Rursee-Panorama-Tour

 

 

 

Direkt am westlichen Ufer der Rurtalsperre Schwammenauel liegen die beiden Orte Rurberg und Woffelsbach.

Woffelsbach auf einer weit in den See ragenden Landzunge sowie Rurberg nördlich und südlich eines vom See umfluteten Bergrückens. Wie am Obersee die Dörfer Einruhr und Pleushütte, so sind am Stausee Schwammenauel auch Woffelsbach und Rurberg durch die Aufstockung 1958 vollständig umgestaltet worden. Das alte Woffelsbach ist weitgehend im Stausee untergegangen. Die beiden ursprünglichen Bauerndörfer haben sich so zu modernen Fremdenverkehrsorte mit Campingplätzen und Anlagen zum Wassersport entwickelt.

 

 

Im Gegensatz zu dem gegenüberliegen Bergrücken des Kermeter sind die oberen Hänge unterhalb der Dörfer Kesternich, Steckenborn und Hechelscheid wenig bewaldet und weitgehend mit Weideland begrünt. Damit bieten sie bei Wanderungen herrliche Panoramablicke, was sich auch in den Namen der hier oben verlaufenden Wanderwege widerspiegelt. Eine Kombination dieser Wege wird mit der folgenden Wanderroute vorgestellt.

 Noch kostenlose Parkmöglichkeiten gibt es in Woffelsbach in der Wendelinusstraße am Vereinsheim des Musikvereins oder gegenüber der Wendelinuskapelle. Von dort wandern wir die Wendelinusstraße leicht bergan zum Wolfsbrunnen. Hier haben die Woffelsbacher ihrem Wappentier und Namensgeber 1954 ein steinernes Denkmal errichtet. Seither spuckt der Wolf dort Wasser.

Wir wenden uns oben rechts der Ortseinfahrt von Woffelsbach zu, wo wir links mit dem Wegweiser „Rurberg 2km“ weitergeführt werden. Der Straßenname „Wingertsberg“ erinnert daran, dass auch in früheren Zeiten hier einmal Wein angebaut wurde, wie an vielen Orten in den Flusstälern der Eifel.

 

       

Wolfsbrunnen u. Wendelinuskapelle

 

erster Blick auf Rurberg

 

Blick über den See nach Wildenhof

 

 Es geht zunächst ca 250m auf dem Radgehweg an der L128 entlang. Dann verlassen wir die Straße und folgen dem Schild „Rurberg 2,7km“ und der „34“. Links geht der erste Blick auf Rurberg. Es ist ein beschaulicher Waldpfad, der uns durch den Hang leicht bergab und im weiteren Verlauf mit Serpentinen in die Nähe des Rursees bringt. Abgehende Pfade werden ignoriert. Einige führen hinunter zu Bootsanleger am Seeufer. Auf der folgenden Grundstückzufahrt müssen wir Acht geben, um den links mit „34“ gekennzeichneten Pfad nicht zu verpassen, dieser führt hinunter zu einem Holzsteg über den Weidenbach. (Abkürzung!) 

Wer die Tour abkürzen möchte geht weiter gradeaus zur Straße und auf dieser bis zur Brücke über den Weidenbach. Hier steigt er rechts wieder in die große Runde ein.

Diese geht nach Überquerung des Baches auf der anderen Seebuchtseite entlang des Campingplatzzaunes in die entgegengesetzte Richtung. Am Ende des Zaunes steigen wir, der „34“ folgend, den Berghang auf einem Waldpfad bis zur „Seerandstraße“ hinauf.

 

Rursee in Rurberg mit Staumauer Paulushof

 

 Jetzt wandern wir links weiter und teilen uns den herrlichen Blick auf den See mit den rechts im Berghang liegenden Wohnhäusern. Die Straße „Hövel“ bringt uns durch das „Campingviertel“ bergan. „Am Nussbaum“ geht es links entspannt weiter, am Ende der Bebauung führt der Weg durch Wiesengelände.

Der Blick geht Richtung Wolffelsbach bis zu den Höhen am Buhlert bei Schmidt mit seinen markanten Windrädern. Ein kleines Waldstück verdeckt hier den Blick auf den See, der erst an einem Campinplatz wieder ins Sichtfeld rückt. Der See windet sich regelrecht um den „Rurberg“ herum. Das gleiche macht unser Wanderweg, der uns in einem Halbkreis bis an den Ortsrand bringt. Hier steigen wir links teilweise über Treppen den steilen Hang bis zum Seerandweg hinunter. Der Blick schweift nun über das Ende des Sees bis zur Staumauer am Paulushof, die dort den Obersee aufstaut. Wir wandern immer in Seenähe bis zum Nationalparktor Rurberg.

 

       

Obersee mit Überlauf

 

Rurberg

 

Rursee und Obersee

 

Weiter geradeaus und vorbei an den Parkplätzen steigen wir hinter Haus Nr. 126 den steilen Weg hinauf. Nach 20 Höhenmetern endet dieser erste Aufstieg auf einer asphaltierten Straße. Verschnaufen können hier einige Meter rechts mit einem schönen Blick zum See, bevor links auf der Straße nach 50m rechts der zweite Anstieg erfolgt. Er endet an einem Kreuz auf dem „Hohenhövel“. Es ist ein Felssporn von dem eine herrliche Aussicht bestünde, wenn die Sicht nicht zugewachsen wäre. Auf einem abenteuerlichen Kammweg steigen wir wieder hinunter bis zu einem Haus an der Straße „Auf dem Stein“, wo eine Bank mit dem Blick zur Rurberger Kirche, zu einer kurzen Rast einlädt. Von dem Dorfsträßchen führt ein Wiesenweg zwischen Gärten und Obstwiesen immer steiler werdend bergan bis zum Sträßchen „In den Brüchen“. Auf der anderen Seite geht es „In den Birken“ ca 170m und 40 Höhenmeter weiter. Belohnt wird der Anstieg mit einem herrlichen Rurseepanorama mit Kermeter und Dreiborner Höhe und dem am Horizont herausragenden Turm von Vogelsang. Anschließend steigen wir rechts mit dem „Wieskuhl“ noch auf 350m ü. NN an und haben damit den höchsten Punkt vom Rurberg erreicht. Leichten Fußes geht es auf der „Steinbrüchelstraße“ bis zum Abzweig „Weidenbacher Weg“, und auf dem Schotterweg hinunter bis zur „Woffelsbacher Straße“ mit Blick rechts zum Kermeter und dem Sendemast auf dem „Honigberg“. Entlang der Straße wandern wir links weiter abwärts, vorbei an einem Parkplatz bis hinter der Brücke über den Weidenbach. Hier biegen wir links ab und folgen dem Pfad des Eifelwanderwegs „Wald-Wasser Wildnisweg“. Rechts am Wegesrand macht eine deutliche Schieferung des Felsens klar, wie auch an vielen anderen Stellen in der Eifel, warum diese Landschaft als Schiefergebirge bezeichnet wird.

 

       

Schieferfelsen

 

Weidenbachkapelle

 

Wanderpfad

 

 Jetzt beginnt der steilste und längste Anstieg der Wanderung (1,5km und 165 Höhenmeter). An einer Wegegabelung halten wir uns rechts und gelangen nach einem kurzen Anstieg durch eine Leitplankenöffnung auf die L128. Auf der anderen Seite folgt die Wanderung ein Stück dem Weidenbach bis zu einem Kapellchen (7,4km, 333m).

Links unten am Bach liegt versteckt die Weidenbacher Mühle. Einer Inschrift zufolge stammt sie aus dem Jahre 1807. Sie wurde von einem Wasserrad angetrieben und mahlte hauptsächlich Roggen und Hafer. Der letzte Müller arbeitete dort bis in die 59er Jahre. 1960 ging die vom Verfall bedrohte Mühle in Privatbesitz über und wurde aufwendig restauriert.

Vor dem Kapellchen wandern wir nun aus dem Tal den schmalen, dicht bewachsenen und steilen Pfad hinauf mit dem Ziel „Kierberg 1,2km“. Der Pfad verbreitert sich zum Waldweg und nach dem ersten steilen Aufstieg liegt rechts eine kleine Schutzhütte. Weiter geht es links mit „33“ und „44“. Aber schon nach ca 100m biegen wir von dem Forstweg ab und steigen rechts den Hang weiter pustend hinauf. Kleine Farbtupfer am Wegesrand werden kaum wahrgenommen. Nach einer Links- bzw. im weiteren Verlauf einer Rechtskurve liegt rechts eine Wiese und der Anstieg wird leichter. Der Blick öffnet sich wieder zur Rurseenlandschaft und wir haben die Höhe fast erreicht. Zwei Bänke laden zum Verschnaufen und zum Schauen ein.

 

       

weiter bergan

 

Farbtupfer am Wegesrand

  Rurseepanorama

Der Weiterweg endet an der Landstraße, auf der wir rechts zum Parkplatz „Kierberg“ gehen (455m). Der angekündigte „Eifelblick“ ist aber wenig aussichtsreich und so gehen wir am Ende des Parkplatzes auf der anderen Straßenseite den Wiesenweg „Mühlert“ bergan. Die Namensbezeichnung des Weges rührt daher, dass dieser Weg ursprünglich als Zuwegung zur Weidenbacher Mühle genutzt wurde. Mit jedem Höhenmeter wird die rückwärtige Aussicht immer besser.

Der Anstieg endet schließlich an der Landstraße, an der uns der Wanderweg zunächst noch ein Stück vorbeiführt bis er im weiteren Verlauf rechts zwischen zwei Wiesen bergab geht. Ein phantastisches Rurseepanorama liegt jetzt vor uns: links Steckenborn, vor uns Hechelscheid, weiter rechts die Höhen um Schmidt und anschließend über einen zweimaligen Seeblick die Staumauer „Schwammenauel“.

 

Rur-Eifel-Panorama

 

 Der Weg führt in ein Waldstück, in dem wir links den jungen Wolfsbach queren. Diesem Bach hat Woffelsbach seinen Namen zu verdanken, der dort in den Rursee mündet. Vermutlich hatten Wölfe in der Nähe des Bachlaufs ihre Höhlen. Unterhalb der Steckenborner Wiesen geht es weiter. Wer genau hinschaut, kann nach ein paar hundert Metern zu seiner Rechten Bienenstöcke durch eine Hecke erspähen. Kurz danach spaziert man auch an einer Imkerei vorbei, hinter der es rechts steil bergab geht. Wieder öffnet sich ein Rurseepanoramablick mit Woffelsbach und dem dicht bewaldeten Kermeter. Entlang einer Buchenhecke stoßen wir auf einen Asphaltweg. Hier steht das Barweilerkapellchen. Seit 1750 ist es Tradition, von Steckenborn nach Barweiler, einem kleinen Ort in der Nähe des Nürburgrings, zu pilgern.

Im Tal liegen Rurberg und der See. Dahinter erheben sich die bewaldeten Höhenzüge des Nationalparks Eifel. Direkt über Rurberg erkennen wir dort, wo der Himmel die Erde zu berühren scheint, in einer dichten Baumgruppe ein spitzes Dach. Es ist der Kirchturm der Wüstung Wollseifen. Weiter nach rechts machen wir in einiger Entfernung den Ort Dreiborn aus.

100m nach dem Kapellchen biegen wir mit dem phantastischem Blick auf die Rurseelandschaft links in die „op er Höttekuhl“ ein. Dieses Gebiet wurde früher immer nur „Hött“ genannt. Die Bewohner dieses Gebiets wurden auch als Hötter (aus der Hütte kommend) bezeichnet.

Man findet sich bald von grünen Wiesen und Buchen umgeben. Vorbei am KJG Bildungsheim (445m) wandern wir nun hinauf in das kleine Örtchen Hechelscheid (0,4km).

Dort erreichen wir rechts ein Bruchsteinhäuschen. Nach Betätigung des Schalters im Innern entdecken wir, dass sich unter dem Gitterrost, auf dem wir stehen, ein Brunnen befindet. Jahrhundertelang haben die Menschen hier ihr Wasser geholt. Der Brunnen ist trotz der Hanglage so ergiebig, dass er selbst bei langer Trockenheit das wertvolle Nass in ausreichender Menge bereithält.

 

       

Wolfsbachtal

 

Barweiler Kapellchen

 

Eifelhaus

 

Gleich gegenüber steht eine der acht Dorfkapellen von Steckenborn, die im Jahr 1864 nach einer Volksmission erbaut wurden. Wir folgen nun der Straße in östlicher Richtung und kommen an mehreren geschmackvoll restaurierten Fachwerkhäusern vorbei. Diese im Winkel gebauten Fachwerkhäuser findet man vorwiegend in der Nordwest-Eifel. Der Stall mit Scheune bildet mit dem Wohnhaus einen rechten Winkel. Der äußere Winkel steht immer zur Wetterseite, damit sich das Leben im wind- und wettergeschützten Hof abspielen kann

 

 Am Ende des Dorfes biegen wir links ab und erreichen nach einer kurzen Steigung den »Hövel«. Hier bietet sich uns eine einmalig schöne Aussicht auf den Rursee bis weit in den Nideggener Raum. Wir nutzen die Gelegenheit, uns auf einen der wenigen Meter neben dem Parkplatz stehenden Bänke zu setzen und das herrliche Panorama mit den „drei Seen“ zu genießen. Links von uns erhebt sich ein kleiner Hügel, der zunächst nicht besonders ins Auge fällt. Bei näherer Betrachtung stellen wir aber fest, dass an einigen Stellen Beton zum Vorschein kommt. Es handelt sich hierbei um ein Kulturdenkmal ganz besonderer Art, einen Bunker. Er ist Teil des „Westwalles“, der in den 1930er Jahren zur Überwachung der Talsperre errichtet wurde.

 

Vierseenblick

 

Nach der Rast gehen wir wenige Meter die Parkplatzzufahrt hinunter und biegen rechts in die Wiese ein. Geradewegs geht es mit herrlicher Aussicht hinunter bis zu einem Wiesenweg, auf dem wir rechts weitergehen. Eine Bank verführt auch hier wieder dazu, das großartige Panorama zu genießen. Weiter geht es nun bequem und entspannt auf den vor uns liegenden Wald zu. Da wo rechts das Wiesengelände endet, darf man den links verdeckt abgehenden Waldpfad nicht verpassen, sonst droht ein weiter Umweg. Der Pfad führt zunächst eine steile Böschung hinunter. Vorsicht ist angesagt, denn nicht nur bei Nässe kann es hier rutschig sein. Der Abstieg endet an einem Zaun, an dem es rechts weitergeht. Hinter dem eingezäunten Grundstück wandern wir durch ein wildes mit Brombeersträuchern bewachsenes Gelände, aber auch mit Blick zum See. Unten erreichen wir den Ortsrand von Woffelsbach und gehen links auf dem „Heckelchesweg“ bis zur „Schilsbachstraße“ (14). Jetzt wenden wir uns nach rechts, um schon nach 75m links in den „Kirschberg“ hinunter zu gehen. Im weiteren Verlauf geht es über die Dorfsträßchen „Im Zemmer“ links, anschließend rechts „Im Steinchen“ hinunter an den See und wir betreten ein Boots- und Campingviertel von Woffelsbach.

Spätestens seit der zweiten Ausbaustufe der Rurtalsperre in den 1950er Jahren gilt Woffelsbach als Paradies für Wassersport.

 

       

Woffelsbacher Bucht

 

Rursee Flotte

 

Wendelinuskapelle

 

 Ein Promenadenweg leitet uns bis zum Ende der Seebucht, von dort sind geradeaus die „Wendelinusstraße“ und der Ausgangspunkt der Wanderung bald erreicht. Wer noch eine Schleife von 1,5km anhängen möchte, quert den Wolfsbach auf dem Holzsteg und bleibt weiter auf dem Fußweg in Seenähe und der Uferstraße. Hinter der Anlegestelle der Rurseeflotte verlassen wir nun den See und biegen hinter dem Restaurant „Kleiner Seehof“ links in den „Hövelchesweg“ ein. Von dem anschließenden Parkplatz lassen sich die letzten Rurseeblicke erspähen, bevor es am Ende des Parkplatzes ein Treppenweg vorbei an einem wunderschönen Fachwerk-Ensemble zur „Seestraße“ hinunterführt. Auf dieser gehen wir links und sehen schon bald die Kapelle. Sie wurde 1911 erbaut und dem heiligen Wendelinus geweiht. Über den „Campingweg“ und dem Spielplatz endet an der Kapelle diese aussichtsreiche Wanderung.

 

Information: Wanderkarte Nr. 2 „Rureifel“ sowie Nr 50 "Nationalpark Eifel" des Eifelvereins;

 

Streckenlänge: 16,0km;

Wem die Strecke zu lang und zu anspruchsvoll ist, kann sie abkürzen. (Beschreibung s. oben) Die Umrundung von Rurberg wird dabei ausgelassen. Länge der verkürzten Strecke 10,5km. 

 

Schwierigkeit: anspruchsvoll wegen der steilen Anstiege, Auf- und Abstiege 440m, Stöcke sind zu empfehlen, Auf- und Abstiege verkürzte Runde 290m

 

Einkehrmöglichkeit: in Rurberg und Woffelsbach

 

GPX-Track: Rursee-Panorama-Tour.gpx  (speichern unter)

GPX-Track:  Rursee-Panorama-Tour klein.gpx ( verkürzte Runde)

 

 

 

 

 

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