Archäologie-Tour
Wandern auf den Spuren von Neandertalern, Kelten und Römern

Die Eifel bietet mehr als "nur" Natur. Die Vielfalt ihrer verschiedenen Landschaften und Kulturräume bieten immer neue Entdeckungen. So ist die Gegend zwischen Nettersheim und Mechernich neben zahlreichen naturkundlichen und geologischen Besonderheiten archäologisch interessant. Überreste aus römischer, keltisch-germanischer und fränkischer Zeit sind erhalten. Einige dieser Denkmäler werden wir auf unserer Wanderung erleben, dazu erwarten den Wanderer wunderschöne Weitblicke in einer sanft welligen Hügellandschaft.

Feybachtal

Vom Parkplatz in Vussem (300m ü. NN), wandern wir zurück bis zur B 477, das Wegzeichen “7“ zeigt uns die nächsten Kilometer den Weg. Auf der Trierer Straße gehen wir bis zu einem Kapellchen, vor dem rechts in den "Harterweg" eingebogen wird. Dieser steigt bis zum Ortsausgang 25m bergan. Bequem wandern wir dann mit einem schönen Blick ins Veybachtal bis zur K 77 (330m). Hier geht es links und hinter dem kleinen Brückchen den Weg rechts bergan, der bei schlechtem Wetter sehr matschig sein kann. Am höchsten Punkt des Weges (390m) erreichen wir eine Wegegabelung, wo wir dem linken Pfad am Waldrand entlang folgen. Am Ende des Waldes stoßen wir auf den "Römerkanal - Wanderweg", der von Nettersheim entlang der ehemaligen Trasse der römischen Wasserleitung bis nach Köln verläuft. Eine Informationstafel erläutert, dass wir bei Kilometer 20.6 der Wasserleitung stehen. Wir bleiben ab jetzt auf dem Römerkanal Wanderweg.  

             Kapelle "Vussem"                                       "Feybachtal"                                   "Eulenberg" u. Kirche Weyer

Zur Linken fällt besonders die grasbewachsene Kuppe des Eulenberges (407m) mit seinem "Gipfelkreuz" auf, der uns als markanter Punkt noch oft unterwegs auffallen wird. Der Standpunkt Nr.12 (Km 19.4) des Römerkanal - Wanderweges ermöglicht einen wundervollen Blick in das Tal des Urfeyer Baches, das hier fast rechtwinklig auf das Tal des Kallmuther Baches trifft. So sind auch die Quellen oberhalb von Urfey sowie am Klausbrunnen, der unser nächstes Ziel sein wird, schon in römischer Zeit für die Wasserversorgung nach Köln genutzt worden. Die in diesen beiden Quellgebieten beginnenden Freispiegelleitungen hatte man im Schnittpunkt der beiden Talachsen zusammengeführt, um das Wasser in einer entsprechend größer dimensionierten Leitung zum Sammelbecken Eiserfey zu transportieren. Kurz vor ihrem Treffpunkt mit der Urfeyer Leitung überquerte der vom Klausbrunnen kommende Strang den Kallmuther Bach auf einem massiven Brückenbauwerk, das seit 2009 besichtigt werden kann (von Vollem aus in Richtung Kallmuth an der Urfeyer Str).
Wir wandern weiter durch Wald bis zur K 32 (376m), diese gehen wir 50 Meter nach rechts, um dann links in die "Hahnenberger Straße" einzubiegen. Oberhalb des Klausbrunnens steigen wir zur Besichtigung der Anlage über eine Treppe hinunter. Hier haben wir gleichzeitig Gelegenheit Rast zu machen.

    "röm. Brunnenstube Kallmuth"                       Dorfplatz "Urfey"                                Wegekreuz in Weyer

Als den Römern die Qualität des Bachwassers aus dem Vorgebirge ihren Ansprüchen und auch mengenmäßig nicht genügte, fanden sie im Gebiet der Sötenicher Kalkmulde vorzügliches und reichliches Trinkwasser. So bauten sie schon im 1. Jh. eine fast 100 kilometerlange Wasserleitung nach Köln. Die außergewöhnliche technische Leistung bei der Planung und Bau dieses antiken Großprojektes wird besonders deutlich in der Überwindung der Rhein-Maas-Wasserscheide, in der Ausfahrung der Täler von Erft und Swistbach zwecks Erreichung des Villerückens und im Bau der großen Aquäduktbrücken über die Erft (ca.550m lang) und den Swistbach (ca1400 m lang).
Außer dem wasserführenden Kanal waren aber auch einige größere Bauwerke notwendig. Jeweils am Beginn der Leitungsstränge (s. Steinfeld Tour) haben sich Quellfassungen befunden, von denen der "Klausbrunnen", wo wir uns jetzt befinden, ein besonders anschauliches Beispiel ist. Das Fundament dieser Quellfassung besteht aus Sandsteinblöcken, zwischen denen hangseitig mörtelloses Mauerwerk gesetzt ist, um das Quellwasser eindringen zu lassen (seit 1948 versiegt). An drei Stellen strömte das Wasser auch durch torartige Öffnungen ein. Aus dieser Quellfassung wurde das Wasser durch ein kleines Absetzbecken in die Leitung nach Köln geführt. Einige Meter unterhalb des Sinkbeckens nimmt diese den später gebauten Leitungsstrang von Urft auf.
Nach Besichtigung und Rast geht unsere Wanderung zurück über die Treppen und oben auf dem Weg links weiter Immer dem Römerkanalweg folgend erreichen wir den Weiler Urfey. Am Dorfplatz wenden wir uns nach links mit dem neuen Wegzeichen Nr.„11“ (Ahr-Venn-Weg) des Eifelvereins und folgen diesem Zeichen 500m auf dem befestigten Weg. Dann geht es rechts auf einem schmalen Pfad 50 Höhenmeter steil bergan und erreichen das Dorf Weyer und seine Kirche. Diese wurde der Sage nach auf den Fundamenten eines römischen Tempels erbaut. Jedenfalls bestand bereits im 12. Jh. eine Basilika, die um 1500 zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut wurde. Leider ist die Türe für eine Besichtigung verschlossen.

          "Kartstein"-Rundweg                             Eingang "Kakushöhle"                               "Kakushöhle"

Wir finden hier wieder das Wegzeichen „7“, das uns geradeaus zum höchsten Punkt (450m) unserer Wanderung bringt. Weit geht der Blick nach Norden in die Rheinebene. Sogar der Kölner Dom ist bei guter Sicht zu erkennen. Vorbei an einem Buntsandsteinkreuz wandern wir nun immer leicht bergab bis zu einem Wald. Wir ignorieren hier alle Wegzeichen und gehen in den Wald hinein, wo wir nach 50 Metern auf einen neuen Pfad stoßen und uns hier nach links wenden und den Rundweg am Kartstein erreichen. An der Informationstafel 6 gehen wir links auf dem hier beschriebenen Wall, den die Kelten schon vor über 2000 Jahren angelegt haben, weiter und erreichen die „Kleine Höhle“, das sog "Kalte Loch". Durch einen schmalen Spalt können wir in das Innere dieser Höhle gelangen; die man auch ohne Taschenlampe besichtigen kann. Weiter über Treppenstufen und vorbei an steil aufragenden Felsen mit einer märchenhaften Kulisse erreichen wir einen Nebeneingang der Kakushöhle. Wir stehen in der Haupthöhle. Sie ist bis zu 30 m breit, 50m tief und 15m hoch. Die Decke ist durch einen Pfeiler abgestützt. Diese Sicherungsmaßnahmen waren vor Jahren notwendig geworden, da für beide Höhlen, aber auch für etliche Partien am Nordost- bzw. Südrand des Felsmassivs akute Einsturzgefahr bestand. Im rückwärtigen Teil schließt sich ein etwa 20 x 5 m großer Raum an, die sog "Dunkle Kammer". Nachweislich hat der Neandertaler sich schon vor 80 000 Jahren hier im Kartstein, wie das Felsmassiv genannt wird, aufgehalten. Wir verlassen die Höhle durch den eigentlichen Haupteingang. Vorbei an 30 Meter hohen Kalksteinfelsen gehen wir zum das Café "Zur Kakushöhle", das zu einer kleinen Stärkung und Erfrischung einlädt.

                Kirche Weyer                         Eiserfey im Tal, Lorbach auf der Höhe          röm. Aquädukt Vussem

Vom Café wandern wir zunächst über den Parkplatz und dann ca. 100 m die Kakusstraße bergab und biegen rechts in den „Pescher Weg“ und gehen anschließend „Im Schlund“ weiter. An der nächsten Wegekreuzung folgen wir nicht geradeaus der „7“, wir ersparen uns damit das Steilstück, sondern gehen links weiter. Nach 400m stößt die „7“ wieder zu uns und folgen ihr jetzt bis zum Ausgangspunkt. Wiesen, Felder und Wald begleiten uns mit schönen, weiten Blicken über eine hügelige Landschaft. Nach der Überquerung der K58 steigt das Gelände leicht bergan und wandern auf ein Waldstück zu, in dem ein Sendemast auffällt. Der Kreis unserer Wanderung schließt sich langsam. Vor uns eingebettet in der sanften Hügellandschaft sehen wir unseren Ausgangspunkt Vussem. Achtung! Am Waldrand entlang dürfen wir hinter einer Bank den rechts abgehenden, fast unscheinbaren Wiesenweg nicht verpassen. Erst 40m weiter finden wir hier unser Wegzeichen „7“. Am Friedhof in Vussem wandern wir rechts an der Friedhofmauer auf einem schmalen Pfad hinunter zum Sportplatz. Am Parkplatz des Sportplatzes sind die Reste eines rekonstruierten Aquäduktes der römischen Wasserleitung zu sehen. Zur Überquerung dieses Seitentales des Veybaches errichteten die römischen Ingenieure eine relativ aufwendige Brücke für die Eifelwasserleitung. Die archäologischen Ausgrabungen von 1959, ließen das Bild einer 80 Meter langen, aus zehn bis zwölf Pfeilern bestehenden Aquäduktbrücke nachzeichnen, auf welcher das Wasser in 10 Meter Höhe über den Talgrund geführt wurde.
Über „Titus Straße“ und „Holzheimer Weg“ erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

Information:  Wanderkarte Nr. 5 (Kall, Kommern, Mechernich, Nettersheim) des Eifelvereins. Startpunkt in Mechernich-Vussem, Parkmöglichkeit Holzheimer Weg/Friedhofsweg., http://www.rhein-eifel.tv/tier-naturparks/kakushoehle.html
http://www.rhein-eifel.tv/museen/museen-roemer/roemische-wasserleitung.html
Streckenlänge:. 14km Rundwanderung, Wegzeichen „7“, Römerkanal Wanderweg und Hauptwanderweg Nr. „11“ (Ahr-Venn-Weg) des Eifelvereins
Schwierigkeit: Wanderung mit leichtem Auf und Ab; viele sonnige Abschnitte
Einkehrmöglichkeit: Café "Zur Kakushöhle" Tel: 02484-919295, geöffnet Mai-Oktober: Mittwoch bis Sonntag, 10.00-18.00 Uhr

GPX-Track

Kakushoehle.gpx (19.93KB)
Kakushoehle.gpx (19.93KB)

herrlicher Aussichtsplatz

Karte


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