen. So gehört der seit 1972 eröffnete „Rotweinwanderweg“ zu den beliebtesten Wanderwegen Deutschlands.

 

Wandergebiet mit Dernau und Krausberg

 

Einige der vielen Schönheiten und Reize dieser spektakulären Landschaft werden die heutige Tour zu einem Genuss und Erlebnis der ganz besonderen Art werden lassen. Abschnittsweise stellt sie durchaus auch eine Herausforderung für geübte Wanderer dar. 

 

   

   

Weinort Rech

 

älteste Ahrbrücke

 

Brückenheiliger "Nepomuk"

 

 Startpunkt ist der kleine Weinort Rech (130m), wo an der „Rotweinstraße“ zwischen Restaurant „Ahrblume“ und der Ahr öffentliche Parkplätze zur Verfügung stehen. Von dort gehen wir über die steinerne vierbogige Ahrbrücke. Sie ist die älteste Brücke im Ahrtal und wurde 1759 erbaut und überstand als einzige die Hochwasserfluten von 1804 und 1910. Geziert wird sie mit einem Nepomukstandbild. Der Weinort Rech wurde erstmals 1140 als „Reth“ urkundlich erwähnt und gehörte bis 1704 zur Herrschaft Saffenburg.

Auf der „Brückenstraße“ wandern wir zu der aus dem 18. Jh. stammenden Kirche (erbaut 1720, erweitert 1872). Vor dieser biegen wir links in die „Nollstraße“ ein und folgen ihr bis  zur Einmündung der „Hardtstraße“, der wir mit dem Hinweis „Dernau“ folgen. Vor Hs 12 macht die Straße einen scharfen Linksbogen um einen modernen Bildstock herum, wo es auf dem „Etzelenweg“ mit dem Hinweis „Weg Nr 3 und Krausberg 3,3km“ weitergeht. Der langsam ansteigende Weg ist auch als „Panoramaweg“ bezeichnet, der uns dann auch schon bald über die Dächer von Rech blicken lässt und das Ahrtal aufwärts bis zur Saffenburg zeigt. Die Rebstöcke ziehen sich vom Talgrund bis an den oberen Rand der Hänge hin. Weiter geht es bergauf bis auch ahrabwärts der nächste Weinort Dernau auftaucht. 

 

   

   

Rech, Brückenstraße

 

Rech ahraufwärts bis Saffenenburg

 

Ahrtal Richtung Dernau

 

 Dann passieren wir ein kurzes Waldstück mit alten Bruchsteinmauern zur Rechten, die auch hier an einen früheren Weinanbau erinnern. Die aufgegebenen Flächen, die der Mensch jahrhundertelang für sich beansprucht hat, hat die Natur sich zurückgeholt und bietet jetzt Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum.

Talwärts gibt es trotz der ungünstigen Sonnenhanglage zwischen den Waldparzellen  dennoch einige Rebhänge, die uns immer wieder Ausblicke ins Ahrtal bieten. Bänke, um die Aussicht zu genießen, gibt es auch. Auf der gegenüberliegenden sonnenbeschienenen Talseite verläuft der „Rotweinwanderweg“, der unser Rückweg nach Rech sein wird.

Nach 1,8km haben wir schon eine Höhe von 260m erreicht und es folgt ein kurzer Wegabschnitt zum Verschnaufen. 

  Vorbei wandern wir an einem kleinen Bauwerk (Streckenschieber), wo der Asphaltweg endet, und einem rechts abzweigenden Weg. Wenige Meter weiter folgen wir dem oberen Weg mit dem Hinweis „2, 3 und „Krausberg“. Es ist ein kurzes ansteigendes Wegestück, das wir am nächsten Wegabzweig geradeaus mit der Wegnummer „2“ weiterlaufen. Dieses führt uns dann mit einem Rechtsbogen in ein kleines Seitental.

Krausberg-Aussichtsturm

 

Bequem geht es auf schattigem Weg, nur begleitet von Vogelgezwitscher, nach einem Linksbogen auf der anderen Seite weiter. An einem Wegestern kommt der erste Teil des Tourtitels „Bergauf und bergab“ wortwörtlich zum Tragen. Hier steigen wir rechts dem Schild „Zum Krausberg 250m“ folgend auf dem Bergpfad 40m steil bergan. Nach dem steilen Anstieg wandern wir links auf dem Pfad „3“ am Parkplatz entlang zum Krausberg mit seinem weithin sichtbaren 1927 erbauten Turm (4,2km, 368m). Daher wurde er auch im Kriegsjahr 1944 als so genannter strategischer Punkt gesprengt. Am 30. April 1967 wurde der wieder aufgebaute Turm mit einer Bergmesse eingeweiht.

Niemand sollte versäumen, ihn zu besteigen und die ca. 70 Stufen hinaufzugehen. Ein herrliches Panorama belohnt den Aufstieg und man erlebt den schönsten Rundblick auf das Ahrtal, das einem sprichwörtlich zu Füßen liegt. Von Rech windet sich der Fluss am Fuße des Krausbergs entlang zur Doppelstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und zum Rheintal, wo die Höhen des Westerwaldes das Panorama abschließen.

 

Obwohl heute die Sicht nicht ganz optimal ist, lässt sich nach Norden schemenhaft im Dunst der Kölner Dom ausmachen. Das Siebengebirge mit seinem höchsten Punkt, dem Ölberg sowie das Hotel auf dem Petersberg und auch der Drachenfels sind deutlich zu erkennen. 

Rund um den Weinort Dernau steigen die Rebenhänge gestützt von mächtigen Bruchsteinmauern wie Theaterränge die Hänge hinauf. Die oberhalb von Dernau im Hang erkennbaren Mauerbögen sollten einmal eine zweite Eisenbahntrasse stützen, die einst hier durch den Berg und an der Wand entlang von Liblar nach Mayschoß und weiter nach Lothringen geplant aber nie vollendet wurde. 

 

Blick vom Krausberg auf Dernau

 

 Das  Landschaftsbild hat die Ahr in Jahrmillionen modelliert und sich in das alte Schiefergebirge eingegraben. Das bei Dernau von Süden herankommende Ahrtal wendet sich hier mit einem Bogen nach Osten ziemlich geradlinig zur Mündung in den Rhein. Das war aber nicht immer so. Die Ahr entwässerte in ihrer erdgeschichtlichen Jugend durch den Einschnitt in der Talflanke oberhalb von Dernau zunächst direkt in die absinkende Niederrheinische Bucht. Erst größere Störungen im Gesteinsfundament der Ahreifel, die wohl mit der jüngeren Heraushebung des Schiefergebirges zusammenhängen, haben vor etwa einer Million Jahren die ostwärtige Umlenkung der Ahr zu ihrem heutigen Mündungsgebiet ausgelöst.

Es fällt uns schwer, sich von den reizvollen Blicken loszureißen. Aber auch der Gedanke an das leibliche Wohl, ist Grund genug in dieser angenehmen Umgebung eine Rast einzulegen. Aus der unterhalb des Turmes liegende ehemaligen bescheidenen Wanderhütte ist im Laufe der Zeit durch Erweiterungen bis heute eine gepflegte Gaststätte entstanden. Sie wird an Sonn- und Feiertagen von der Eifelvereinsgruppe Dernau bewirtschaftet. Die Fahne auf dem Aussichtsturm zeigt weithin sichtbar allen schon unten im Tal an, dass offen ist. Aber auch wenn sie geschlossen ist, laden Bänke und Tische ein, sich die mitgebrachte Verpflegung schmecken zu lassen.

 

   

   

Kreisstadtblick

 

abschüssiger Bergpfad

 

Bunte Kuh

 

Anschließend gehen wir auf der Zufahrtstraße hinab bis diese einen scharfen Linksbogen macht. Hier wandern wir geradeaus auf dem Waldweg mit dem Hinweis „Alfred Dahm Turm“. Dieser ist unser nächstes Ziel und wir folgen seiner Beschilderung. Die letzten Meter führen links mit A9 zum mitten im Wald liegenden Turm und dem höchsten Punkt unserer Wanderung (5,2km, 380m). Leider ist eine erneute zu erwartende Panorama-Aussicht durch hohe Bäume eingeschränkt und bietet nur zum Siebengebirge einen lohnenden Blick.

Vom Turm gehen wir vorbei an der gleichnamigen Hütte und wandern auf einem Bergrücken bis zu einem Querweg. Geradeaus erreichen wir nach 40m den „Kreisstadtblick“. Auch hier geht der Blick nur in eine Richtung, zur Kreisstadt Bad Neuenahr -Ahrweiler.

 

Anschließend müssen wir wieder zurück zum Querweg, wo es jetzt rechts (A 9 u.18) weitergeht. Nach 300m biegen wir rechts in den Pfad Richtung „Walporzheim“ ein. An einer Bank haben wir einen schönen Blick ins idyllische „Heckental“, einem kleinen Seitental der Ahr. Der Bergpfad, auf dem vor Steinschlag gewarnt wird, führt nun steil hinunter ins Tal. Ein links abzweigender Pfad wird ignoriert und wir erreichen geradeaus den „Habichtsblick“, eine weitere Aussicht ahrabwärts. Mit unzähligen Serpentinen windet sich der Pfad weiter hinunter. Einmal ist durch Windbruch die Sicht zur gegenüberliegenden Talseite frei und wir blicken hinauf zur Hütte „Fischerley“, die wir im weiteren Verlauf der Tour noch besuchen werden. Der Abstieg endet oberhalb der Ahr auf dem „Ahruferweg“ (6,8km, 255m), den wir nun ahrabwärts wandern. Wer möchte kann hier links auf dem Ahruferweg entlang des Flusses zurück nach Rech wandern (4,5km).

Vorbei an einem kleinen Rastplatz mit Blick zur „Bunten Kuh“, erreichen wir eine Ahrbrücke (7,2km, 124m), die wir überqueren. Fotofreunde können den Trampelpfad direkt hinter der Brücke an die Ahr nutzen, um die Felsformation der „Bunten Kuh“ ins rechte Bild zu stellen. 

 

   

   

Bergpfad zur "Bunten Kuh"

 

Walporzheim

 

weiterer Anstieg

 

 Mit einiger Phantasie vermag der Betrachter dieses Felsengebilde am Eingang zum romantischen Ahrtal mit einigem Wohlwollen als das Abbild eines Kuhkopfes zu identifizieren, obwohl eine Ähnlichkeit mit einem Bären zutreffender wäre. Wie dem auch sei, so hat die groteske Steinformation zu vielen Sagen Anlass gegeben.

Eine Variante möchte ich erwähnen. Vor vielen hundert Jahren trieben sich manche Ritter mit ihren Knappen ruchlos herum, plünderten und raubten wehrlose Handelsleute aus. So hoffte wieder einmal, ein kleines Häuflein Wegelagerer arglos im Tal ziehende Händler überfallen zu können. Als die Räuber sich auf die Schutzlosen stürzen wollten, erklang ein Glöcklein wie von einem Gotteshaus. Sollte dies eine Mahnung, gar Warnung sein? Die Räuberbande hielt ein und die Händlerschar zog schadlos ihres Weges. Die Gelegenheit zum Überfall verstrich. Da knackte und krachte es im dichten Busch und heraus trat eine bunte Kuh (braun-weiß) mit klingendem Glöckchen am Hals. Wegen dieses Irrtums entlud sich der Zorn der Frevler und stürzten das Tier vom Fels ins Tal. Zum Gedenken an das arme Geschöpf trägt der Felsvorsprung den Namen „Bunte Kuh“.

 

Dabei entspringt die Felsnase nicht einmal einer Laune der Natur, sondern sie entstand im 19. Jahrhundert bei der Sprengung für den Straßenbau. Inzwischen hat der Schieferfelsen Nöte mit dem eigenen Gewicht. So müssen Beton und stählerne Anker das Wahrzeichen des Ahrtales vor einem Absturz bewahren.

Anschließend geht es noch 160m auf dem Ahruferweg bis zur Bahnunterführung, die unterquert wird und wir an der „Winzerschänke“ die „B267“ erreichen. In dem anschließenden Wingert führt links ein unscheinbarer nicht markierter Grasweg zu einem steil (30%) durch die Weinberge ansteigenden Schotterpfad. Hier heißt es nun kraxeln und man kann ohne Bedenken von einem Steig reden. Der Bergpfad vermittelt eine Vorstellung von den Mühen des Winzers in der Steillage, die uns rechts und links begleitet. Nach 50 Höhenmetern über dem Talboden können wir zunächst einmal verschnaufen. 

 

Ziel Aussicht "Bunte Kuh" erreicht

Hier tangieren wir den von Walporzheim kommenden Zuweg zum „Rotweinwanderweg“. Diesen können auch die „Nichtbergsteiger“ nutzen, wenn sie an der Bundesstraße noch ca. 300m entlanggehen und dann links der Markierung der roten Traube folgen. Da, wo beide Wandergruppen sich treffen lädt eine Bank zum Rasten und Aussicht Genießen ein. Der Blick ahrabwärts zeigt jetzt von dem unten liegenden Walporzheim ein sich öffnendes Tal mit dem umfangreichen Gebäuden des ehemaligen Kalvarienberg Klosters in Ahrweiler und den beiden markanten Vulkankegel von „Neuenahrer Berg“ und „Landskrone“ bei Bad Neuenahr.

Nach der aussichtsreichen Rast, steigen alle gemeinsam, den hinter der Bank führende Bergpfad, auf direktem Weg und „auf eigener Gefahr“, wie auf dem Schild zu lesen ist, hinauf. Der anstrengende Aufstieg endet an der Schutzhütte der „Bunten Kuh“ (8,1km, 235m).

Eine gemütlichere Variante durch die Weinberge über den „Rotweinwanderweg“ würde ca. 2,5km mehr in Anspruch nehmen.

Zum Aussichtspavillon sind es noch einige Treppenstufen mehr, wo uns die Landschaft mit einer grandiosen Aussicht beschenkt.

 

Der „Kuhkopf“, wie der Fels zunächst genannt wurde, liegt unsichtbar tief unter uns. Ebenso der Fluss, der sich tief in das Schiefergebirge eingegraben hat. Der Blick geht in das gegenüberliegende "Heckental" mit dem Aussichtspavillon auf der „Katzenley“ am Eingang des Tales. Ahraufwärts reicht der Blick bis Dernau. Nach Osten öffnet sich das Tal und nimmt Ahrweiler mit dem mächtigen Komplex des Klosters im Vordergrund sowie Bad Neuenahr auf. Begrenzt wird es von dem weit über das Tal sich spannende Bauwerk der A61 Dahinter der markante Vulkankegel der Landskrone und am Horizont, schon auf der anderen Rheinseite, die Berge des Westerwaldes.

 

   

   

Heckental mit "Katzenley" vorne links

 

Blick nach Dernau

 

ahrabwärts

 

Die Hütte im Rücken geht es einige Meter bis zu einer Wegegabelung, wo wir links den Weg nehmen und dort gleich 50m weiter links den Pfad, der zu einer Busstation hinunter ins Ahrtal führt. Dem Motto „Bergauf und bergab“ geht es nun in vielen Serpentinen auf einem Waldpfad hinunter ins Tal des „Teufenbachs“. Unten nehmen wir das Zufahrtssträßchen rechts hinauf zum „Försterhof“. Aber schon 200m vor dem Winzerhof, der schon zu sehen ist, stoßen wir auf den „Rotweinwanderweg“ und biegen in diesen links ein (9,1km, Hinter der Langen 205m). nach einem kurzen bequemen Wegestück machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Aussichtspavillon „Fischley“; Acht Meter höher als die Felsnase der Bunten Kuh, die etwas weiter unten ins Tal schaut. Diese bizarren Felsformationen prägen den topografischen und geologischen Übergang vom mittleren in das untere Ahrtal. 

Leichten Schrittes erreichen wir die Hütte „Trotzenberg“, wo eine Panoramatafel uns die Landschaft erläutert. Wieder einige Meter zurück verlassen wir den Rotweinwanderweg und wandern links den asphaltierten Weinbergsweg in ein kleines Seitental der Ahr und kommen nach "Marienthal "mit seiner alten Klosterruine und deren wechselvoller Geschichte (10,8km, 140m). 

 

   

   

Blick ins Ahrtal

 

Marienthal

 

Klosterruine

 

Die Gründung des Augustinerinnenklosters im 12. Jh. war ein Glücksfall für den Weinbau ‚ad aram’ - ohne den kirchlichen Einfluss auf den Weinbau wäre auch das Ahrtal in seiner heutigen Pracht wohl nicht denkbar. Das Kloster wurde 1646 von französischen Truppen niedergebrannt, 1699 wieder aufgebaut und wechselte nach erneuter französischer Besatzung und Säkularisierung 1802 mehrmals den Besitzer, bis es 1925 zur Staatlichen Weinbaudomäne ausgebaut und in 2004 durch eine private Genossenschaft übernommen wurde.

In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts rückte für den nahe gelegenen Regierungssitz Bonn "Marienthal" mit dem Bau des "Regierungsbunkers" in den Mittelpunkt. Die bereits fertig gestellten „Kuxberg- und Trotzenberg-Tunnel“ der ehemals „unvollendeten Eisenbahnstrecke“ wurden jetzt hierzu genutzt. Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde der Bunker funktionslos und seit 2001 schrittweise rückgebaut.

Ein ca. 200 m langes, erhaltenes Reststück der Anlage ist bei Ahrweiler im oberen Taleinschnitt zwischen "Silberberg" und "Kuxberg" zu besichtigen.

Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Tunnelröhren schon einmal genutzt worden. 1943/44 wurden hier Startelemente zur V2 montiert.

Vor den Gebäuden der Klosterruine wandern wir rechts wieder ein Stück auf dem Rotweinwanderweg, um aber gleich wieder links direkt hinter dem Klostergrundstück einzubiegen, wo der Asphalt mit herrlichem Blick auf die Klosterruine und dem gemütlichen Biergarten endet. Den nächsten asphaltierten Weinbergweg wandern wir hinunter nach Dernau. Die viel befahrene „Rotweinstraße verlassen wir aber schon an der rechts abgehenden „Römerstraße“, die uns durch einen beschaulichen Teil des Weinortes mit schmucken Fachwerkhäusern zur Kirche führt.

Die Pfarrkirche wird erstmals 1205 erwähnt, der heutiger Bau ist aus dem Jahre 1763. Hier stoßen wir auf die „Bachstraße“, wo einst der "Irrbach" offen zwischen den Häusern hinunter zur Ahr floss. Dieser muss heute seinen Weg durch ein unterirdisches Rohr finden.

 

   

   

Dernau

 

Rotweinwanderweg

 

als Bergpfad

 

Nach 40m rechts auf der Bachstraße führt uns dann anschließend links die „Wingertstraße“ weiter.

Über die Bonner Straße verlassen wir rechts den Ort und biegen  links hinter dem letzten Haus vorbei an Haus 59 in den wieder zum Rotweinwanderweg führenden Weg ein. Der auch bald hinter einer Straßenunterführung an einer Schutzhütte erreicht wird. Sie ist nach „dem geistigen Vater des Rotweinwanderwegs „Dr. Karl-Näkel-Hütte“ benannt. Dieser war damals Vorsitzender des Dernauer Eifelvereins und hatte mit dem Ahrweiler Landrat Heinz Korbach die Idee des Rotweinwanderwegs, der bis heute einer der schönsten und beliebtesten Wanderwege Deutschland ist.

Wir haben wieder einige Höhenmeter erklommen und wandern nun am Waldrand entlang mit freiem Blick über die links steil abfallenden Weinberge und das Tal hinüber zum bewaldeten Krausberg mit seinem Aussichtsturm. Wenig später geht es rechts im Wald auf einem Bergpfad weiter, vorüber an der „stipe Kirch“, weil eine Laune der Natur hier einen Stein wie ein winziges Kapellchen geformt hat.

Bei Sonnenschein ist dieser Abschnitt eine willkommene Abkühlung. Nach einem Felsendurchlass stehen wir auf dem Panoramaplätzchen „Mosesquelle“ (190m). Wasser ist aber nicht vorhanden. Dieses wurde einmal von einer oberhalb liegenden Quelle hierher geleitet. Eine kleine Sitzgruppe lädt noch einmal zu einer Rast ein, die allein wegen der herrlichen Aussicht lohnt. 

 

Blick zum Krausberg

Unter uns das Ahrtal, wo der Blick links von Dernau nach rechts Richtung Rech schwenkt. Und über allem thront der Krausberg mit Aussichtsturm.

 

Was besonders hier beim Wandern durch die Weinberge auffällt sind einmal die mächtigen gemauerten Stützwände und die vielen ausgebauten Wege. Nach dem Kriege hatte die Flurbereinigung zur besseren Erschließung und Vorraussetzung zu einem modernen und rentablen Weinanbau damit begonnen ein umfangreiches Wegenetz und größere Parzellen anzulegen. Diese geben dem Winzer die Möglichkeit mit Fahrzeugen den Antransport von Düngemittel und den Abtransport der Trauben schneller und bequemer durchzuführen. Leider ist dadurch für den Betrachter der Landschaft einiges an Reiz verloren gegangen. Sie hat etwas Schablonenhaftes ja sogar Eintönigwirkendes erhalten.

Der Rotweinwanderweg schwenkt dann rechts Richtung Mayschoß ab (14,9km, 160m). Wir wandern geradewegs hinunter nach Rech, wo eine abwechslungsreiche Berg- und Talwanderung mit vielen herrlichen Aussichten ihr Ende findet. In einem der gemütlichen und rustikalen Weinlokale kann man anschließend den Tag ausklingen lassen.

 

In diesem Sinne ein Prosit auf dieses weinselige Tal.

 

 

"Bunte Kuh" Wahrzeichen des Ahrtales

Information: Wanderkarte Nr.9 „Ahrtal“ des Eifelvereins, Beschilderung teilw. Hinweisschilder und Rotweinwanderweg, herrliche Aussichten, Fernglas lohnt sich, z.B. Kölner Dom

 

Streckenlänge: Rundwanderung ca. 15,5 km, befestigte und unbefestigte Wege sowie steile Bergpfade. Abkürzung ca 11,5km.

 

Schwierigkeit: anspruchsvoll durch steile Auf- und Abstiege, Auf- und Abstiege 600m; Tour entgegengesetzt zu unternehmen ist nicht empfehlenswert: Abstieg von „Bunte Kuh“ durch Schotter Rutschgefahr und langer und steiler Aufstieg aus Ahrtal zum Krausberg.

 

Einkehrmöglichkeit: Rech, Krausberg (nur Sonn- u. Feiertage wenn Fahne auf dem Turm weht), Walporzheim, Marienthal, Dernau; September, Oktober gibt es unterwegs Weinstände.

 

GPX-Track: bergauf bergab.gpx

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Im Schatten der roten Trauben

auf dem Ahrsteig

 

  

Beginnen wollen wir unsere Tour am Durchbruch der Ahr, wo der Fluss erst seit einer Million Jahren nach Osten in einem breiter werdenden Tal dem Rhein zuströmt. Es waren Bewegungen an verschiedenen Störlinien im Bereich des heutigen Ahrtales die dazu führten, dass der Fluss sich hier durch das Schiefergebirge seinen Weg zum Mittelrhein grub. (mehr Information „Bergauf und bergab)

 

Das Tor zum romantischen Ahrtal

 

 

Der Rotweinwanderweg ist hier wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Wanderwege. Er verläuft auf der nach Süden ausgerichteten Talseite der Ahr durch sonnenverwöhnte Weinberge. Die Sonne meint es hier auch mit den Wanderern besonders gut, manchmal könnte man meinen, der Wanderweg führt durch einen Backofen. Angenehmer ist dagegen die nach Norden bewaldete Talseite. Hier entlang führt der Ahrsteig und dieser ist als Premiumwanderweg nicht zu unterschätzen.

So wird das rote Ahrsteig-Logo dieses Mal unserer Führer sein. Es ist eine Etappe des zweiten Ahrsteig-Abschnitts. Eine durchgängige Markierung von der Quelle bis zur Mündung auf vorhandenen Wegen konnte man wegen individueller Interessenkonflikte nicht markieren. So gibt es einen blau und einen rot markierten Ahrsteig. Die Lücke zwischen Kreuzberg und Walporzheim schließen vier Verbindungswege. 

 

Katzenley

Bevor wir uns aber auf den Ahrsteig begeben, wartet mit einem steilen Aufstieg noch eine körperliche Herausforderung auf uns, die aber mit einem grandiosen Blick auf das Tor zum romantischsten Teil des Ahrtales belohnt wird. Deshalb starten wir unsere Wanderung schon 1,5km vor Beginn des zweiten Ahrsteig-Abschnitts. 

Ausgangspunkt ist ein kleiner Parkplatz (125m) am Eingang des „Heckentales“, einem Seitental der Ahr, unterhalb der „Katzenley“. Alpin ist das Gelände rundum. Wir blicken vor uns auf die Felswände der „Katzenley“. Beim Blick zurück über die Ahr, steigt dort der Felshang der „Bunten Kuh“ mit seinem markanten Felsen steil in die Höhe. 

 

Unser erstes Ziel ist die über uns auf steilem Felsen liegende Aussichtskanzel der „Katzenley“. Sie lässt erahnen was für ein steiler und anstrengender Aufstieg uns erwartet und dieser beginnt direkt rechts am Ende des Parkplatzes mit einem Bergpfad. Geradeaus verläuft der „Ahrsteig-Verbindungsweg (AV)“ auf den wir beim Abstieg wieder treffen. Wer sich den anstrengenden Aufstieg ersparen möchte, kann diesem ganz entspannt entlang der Ahr folgen. Wir steigen mühsam Meter um Meter und schnaufend durch den Berghang und erreichen nach mehreren Serpentinen endlich die Höhe mit der Aussichtskanzel (0,5km, 190m). Kräftig durchatmend genießt man nun den lohnenswerten, einzigartigen Blick. Gegenüber thront der Aussichtspavillon „Bunte Kuh“ mit den ahrabwärts anschließenden Weinbergterrassen. Unter uns teilen sich Fluss, Straße und Bahn diese Talenge, die den Zugang in das enge Felsengewirr der Ahr ermöglicht (s. Bild oben). Ahrabwärts öffnet sich das Tal mit den Orten Walporzheim, Ahrweiler, Bad Neuenahr bis hin zur weit über das Ahrtal sich spannenden Autobahnbrücke und dem dahinter aufragenden Vulkankegel der Landskrone. Das Siebengebirge schließt am Horizont das Panorama ab. 

   

   

ahrabwärts öffnet sich das Tal

 

an der Ahr

 

Maibach-Klamm

 

 Zurück von dem ins Tal vorgeschobenen Felsen gehen wir geradeaus auf dem Pfad noch leicht bergan weiter. An einem links abzweigenden Pfad steht ein beschrifteter Stein, der uns den Weg hinab nach Walporzheim zeigt. Der Pfad schlängelt sich diesmal bequem bergab ins Ahrtal. Unterwegs stoßen wir auf den „AV“ und folgen ihm ahrabwärts auf schattigem Weg, begleitet vom leisen Rauschen der Ahr, bis zu einem weiteren Wanderparkplatz an der „Josef-Brücke“(1,5km, 130m).

Hier beginnt der zweite Abschnitt des „Ahrsteigs“, dem wir nun mit dem roten Logo folgen. Zunächst geht es entlang an dem leise dahinfließenden Wasser, bis es an einem Wehr über eine kleine Gefällestufe dann rauschend und schäumend hinunter strömt. Hier verlassen wir den Talboden und folgen dem Wegzeichen rechts mit dem leicht ansteigenden Waldpfad. Nach einem kurzen Steilstück geht es links, begleitet rechterhand von Weinreben, bequem weiter. Ein Geländer sichert hier das linke, steil abfallende Gelände zur Ahr. Hinab geht es zur Mündung des „Wingsbaches“ (2,6km, 117m), an dem wir bachaufwärts wandern.

  

   

   

Über 11 Stege muß du gehen

 

Kloster Kalvarienberg

 

Blick ahraufwärts mit Ahrweiler

 

Idyllisch und romantisch wirkt das eingekerbte Tälchen mit dem über kleine Felsstufen talwärts sprudelnden Bächlein, das elfmal überquert wird. Bei den Einheimischen heißt es auch „Maibach-Klamm“, benannt nach der einst am Ende vorhandenen Hühnerfarm „Maibach“ mit einem Ausflugslokal.

Die Wurzeln der Maibachfarm liegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Betreiber lebten in erster Linie von der Hühner- und Rinderzucht. Aus dieser Zeit stammt auch der liebevolle Name „Hühnerfarm“. Nach einigen Jahren Stillstand und einem Eigentümerwechsel entwickelte sich die Maibachfarm so, wie sie nun viele in der Region kennen: zu einem prächtigen Aussiedlerhof mit dem Schwerpunkt Weinbau. Neben Weinbau gibt es auf der Maibachfarm noch Schafe, Esel, Streuobstwiesen und eine Brennerei. Von Juni bis Oktober lädt eine Straußwirtschaft Besucher ein.

Vor der zwölften Brücke fordert uns das Wegzeichen dann auf, den Bach links zu verlassen. Wer noch einen Abstecher (0,7km) zu einer zünftigen Einkehr in der Maibachfarm machen möchte quert auch diesen Steg und erreicht auf einem Fahrweg sein Ziel. Die anderen stoßen auf einen weiteren Wanderparkplatz (3,1km, 138m) auf dessen Zufahrt wir wieder Richtung Ahr wandern. Bald beginnen rechts Weinberge und der Blick geht auf die Sonnenseite des Ahrtales hinüber. Halblinks oberhalb der Weinberge strahlt das Hotel Hohenzollern im Sonnenlicht. Vor uns rückt immer mehr das ehemalige Kloster Kalvarienberg in den Vordergrund.

Dort wo auf einer Basaltkuppe (Kopp) heute das Kloster steht, stand ursprünglich der Galgen des Ahrweiler Hochgerichts. Um 1440 empfand ein aus Jerusalem heimkehrender Ritter die Lage des Berges ähnlich der von Golgatha im Heiligen Land. Eine hölzerne Kapelle wurde schnell zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte.

1630 wurde von den Franziskanern ein Kloster errichtet. Nach der Säkularisierung besiedelten Ursulinen von Monschau das Kloster und errichteten eine Mädchenschule mit Internat. Heute ist der Kalvarienberg Mutterhaus der Ursulinerinnen mit Gymnasium, Realschule und Internat sowie geistiges Zentrum.

 

Blick über Ahrweiler auf die Sonnenseite

 

 In Höhe des Klosters nehmen wir den halbrechts abbiegenden Weg (3,6km, 138m, geradeaus nach Ahrweiler 1,3km). 

Es folgt ein schöner 800m langer Panoramaweg durch die Weinberge mit Blick über Ahrweiler auf die Sonnenseite des Ahrtales. Am Ende biegen wir links in die asphaltierte Straße ein und erreichen mit der „Georg-Habighorst-Straße“ die ersten Häuser von Ahrweiler, die hinunter zur „Ramersbacher-Straße führt (4,5km, 120m, Abkürzung nach Ahrweiler 1km). Wir wandern auf der anderen Straßenseite auf einem Fußweg weiter. Nach Überquerung der „Franziskusstraße“ steigt der schattige Weg nun wieder leicht bergan und führt bis an den Rand von Weinbergen. Am Ende des Aufstiegs zeigt der Ahrsteig nach rechts, wo uns ein schöner Panoramablick das Ahrtal präsentiert (4,9km, 150m). Eine Bank lädt ein, diese Aussicht zu genießen. Hier muss ich den Planern ein Lob aussprechen, dass der Ahrsteig hier mit einem kleinen Wegschlenker direkt an diesem Aussichtspunkt vorbeigeführt und nicht nur mit einem Zeichen darauf hingewiesen wird. Man hätte auch am Rechtsabbieger weiter geradeaus markieren können, denn auf diesen Weg stoßen wir wieder beim Weitergehen. Gesäumt von Obstbaumgärten wandern wir links durch eine kleine Mulde, wo wir auf der Höhe uns inmitten von weiteren Weinbergen befinden. Links geht es nochmals 100m auf einem befestigten Weinbergweg mit schöner Aussicht auf die gegenüberliegenden Weinbergterrassen. Beim nächsten Rechts-Abzweiger lädt eine Eifelliege, wie wir sie vom Eifelsteig kennen, zum Verweilen und Entspannen ein. Nach einem kurzen Wegestück biegen wir rechts ab (5,6km, 160m) und lassen das Ahrtal hinter uns. Wir wandern nun am Rande des Bachemer Bachtales leicht ansteigend zum „Hardtberg“ hinauf. Rechts begleiten uns hin und wieder Weinberge. Nach passieren eines kleinen Waldstücks führt der Weg bis an die L84 heran (6,4km, 218m). Vor der Straße biegen wir aber links ab und wandern auf einem schönen Waldpfad hinunter ins Bachemer Bachtal. 

Am Ende des Pfades geht es auf dem Waldweg rechts weiter und wir passieren eine Schutzhütte mit einer offenen Toilette. Nach Überquerung des Baches finden wir dort einen Wanderparkplatz und rechts eine kleine Lourdes-Kapelle (7,0km, 164m, Abkürzung nach Bachem 1,6km). 

 

   

   

Lourdeskapelle

 

Lourdeskapelle innen

 

Bachemer Tal

 

Seit 1949 brennen in der kleinen Kapelle immer rote Opferlichter. Ein Bachemer Bürger hatte sie aus Dank errichten lassen, weil er nach dem letzten Krieg heil nach Hause gekommen war. 1958 wurde die Kapelle mit einer Grotte erweitert. Bänke laden zum Rasten und Innehalten ein.

 

Weiter folgen wir dem Fahrweg in den Wald. Und halten uns immer links, wobei wir dabei die Richtung ändern und wieder talauswärts wandern. Ein Teerweg wird gequert und nach ca. 200m führt ein schmaler Pfad links im Zickzack bergab. Unten wenden wir uns nach rechts. Damit nähern wir uns wieder dem Ahrtal. Links fallen besonders steile Weinberge auf. Am „Karlsberg“ (9,2km, 192m) präsentiert sich erneut ein wundervolles Ahrtal-Panorama mit der Doppelstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Blick reicht sogar bis zu den Bergkuppen des Siebengebirges. Der Weg steigt nun rechts wieder bergan und führt in den Wald. An einer Grillhütte mit Dixi-Klo zeigt der Ahrsteig halbrechts auf einen Waldpfad, der an einem Teerweg endet. Von hier gelangen wir rechts zum Wanderpunkt „südliche Amseltal-Hütte“  (10,0km, 225m), wo mehrere Wege zusammen kommen. Wir nehmen links den „Bürgermeister Hepkeweg“, der mit einem Stein die Richtung nach Bad Neuenahr anzeigt. Aber schon nach 130m biegen wir an der Wegekreuzung rechts ab. Der Weg steigt durch den Wald bergan und kreuzt mehrere lokale Wanderwege. Dem nächsten Hauptweg folgen wir links nun leicht bergab. Der Ahrsteig verläuft jetzt gleichzeitig über einen Naturlehrpfad. Nach einem kurzen Wegestück geht es links und gleich wieder rechts zu einer Schutzhütte. Hinter der Hütte gelangen wir an den Rand eines Kletterparks. 

 

   

   

Wald-Kletterpark

 

uriger Wanderweg

 

Kurgartenbrücke

 

Große und kleine Wald-Abenteurer treffen wir hier, ausgerüstet mit Helm und Klettergurten bereit zur Eroberung der Baumwipfel, in denen schon andere sich über wacklige Brücken hangeln und mit der Seilbahn durch den Wald sausen.

Wir bleiben auf festem Boden, wo uns das Logo links hinunter zum Freizeitgelände „Paradieswiese“ führt. Hier verlassen wir die rote Markierung des Ahrsteigs und folgen jetzt dem gelben Logo (Zuweg 2,3km) hinab nach Bad Neuenahr. Am Start- und Informationspunkt des Natur-Lehrpfades wird die Straße gequert und auf dem „Niessenweg“ geht es im Zickzack durch einen märchenhaft urigen Wald bergab bis zur „Königsfelder Straße“ und weiter ins Zentrum der Kurstadt mit ihrem mondänen Flair. Das berühmte Heilbad lebt ganz vom Charme seines Kurviertels, Breite Straßen, elegante Geschäfte und vor allem das repräsentative Kurhaus, in dem sich auch das Spielcasino befindet, haben Bad Neuenahr weltberühmt gemacht. Dazu laden herrliche Parkanlagen mit einem wunderbaren alten Baumbestand entlang der Ahr weiter zum Bummeln ein.

 

   

   

Kurhaus

 

Spielcasino

 

Platz an den Linden

 

Obwohl Bad Neuenahrs Geschichte bis ins 13. Jh. zu den Burggrafen Newenare zurückreicht, begann seine große Zeit doch erst 1856 nach Entdeckung der Heilquellen und Aufnahme des Badebetriebes (1858). Die Dörfer Wadenheim, Hemmessen und Beul schossen sich 1875 zur neuen Gemeinde Neuenahr zusammen, die rasch zu einem modernen Badeort aufstieg und sich seit 1927 „Bad Neuenahr“ nennen darf. Die Stadtrechte wurden 1951 verliehen.

Das gelbe Logo führt über die Kurgartenbrücke (12,8km, 100m) ins Stadtzentrum und schließlich zum Bahnhof, von wo die Rückfahrt nach Walporzheim angetreten wird.

 

   

   

St. Josef-Kapelle

 

Gasthaus St. Peter

 

Blick über die Ahr zur "Bunten Kuh"

 

In Walporzheim verlassen wir den Bahnhof nach rechts und folgen hier dem gelben Logo des Ahrsteigs. Dabei streifen wir im Ortskern gleich zwei historische Gebäude. Die Josef-Kapelle von 1660 und gegenüber das älteste Weinhaus im Ahrtal, „Gasthof St. Peter“. Dieses Anwesen war um 1100 Hofgut der Grafen von Are, die es 1246 dem Kölner Domkapitel schenkten. Bis 1802 blieb das Gut im Besitz des Domkapitels, seit 1805 befindet sich der Gasthof „St. Peter“ in Privatbesitz. Heute zählt das Gasthaus weit über Walporzheim hinaus zu den renommiertesten Gasthäusern Deutschlands.

Schon die Franken ließen es sich an der Ahr gut gehen. Bis ins 5. Jahrhundert nach Christus geht die Gründung des fränkischen Königshofes „Walbrechtshoven“ zurück - davon leitet sich der Name Walporzheim ab. Der Ort wird 893 erstmals im Prümer Güterverzeichnis schriftlich erwähnt.

 An der Pützgasse biegen wir rechts ab und gelangen zur Ahruferstraße, die uns nun rechts vorbei am Sportplatz und mit einem letzten Blick von der Ahrbrücke auf die „Bunte Kuh“ wieder zu unserem Parkplatz führt. 

 

 

Information: Wanderkarte Nr.9 „Ahrtal“ des Eifelvereins, Beschilderung ab Parkplatz Josef-Brücke „Ahrsteig-Logo“, Fernglas lohnt sich;

 

Streckenlänge: Streckenwanderung gesamt ca. 15,6 km (14,3km bis Bad Neuenahr Bahnhof + 1,3km in Walporzheim zum Ausgangspunkt), befestigte und unbefestigte Wege sowie Pfade. Strecke kann an mehreren Stellen abgekürzt werden, Rückfahrt mit dem Zug

 

Schwierigkeit: mittel, wenn man den sehr steilen Aufstieg (80 Höhenmeter) zur “Katzenley“ auslässt, gesamte Aufstiege 380m und Abstiege 410m

 

Einkehrmöglichkeit: Walporzheim, Bad Neuenahr, unterwegs an der Strecke keine Einkehrmöglichkeit. Rucksackverpflegung

 

GPX-Track:  Walporzheim-Bad Neuenahr.gpx  u,  Bf Walporzhei-Parkp.gpx   (Link speichern unter)

 

 

 

 

 

 

 

Touren:   Schuld l Weltraum-Exkursion l Bergtour l Bergauf bergab l Ahrsteig Etappe 6 l zum Anfang

 

 

Landskrone mit "Maria Hilf Kapelle"

 

Eine Krone mit Weitblick

Die linksrheinische Autobahn ist heute eine wichtige Nord-Süd-Verbindung. Wer kennt sie nicht die schon von weitem sichtbare kleine weiße Kapelle hoch oben im Berghang der Landskrone, wenn man die A61 hinunter nach Süden zur Ahrtalbrücke fährt. Schon bis ins 19. Jh. verlief ganz in der Nähe auf der Ostseite des Berges eine wichtige Fernstraße, die sog. Aachen-Frankfurter-Heerstraße. Ihre besondere Bedeutung hatte die Straße allerdings, als ab 936 für rund 600 Jahre in Aachen die deutschen Könige gekrönt wurden. Viele der in Frankfurt gewählten Könige reisten auf dieser Straße zur Krönung, daher auch die Bezeichnung „Krönungsstraße“. Zur Sicherung dieser Straße ließ 1206 der Staufer Philipp von Schwaben, ein Sohn Kaiser Barbarossas auf dem Gimmiger Berg eine Burg errichten und nannte sie „Landkrone“, denn als er das erste Mal den alles überragenden Basaltberg sah, soll er spontan ausgerufen haben, „Das ist des Landes Krone“.

 

Die Burg ist schon seit Jahrhunderten Ruine, aber die Aussicht ist vielleicht heute sogar noch überragender und so machen wir sie zum Ziel unserer heutigen Wanderung.

 

Am Bahnhof in Bad Bodendorf, wo auch einige Parkplätze vorhanden sind, starten wir unsere Tour (75m ü.NN). Am Vorplatz mit dem „Brönnchen“ finden wir auch die Ankündigung „Aufgang zum Rotweinwanderweg“. Er ist einer der beliebtesten Wanderwege Deutschlands. Er beginnt bzw. endet hier. Von seinen gesamten 35 Kilometern bis Altenahr werden wir einige auf dem Weg zum heutigen Wanderziel begehen. Weinberge werden wir aber in der Gemeinde Bad Bodendorf nicht mehr finden, denn 1968 endete mit der letzten Weinlese eine über tausendjährige Weinbaugeschichte. 

 

   

   

Beginn bzw Ende in Bad Bodendorf

 

Aussicht  vom "Koppen"

 

Orchideenwiesen

 

 Wir wandern die Bahnhofstraße hinauf und sehen an der Ecke zur „Hauptstraße“ links ein verwildertes Grundstück mit den Resten der ehemaligen im 13.Jh errichteten Bodendorfer Wasserburg. Wir bleiben links auf der „Hauptstraße“ und werden nach 100m rechts in den „Heerweg“ weitergeleitet. Der Name erinnert gleichzeitig an die Aachen-Frankfurter Heerstraße. Eine Informationstafel gibt uns einige Details zu dieser historischen Fernverbindung.

 

Nach einem Linksbogen führt uns die Straße langsam den Sonnenberg hinauf. An einem Bildstock aus Basaltlava schwenkt die Fahrstraße nach rechts. Wir wandern weiter geradeaus auf dem asphaltierten Waldweg. Dann enden Steigung und Asphalt und wir erhaschen durch das Blätterwerk hier und da einen kleinen Blick auf die gegenüberliegenden Ahrtalberge. „Auf dem Hühnenberg“ (1,2km, 137m) zeigt ein Wegweiser zur 300m bergauf liegenden Waldkapelle (Ziertheck). Dort hinauf führte auch die mittelalterliche Heerstraße. Wir folgen dem Rotweinwanderweg „Lohrsdorf 3,0km und bleiben auf der Höhe, leider ohne Sichten nach rechts und links. Erst an einer Hütte (1,5km. 130m) gibt einmal eine Schneise den Blick ins Ahrtal frei. Jetzt fällt der Weg leicht bergab und führt durch eine kleine Talmulde dann wieder bergan. Umrankt sind die Bäume hier von lianenähnlichen Pflanzen. Nach einem kurzen Anstieg erleben wir den ersten schönen Blick ins Ahrtal. Der Weg verläuft entlang alter Streuobstwiesen, die zurzeit durch abgestorbene Bäume und verwildertes Buschwerk sich etwas verkommen präsentieren. Dieser Entwicklung möchte man durch ein Gemeinschaftsprojekt entgegen wirken und das attraktive Landschaftsbild wieder herstellen. Die sonnenreiche Südhanglage ermöglicht die Ansiedlung einer außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt. So können auf den Magerrasen viele kleine Pflanzen und Tiere überleben, die anderswo durch stake Überdüngung ausgestorben sind. Durch regelmäßige Beweidung haben dann In Zukunft auch Enziane, Orchideen und Insekten wieder eine Chance. 

 

   

   

Tagpfauenauge

 

Widderchen

 

Kaisermantel

 

„Auf Koppen am Stein“ (Lohrsdorf 1,4km, 156m) finden wir die nächste Schutzhütte. Zu einer Rast laden aber 100m weiter zwei Bänke mit einer herrlichen Sicht ins Ahrtal auf Heimersheim ein. Der Weg macht nun einen Rechtsbogen und führt uns zunächst 500m weit in ein kleines Seitental der Ahr. Nach einer Spitzkehre geht es dann wieder Richtung Ahr, wo wir vor Lohrsdorf auch auf die ersten Weinberge treffen. Über einen Betonweg kommen wir hinunter an die Rotweinstraße, wo rechts die Gemeinde Lohrsdorf beginnt. Der Hinweis Heimersheim 2,4km am Schilderpfahl „Lohrsdorf“ (4,5km, 82m ü.NN) schickt uns gleich nach einer Bachüberquerung die Ritterstraße hinauf. Vorbei an der kleinen Kirche erreichen wir den beliebten Rastplatz am Heuberg (4,5km, 115m). Der Blick geht ahrabwärts über die Talenge zwischen Ehlinger Kopf und Lohrsdorfer Koppen bis zu den Bergen auf der anderen Rheinseite. Vom Rastplatz verläuft der befestigte Weg auf der Sonnenseite durch Weinberge mit ständigen Blicken ahraufwärts zu der sich weit über das Ahrtal spannenden Autobahnbrücke der A61. 

 

   

   

Kirche Lohrsdorf

 

Rastplatz am Heuberg

 

Landskrone

 

  Der steile, teils felsig aufragende Berg halbrechts vor uns zeigt unser Ziel. Dazu verlassen wir an einem Informationspunkt den Rotweinwanderweg, der weiter geradeaus leicht bergab führt, und wenden uns rechts dem Weg mit dem Hinweis „Landskrone“ zu. 

Landskrone, Gipfelkreuz

Auf dem unbefestigten Waldweg wandern wir stetig bergan. Am Ende des Waldes geht es auf einem Wiesenweg über einen Bergsattel, von wo noch einmal ein Blick ins Ahrtal schweift, hinüber zum Basaltkegel der Landskrone. An einer Schranke (6,1km, 207m) vorbei steigen wir hier auch mit dem Eifeleinsweg Nr.1, dem „Jakobsweg“, an der Nordseite des Berges Meter um Meter in die Höhe. Den Wegweiser „Kapelle“ ignorieren wir im Augenblick noch und gehen weiter geradeaus und erreichen bald vorbei an überwachsenen Mauerresten das Burgplateau. 

Sie haben ihr Ziel erreicht“, zeigt uns eine Tafel (6,5km, 267m). Aber zum Gipfelkreuz müssen wir noch über einige Treppenstufen höher steigen. Gewiss hat Philipp von Schwaben bei dieser überwältigenden Aussicht nicht übertrieben, als er diesen Berg zur Landeskrone machte. Sind wir von der Aussicht und Schönheit der Landschaft beeindruckt, so ging es ihm mehr darum, heranrückende Feinde frühzeitig zu erspähen. Über den Ahrbergen entdecken wir sogar den hoch aufragenden Turm der Burg Olbrück. 

 

 

 

Panoramablick ahraufwärts mit Autobahnbrücke, vorne Heppingen dahinter Bad Neuenahr-Ahrweiler

 

 Aber auch Einheimische und Gäste wussten diese exponierte Lage zu schätzen und so entstand 1910 hier oben ein beliebtes Ausflugslokal. Durch Kriegseinwirkungen diente das Gebäude nach 1945 als Wohnhaus bis es 1949 durch einen Brand völlig zerstört wurde.

 

Von der Burg wandern wir den gleichen Weg zurück bis zum Abzweig „Kapelle. Sie liegt unterwegs 50m links vom Weg (7,1km, 235m). Auch von der Kapelle ist die Aussicht ahraufwärts phantastisch. 

 

Maria Hilf Kapelle

Die Maria Hilf Kapelle wurde 1212 erstmals erwähnt. Es war ein Burgherr der Landskrone, der sie aus Dankbarkeit für die Rettung seiner drei Töchter erbauen ließ. Die hatten sich hier in einer kleinen Grotte vor einem aufdringlichen Ritter versteckt. Die Kapelle ist an den Fels angebaut und integriert die kleine Grotte, die von Basaltsäulen umschlossen ist. Auch außen sind an der Felswand meist die sechseckigen Säulen gut zuerkennen, die bei der Abkühlung der 1000° heißen Lava zu Säulen erkalteten. Sie spiegeln die vulkanische Tätigkeit wieder, die hier im Zeitalter des Tertiärs herrschte. Die Kapelle ist meistens verschlossen oder man hat das Glück, dass jemand nach dem Rechten sieht und einem einen Blick ins Innere ermöglicht. 

 Der weitere Abstieg führt mit vielen Serpentinen auf dem „Jakobsweg“ abwärts durch den Wald bis wir auf einen asphaltierten Weg und damit wieder auf den Rotweinwanderweg stoßen (Abzweig nach Gimmingen, 8,0km, 122m), der führt über Treppen hinunter nach Heppingen 0,1km. Man die Wanderung auch in diese Richtung fortsetzen und entlang der Ahr nach Bad Neuenahr wandern und dort mit dem Zug zurückfahren.

Wir folgen aber dem Rotweinwanderweg links Richtung „Heimersheim 2,0km Bhf“. Nach Verlassen des Waldes kommen wir unterhalb der Landskrone wieder auf die Sonnenseite des Ahrtales und damit in die Weinberge mit freien Sichten ins Tal. Steil ist der Südhang der Landskrone und stellt hohe Anforderungen an die Winzer. An dem „Abzweig Bahnhof Heimersheim“(9,0km 144m) haben wir den Kreis um die Landskrone fast geschlossen. Jetzt folgen wir dem 25% steilen Teerweg (Vorsicht bei Nässe!) hinunter zum Bahnhof 0,4km. Wer hier die Wanderung beenden möchte kann mit dem Zug zurück nach Bodendorf fahren oder einen Abstecher in das historische Heimersheim unternehmen. Zu Fuß sind es nach Bodendorf auf bequemen Wegen weitere 4km. 

  

       

Kapelleninnere, links Zugang zur Grotte

 

Heimersheim

 

Ahrbrücke an ehemaliger Furt

  

 100m am Bahnhof (9,4km, 85m) vorbei überqueren wir die Ahr und steigen auf der Brücke hinunter an die Ahr (geradeaus geht es in den Ort) und begleiten den Fluss zunächst 800m auf seinem Weg zum Rhein. Hier herrscht am Wochenende und bei schönem Wetter starker Radfahrverkehr. Es reicht uns schließlich deswegen immer wieder Platz machen zu müssen und so überqueren wir auf einer Stahlbrücke, die eine mittelalterliche Furt ersetzt, erneut die Ahr und haben den folgen Weg fast für uns alleine. Denn wir treffen kaum Wanderer oder Radfahrer. Der asphaltierte Weg verläuft dann entlang der Ahrtalbahn. Rechts begleiten uns alte Streuobstwiesen. Das Gemeindehaus von Lohrsdorf lassen wir rechts liegen und gehen auf dem unbefestigten Weg am Spielplatz vorbei weiter geradeaus. An einer Wegegabelung wenden wir uns von der Bahnstrecke ab und wandern auf dem Schotterweg in das sich immer weiter öffnende Ahrtal durch Feld- und Wiesenfluren. Die heutige vor uns liegende Landschaft ist das Ergebnis beträchtlicher Eingriffe am Ende des 19. Jahrhunderts. Zuvor floss die Ahr hier noch in weit ausladenden Schleifen und Verästelungen, toten Nebenarmen und Sümpfen, gemächlich zum Rhein. Trotzdem wirkt die Bodendorfer Talweitung auch heute noch wie eine Oase der Natur. Wir treffen erst an der Bäderstraße wieder auf Menschen. Die Kuranlagen von Bad Bodendorf liegen auf der rechten Ahrseite und stellen in ihren Grundzügen, abgesehen von kleinen Änderungen, auch heute noch immer das Bild der 1950er Jahre dar und zeigen dem heutigen Betrachter, dass der Fremdenverkehr seine Blütezeit hinter sich hat. Den Titel Bad führt der Ort seit 1972. Mit dem Logo des „Ahrsteig Zuweg“ gehen wir links, wo eine Eisdiele zu einer willkommenen Pause einlädt. Anschließend geht es zu unserem Ausgangspunkt am Bahnhof.

Es ist in allen Phasen des Weges eine abwechslungsreiche Tour von den Landschaftsbildern bis zu den Wegebefestigungen

 

Information: Wanderkarte Nr.9 „Ahrtal“ des Eifelvereins, Beschilderung Rotweinwanderweg, Wegweiser zur Landskrone, Ahruferweg,, Fernglas lohnt sich

 

Streckenlänge: ca. 13,5 km Rundwanderung, befestigte und unbefestigte Wege sowie Pfade. Strecke kann um 4km abgekürzt werden, wenn man vom Bahnhof Heimersheim zurückfährt.

 

Schwierigkeit: mittel, 400m langer steiler Aufstieg zur Landskrone, Auf- und Abstiege 330m 

 

Einkehrmöglichkeit: unterwegs an der Strecke keine Einkehrmöglichkeit. Rucksackverpflegung

 

GPX-Track:  Landskrone.gpx  (Links speichern unter)
 

 

 

 


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Wandern weckt die Lust auf mehr