Dürener Rureifel

 

 

                           

              Laufenburg                  Drover Heide          Rund um den Stausee        Felsensteig                  Felsensteig II           Rurtalpanorama

 
                                                                                       Obermaubach  

 

 

 

 Laufenburger Waldrunde

 

Der nördlichste Zipfel der Eifel bildet der Hürtgenwald. Er erinnert an Schlachten im Zweiten Weltkrieg, als Amerikaner und Deutsche sich zu Zehntausenden umbrachten. Im Laufe der Wanderung werden wir daran noch erinnert. Wald ist heute das beherrschende Landschaftsbild. Wer ihn liebt wird begeistert sein. Aber auch die anderen, wenn sie im Frühjahr oder Herbst unterwegs sind, werden die zu diesen Jahreszeiten lichten Wälder mögen. An heißen Sommertagen ist die Tour ebenfalls zu empfehlen. Wir sind heute an einem sonnigen Novembertag unterwegs und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

 

Vom Parkplatz (160m ü.NN) gehen wir nicht die Zufahrtsstraße, sondern den unscheinbaren Pfad in den Wald, immer in der Nähe eines kleinen Baches zur Linken und erleben schon nach wenigen Metern einen herbstlichen sonnendurchfluteten Wald. Wir begleiten den Bach bis zu einem behelfsmäßig angelegten Knüppelsteg, wo wir ihn überqueren und auf der anderen Seite eine Wegböschung hochsteigen. Auf dem Forstweg mit der Nr.41 wandern wir nun rechts weiter. Unser Wanderweg 41 macht dann einen weiten Linksbogen und erreichen bald den Orchelsweiher (1,2km). Wir können zwar weiter geradeaus am Weiher vorbei gehen, aber dieses kleine stimmungsvolle Idyll lockt zu einer Umrundung. An einem Schutzpilz stößt unser Weg auf den Zufahrtsweg zur Laufenburg, wo wir rechts weiter der 41 folgen (auch Jakobsweg). Nach 100m geht es links zur Laufenburg. Wir wandern aber mit 41, Jakobsweg, Eifelvereinsweg 5a geradeaus Richtung "Franzosenkreuz", dass nach ca. einem Kilometer entlang des rostrot gefärbten Rotenbruchbaches erreicht wird (2,8km, 224m ü.NN). Das 1931 rekonstruierte Kreuz trägt die Aufschrift: „Anno 1679 ist allhier ein französischer Offizier ermordet und begraben“ Vielleicht war der Ermordete ein Sendbote Ludwig XIV., der in der Gegend nach annektionsfähigen Kleinfürstentümer forschte.

 

   

   

Herbststimmung

 

Orchelsweiher

 

Franzosenkreuz

 

Wir nehmen nun den am Kreuz vorbei bergauf führenden Weg 71 und den Jakobsweg, der uns zum ehemaligen Kloster Schwarzenbroich führt. Nach 600m haben wir auf einem immer schmaler werdenden Pfad die Höhe von 265m erreicht. Der Pfad knickt hier links ab, um nach wenigen Metern rechts mit der 71 auf der Höhe weiter zu verlaufen.  

Wühlspuren von Wildschweinen sind rechts und links des Pfades unübersehbar, auch Suhlkuhlen kann man entdecken. Am Ende dieses bequemen Pfades treffen wir auf einen Forstweg (3,7km, 260m ü.NN), wo unsere Markierungen nach rechts zeigen. Links kann man die Tour zur Laufenburg um ca 4km abkürzen. Es geht bergab nach Süden, wobei uns die jetzt im Herbst tief stehende Sonne regelrecht blendet. Unterwegs ignorieren wir die links abbiegende Nr. 71, denn unser Ziel heißt Schwarzenbroich und somit geht es weiter geradeaus. Unten wird der Weg immer feuchter und auf der rechten Seite breitet sich ein morastiges und sumpfiges Gelände aus. Von der Wegegabelung sind es noch 200m bis zum alten Klostergrundstück (4,1km, 243m ü.NN). 

Nur überwucherte Trümmer und einige von Efeu überrankte Mauern erinnern noch daran, dass hier einmal seit 1340 Gebäude gestanden haben. Die Brüder des Kreuzherrenordens gründeten damals hier im „Schwarzen Bruch“ an der alten Pilgerstraße von Düren nach Kornelimünster ein Kloster und bauten die Anlage in den folgenden Jahrhunderten immer weiter aus. In den Revolutionswirren 1792 flüchteten die Klosterbrüder vor den französischen Truppen. Mit der Säkularisierung 1802 fiel das Kloster an den französischen Staat. Die, 1835 durch einen Brand beschädigten Gebäude wurden nicht wieder instand gesetzt. 1836 wurde der Graf von Merode neuer Besitzer der Anlage. Im Jahr 1900 wurde auf dem Grundstück ein Forsthaus errichtet und nach dem Ersten Weltkrieg öffnete hier eine Schänke. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude erneut schwer beschädigt. Ein Wiederaufbau fand nicht mehr statt.

Vom Betreten des Geländes wird abgeraten, denn es besteht allgemeine Einsturzgefahr. Es sind nur noch wenige Reste der Gebäude wie Kirche mit dem Kreuzgang vorhanden.

 

   

   

Herbstwald

 

Ruine Schwarzenbroich

 

Matthiaskapellchen

  

Die Möglichkeit einer Einkehr hätten wir sicherlich nicht abgelehnt. So aber wandern wir entlang der verfallenen Klostermauer auf dem Jakobsweg weiter. Ein Rastplatz gibt uns nach 400 Metren am Matthiaskapellchen die Gelegenheit eine Pause einzulegen.

Der Legende nach soll der Apostel Matthias dem Grafen von Merode erschienen sein und ihn beauftragt haben, hier eine Kirche und ein Kloster zu bauen. So wurde dieses Tal lange Zeit auch Matthiastal genannt. Von den späteren Grafen wurde 1896 dieses Denkmal errichtet. Nach der Rast folgen wir weiter dem Tal des Schwarzenbroicher Baches bis zu einer Wegekreuzung, wo wir jetzt den weiter geradeaus laufenden Pilgerweg verlassen und uns links in die „Allee“ wenden (5,6km, 201m). Es ist ein breiter mit Bäumen begleitender, geradeaus verlaufender Weg. Nach ca 1km stößt von links ein Waldlehrpfad und wieder der Weg mit der Nr. 71 dazu. An einem Baum hängt ein Herz-Jesus Bildstock, der hier nach der Zerstörung im Krieg von der OG Schlich 1990 angebracht wurde. Der Original-Bildstock ließ die Tochter des Grafen von Merode um 1900 errichten. Zwei Bäume weiter hängt ein Holzkreuz. Heimische Tiere und Pflanzen werden mit Schautafeln auf dem weiteren Weg beschrieben. Vor einem Wasserbehälter nehmen wir den linken Weg mit der 71 und folgen dem Holzschild „Laufenburg“ (7,2km, 160m). Rechts schließt sich freies Gelände an den Wald an und gibt den Blick frei auf den Ort Merode. Das Schloss versteckt sich aber hinter hohen Bäumen, so dass nur die Turmspitzen zu sehen sind. An der nächsten Wegekreuzung machen wir einen kleinen Abstecher auf dem „Marienweg“ zu dem 200m entfernten Ehrenfiedhof „Marienbildchen“. Es war ein schrecklicher und verlustreicher Krieg, der hier im Hürtgenwald Ende 1944 noch tobte. 200 Tote hat man nach dem Krieg hier begraben. Fast noch Kinder waren einige, wenn man ihre Lebensdaten auf den Grabsteinen liest. Die Natur hat die alten Kriegswunden mittlerweile zugedeckt, zurück bleiben die Mahnmale des Todes, als wir wieder zurück zur Wegekreuzung gehen. Hier folgen wir nun dem ersten linken Weg 71, dem „Generalsweg“ (8,1km, 179m). Dieser jetzt ca. 1km ansteigende Weg bringt uns etwas ins Schwitzen. Oben haben wir einen 60m hohen Anstieg bewältigt und wandern anschließend rechts auf dem „Erbsweg“ mit „71“ bequem bis zu einer Kreuzung mit dem Hinweis, links zur „Laufenburg“ (9,8km, 254m). Nach ca. 400m ohne Anstrengung geht es dann sogar bergab und der Wald wird von Wiesen abgelöst aus denen die Türme der Laufenburg ragen (10,8km, 215m). 

 

   

   

Ehrenfriedhof "Marienbildchen"

 

Laufenburg

 

Sührbach

 

Die Herzöge von Limburg errichteten im 12. Jh. die Laufenburg, um die Grenze, vor allem gegen die Kölner Erzbischöfe, zu sichern. 1359 wurde die Wehranlage Teil des Jülicher Territoriums. Damit war sie militärisch bedeutungslos geworden. Verschiedene Besitzer wechselten im Laufe der Jahrhunderte die Burg. 1917 erwirbt sie der Stolberger Fabrikant Prym. Seit 1952 ist sie verpachtet und die Familie Esser betreibt in den alten Mauern Landwirtschaft und eine Gaststätte, die bei Wanderern und Wild-Feinschmecker beliebt ist. Wir haben Glück, dass noch Platz in der kleinen Gaststube ist und wir uns bei Kaffee und Kuchen entspannen und aufwärmen können. Bis 1994 sorgten mit Gas betriebene Lampen für eine gemütliche Atmosphäre, denn elektrischen Strom besaß die Burg bis dahin nicht. Eine Photovoltaikanlage liefert seitdem die elektrische Energie.

 Nach der Rast verlassen wir die Burg und gehen links den Pfad mit Nr 71 und dem Schwarzen Keil des Eifelvereins hinunter in das Tal des Sührbaches. Überqueren ein Nebenbächlein und gelangen über Treppenstufen hinauf zu einen Forstweg, den wir links weitergehen. Im Berghang zur rechten wurde im Mittelalter Wein angebaut, worauf der Name Wingertsberg heute noch hindeutet. Mit dem Eifelvereinszeichen wandern wir immer entlang des Baches talauswärts. Dort stoßen wir auf einen Lagerplatz (12,0km, 160m). Hier wurde noch bis Mitte der 60er-Jahre des letzten Jh. noch Kalk abgebaut und gebrannt. An der Straße gehen wir auf dem Radweg links zurück zu unserem Parkplatz, der nach 700m erreicht wird. Unterwegs passieren wir noch das Gut Schönthal, das 1593 als Kupfermühle erbaut worden war und damals Pützmühle hieß. Sie bearbeitete das Metall aus den Stolberger Kupferhöfen. Mit dem Untergang der Stolberger Messingindustrie diente sie ab 1831 verschiedenen Warenfabrikationen. 1876 wurde die Fabrik Gasthaus und Hotel und nannte sich Gut Schönthal. Heute wird das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

 Gegenüber der Zufahrt finden wir ein 4m hohes Denkmal, das Freunde des königlichen Oberforstmeisters Carl Julius Polch nach dessen Tod hier 1903 errichten ließen.

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ des Eifelvereins, Ausgangspunkt ist zwischen Langerwehe und Schevenhütte der Parkplatz Schönthler Str., Zufahrt zur Laufenburg. Waldwanderung, besonders im Herbst stimmungsvoll

 

Strecke: Rundwanderung ca.13km, Abkürzung 9km,  schöne naturbelassene, manchmal auch matschige Wege bzw Pfade, die letzten 700m entlang der L12 muss man den Radweg benutzen.

 

Schwierigkeit: leicht, zwei leichte Anstiege

 

Einkehrmöglichkeit: Laufenburg, Tel. 02423 / 2252 montags Ruhetag

 

GPX-Track:  laufenburg.gpx  (Link speichern unter)

 



Laufenburg auf einer größeren Karte anzeigen

 

 

 

 

 

Touren: Drover Heide l Laufenburg l Rund um den Stausee Obermaubach l Felsensteig l Felsensteig II l Rurtalpanorama l zum Anfang

 

 Drover Heide

 Vom Truppenübungsplatz zum Naturschutzgebiet

 

 

Wenn man von einer Heidelandschaft spricht, denkt man zuerst an die Lüneburgerheide, die das charakteristische Beispiel einer solchen repräsentiert. Meist sind es Flächen, die durch das vorherrschende Heidekraut auf nährstoffarmen und sauren Böden gekennzeichnet sind und einmal im Jahr die baumlose Landschaft mit einem lilafarbenen Teppich bedecken. Aber auch jede Art von landwirtschaftlich unbebautem ebenem Land, wird oft als Heide bezeichnet. 

 

 

Drover Heide

So findet man südlich von Düren am Übergang zwischen der Niederrheinischen Bucht und der Eifel die Drover Heide, die wenig für Ackerbau geeignet war und als Waldweide und später als Truppenübungsplatz diente. Die 100jährige militärische Geschichte endete 2004, als das Gelände für die Öffentlichkeit freigegeben wurde. Seitdem kann man auf verschieden markierten Rundwegen die Drover Heide erkunden. Den Besucher zieht es natürlich besonders während der Blüte des Heidekrauts dorthin. Man darf aber nicht enttäuscht sein, wenn man keine Bilderbuchheide vorfindet. Die eigentlichen Heideflächen machen nur ca. 20% der Gesamtfläche (560ha) aus. Die Hälfte ist mit Wald bedeckt sowie 150ha sind eingezäunt und werden von Rindern und Ziegen beweidet. Sie ist aber zu jeder Jahreszeit eine wanderbare Landschaft.

 

Die eigentliche Besonderheit dieses Geländes ist die Vielfalt seltener Pflanzen- und Tierarten, die die Drover Heide zu einem wertvollen Naturschutzgebiet machen. In den zahlreichen Pfützen und Furchen, die das frühere Militärgebiet hinterlassen haben, kann man Urzeitkrebse entdecken. Sie gelten als die älteste lebende Tierart der Welt und haben sich in den letzten 250 Millionen Jahren äußerlich nicht verändert. 

 Auch zu den Spuren eines antiken Bauwerks, einem technischen Meisterwerk römischer Ingenieurbaukunst inmitten der Drover Heide, wird die folgende Wanderung. Diese starten wir in Drove am Parkplatz in der „Merowedenstraße“. Von dort gehen wir vorbei an der angrenzenden Burg.

Sie wurde zwischen 1728 und 1741 erbaut und bildete einst den Sitz der so genannten Unterherrschaft von Drove, nicht zu verwechseln mit der "Alten Burg" derer von Drove, die südöstlich der Kirche gelegen haben muss. Die Burg ist von der Straße durchs Burgtor einsehbar. Die Burg befindet sich in Privatbesitz, respektieren Sie die Privatsphäre der Bewohner und die Hinweisschilder.

Hinter dem Drover Bach biegen wir bei Hs Nr.13 mit der Wegmarkierung „52“ in den Wiesenweg ein, den wir zwischen Streuobstwiesen, begleitet von Pappeln, ca. 300m bis an einen Waldrand gehen. Hier wandern wir nun rechts hinunter an den Dorfrand von Drove in den „Fliederbusch“. So heißt auch die zweite links abbiegende Seitenstraße (die erste ist eine Zufahrt), wo es am Bach entlang und nach 100m auf einem Fußpfad weiter geht.

  

       

Eingangstor Burg Drove

 

"Helje Pötz"

 

Anstieg zur Heide

 

Am Ende wenden wir uns auf der Straße erst nach links und gehen dann rechts hoch. Hinter der Bebauung hört der Asphalt auf und mit der Nr. „52“ erreichen wir ein kleines Gewässer mit Bänken, das den Namen „Heiliger Pütz“ trägt (1,4km). Beim genauen Hinsehen ist sogar aufsteigendes Wasser zu erkennen. Es entwässert heute in den nahe gelegenen Thumbach, auch „Heiligenbach“ genannt. Die Römer hatten seinerzeit hier eine Quellfassung angelegt, aus der das Wasser durch einen Tunnel mit einer Gefälleleitung zu einer „villa rustica“ bei Soller geleitet wurde. Es ist der längste römische Tunnel nördlich der Alpen.

Nach alten Erzählungen hat hier ein heidnischer Tempel gestanden, der aber versunken ist, daher soll das Wasser heilig gewesen sein und so hat die Quelle den Namen „Helje Pötz“ bekommen.

Wir bleiben zunächst auf den Spuren der römischen Wasserleitung und gehen 50m auf dem Pfad zurück und biegen rechts in den Waldweg ein, wo eine Info-Tafel Näheres zu der hier im 2. Jh. n.Chr. beginnenden römischen Wasserleitung erläutert. Da das Niveau des Wasserspiegels im Quelltopf knapp 0,5m über dem hier nur 40m abwärts angetroffenen Leitungsanfang liegt, war das Überleiten des Quellwassers ohne Probleme möglich. Der Tunnel mit einer Gesamtlänge von 1.660m unterquert den „Drover Berg“ in einer maximalen Tiefe von 26m unter dem Scheitelpunkt des durchbrochenen Bergrückens.

Wir wandern mit der einzigen nennenswerten Steigung der Wanderung den Hang hinauf, und erreichen den Rand des Naturschutzgebietes der Drover Heide. Farbige Pfähle markieren jetzt die Wanderwege, der orangen/hellblauen Markierung folgen wir rechts und kommen zu einem Schutzpilz mit einer Bankreihe und einer Info-Tafel. Sie zeigt eine Übersicht der Wanderwege, die je nach Jahreszeit zum Schutz von seltenen Vögeln nur zeitweise durchwandert werden können. 

 

       

Kunstwerk: Spinnennetz

 

Biotop am Wegesrand

 

Einheimicher

 

 Mit grün/dunkelblau wandern wir rechts weiter. Links breitet sich die freie Landschaft der Heide mit Heidesträuchern und einzelnen Bäumen aus. Am Rande des Weges beobachten wir wahre Kunstwerke von Spinnennetzen. Kleine Wassertröpfchen des Morgentaus machen im Sonnenlicht deutlich wie geschickt die Spinne ihr Netz konstruiert hat. Wir kommen an eine der vielen, teilweise verschiedenen Wasserflächen, von denen besonders Kreuzkröte, Laubfrosch, Springfrosch und Kammmolch profitieren. Als wir näher kommen springen einige ins tiefere Wasser bis auf einen, ein Wasserfrosch, der gegen ein Foto nichts einzuwenden hat.

Hinter dem kleinen Feuchtbiotop sorgt ein Holzsteg für trockene Füße. Grün/dunkelblau geht an der nächsten Wehegabelung links weiter. Dort sehen wir links an der Einfahrt zu dem eingezäunten freien Gelände eine Informationstafel, die hier auf die Thüringer Wald-Ziege verweist. Zu sehen ist zurzeit aber keine.

Aufgrund eines Pflegekonzeptes zur Erhaltung der Heide wurden große Bereiche eingezäunt und werden mit Schafen, Ziegen und Rindern beweidet, die den „Auftrag“ haben, Gras, Büsche und Birken in Schacht zu halten, damit der typische Heidecharakter nicht verloren geht.

 

       

Kräutervielfalt am Wegesrand

 

Widderchen bei der Paarung

 

Stinkwanze

 

 Der gelb markierte Sommerweg zweigt links ab. Wir bleiben bei der alten Markierung, die jetzt noch durch gelb ergänzt wird, und folgen ihr weiter über einen Holzsteg. Heidekraut und viele verschiedene Kräuter säumen den weiteren sonnigen Weg mit Kiefern und Birken. Wer hier näher sich umschaut und beobachtet, kann so manches entdecken. So z.B. zwei Widderchen bei der Paarung oder eine grüne Stinkwanze beim saugen an reifenden Samen und Früchten. Sie trägt ihren Namen zu Recht. Man sollte ihr nicht zu nahe kommen. Denn wenn sie sich bedroht fühlt, sondert sie aus dem Hinterleib ein wirklich übel riechendes und lange anhaftendes Sekret ab. Und das wehrt wirklich jeden Angreifer ab, Zweibeiner eingeschlossen. Fressfeinde scheinen die Gefahr zu kennen und machen instinktiv einen großen Bogen um die grüne Stinkwanze. Die grüne Farbe ändert sich im Herbst zu einem braun. Aber auch schön anzuschauende Falter sind unterwegs und laben sich an dem, was die Natur ihnen schenkt. 

 

       

Bläuling

 

Fliegenpilz

 

herrllcherr Wanderweg

 

 Wir erreichen eine große freie Fläche (Uxmaar), wo geradeaus eine Schranke das Naturschutzgebiet abgrenzt. Von dort gesellt sich der Wanderweg Nr. 52, der uns am „Helje Pötz“ verlassen hat, wieder zu uns. Wir folgen unserer Markierung links in den Wald. Nach 800m zweigt nochmals eine gelbe Markierung links ab. Wir wandern mit grün/gelb/blau weiter geradeaus und folgen ihr auch an der nächsten Wegegabelung. Wir durchstreifen einen herrlichen Laubwald mit Brombeersträuchern und Farnen. Rechts öffnet sich dann der Wald und der Wanderweg „52“ führt uns hinaus zu den anschließenden Ackerflächen.

 

Offenes Gelände und Buschinseln wechseln sich nun ab. Begleitet links von einer Hecke wandern wir mit der „52“ auch nach einem Linksknick immer an dieser entlang. Rechts blicken wir über die fruchtbare Zülpicher Börde. 

 Hinter dem Frangenheimer Graben wechseln wir unsere Wanderrichtung und gehen erst links und später rechts am Rand von Wald und Acker. Am nächsten Asphaltweg heißt uns links die Drover Heide wieder willkommen. Wir folgen hier der roten Markierung durch einen angenehmen Laubwald. Aufgrund der militärischen Nutzung prägt der Wald vornehmlich nur die Randzonen der Drover Heide. An einer Wegegabelung halten wir uns rechts. Hier kommt für ein kurzes Stück eine grüne Markierung hinzu. Im weiteren Verlauf ist es dann die blaue Farbe, die von rechts kommt. Unterwegs macht uns eine Info-Tafel wieder auf die römische Wasserleitung aufmerksam. Sie ist für einen Laien nicht erkennbar. Mit dem Niedergang des römischen Reiches war auch die Wasserleitung in Vergessenheit geraten und die Bauschächte waren mit den Jahrhunderten eingefallen und bildeten trichterförmige Mulden mit Durchmessern bis zu 6m im Gelände. Man hat diese durch hohe, blau angestrichene Holzpfähle markiert. 

 

 

       

Wasserleitungstrasse

  Drover Heide   Ödlandschrecke

 

Wenn wir hier einige Meter ins Gelände gehen, können wir die Lage einiger Schächte und damit den Verlauf der Leitungstrasse sehen. Der Abstand schwankt zwischen 12 und 15m in den Hanglagen und 17 bis 26m auf der Höhe der Drover Heide.

 Der Wald wird spärlicher und die Landschaft öffnet sich mehr und mehr. Wir erreichen einen zweiten Schutzpilz, wo nach 8,3km eigentlich eine Rast gemacht werden kann. Alternativ gibt es aber noch 500m weiter auf unserer Route eine Bank mit weiter Sicht über die offene Landschaft. Dort kommt es auf die Größe der Gruppe an, denn die Bank hat nur Platz für 4 bis 5 Personen oder man nimmt mit dem Boden vorlieb. Die rote Markierung endet für uns an einem Querweg, wo rechts ein weiterer Zugang zum Naturschutzgebiet besteht. Wir wenden uns mit hellblau/orange/grau nach links. Verlassen aber schon nach ca. 250m den breiten Weg, auf dem einige Ödlandschrecken vor uns weghüpfen, und folgen rechts der grauen Markierung. Hier steht auch die schon erwähnte Bank, die einen fantastischen Blick über die offene Landschaft gewährt. (8,8km). Weiter schlängelt sich der Pfad durch den Busch mit zwei kleinen Biotopen, wo wieder Frösche beobacht werden können. 

  

       

Froschversammlung

 

junge Ringelnatter

 

Bohlenweg in der Heide

 

Wer Glück hat kann vielleicht auch in einer der Pfützen wie auf dem Bild oben eine Ringelnatter entdecken, die ihren Kopf aus dem Wasser streckt. Auf einem großen freien Platz steht am Rand ein Schild mit der Aufschrift Ruhezone, die man mit der hier stehenden Bank wörtlich nehmen kann. Wir verlassen die graue Markierung und folgen links der hell- und dunkelblauen Farbe. Hinter einem Holzsteg kommen wir wieder in die offene Heidelandschaft. An der nächsten Wegegabelung führt uns links dunkelblau und schwarz durch eine Landschaft mit Heidekraut in Gesellschaft mit Ginster, Brombeersträucher, Birken und vielen anderen Sträuchern zu einem kleinen Aussichtshügel. 

 

Panoramablick vom Aussichtshügel

 

 

Eine weidende Schafherde vervollständigt hier das romantische Bild einer Heidelandschaft. Ohne das Militär wäre diese Vielfalt erst gar nicht entstanden und bis heute erhalten geblieben. Die Magerrasenflächen werden langfristig von der Heidevegetation zurückerobert und durch die extensive Schafbeweidung gefördert. Da die Schafe die Gräser verbeißen und das Heidekraut nicht so gerne fressen.

 

Die Drover Heide ist eine von mehreren auf den ersten Blick unspektakulären Naturschutzgebieten im engeren Umkreis. Sie ist aber ein wichtiger Ort zur Erhaltung der Artenvielfalt und damit auch zum landschaftlichen Abwechslungsreichtum.  

 

Tausendgüldenkraut

Das Gebiet ist Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten. Bisher konnten mehr als 130 Vogelarten beobachtet werden, davon 12 gefährdete einheimische Vogel- und 25 gefährdete Gastvogelarten. Von ihnen sind Ziegenmelker, Heidelerche und Neuntöter durch die EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt. 21 Libellenarten leben um die etwa 700 kleinen Feuchtbiotope, die sich durch die militärischen Übungen, wie Panzerfahrten oder Schanzarbeiten gebildet hatten. An Gliederfüßern sind 17 verschiedene Heuschreckenarten und 38 Tagfalterarten bekannt. Als zwei weitere Vertreter bedrohter Arten sind die Krebse „Branchipus schaefferi“ und  „Triops cancriformis“ zu nennen, die in Deutschland fast ausschließlich in den temporären Pfützen auf (ehemaligen) Truppenübungsplätzen zu finden sind. 

 

 Tiere sind oft schwierig zu beobachten, da sie bei Gefahr flüchten und sichere Plätze aufsuchen. Pflanzen dagegen können nicht weglaufen und der aufmerksame Wanderer kann manche entdecken. So ist das Tausengüldenkraut, das schon seit dem Altertum eine sehr wichtige Heilpflanze ist, inzwischen sehr selten geworden und steht streng unter Naturschutz.  

 

 

Nachtigallental

 Mit dem folgenden Querweg (schwarz/orange) verlassen wir rechts die offene Landschaft und die Drover Heide. Im Wald wandern wir rechts geradeaus bis an den Ortsrand von Drove. Ohne Markierung geht es jetzt links und hinter den Grundstücken rechts weiter. Nach ca. 200m führt ein Pfad halblinks teils über Treppenstufen hinunter zur „Wehrstraße“ und dem Gerätehaus der Feuerwehr. Hier weist uns links ein Holzwegweiser ins „Nachtigallental“. Eine Einkehr im nahe gelegenen „Drover Stübchen“ (200m) ist möglich. Dazu geht man die Straße hinunter und biegt rechts in die Straße „In den Benden“ ein.

Durch das idyllische Nachtigallental entlang dem Drover Bach erreichen wir wieder die „Merowedenstraße“ mit unserem Parkplatz.

 

  

Information: Flyer „Drover Heide“ mit Übersicht der Rundwege:  http://www.kreis-dueren.de/service/pub/Drover-Heide1-2011.pdf

Der Wanderweg „52, Drover Heide“ steigert die Vorfreude auf  eine schöne Heidelandschaft, aber leider umrundet dieser Weg nur diese Landschaft und wird damit den Erwartungen nicht gerecht.

Multimedia Schau zum Drover-Berg-Tunnel:  http://www.mm-historyguide.de/14.0.html

                                                                                   

Strecke: 13 km Rundwanderung, unbefestigte Wege und Pfade, verschieden farbliche Markierungen (Holzpfähle)

 

Schwierigkeit: leicht,

 

Einkehrmöglichkeit: unterwegs "Drover Cafestübchen"

 

GPX-Track:  Drover heide.gpx  (speichern unter)

 

 

 


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Rund um den Stausee Obermaubach

  

Die Nordeifel ist bekannt für seine vielen Stauseen. Neun sind es, die den Abfluss des Wassers regeln. Einer davon, das Staubecken von Obermaubach, wurde 1934 errichtet und dient gemeinsam mit dem Staubecken Heimbach dem Wochenausgleich des Spitzenstrom- und Wasserbedarfs der Wasserkraftwerke Heimbach und Schwammenauel. Wasser ist immer ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende. So kann auch der Wanderer auf den rund um den See markierten Wanderwegen immer neue überraschende Ausblicke auf  Berge, Wälder und  Wasser genießen.

 

 

 

Startpunkt ist heute der Parkplatz (170m ü.NN) an der Staumauer in Obermaubach. Wir folgen zunächst der Seestraße nach links bis zur nächsten Straßenkreuzung, wo wir links in die Bergsteiner Straße einbiegen. Am Naturfreunde Haus „Waldeck“ geht sie in einen Waldweg über. An der Wegegabelung nach dem letzten Haus auf der rechten Seite folgen wir dem linken Fahrweg, der zunächst langsam, später aber steil bergan steigt und mit einem Pfad weiterführt. Am Ende von dem kleinen Dresbachtal, das uns bergauf führt, umrunden wir mit einem Linksbogen die letzten Bäume und stoßen auf einen Wiesenweg (348m). Hier wenden wir uns nach rechts und erreichen nach 200m einen Wirtschaftsweg, den wir links Richtung Bergstein gehen. Es lohnt hier einmal zurück zu schauen. Der Blick geht weit hinaus in die Jülich-Dürener Börde.

 

   

 

   

 

Dresbachtal

 

Sagengestalt "Sürthgens Musel"

 

Krawutschketurm

 

An der Zufahrt zum Sportsplatz stehen zwei alte Buntsandsteinkreuze. Ziel ist nun der Dorfplatz mit der Pfarrkirche. Auf dem Platz steht ein kurios anmutendes Denkmal, der „Sürthgens Musel“. Es ist eine Sagengestalt, die jede Nacht auf dem Weg durch das Sürthgen von Bergstein nach Zerkall in Gestalt eines Hundes sein Unwesen treiben soll.

Von dem Parkplatz hinter der Kirche folgen wir dem linken Pfad hinauf auf den Burgberg. Der Burgberg mit 400,5m Höhe ist ein markanter Berg an der Rur. Er verdankt seinen Namen der 1172 zum Schutz für das Aachener Reich errichteten Burg Berenstein. Vom Kölner Erzbischof wurde sie 1198 zerstört. Auf Resten dieser ehemaligen Burg ist 1933 ein Aussichtturm zu Ehren Franz Krawutschkes, Gründer der Eifelvereinsortsgruppe Düren, errichtet worden. Von dem mittlerweile neu errichteten, 13m hohen Krawutschketurm mit seinen 76 Stufen, erleben wir eine wunderschöne Sicht über die Region. Bei gutem Wetter sieht man sogar den Kölner Dom und die Hohe Acht. Auf der gegenüberliegenden Seite des Rurtals blickt man in östlicher Richtung auf die Burg Nideggen, die 1198 mit Material der zerstörten Burg Berenstein von Wilhelm II. vollendet wurde. 

   

   

Obermaubach u. Dürener Börde

 

Bergstein

 

Rurtal bei Nideggen-Brück

 

 In einem Rechtsbogen wandern wir vom Burgberg wieder hinunter zum Parkplatz. Hier nehmen wir vor dem Kirchengelände den Wirtschaftsweg rechts hinunter und bleiben auch nach 150m auf diesem Weg. Der Weg ist hier mit „Heinrich Böll Weg“ bezeichnet. Den nächsten links abgehenden Wiesenweg folgen wir weiter talwärts. Wir stoßen auf einen Forstweg, den wir geradeaus Richtung „Zerkall 1,5km“ weiter wandern. Nach 150m biegen wir an einem Wegedreieck links ab. Es ist ein schöner Pfad, der unten an der Rurbrücke endet. Auf der anderen Seite liegt das „Gut Kallerbend“, in dessen Biergarten eine zünftige Rast gemacht wird. 

 

   

   

Gut Kallerbend

 

Rurbrücke

 

Obermaubach

 

Weiter geht die Wanderung zunächst wieder zurück über die Rurbrücke, bleiben aber unten im Tal und wandern auf dem Rurradweg bis zu einer sich elegant über die Rur spannenden Brücke, die uns auf die andere Seite bringt. Dort geht es zunächst entlang der Bahntrasse, die nach 120m überquert wird. Hier führt nun 50m rechts ein Pfad mit dem Hinweisschild „Felspassage“ bergan. Diesem Wegweiser folgen wir ca. 1,5km bis zu einer Kapelle, wobei wir immer wieder herrliche Aussichten auf den Stausee von Obermaubach erleben. Von der Kapelle wandern wir noch 300m weiter und biegen in einem großen Linksbogen links hinunter in das kleine Tälchen. Unten stoßen wir auf den Seerandweg, wo wir rechts nach 200m die Staumauer erreichen. Auf der anderen Seite liegt unser Ausgangspunkt.

 

Panoramablick von der Waldkapelle

 

Information: Wanderkarte Nr 2 „Rureifel“ des Eifelvereins

 

Streckenlänge: ca. 11,5 km, Wanderung mit naturbelassenen Wegen, nur in Obermaubach und Bergstein befestigte Wege. Wer den 2. Aufstieg zur Waldkapelle "Felspassage" auslassen möchte wandert auf dem Rurradweg bequem zur Staumauer (700m kürzer) und Einkehrmöglichkeit in Gut Mausauel (Montag Ruhetag).

Verlängerung 1,5km: von Waldkapelle 1,3km auf Panoramaweg bis zum Abzweig links nach Obermaubach

 

 

Schwierigkeit: steiler 2km langer und 170m hoher Anstieg durch das Dresbachtal, weiterer 700m langer 80m hoher Anstieg von der Rurbrücke zum Panoramaweg, Auf- und Abstiege 325m

 

Einkehrmöglichkeit: Obermaubach, Gut Kallerbend ( montags u. donnerstags Ruhetag)   www.gut-kallerbend.de

 

GPX-Track: Bergstein.gpx  (Link speichern unter)
 

 

  

 

 


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Felsensteig

auf verschlungenen Pfaden durch Felshänge

 

 

Fährt man mit dem Auto oder besser noch mit der Bahn durch das Rurtal von Heimbach nach Obermaubach, fallen besonders die roten Buntsandsteinfelsen rechts der Rur auf. Sie locken Kletter- und Wanderfreunde in besonderem Maße an. In der Tat gibt es hier Felsvorsprünge alpinen Charakters, die auch entsprechende Ausblicke ins Rurtal gewähren. Auf verschlungenen Pfaden soll diese Wanderung durch die Felshänge des Rurtales führen.

  

 

Beginnen wollen wir in Nideggen am Parkplatz „Danzley“ an der Bahnhofstraße. Von dort gehen wir Richtung Zentrum. Vor dem ehemaligen Brandenberger Tor biegen wir rechts in den „Professor Lennartz Weg“ ein. Das Logo „Erlebnisentdeckungspfad“ begleitet uns und zeigt an der nächsten Wegekreuzung weiter geradeaus. Es ist ein schöner Waldpfad unterhalb der Burg, der schon um 1900 mit dem aufkommenden Tourismus als „Lindenallee“ angelegt worden ist. Am Ende des Pfades gelangen wir links direkt auf das Burggelände und können eine kleine Besichtigung vornehmen, (www.rhein-eifel.tv/burg-nideggen.htm) oder rechts mit der Nr 3 die Burg einmal halb umrunden. Auf einem aussichtsreichen Pfad oberhalb der steil ins Rurtal abfallenden Felsen gelangen wir dann auch wieder hinauf zur Burg. 

 

       

Lindenallee

 

Innerer Burghof

 

Nytstor

 

Über den äußeren Burghof betreten wir durch den kolossalen Jenseitsturm den inneren Burgplatz. Der Turm ist der älteste Teil dieser mächtigen und imposanten Anlage. Sie wurde in der Zeit von 1177 bis 1190 auf Geheiß von Graf Wilhelm II. von Jülich erbaut. Hier wurde während der Regentschaft Wilhelm IV. von Jülich mancher Kölner Erzbischof gefangen gehalten. Im Laufe der Jahrhunderte setzten diverse Kämpfe und Kriege der Burg erheblich zu. Sie wurde mehrfach zu großen Teilen zerstört , so auch beim dem großen Erdbeben 1755 . Die letzten großen Einschnitte in die Bausubstanz der Burg erfolgten durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs. In den 50ziger Jahren wurden innerhalb des Burgfleckens die Zugangstore zum Burggelände sowie einige Gebäude zumindest teilweise wieder aufgebaut. Im Turm ist heute ein Burgenmuseum untergebracht.

 

Von der Plattform des Bergfrieds bietet sich, wie auch aus den hohen Fenstern des Rittersaales und des Damenerkers, eine einzigartige Fernsicht.

 

Nach Besichtigung der Burganlage wandern wir ins Städtchen. Vorbei an der Kirche mit dem Grab Wilhelm IV. Durch das äußere Burgtor (Nytstor) kommen wir  zum alten charaktervollen Marktplatz mit seinem spätgotischen Kreuz und dem Rathaus. Von hier führen Straßen und Gassen mit mittelalterlichen Häuserfronten in alle Richtungen. Viele Häuser sind aus dem gleichen Sandstein wie Burg und Kirche. Andere Gebäude sind mit Fachwerk konstruiert, wie man das auch anderswo in der Eifel findet. Geradeaus sehen wir etwas bergab das Dürener Tor. Wir wenden uns aber nach rechts in die Zülpicher Straße zum Zülpicher Tor. 

 

       

Nideggen Marktplatz

 

Burg Nideggen

 

Auf der Effelsley

 

Hinter dem Parkplatz am Zülpicher Tor geht rechts unser Wanderweg weiter. Hier hatte man, um die  Bedeutung der Stadt als Kur- und Fremdenverkehrsort anzuheben,. einen kleinen Kurpark angelegt. Nideggen durfte sich sogar ab 1. August 1929 bis 1945 mit dem Zusatz „Bad“ schmücken. An einen Wegestern mit verschiedenen Markierungen (Nideggen Süd, 317m ü.NN)  folgen wir dem „Erlebnisentdeckungspfad“, der „Buntsandsteinroute“ und der Nr.2 nach links. An der nächsten Wegegabelung wandern wir links weiter und erreichen die  Jugendherberge von Nideggen. Hier führt uns rechts die Nr.2 weiter. 

  An einer Informationstafel macht uns das Schild „Eifel Blick“ neugierig und weist uns nach rechts. Nach 100m finden wir auf der „Effelsley“ eine Schutzhütte mit einem gigantischen Ausblick. In südwest- bis nordwestlicher Richtung bietet sich ein Blick auf die nördlichen Ausläufer des Nationalpark Eifel, ins Rurtal und darüber hinaus bis auf die Hochfläche der Rureifel.

Die Burg Nideggen thront rechts über dem Tal auf einer bis zu 50m hohen Felswand.Weiter rurabwärts heben sich die roten Wände der "Christinenley"aus dem Grün des Waldes ab. Im Rurtal liegen die Orte Brück und weiter hinten Zerkall,. Darüber erhebt sich die Kuppe des Burgberges (Bild oben). Burgberg s. auch Rund um den Stausee  Obermaubach.

 

           

Effels Kletterfelsen

 

Kletterpartie

 

Blick von oben

 

Affenfelsen

 

Der Felsen, auf dem wir stehen, gehört zu einer Felsengruppe (Effels), die sich etwa über einen Kilometer erstreckt und aus zahlreichen bis 30m hohen aber nicht aneinander gereihten Felsen besteht. Im nördlichen Bereich liegen mehrere kleinere Felsen versteckt im Wald. Südlich davon erheben sich mächtige Türme und Wände. Diese werden uns auf unserem Weiterweg noch beeindrucken.

Von der Effelsley gehen wir wieder zurück bis zur Informationstafel und folgen hier rechts dem „Erlebnispfad“ und den mit „2“ markierten Weg, der nun sehr steil bergab führt. An einem Schilderpfahl (Kürzenbusch, 317m ü.NN) gehen wir weiter geradeaus.  Wir befinden uns hier  auf dem „Josef Schramm Weg“, weiterhin ist er auch mit „2“ markiert. Es ist ein angenehmer Weg, wo rechts immer wieder meist allein stehende Felstürme sich zeigen, die gerne von Kletterern genutzt werden. Bereits vor ca. 100 Jahren erlagen die ersten Kletterer dem Reiz der schroffen, roten Felsen. Heute stehen ihnen Kletterrouten mit Schwierigkeitsgraden bis 9- zur Verfügung.

 

Vorbei am Abzweig zur Jugendherberge erreichen wir wieder den uns schon bekannten Wegestern Nideggen Süd. Hier gehen wir geradeaus mit dem Logo „Erlebnisentdeckungspfad“ und Nr. 3 u. 4. Ca. 100m vor einer Schutzhütte folgen wir links über einen Treppenpfad dem Talverlauf der Dammleyschlucht. An der engsten Stelle finden wir links im Felsen den „Düvelstrett“. Wo der Sage nach, der Teufel auf der Flucht in die Schlucht fiel und diesen Pferdefussabdruck zurückließ. 

 

       

Dammleyschlucht

 

Im Rurtal

 

An der Rur

 

  Der Weg endet am Rurradweg, den wir weiter geradeaus gehen. Vor Felssturz wird hier gewarnt und dass dies kein Scherz ist erfahren wir am Schüdderfelder Hof. 1977 verfehlte ein 70t schwerer Felsbrocken den Hof nur knapp. Er blieb 20m vor dem Hauptgebäude liegen. In der Wiese liegt ein weiterer Felsblock, der 1982 von dem Burgberg unterhalb der Burg Nideggen abgestürzt ist und eine breite Schneise in den Wald geschlegen hat. Mittlerweile ist diese Narbe aber wieder zugewachsen.

 In Brück treffen wir auf eine Straße, die in vielen Serpentinen aus dem Rurtal hinauf nach Nideggen führt. Wer vermutet oder weiß schon, dass es sich hier um eine ehemalige Rennstrecke handelt, wo einmal ein Rudolf Caraciola und andere Heroen des Motersports der 20er Jahre Gas gaben, um sich aus dem Rurtal in engen Kurven bis zum Ziel in Nideggen hochzuwinden. Damals 1922, als noch kein Mensch den Nürburgring kannte, war Nideggen Start und Ziel einer gut 30 Kilometer langen Rennstrecke. die über Berg, Wollersheim, Vlatten, Heimbach, Schmidt und Brück zurück nach Nideggen führte.

 

Unfallfrei überqueren wir diese Straße und wandern auf dem „Entdeckungspfad“ an der Rur entlang bis Zerkall. Wir erreichen den Ortrand von Zerkall, wo wir uns nach rechts wenden, der Weg ist hier mit dem Logo „Felspassage“ markiert. Nach ca. 500m biegen wir zur Einkehr links in den Wiesenweg nach Gut Kallerbend ab (ca. 400m). Ein Hinweisschild weist uns darauf hin, dass es sich um einen Privatweg handelt, der nur auf eigene Gefahr begangen werden darf, denn vor Kallerbend ist die Bahnstrecke der Rurtal mit Vorsicht zu überqueren. 

 

Anschließend müssen wir bis hier wieder zurück und wandern mit dem Logo Felspassage bergan. Da, wo der „Erlebnisentdeckungspfad“ rechts abbiegt, wandern wir weiter auf der Felspassage geradeaus. Wer beim Bergaufgehen den Blick auf den Boden wirft, wird in Felsen Karrenspuren finden. Sie sind ein Zeichen dafür, dass wir uns auf einem alten Ortsverbindungsweg befinden. Auch der Hohlweg im weiteren Verlauf deutet darauf hin. Am Ende der Steigung können wir den Blick vom Boden wieder nach oben richten und rechts einige aufragende Felsbastionen bestaunen. Nach einem Aufstieg von 120m endet unser Weg an einem Wegestern. 

 

Wir wenden uns nun mit dem schwarzen Keil des Josef Schramm Wegs und dem Logo der „Buntsandsteinroute“ nach rechts. Nach ca. 100m folgen wir diesen Logos dem rechts abgehenden Pfad. Dieser bringt uns oberhalb der Buntsandsteinfelsen von einer Aussichtskanzel zur anderen. Herrliche Blicke ins Rurtal und den gegenüberliegenden Höhen sind gewiss. Dabei fällt besonders der aus der Landschaft herausragende Burgberg auf, wo einst die stolze Höhenburg „Berinstein“ thronte. Er ist, wie die Sage zu berichten weiß, eng mit der Namensgebung der Stadt Nideggen verbunden. Zwei auf der Burg „Berinstein" lebende Brüder hatten sich entzweit. So baute der eine sich auf der gegenüberliegenden Seite eine neue Burg. Weil diese den Neid des zurückgebliebenen Bruders aber erregte, wurde sie von den Bewohnern der Gegend Neideck genannt.

 

       

Burgberg, im Rurtal Kallerbend

 

Hindenburgtor

 

Blick von der Christinenley

 

 Unterwegs durchwandern wir ein Felsentor mit dem Namen „Hindenburgtor“. Es wird von zwei Felstürmen gebildet, die dem Zahn der Zeit widerstanden haben. Ein anderer Felsbrocken ist durch Abbruch dazwischen stecken geblieben und hat so ein natürliches Tor gebildet. Wir erreichen eine Schutzhütte mit dem dahinter liegenden „Christinenstein“. Ein imposanter Blick ins Rurtal mit dem Ortsteil Brück und die darüber aufragenden Buntsandsteinfelsen mit der Burg Nideggen begeistern. Deutlich wird auch die strategisch günstige Lage auf dem Felszipfel hoch über dem Fluss, die auch Wilhelm II. erkannte und dort die Burg errichten ließ. Wir folgen weiter den bekannten Logos sowie der Nr.5. Über zwei Holzstege erreichen wir die Straße Nideggen-Brück. Jenseits der Straße folgen wir der Bahnhofstraße und haben unseren Ausgangspunkt wieder erreicht.


Wem diese Wanderung gefallen hat, kann die landschaftlichen Schönheiten des Rurtales mit seinen Buntsandsteinfelsen auf der Tour "Felsensteig Teil 2 " weiter erleben und genießen.

 

 

Information: Wanderkarte Nr.2 „Rureifel“ des Eifelvereins

 

Strecke: 11 km, meistens „Landschafts-Entdeckungspfad“ , „Felspassage u. „Josef-Schramm-Weg (4)“, fast nur unbefestigte Wege und Pfade

 

Schwierigkeit: Die Strecke ist leichter als der Name es andeutet. Eine größere Steigung (1,2km mit 120 Höhenmeter) ist der Aufstieg vom Rurtal, Nähe Kallerbend, wieder auf die Höhe.

 

Einkehrmöglichkeit: in Nideggen, Brück und Kallerbend (www.gut-kallerbend.de)

 

 

GPX-Track:  Felsensteig Nideggen.gpx  (Link speichern unter)


 

 

 

 

Touren: Drover Heide l Laufenburg l Rund um den Stausee Obermaubach l Felsensteig Felsensteig II l Rurtalpanorama

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 Felsensteig Teil 2 

Vor Jahrtausenden hat die Rur die Buntsandsteinschichten der Nordeifel freigelegt und imposante Felswände, -türme, überhängende Felsvorsprünge und Klüfte herausgebildet. Hinkelsteine, Kickley, Kuhkopf, Engelsblick sind Felsen und Aussichtspunkte dieser zweiten Wanderung durch eine Felsenlandschaft, die zu den schönsten der Rureifel zählt. Sie verläuft fast vollständig über unbefestigte Wege und naturbelassene Pfade, durch Wald mit herrlichen Ausblicken. Diese Tour bietet alles was ein Wanderherz begehrt.

 

 

Wir starten unsere Wanderung am Sportplatz in Nideggen-Rath. Bei klarer Sicht bekommt man von hier einen herrlichen Weitblick über das Dürener Land bis hin zur Kölner Bucht. Wir wandern aber in die andere Richtung und queren an der Ausfahrt vom Parkplatz die Straße und laufen gegenüber „Im stillen Winkel“ in den Wald. Dort biegen wir schon nach 50m links in den Waldpfad Richtung „Hinkelsteine“ ein, diese werden wir aber erst beim Rückweg passieren. Am nächsten Querweg (Nideggen Nord 317m) finden wir einen Schilderpfahl mit etlichen Wegzeichen, von denen „Kickley 0,8km“, unser erstes Ziel jetzt ist. Markiert ist der Weg mit dem Logo der „Buntsandsteinroute“, der wir nach 220m rechts mit einem Pfad folgen. Es ist ein schöner angenehmer durch einen herrlichen Mischwald führender Pfad

 

       

erste Aussicht

 

Fels am Wegesrand

 

Felsen an der "Kickley"

 

Einen links zu einem Felsen hinunter führenden Trampelpfad lassen wir außer Acht, denn Aussichten werden wir noch genügend erleben. Im rechten Hang liegen vereinzelt mächtige Felsen, es sind Trümmerreste von Felsen, die am Rande des Rurtales durch Erosion zerbrochen sind. Auch Felsen und Steine unterliegen einer Vergänglichkeit, nur in für uns unvorstellbaren Zeiträumen. So gibt es auch in der Gegenwart immer wieder Felsstürze. 2013 ist an der Vogelwand im Bereich Effels ein großer Teil des Felsens ausgebrochen und gegen die angrenzende Felswand gerutscht. Kleinere sind den Hang hinunter gerollt. Auch unser Pfad führt zwischen herabgestürzten Felsblöcken entlang. Von einer Bank erleben wir den ersten aussichtsreichen Blick ins Rurtal mit Zerkall und auf der Höhe Ortsteile von Schmidt sowie rechts der Burgberg bei Bergstein. Auf und nieder führt der Pfad wellenförmig durch den Hang. Spitzwinklig geht es dann mit der „Buntsandsteinroute“ bergan und weiter mit einer Linksserpentine über Treppenstufen hinauf zum Rastplatz der „Kickley“ Mit einer kleinen Pause genießen wir diese herrliche Aussicht.

 

Nach ca 100m zeigt ein Wegweiser links zum „Rather Felsen 0,2km“ (335m). Den kurzen Abstieg und nachträglichen Rückweg leisten wir uns wegen der phantastischen Aussicht von diesem Felsen (325m). Hier fließt 70m unter uns die Rur, die seit Jahrtausenden ihr Flussbett gegraben und diese herrliche Landschaft modelliert hat. Rechts ragen Felsen der Einsiedlerklamm über die Baumwipfel.

 

       

Blick vom Rather Felsen

 

Felstürme der Einsiedlerklamm

  Kuhkopf-Hütte

 

Wieder zurück folgen wir weiter der Buntsandsteinroute und erreichen nach ca. 400m einen Forstweg mit einem Rastplatz (362m). Weiter auf dem Pfad gegenüber mit dem Zeichen „17“ (Mausauel) treffen wir an einer Schutzhütte einen weiteren Forstweg. Verlassen diesen aber schon nach wenigen Metern links mit dem Hinweis „Eifelblick“ und „23“ (Kuhkopfsteig). Es geht 500m über eine Hochfläche mit herrlichem Mischwald, wobei die Kiefern jetzt überwiegen. Wir folgen einen links abzweigenden Weg ohne Markierung und erreichen auch über diesen den Eifelblick „Kuhkopf“ (392m). Er bietet in südwest- bis nordwestlicher Richtung einen Fernblick über die Hochfläche der Rureifel und den Hürtgenwald bis hin zum Hohen Venn.

 

 

Eifelblick "Kuhkopf"

 

 

Nach einer Rast verlassen wir mit der Schutzhütte im Rücken diesen herrlichen Platz und stoßen auf einen Forstweg und wandern dort links weiter (17). Leicht abwärts führt der angenehme Weg vorbei am „Gespaltenen Stein“, einem Felsen unterhalb der Mausauel.

 

Die horizontalen Schichtungen im Gestein weisen auf die Entstehung des Buntsandsteins vor 200 Millionen Jahren hin. Seit einer Gebirgsfaltung vor 350 Mio Jahren unterlag die Eifel der Abtragung bis nur noch ein weitgehend flacher Gebirgsrumpf erhalten war. Durch eine Senkungszone, die sich von der Trierer Bucht im Süden bis zur Niederrheinischen Bucht im Norden erstreckte, bestand zeitweise eine Meeresverbindung zwischen nördlichen und südlichen Mitteleuropa. Sand und Kies wurden vom Festland in diese Senkungszone eingeschwemmt und abgelagert und verfestigten sich zu Sedimentgestein. Die Größe des Ablagerungsmaterials war von der Intensität der jeweiligen Fluss-Strömung abhängig.

Am nächsten Forstweg (3,4km) wandern wir ca 40m rechts, um dann links auf dem Pfad weiter zu gehen (17 u. 42). An der nächsten Wegekreuzung folgen wir weiter der „17“ links (auch 23). Hinter einem Linksbogen geht es rechts weiter. Der breitere Weg verliert langsam an Höhe. Unterwegs biegen die Wegzeichen 17, 23 u. 42 links ab. Wir gehen noch ein Stück weiter geradeaus.

 

Mit einem von rechts kommenden Waldweg wandern wir geradeaus bergab bis zu einer Wegekreuzung und erreichen dort den Ortsrand von Leversbach. Das erste Haus können wir durch das Laubwerk zwar schon erkennen, folgen aber hier links dem Weg, der wieder mit „17“ markiert ist. Das Gelände zu unserer Linken ist stark kupiert und zeugt von dem ehemaligen Bergbau, der hier einst erfolgte.

 

       

ehem. Bergbauhalde

 

Obermaubach vom "Engelsblick"

 

"Engelsblick" auf Staubecken

 

 Seit der Römerzeit wurde hier der Boden auf der Suche nach Erz durchwühlt, wie ein in diesem Gebiet gefundener Rundschacht römischen Ursprungs belegt. Im 2.-4. Jahrhundert nach Chr. herrschte im römischen Herrschaftsbereich zwischen Rhein und Maas eine verstärkte Nachfrage nach dem hier relativ seltenen Kupfererz. In Vorzeiten waren durch den porösen, wasserdurchlässigen Sandstein heiße Lösungen aus dem Erdinneren aufgestiegen, die Blei- und Kupfererze im Gestein ablagerten. Erzbergbau und Metallverhüttung waren in der Nordeifel weit verbreitet, da es Erze im Boden, Holz zum Anheizen der Schmelzen und Wasserkraft zur Weiterverarbeitung vorhanden waren.

Über eine mit Kies und Sand aufgeschüttete Halde, auf der sich langsam Heidekraut ansiedelt, sehen wir am Waldrand vor uns eine Schutzhütte (278m). Die lassen wir aber rechts liegen und wenden uns dem Rastplatz zu, von dem wir einen herrlichen Blick auf Obermaubach erleben. Diese Aussicht hat jemanden einmal so begeistert, dass er ihn „Engelsblick“ nannte.

Weiter geht es auf dem Pfad links vor der Hütte mit den bekannten Wegzeichen und einem phantastischen Blick auf das Staubecken von Obermaubach. Auf einem weichen, federnden Pfad durch Kiefernwald mit vielen Ilexbüschen geht es bergab und wir am Ende den „Panoramaweg“ erreichen (240m). Hier folgen wir links dem Hinweis „Waldkapelle 1,7km“ und treten damit nun unseren Rückweg an. Der nun breite bequeme Weg wird gern zum Austausch untereinander genutzt. Der Abzweig nach Obermaubach (224m) lassen wir rechts liegen und steuern unser nächstes Ziel die Waldkapelle an (1,4km).

 

       

Wanderpfad

 

Obermaubach vom Panoramaweg

 

Waldkapelle in Sicht

 

 Der Weg steigt langsam bergan und hat seinem Namen auch zu Recht erhalten. Denn die Aussicht rechterhand wird immer besser und an einem Startplatz für Paragleiter liegt das Rurtal von Ober- bis Untermaubach vor uns. Vorbei an der am Rande der Aussicht stehenden „Gerda Rössler Hütte“ sehen wir bald rechts zwischen den Bäumen im gegenüberliegenden Hang die weiß leuchtende Waldkapelle liegen und im Tal den Stausee. Die Waldkapelle (255m) eröffnet dann einen weiteren Eifelblick.

Seit 1996 steht die Kapelle hier. Bänke und Tische laden Besucher zu einer schönen Rast ein.

Am Rande des Platzes steht ein Stein, der an die Gräfin Alvaradis erinnert. Sie stammte vom Castrum Molbach in Obermaubach und war die Frau des Grafen Wilhelm II von Jülich. Der Graf war bekannt für seine Brutalität, die er sogar gegen seine Frau ausübte. Als er einmal die Gräfin mit Honig bestreichen ließ und in einen Käfig an der Außenfassade des Burgturmes aufhängen ließ, befreiten die Frauen Alvaradis aus der misslichen Lage, als der Graf unterwegs war. Als Dank schenkte Alvaradis nach dem Tod Wilhelms den Bewohnern der umliegenden Orte auf ewige Zeiten die Nutzung des Waldes „Mausauel“. Urkunden beweisen, dass Nideggen und die umliegenden Orte viele Jahrhunderte das kostenlose Nutzungsrecht des Waldes „Mausauel“ besaßen.  

 

       

Waldkapelle

 

Obermaubach von Waldkapelle

 

Quelle am Wegesrand

 

 Weiter geht unsere Wanderung Richtung „Eugenienstein 1,5km“. Immer wieder erleben wir Blicke zum Staubecken mit Obermaubach und der darüber liegenden kleinen Ortschaft Bogheim. Außer Vogelgezwitscher dringt hier nur gelegentlich das Signal der Rurtalbahn, die als einzige Verkehrsverbindung das Tal durchfährt, zu uns hinauf.

An der nächsten Wegekreuzung gehen wir geradeaus Richtung Nideggen und erreichen nach 600m den Abzweig zum „Eugenienstein“ (244m). Diese, erst nach einem steilen alpinen Aufstieg sich bietende schwindelerregende Aussicht, lassen wir heute aber links liegen und folgen weiter dem breiten Weg (07). Unterwegs gesellt sich ein aus dem Tal kommender Weg hinzu.

Eine frei liegende Felswand am linken Wegesrand zeigt, dass im Rurtal zwei unterschiedliche Gesteinsformationen aufeinander treffen. Beim Blick in den linken Hang sehen wir große mächtige Felsen, die dem Anschein nach nur von Bäumen am Absturz gehindert werden. Links liegt eine kleine gefasste Quelle, an der man sich erfrischen kann. Dann führt der Weg direkt an steil aufragenden Felsen vorbei. Es ist einer der 4 Hinkelsteine, die hier das Herz der Kletterer noch erfreut, denn seit 1994 gilt an den meisten Felsen im Rurtal Kletterverbot. Dieter Siegers, Bergsteiger und Autor von Wanderführern, war es, der in den 70 Jahren diese Felsen entdeckte, erschloss und ihnen den Namen gab, der aber beim Eifelwanderer in Bezug auf die vor ihm aufragenden Felsen skeptisches Erstaunen auslöst, da sie ihn ganz und gar nicht an Hinkelsteine seiner Jugendzeit erinnern. Wahrscheinlich waren sie in Siegers Bergsteiger Repertoire wirklich nur Hinkelsteine.

 

           

Hinkelstein 4

 

Hinkelstein 3

 

Hinkelstein 3

 

Hinkelstein 4

 

 In der nächsten Linkskurve liegt der nächste rechts. Bedrohlich ragt der Hinkelstein Nr.2 (Nummerierung erfolgt entgegengesetzt) in den Himmel und ragt über den Weg hinaus. Dieser Hinkelstein hat eine Kletterroute sogar mit dem Schwierigkeitsgrad 10 aufzuweisen. Die Oberfläche der Felsen wird bei Bergsteigern gern auch als Kartoffelacker bezeichnet. Einige Meter weiter nehmen wir den schmalen rechts abgehenden Pfad ohne Markierung bergan und halten uns im weiteren Verlauf rechts. Oben geht es dann links auf einem breiten Forstweg weiter bis zu einer Straße, von der wir links auch schon unseren Ausgangspunkt sehen.

 

 

 

Information: Wanderkarte Nr 2Rureifelund Nr. 50Nationalpark-Kartedes Eifelvereins.

 

Streckenlänge: ca. 11 km, naturbelassene Pfade und unbefestigte Wege. Markierung verschiedene

 

Schwierigkeit: leichte Wanderung, Auf- und Abstiege 270m, letzter Km 80 Höhenmeter

 

Einkehrmöglichkeit: unterwegs keine, in Nideggen

 

GPX-Track: Track_Felsensteig II.gpx (speichern unter)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rurtal - Panoramaweg

 

 Immer der Sonne entgegen

 

Die Rureifel ist weniger ein Bergland als eine zerschnittene Hochfläche. Das alte, während des Karbons aufgefaltete Gebirge, war in  der Kreide und Tertiärzeit vollends zu einer reliefarmen Verebnung geworden. Als sich dann in der Folgezeit das gesamte Rheinische Schiefergebirge hob, schnitten die bis dahin gebildeten Fluss-Systeme sich bis zu 200m in den Untergrund ein und haben die heute an den Talhängen rechts der Rur widerstandsfähigeren Buntsandsteinfelsen modelliert, die sich zu einem prägenden Landschaftselement von seltener Schönheit entwickelt haben.

 

Buntsandsteinfelsen

 

 Die Felsen werden uns auf der heutigen Wanderung begleiten. Die Wanderstrecke verläuft durch das mäandrierende Tal der Rur in einem leichten wellenförmigen Auf und Ab von Zerkall nach Heimbach. Angelehnt an den linksseitigen Berghängen des Rurtales bieten sich meist freie Aussichten und bei Sonnenschein werden wir vorwiegend der Sonne entgegen wandern und von ihr reichlich verwöhnt. Als Panoramaweg kann man diesen Weg bezeichnen.

Vom Nationalpark Info-Punkt in Zerkall (170m), wo Parkplätze vorhanden sind, geht es von der Ausfahrt ca 100m mit dem Wegzeichen des Wildnis-Trails an der Straße entlang. Dieser Weg verläuft zwar zwischen den gleichen Orten, aber da er durch viele Waldpassagen des Nationalparks führt, ist er lange nicht so attraktiv und dient mehr der Fitness als dem Landschaftsgenuss, den wir bei der Tour höher einschätzen. Wir folgen zunächst aber diesem Wegzeichen über den vor der Kallbrücke liegenden Parkplatz und wandern durch freies Wiesengelände bergan mit herrlichem Rückblick bis an den Waldrand (0,5km, 210m). Hier verlassen wir den Wildnis-Trail und folgen dem Wegweiser „Brück 1,5km“. (25 Kalltalweg). Im weiteren Verlauf bieten sich immer wieder schöne Blicke ins Rurtal und zurück zum Burgberg mit dem Krawutschketurm. Die Wanderrichtung halten wir auch an einem Asphaltweg bei, wo anschließend vor uns sich die majestätischen roten Sandsteinzinnen der Burg Nideggen hoch oben auf steil aufragenden Felsen präsentieren. Ebenfalls begrenzen die schroffen Buntsandsteinfelsen von „Eugenienstein“, „Einsiedlerklamm“ und „Kickley“ den linken Talrand.

Nach 400m verlassen wir an einer Wegekreuzung mit Bank den Asphaltweg und steigen nun den Grasweg rechts bis zu einem quer verlaufenden Wirtschaftsweg bergan. Hier folgen wir der Wegnr. „57, Abenden-Brück“ mit herrlichem Panorama zur Burg Nideggen, die uns jetzt lange begleitet.  

Die massiven Mauern der Ruinen künden noch heute von der Macht des Jülicher Grafengeschlechts, das dieses Bollwerk als Stützpunkt gegen Kurköln im 12. Jahrhundert erbaute.

 

       

Auf hohem Fels Burg Nideggen

 

ruraufwärts

 

Obstwiese

 

An der Rur breitet sich ein flächengroßer Campingplatz aus, von denen wir im weiteren Verlauf der Wanderung noch einige zu sehen bekommen. Nach Überquerung der L246 (2,2km, 225m) liegt eine kleine Schutzhütte am Wegesrand. Mit einem weit ausholenden Halbbogen durchwandern wir die freie Feld- und Wiesenflur bis zu einem Asphaltweg (3,1km, 192m), wo wir uns mit der „57“ nach rechts wenden. Hinter dem Forsthaus Hetzingen (3,8km, 210m) wandern wir links mit „57“ und dem Hinweis „Abenden 2km“ am Fuße des „Rossberg“ weiter. Nach einer kurzen Waldpassage weitet sich der Blick wieder. Von einer Bank genießen wir zum letzten Mal das Burgpanorama bevor dieses hinter dem nächsten Berg unseren Blicken entschwindet.

Vor uns tauchen nun die ersten Häuser von Abenden auf. Am Ortseingang wandern wir die Straße links mit der „57“ hinunter. Nach Überquerung der Bahnlinie fließt links die Rur. Der Weg folgt der Bahnlinie vorbei am Schwimmbad bis zum Bahnhof, wo wir die Bahnstrecke überqueren (5,5km, 185m). Wer nun hier die Wanderung beenden möchte, kann mit dem Zug zurück nach Zerkall fahren oder auf dem Rurradweg auf der anderen Fluss-Seite zurückwandern. Vor der Rurbrücke gibt es mit „Haus Friedensthal“ noch eine Einkehrmöglichkeit.

 

Wir überqueren also die Bahnstrecke und folgen dem Eifelvereinszeichen 4, dem „Josef Schrammweg“ bzw. der „Buntsandsteinroute, die beide von Nideggen kommen. Der asphaltierte „Weißdornweg“ führt entlang der Eisenbahntrasse und endet erst hinter dem letzten Haus (Nr.38). Leicht steigt der Wald- und Wiesenweg bergan bis wir nach einer Wegschleife auf einem Pfad über Wurzeln und Treppen abwärts zur Rur wandern, wo ein idyllisch gelegener Rastplatz zu einer Pause einlädt (7,2km, 212m). 

 

       

Abstieg zur Rur

 

Rastplatz an der Rur

 

Ruridylle

 

Während der Flusslauf anderenorts durch den Bau von Talsperren und Staubecken gezähmt ist, bahnt sich die Rur zwischen den Staubecken Heimbach und Obermaubach noch heute als temperamentvoller Mittelgebirgsfluss ihren Weg durch das Rurtal und ist eine beliebte Kanuwanderstrecke. Dort wo die galerieartigen Ufergehölzbestände in großflächige Weichholzauenwälder übergehen, lässt sich erahnen, wie die Talauen einst ausgesehen haben, bevor die Auenwälder gerodet und durch Wiesen zur Heugewinnung ersetzt wurden.

 

Der weitere Weg verläuft entlang dem Waldrand mit Blick über die Rurwiesen nach Blens. Über den Ort hinweg sehen wir an der anderen Talseite wieder imposante steil abfallende Buntsandsteinfelsen. Am Friedhof (8,5km, 204m) erreichen wir den Ort, den wir aber links liegen lassen und weiter mit den bekannten Wegzeichen rechts der „Odenbachstraße“ folgen. Nach 100m biegen wir vor einem Parkplatz links ab. Mit dem Weg gewinnen wir einige Höhenmeter und es bietet sich ein wundervolles Rurtalpanorama mit dem Ort und den dahinter steil aufragenden Felsen der „Juffersley“ mit dem Gipfelkreuz und der längsten Felswand der Nordeifel, der „Breidelsley“. 

 

Blenser Felsen

 

Wegen der Nistplätze von Wanderfalke und Uhu sind die Buntsandsteinfelsen als „Vogelfreistätte“ unter Naturschutz gestellt worden. Auch der Autofahrer wird auf der Talstraße durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung zum Schutz der Tiere aufgefordert.

 

Als „Klimainseln“ in der ansonsten vom Westwind und damit vom Atlantik klimatisch bestimmten Rureifel bieten die südexponierten, von der Sonne aufgeheizten Felswände auch mediterranen Arten wie Mauereidechse und Steppengrashüpfer ein Zuhause. 

 

       

Jufferley

 

Sonnenbank

 

Sonnenpfad

 

Am Waldrand haben wir das Ende der Steigung erreicht und von einer Schutzhütte (9,1km, 240m) bietet sich nun ein Blick ruraufwärts. 100m weiter lädt eine Bank zum Sonnen und relaxen ein. Bergab führt der Pfad mit steil abfallendem Hang zur Rur bis zu einem Weg (9,4km, 225m). Hier zweigen „Josef-Schramm-Weg“ und „Buntsandsteinroute“ links ab Richtung Hausen, wo beide auf der anderen Rurseite nach Heimbach führen. Auch in Hausen (noch 1,5km) könnte man die Wanderung beenden und mit dem Zug zurückfahren. 

 

       

Aurorafalter

 

Blick nach hausen

 

Tour - Finale

 

Wir bleiben auf dieser Seite und wandern rechts leicht ansteigend weiter. Im Frühjahr erfreut das frisch aufgehende Grün den Wanderer.  Nach 800m fällt der Weg und hinter einer Wegschleife wandern wir wieder ca. 200m abwärts bis zu einer Wegegabelung und nehmen den nach „Hasenfeld 1,4km“ führenden Weg (10,6km, 260m). Er verläuft noch auf der Höhe zu einem hinter einer Schranke liegenden Aussichtspunkt. Weiter geht es auf einem bequemen Weg. Es könnte ein wirklicher Genießer- und Panoramaweg sein, wenn von den in regelmäßigen Abständen stehenden Bänke freie Sichten vorhanden wären. Aber diese sind leider mittlerweile fast zugewachsen oder gar nicht mehr vorhanden. In Hasenfeld endet der Weg an einem Wendeplatz. Die Straße „in den Wingerten“ führt uns 50m bergab. Hier stoßen wir wieder auf den Wildnis-Trail und folgen seinem Wegzeichen über den „Aachener Weg“ nach Heimbach. An einem Marienbildstock endet der Asphalt und ein Stück weiter an dem letzten Haus geht der Weg in einen Pfad über. An einem Wege-T mit einem kleinen Brunnen geht es weiter links abwärts bis kurz vor der L218. Hier folgen wir dem Pfad, der durch eine wildromantische kleine Schlucht führt. Am Ende erreichen wir einen Parkplatz und den Rurradweg, den wir nun rechts nach Heimbach, unserem Endziel, wandern. Nach einem Besuch in der kleinsten Stadt von NRW und einem Genuss für Laib und Seele fahren wir mit dem Rurtalbahn nach Zerkall zurück. 

 

 

Nationalparktor Heimbach

 

Information: Wanderkarte Nr. 2 „Rureifel“, Nr. 50 „Nationalpark-Karte“des Eifelvereins; sonniger Panoramaweg mit schöne Sichten ins Rurtal und zu den Buntsandsteinfelsen.

Streckenlänge: 13km bis Heimbach, die Tour kann auch abgekürzt werden, in Abenden, Blens und Hausen; Rückfahrt jeweils mit der Rurtalbahn. 

www.rurtalbahn.de

 

Schwierigkeit: gering, wellenförmiges Streckenprofil, Abstiege 290 und Aufstiege 320m; meist unbefestigte Wege und Pfade

 

Einkehrmöglichkeit: in Abenden und am Ende in Heimbach, unterwegs nach 7,2km schön gelegener Rastplatz an der Rur.

 

GPX - Track:  Rurtalpanorama.gpx  (Link speichern unter)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wandern weckt die Lust auf mehr