Touren:  Geultal l Lila Land l Dreiländerregion 

 

 

Aussichtsreiches Geultal

 Faszinierende Ausblicke rund um Epen

   Im Süden des Aachener Waldes, aber schon auf belgischer Seite, entspringt auf der Hebscheider Heide ein kleines Flüsschen, dass durch eine liebliche sanfte Hügellandschaft erst 21 Kilometer durch Belgien und anschließend 35 Kilometer durch die Niederlande bis in die Maas fließt. Es ist die Göhl (niederländisch Geul, französisch Gueule), deren Name von dem germanischen Wort „Galia“ abstammt, was soviel bedeutet wie enger, kurvereicher Fluss. Auf niederländischer Seite werden wir den mäandernden Verlauf bei einer Wanderung eindruckvoll erleben.

Starten wollen wir unsere Runde im niederländischen Südlimburg in dem kleinen Ort Epen. Für die Niederländer ist diese Gegend die höchstgelegene ihres Landes und daher sehr beliebt. So gibt es in und um Epen Hotels mit dem Namen „Berg und Tal“. „Berghof“ und „Alpensicht“. Sie lassen eine bergige Landschaft erahnen, ja, sie wird sogar in Anlehnung an die Schweiz liebevoll als „Limburgsche Schweiz“ bezeichnet.

 

unsere Wanderlandschaft

 

Wenn wir aus Aachen über Vaals anreisen finden wir an der „Wilhelminastraat“ den „Patronaatsplei“. Hier können wir bequem parken (P2“). Zunächst gehen wir bis zu der Straßenkreuzung und biegen dort links mit der Markierung gelb und blau in den „Bovenpad“ ein, um anschließend den Fußweg (Terpoortenerkerkpad), hinunter zum „Molenweg“ zu wandern. Es ist ein auffallender Hohlweg, von denen wir bei unserer Wanderung noch einige treffen werden. Oft haben sie sich mehrere Meter tief in das Gelände eingeschnitten. Entstanden sind die Einschnitte aufgrund der fortwährenden Nutzung durch Fuhrwerke, Frachtverkehr und Viehtrieb. Die starke Beanspruchung rief im Erdgrund Rillen hervor, die mit der Zeit vom Regen immer weiter ausgewaschen wurden. Hier hat man zur Sicherung den Boden befestigt und für das Wasser eine Ablaufrinne angelegt.

Am Ende geht es rechts weiter bis zur Hauptstraße, wo links das Restaurant „Smidse“ liegt. Der Name erinnert an die einst hier betriebsame Schmiede, als Ackerpferde noch nicht von Traktoren ersetzt wurden. Heute ist sie zu einem kleinen beliebten Ausflugslokal umgebaut, das gerne von Besuchern angenommen wird. 

 

       

Restaurant/Café "Smidse"

 

Mäandernde Geul

 

Volmolen

 

Auf der anderen Straßenseite führt uns die Markierung nach einem für die Gegend typischen Drehkreuz in eine Wiese, die schon bald links von der Geul begrenzt wird. Gleichzeitig wandern wir jetzt auf der „Via Gulia“, dem Wanderweg, der entlang der „Geul“ von der Quelle bis zur Mündung (blau-weiß blau) verläuft. Vor uns kommen die Gebäude einer Mühle in Sichtweite, die „Volmolen“. Sie hat ihren Ursprung im Jahre 1882 und diente im Laufe ihrer Geschichte unterschiedlichen Zwecken: Erst wurde sie für die Tuchindustrie eingesetzt. Später dann für eine Spinnerei und heute wird in ihr wieder Korn gemahlen. Allerdings nur zur Futterherstellung. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach Opfer eines Brandes, so dass nicht alle Teile ursprünglich sind.

Der Name leitet sich von „vollen” (walken) ab. Wir haben es mit einer ursprünglichen Tuchwalkmühle zu tun. Dazu brauchte man u.a. Urin. Daher wurde sie auch als „Stinkmolen“ bezeichnet und sie liegt nicht von ungefähr entfernt vom Ort. Zweimal im Monat ist die Mühle samstags für die Öffentlichkeit geöffnet.

Über einen kleinen Steg queren wir die Geul und gelangen in den gepflasterten Innenhof, den wir durchqueren und an den Mühlenbach gelangen. An der rückwärtigen Gebäudeseite dreht sich das mächtige Mühlenrad und liefert u.a. Strom. Zweimal im Monat ist die Mühle für die Öffentlichkeit geöffnet. Dann wird Korn gemahlen

 Über die gepflasterte Zufahrt stoßen wir auf den asphaltierten „Plaatweg“, den wir links weitergehen. Links unten an der Geul erkennt man einen Wasserschieber, der das Wasser durch den Mühlengraben zum Wasserrad leitet. Gegenüber einer mächtigen Eiche wandern wir den Fußpfad mit den bekannten Markierungen zur Geul. Auf der anderen Seite durchqueren wir eine weitläufige Wiesen- und Tallandschaft, durch die sich die Geul schlangenförmig windet, begleitet von etlichen Sträuchern und Bäumen. In den Pappeln fallen besonders die vielen kugelförmigen Gebilde auf, die sich in den Baumkronen festgesetzt haben. Es sind Misteln, eine halbparasitäre Pflanze, die auch unter dem Namen „Hexenbesen“ bekannt ist, weil eine Ähnlichkeit mit Besen älterer Machart aus einem Stecken und Birkenzweigen besteht. Glaubt man den alten Legenden, dann entsteht das wirre Durcheinander der Zweige, wenn nachts fliegende Hexen und Dämonen sich auf den Ästen der Bäume ausruhen.

  

       

verhexte Geul

 

Heimansgroeve

 

schattiger Hangpfad

 

 Im weiteren Verlauf stoßen wir am Talhang auf die alte Karbongrube „Heimansgroeve“. Hier fand der Naturforscher Eli Heimans um 1911 die ersten Fossilien, daher auch der Name. Doch noch heute können junge und alte Hobbyarchäologen mit etwas Ausdauer auf einen der besonderen 300 Millionen alten Gesteinsfunde stoßen. Wir kraxeln den Trampelpfad hinauf mit schöner Aussicht zur Geul bis zu dem oben verlaufenden Weg, den wir rechts weiter und wieder hinunter wandern. Dabei stoßen wir auf diejenigen, die ohne Anstrengung am Fuße der Böschung entlang gegangen sind.

Der im Talhang weiterführende schöne Waldweg endet an einem Drehkreuz, hinter dem ein breiterer Weg folgt. Hier liegt links über uns der „Birversberg Hoeve“. Am Wegesrand finden wir einen Stein, von denen wir im weiteren Verlauf unserer Tour noch einige antreffen werden. Sie beschreiben jeweils das Rinnsal bzw. den Bach, der gequert wird und in die Geul fließt. An einem Geulsteg kommt ein weiterer Wanderweg hinzu. Wir bleiben aber auf dieser Seite und verlassen nun die „Via-Gulia“ und wandern links den Weg, mit blauen Pfählen markiert, bergan. Unterwegs bietet sich bei einem Rückblick ein schönes Bild über das Geultal mit einem Campingplatz hinüber zu dem Ort Sippenaeken. Hinter dem Hof „Termoere“ wandern wir an einem weiteren Campingplatz vorbei und passieren zwei rechts und links liegende alte Fachwerkhäuser. An der nächsten Wegekreuzung biegen wir links (blauer Pfahl) ab. Es ist ein tief eingeschnittener Hohlweg, der uns auf die Höhe bringt, wo der Aufstieg mit einem herrlichen Panorama belohnt wird, das man hier auch von einer Bank genießen kann. 

 

       

Einer von vielen Hohlwegen

 

Blick übers Geultal nach Epen

 

Aussichtsreicher Wanderweg

 

 Am Ende des Weges erreichen wir die Straße Epen – Vaals und müssen nun links an dieser 700m entlang wandern, aber diese ungeliebte Strecke wird mit einer schönen Aussicht entschädigt. Meist können wir einen Trampelpfad bzw. einen abmarkierten Radfahrstreifen am Straßenrand nutzen. Ein blauer Pfahl markiert dann links einen von der Straße abwärts führenden Weg. Aussichtsreich führt der Weg vorbei an der schön gelegenen und zu Aktivitäten einladenden Gruppenunterkunft „Paradijsvoegel“, hinter der wir auf einen asphaltierten Weg stoßen. Dieser bringt uns rechts wieder bergan zur Straße. Hier liegen ein Parkplatz, wo ebenfalls diese Wanderung begonnen werden kann, und das Restaurant „Buitenlust“, das uns jetzt zu einer kleinen Einkehr einlädt. 

 

   

   

Restaurant "Buitenlust"

 

wilde und

 

ungebändigte Geul

 

 Weiter geht die Wanderung an der rechten Seite des Restaurants auf einen am Waldrand entlang führenden Weg (gelb/rot markiert) mit schönen Blicken ins Geultal. An der nächsten Wegekreuzung nehmen wir den linken abwärts führenden Weg, der schließlich mit einem Hohlweg an dem „Bommerigerweg“ endet. Schräg gegenüber wandern wir mit blauer und gelb/roter Markierung bis zu der Hauptstraße, an der wir rechts Richtung Geul gehen.

Bei gutem Wetter kann man die Freilufteisdiele „Wingberger-Hoeve” nicht übersehen. Weiter zurück liegt links das Lokal „Wingbergermolen“ mit seiner unmittelbar an der Geul liegenden hölzernen Terrasse.

Wir betreten vor der steinernen Geulbrücke durch ein Drehkreuz rechts die Wiese und wandern nun wieder auf der „Via Gulia“ nach Mechelen.

Wir haben nun die Hälfte der Wanderstrecke (7,5km, 105m) geschafft und wer möchte, kann seine Wanderung hier abkürzen und in der Straßenkurve hinter der Geulbrücke den Wirtschaftweg bergan zurück nach Epen (0,7km) gehen.

Wir begleiten weiter den mäandernden Fluss, der in einer einzigartigen Weise sein Bett gegraben und geformt hat. Steil abfallende Böschungen, entwurzelte Bäume kennzeichnen links und rechts seinen Lauf. Der Wanderweg verläuft ohne diese vielen Geulschleifen ein Stück am Fuße des Talhangs entlang und anschließend durch die Wiesen bis zum „Hurpescheweg“. Auf dem geht es einige Meter nach links, um dann wieder mit einem Drehkreuz rechts weiter flussabwärts über die Wiesen zu wandern. 

 

   

   

typisches Drehkreuz

 

Hotel "Hoeve de Plei"

 

Blick zurück nach Mechelen

 

 In Mechelen gehen wir den „Beukenweg“ bis zur „Hoofdstraat“. Hier folgen wir links am "Longbergbeek" entlang der Markierung der „Via Gulia“ noch einige Meter, bevor diese rechts in eine Gasse verschwindet. Wir wandern weiter und biegen nach Überquerung der Geul am Hotel „Hoeve de Plei“ rechts Richtung „Vinkenhof“ ein. Der nächste links abgehende Weg (gelb) führt uns dann aus dem Tal hinauf auf die Höhe. Es handelt sich hier, wie bisher schon bei den bergab bzw. bergauf verlaufenden Wegen, um einen Hohlweg, der uns leider eine Aussicht versperrt. Wir finden dann aber auf halben Weg einen Pfad zur Böschungsoberkante und eine Bank mit einem herrlichen Panoramablick nach Norden. In der Böschung haben Dachse Höhlen gebaut. Ein gelber Pfahl leitet uns dann vom Hauptweg links ab durch ein Drehkreuz zu einer Wiese. Vorbei an einer Viehtränke, die sich bereits zu einem kleinen Biotop entwickelt hat, steigen wir die Holzbalkenstufen hinauf (gelber Pfahl) und betreten hinter einem weiteren Drehkreuz den „Schweiberger Bosch“. Hier haben fromme Menschen links eine kleine Mariengrotte anlegt. Auf einem kleinen Bergrücken führt der Pfad weiter bergan. Man glaubt in einem Mittelgebirge zu sein, rechts und links fällt das Gelände ab. Bald führt der Pfad wieder hinunter und es bietet sich links bei einer Wiese ein schöner Talblick, der aber um so mehr fasziniert als der Wald talseitig endet und ein imposanter Fernblick vor uns liegt. 

 

       

Mariengrotte

 

Schweiberger Bosch

 

Blick zum Weiler Bissen

 Auf der rechten Seite finden wir eine Bank mit einem dahinter liegenden Kreuz. Eine Info-Tafel, leider nur auf Niederländisch, weist auf eine kleine Kiesgrube hin. Die schöne Fernsicht bleibt uns auch noch erhalten bis wir in dem Weiler Bissen auf eine Wegekreuzung stoßen. Zunächst geht es links auf dem „Dal Bissenweg“ weiter. Aber schon nach ca 100m biegen wir rechts ab und wandern, begleitet von schwarzen Pfälen, leicht aufwärts nach Schweiberg, wo rechts an der Dorfstraße „Schweibergerweg“ der ehemalige Dorfbrunnen zu finden ist. Kurioserweise wird aber heutzutage davon abgeraten das Wasser zu trinken. Wenige Meter weiter an der Wegeeinmündung steht ein Kreuz mit einer fast mannsgroßen Christusfigur. Hier folgen wir dem abgehenden Weg (schwarze Pfäle), der uns an den Rand von Epen bringt. Wir gehen aber noch nicht in den Ort, sondern nehmen den rechts zwischen Hecke und Wiese bergan führenden „Bornbergervoetpad“. Es lohnt sich unterwegs ab und zu mal umzuschauen, denn die Sicht wird immer weitläufiger, sogar eine Bergehalde des ehemaligen Aachener Kohlereviers taucht am Horizont auf und auch die weißen aufsteigenden Dampfwolken des Kraftwerkes von Weisweiler sind ausmachen.

 

       

Schweiberger Dorfbrunnen

 

Letzter Aufstieg

 

De Pannekoek

 

Oben geht es vorbei an Ferienapartments und dem Hotel sowie anschließend links zur „Julianastraat“. Rechts befindet sich das Pfannekuchenhaus „De Pannekoek“. Hier gibt es Variationen dieser beliebten Limburger Spezialität die wir bei einer Einkehr gerne probieren wollen. Dazu kann man bei schönem Wetter draußen die fantastische Fernsicht genießen. Nach der schmackhaften Pause queren wir die Straße und wandern links zum Parkplatz vom Hotel „Ons Krijtland“ und rechts nun hinunter nach Epen. Hier Kann man einmal stehen bleiben und sich an der einzigartigen Fernsicht erfreuen, die über eine weitläufige Hügellandschaft mit grünen Wiesen und fruchtbaren Feldern bis weit in die Eifel reicht. Über die „Heerstraat“ kommen wir wieder zu unserem Ausgangspunkt.

  

Epen

 Man stellt sich die Niederlande eigentlich nur als ein relatives flaches Land vor. Da sind wir hier eines Besseren belehrt worden. Wir haben ein tolles und abwechslungsreiches Wandergebiet heute erlebt. Eine wunderschöne hügelige Landschaft mit fantastischen Fernsichten und dazu gibt es ausreichende Gelegenheiten, in einer der vielen, netten Kneipen oder Restaurants unterwegs einzukehren.

 

 

Information: Wanderkarte Nr.32 „Zuid-Limburg“ von Falk,

  

Streckenlänge: ca. 15,2km, Abkürzung 8,2km nach 7,5km ab „Wingbergermolen“,

 

Schwierigkeit: wiederholtes leichtes Auf- und Ab, Auf- bzw Abstiege 340m

 

Einkehrmöglichkeit: große Auswahl in Epen, Mechelen und unterwegs

 

GPX - Track:  Epener Runde.gpx (Link speichern unter )

 

 

 

 

 

 

 

 

   

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Lila Land

Kreuz und quer durch die Brunssummerheide

 Ein wunderschönes Naturschutzgebiet liegt auf der niederländischen Seite zwischen den Orten Heerlen, Brunssum und Landgraf, das viel Abwechslung zu bieten hat. Man wandert durch eine einzigartige hügelige Heidelandschaft, die besonders im August und September geprägt ist von der lila Farbe des Heidekrauts. Ergänzt wird die Landschaft mit Strauchheiden, Sümpfen, Feuchtgebieten, Teichen, kleinen hochmoorartigen Vegetationseinheiten, Kiefernwäldern, Bruchwäldern, Seen und offene Sandgebiete. Ein kleiner Bach sorgt mit einem weißen Sandstrand für ein beliebtes Planschvergnügen.

 

 

 

 Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Ende des „Schaapskooiweg“ in Heerlen. Wer von dem weiter unten liegenden Parkplatz startet geht bis ans Ende und dort vor der Steinmauer links zum nahe gelegenen Besucherzentrum, wo man Informationen einholen kann und einen Flyer mit den farblich gekennzeichneten Wanderwegen bekommt. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Längen und können auch gegebenenfalls kombiniert werden. Die Markierung besteht aus Farbbänder an Wegepfosten. Da es dazwischen auch noch unmarkierte Wege gibt, ist es ratsam sich kundig zu machen, da man schnell, obwohl das Gebiet nicht all zu groß ist, die Orientierung verliert. Die bis zu 30m hohen Sanddünen mit kleinen Waldpassagen lassen oft auch nur eine eingeschränkte Übersicht zu.

 Die folgende Wanderung ist eine individuelle Tour, bei der wir auf markierten und unmarkierten Wegen und Pfaden unterwegs und die schönsten Stellen der Heide durchreifen. 

Vom Besucherzentrum wandern wir links mit der dunkelgrünen und dunkelblauen Markierung. Schon nach wenigen Schritten öffnet sich der erste Blick auf eine lila leuchtende Heidelandschaft. Wir folgen dem links abbiegenden Pfad (gelb, grün, hell- und dunkelblau), der uns in einem Linksbogen mit Blick auf das Restaurant am Besucherzentrum führt. Doch vorher zweigt ein Pfad rechts ab (dunkelgrün u. dunkelblau). Aus erhöhter Lage genießen wir die Aussicht zu dem gegenüberliegenden lila Hang. Auf der angrenzenden Wiese weidet gerade eine Schafherde, die das malerische Bild einer Heidelandschaft vervollständigt. 

 

 

       

Besucherzentrum

 

Lila Land

 

Schafe sorgen für den Erhalt der Heide

 

Der touristisch ersehnte Blick auf das lila Land, am besten gesprenkelt mit einer Heidschnuckenherde, wäre heute nicht mehr möglich, wenn man die Natur sich selbst überlassen würde. Um die Heide für kommende Generationen zu erhalten, müssen die sprießenden Bäume beizeiten entfernt werden, was teilweise auch heute wieder von Schafen erledigt wird. Ein gutes Beispiel für menschliches Eingreifen zeigt die hier vorhandene ehemalige Mülldeponie von Heerlen, die der Mensch inzwischen wieder zum Positiven umgestaltet hat und jetzt ein Teil dieses wunderbaren Naturschutzgebietes ist. Wir wissen, dass in den vergangenen Jahrmillionen sich die Landschaften der Erde verändert und verwandelt haben. So haben sich seit der letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren hier Wälder ausgebreitet. Dass uns heute aber diese leuchtenden lila Farben rundherum erfreuen, ist dem Eingriff in die Natur unserer Vorfahren zu verdanken. Als man im Mittelalter die ursprünglichen Eichen- und Birkenwälder fällte, um Wiesen und Äcker anzulegen, entstanden diese Heideflächen. Denn durch den Weidebetrieb verdorrten jedoch die Wiesen auf den höher gelegenen, trockenen Sandböden und der Heidebewuchs entstand. Lediglich Schafherden fanden noch genügend Nahrung. Dadurch, dass sie Gras und junge Bäumchen fraßen, blieb die Heide z. T. ein offenes Gebiet und der Wald konnte sich nicht mehr entfalten. Weiterhin hielten sie die Heidesträucher kurz und gesund. Gegen Ende des 18.Jh. verlor die Schafzucht an Bedeutung. Schafswolle aus dem Ausland war inzwischen viel billiger und statt Schafmist benutzte man nun Kunstdünger.

 Den nächsten quer laufenden Weg folgen wir rechts leicht bergab, wo sich links ein weiteres Heidegebiet ausbreitet. Unten am Scheitelpunkt des Weges verlassen wir den markierten Weg und folgen links dem Fußpfad entlang einem kleinen Heidesee. Ein wahres Paradies für Frösche, die überall in dichteres Schilf hüpfen, als wir näher kommen. Mitten durch eine Heidefläche führt uns der Fußpfad zu einem Hauptweg. Links können wir noch zwei Graureiher beobachten, die unsere Bewegungen ebenfalls genau beäugen. 

 

       

Heideseen

 

als wunderschöne Biotope

 

Graureiher auf Beutefang

 Maas und Rhein haben einst diese Gegend immer wieder heimgesucht und dabei Kies und Schotter abgelagert. Zum Ende der Eiszeit bliesen Westwinde aus dem trockenen, vegetationslosen Stromtal der Maas die verwehbaren Sande heraus und verfrachteten sie ostwärts. So lagerten sich unter anderem Flugsande hier ab, die mehrere Meter hohe Dünen bildeten. Der Sand war sehr gefragt und so wurde bis 1960 Bausand und Silbersand hier abgebaut. Als Reste des Sandabbaus blieben einige Heideseen zurück. Diese wurden vor einigen Jahren ausgebaggert, um zu verhindern, dass sie langsam verschlammen und für immer verschwinden. Heute sorgen sie für ein landschaftlich reizvolles Bild.

Am Hauptweg (hellblau) wenden wir uns nach rechts, wo schon nach wenigen Metern die Wanderung abgekürzt werden kann, dabei entgeht aber diesen Wanderern eine beschauliche Waldpassage mit einem malerisch gelegenen See. Sie steigen in der Linkskurve rechts zu der Sanddüne auf, um anschließend wieder abzusteigen und dem breiten Sandweg links (hell- und dunkelgrün) zu folgen.

Wir lieben die landschaftliche Abwechslung und folgen weiter der hellblauen Markierung und dem für Radfahrer befestigten Streifen, der dann aber rechts abbiegt. Die Markierung führt uns erst an dem nächsten Abzweig, wo zwei Bänke stehen, rechts weiter. 

Vor einem Zaun halten wir uns rechts und stoßen geradeaus auf einen malerisch gelegenen See, wo Angler in aller Ruhe ihr Glück versuchen. 

 

       

Koffiepool

 

Seerosen

 

Libelle

  Dieser kleine See wird bei den Holländern wegen seiner bräunlichen Farbe als „Koffiepoel“ bezeichnet. Er ist ein altes Braunkohlebecken der ehemaligen Zeche „Brunhilda“. In der Zeit nach dem ersten und zweiten Weltkrieg, wo Energie knapp war, fand hier im Tagebau der Abbau von Braunkohle statt. Heute hat sich die Natur das Gebiet zurückerobert.

Weiter geht es links über einen Parkplatz bis zum Ende und dort rechts auf dem Fußweg ohne Markierung um den See auf der Böschungsoberkante entlang. Hinter einem Rastplatz steigen wir zum Wasser hinunter. Der Fußpfad stößt am Ende des Pools auf einen breiten Waldweg wieder mit der hellblauen Markierung. Ein skurriles Bild geben merkwürdig gewachsene Kiefern auf der Oberkante des rechten Hanges ab.

 Solche bizarren Formen einzelner Bäume und Sträucher hat in früheren Jahrhunderten die Phantasie mancher Menschen angeregt und ihn als Geisterwald bezeichnet. Denn wer ängstlich war und abends mal in der Dunkelheit hier nach Hause musste, sah oft im Zwielicht einer Mondnacht darin die Gestalt eines Gespenstes.

 

       

Geisterwald

 

Wüste

 

Heidebad am Rodebach

 Vor Jahrzehnten wurde aus dem Norden der heutigen Brunssummer Heide Sand mit Kippkarren über eine Schmalspur hier abgekippt. Man wollte dort, die unter einer dicken Sandschicht lagernde Braunkohle abbauen. Die Sandfläche besteht jetzt aus richtigem Staubsand. Bei Sonnenschein herrscht auf der kahlen, heißen Sandfläche ein richtiges Wüstenklima. Dort erreichen die Temperaturen gelegentlich Werte bis zu 60°. Der Wald öffnet sich und die Heide gewinnt wieder die Oberhand; es geht weiter geradeaus. An einem breiten tiefsandigen Weg treffen wir wieder auf die Abkürzung und wandern links auf die große weiße Sandfläche zu. Der Sand wird immer feiner, die Schicht immer dicker. Das Gehen im lockeren Sand wird schwieriger und die Sandflächen immer größer.

Wir queren die Wüstenfläche und schauen in eine Geländemulde mit einem kleinen Teich. Regenwasser sammelt sich hier von den umgebenden Hügeln und speist im weiteren Ablauf das „Rodebeek“. Am Rande ist teils ein schlammiger Sumpf entstanden mit einer entsprechenden Vegetation. Mit einem kleinen Holzsteg erreichen wir trockenen Fußes die andere Seite, wo ein kleiner Sandstrand zum Füße baden frei gegeben ist. Richtig baden kann man hier nicht, da das Wasser viel zu flach ist. Kinder können allerdings schön im Wasser plantschen. Auch Hundebesitzer lassen ihre Hunde baden, so dass Kinder und Hunde sich das klein bisschen Wasser teilen müssen.

Wir wandern mit der roten Markierung entlang der Wasserfläche in den Wald. Links des Weges lässt der Boden das Wasser nicht versickern, sodass feuchte Flächen entstehen und ein beliebtes Refugium für wasserliebende Tiere und Pflanzen geschaffen wird.

  

Panorama Heidebad

 

 Ein dunkelgrün und schwarz markierter Weg führt uns dann rechts auf die Höhe mit einem phantastischen Landschaftsblick. Weiter geht es (dunkelgrün) zunächst am oberen Rand eines mit Heidekraut bewachsenen Hangs entlang und anschließend langsam wieder mit Treppenstufen hinunter zu einem Hauptweg (dunkelgrün u. rot). Rechts liegt eine große nasse Grünfläche (Hoogveen), die nicht betreten werden darf. Wir  wandern an dieser entlang bis zum Ende. Dort biegen wir links in einen Sandweg (ohne Markierung) ein und wandern in einem kleinen Tälchen hinauf. Auch hier am „Heikop“ finden wir kleine Biotope, die für manche Pflanzen und Tiere ein Rückzuggebiet sind.

Vereinzelte Ameisenhaufen sind links im Hang zu entdecken. Hier zeigt sich die Entdeckung von Prof. Ulrich Schreiber, dass Ameisen ihre Bauten stets nach geologischen Brüchen in der Erdkruste, den so genannten „Störungslinien“ ausrichten. Eine davon ist die Feldbissverwerfung, die hier durch die Brussummerheide verläuft. Auf der Nordseite der Feldbissverwerfung liegt das karbonische Grundgebirge 300 Meter tiefer als auf der Südseite. Sie ist regelmäßig aktiv. So fand z.B. 1992 hier ein Erbeben statt. 

 Am Ende wechseln wir mit einem Rechtsbogen die Richtung und durchstreifen einen Lichten Eichenwald mit Heidekraut. Der Weg endet an einem Sandweg, den wir nun links am Rand eines Talhanges weitergehen (dunkelgrün u. rot) mit einem herrlich weiten Blick über unser Wandergebiet. Links grenzt ein Zaun das Gelände eines Jugendzeltplatzes ab. Wenige Meter hinter einem Linksbogen nehmen wir den rechts abgehenden Fußpfad ohne Markierung. Rechts gestaltet die lila Farbe des Heidekrauts die Landschaft.

 

       

Biotop am Heikop

 

Lila Land ringsum

 

Bilderbuch Landschaft

  Über eine Sandpiste verlassen wir die Höhe und wandeln durch einen lichten Kiefernwald zu einem querverlaufenden Weg mit der Markierung Rot und Dunkelgrün. Mit diesem unterqueren wir links eine Hochspannungsleitung hinter der wir ca 100m weiter rechts den Fußweg und nicht den Reitweg nehmen. Es geht zum xten Mal wieder bergan mitten durch blühendes Heidekraut. Der Pfad stößt auf eine kahle und nur von Gras bedeckte Fläche eines vorgeschobenen Geländerückens.

Am Ende wandern wir im Bogen noch ein Stück an der Kante entlang und steigen dann rechts hinter einer Kiefer den Fußpfad, der teilweise von Wasser ausgewaschen ist, hinunter und nehmen geradeaus den Weg. An einer größeren Sandfläche biegen wir halbrechts an einer Kiefer vorbei den Fußpfad bergan. Oben bietet sich erneut ein herrlicher Rundblick über das Lila Land. Hinunter geht es zu einem Hauptweg und einem maroden Rastplatz. Bänke und Tisch laden nicht mehr zum Rasten ein. Wir gehen um diesen herum, um dann mit einem nach rechts führenden Weg auf einen Waldweg (hellgrün) zu stoßen. Bei sonnigem Wetter genießt man jetzt die angenehmere Waldluft.

Der jetzt ansehnlich anzuschauende Kiefernwald wurde 1920 angepflanzt. Das Holz wurde in den Steinkohlenzechen Südlimburgs als Stempel zum Verstreben der Stollen genutzt. Sie hatten die ausgezeichnete Eigenschaft, vor drohendem Verbruch zu ächzen und zu krachen, so dass sich die Bergleute oft noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.  

 

       

lila, weiß und grün bestimmen das Bild

 

Beschreibungstext

 

Beschreibungstext

 Der asphaltierte „Kamperheideweg“ wird überquert. Links grenzt ein Zaun das noch im Tagebau befindliche Betriebsgelände ab. Wir bleiben auf dem Hauptweg (hell- u. dunkelgrün). Der zum Zaun hin schmale Pfad ist den Mountainbiker vorbehalten. Dann gabelt sich der Weg. Hier gönnen wir uns vom Zaun aus einen weitläufigen Blick in das aus weißem Sand beherrschte Abbaugebiet mit einigen Wasserflächen. Wir folgen jetzt rechts dem hellgrün markierten Weg vorbei an einer Bank und einer größeren Freifläche. Der Sandweg geradeaus scheint in den Himmel zu führen. Oben erleben wir eine Aussicht Richtung Heerlen. Rechts führt ein Weg hinauf zum „Heksenberg“, der mit 138m die höchste Erhebung in unserem Wandergebiet ist. Da aber keine Sicht von dem bewachsenen Gipfel vorhanden ist, ersparen wir uns die Mühen eines Aufstiegs und wandern (hellgrün) weiter geradeaus.

Früher wurde der Berg nach historischem Ursprung auch „Hessenberg“ genannt. In der Römerzeit soll ein germanischer Volksstamm, die Hessen, auf der Brunssummerheide gegen eine römische Legion gekämpft haben. Nach Ende des Kampfes, wobei auch der Anführer der Hessen den Tod fand, wurden die Leichen verbrannt. Die Asche tat man in Urnen, die dann aufgestapelt wurden. Die Hessen, die überlebten, füllten ihre Helme mit Sand und schütteten diesen über die Urnen aus bis ein hoher Grabhügel entstand, der spätere „Hessenberg“.

Die Namensänderung „Hessenberg“ in „Heksenberg“ verdankt man einem Volksglauben, wonach sich auf dem Hügel nachts bei Mondschein die Hexen aus der weiten Umgebung trafen. Sie reisten, rittlings auf einem Besenstil sitzend, durch die Luft. Ihr Geschrei war meilenweit zu hören.

Im östlichen Südlimburg gab es bis 1974 viele Steinkohlenzechen. An manchen Stellen gibt es noch Überreste dieses Zeitalters. Der bewaldete Hügel, der „Steenberg“, links gehörte zur Zeche Oranje Nassau IV. Steine und Steinkohleabfälle wurden dort aufgeschüttet.

 

Hinter der Informationstafel ( leider nur auf Niederländisch ) steigen wir den Hang links hinunter und wandern rechts auf einen weißen Hang zu. Das Gehen im tiefer werdenden Sand wird wieder schwieriger. Der gelben Markierung bleiben wir nun treu bis zum Besucherzentrum. Der „Kamerheideweg“ wird wieder gequert und wir erreichen eine Stelle mit einem orangen Pfahl, wo der Weg einen querenden Graben zugeschüttet hat. Dieser ist der Rest eines ehemaligen Landgrabens. Da, wo der Weg einen Linksbogen macht, können wir rechts noch einmal über eine lila Landschaft blicken, die aber auch beim Abstieg links mit einem wundervollen Panorama zum Abschluss der Wanderung die Schönheit der Brunssummerheide zeigt. 

 

 

 

Wir haben heute eine Landschaft kennen gelernt, die in ihrer Charakteristik mit den Farben Lila, Weiß, Grün und blau sich von den vielen bisher erwanderten Landschaftsbildern abhebt und sich als ein vielfältig gestalteter Landflecken präsentiert.

 

Nachdem das Auge sich an dem hellen Lila der Heide satt gesehen hat, zieht uns nun das „Pannekoekenhuis“ mit seinen etlichen Variationen von herzhaften und süßen Pfannekuchen zur Einkehr an. 

 

 Information: Wanderkarte: Flyer im Besucherzentrum kostenlos erhältlich

 

Strecke: 10,3 km Rundwanderung, nur unbefestigte Wege und Pfade (meist Sand- und Kies). Abwechslungsreiche Heidelandschaft mit Wald und wunderschöne Aussichten über eine sanfte Hügellandschaft.

 

Schwierigkeit: leichtes ständiges Auf und Ab, Auf- und Abstiege 130m;

 

Einkehrmöglichkeit: in Besucherzentrum/Pannekoekenhuis

 

GPX - Track: Brunssummer Heide.gpx  (speichern unter)

 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr